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Gold als Geldanlage - Nicht immer eine Goldgrube

Geldanlage: Gold ist als Anlageprodukt nicht unproblematisch. Als Bei­mischung hat das Edel­metall aber durchaus seinen Platz in einem größeren Anlagedepot.

Warnungen vor einem Kollaps des Welt­finanzsystems, mangelndes Vertrauen in den Euro und dazu Guthabenzinsen für Giro- und Spareinlagen, bei denen man nach Abzug der Gebühren nicht einmal mehr von Wert­erhalt, geschweige denn von Ertrag sprechen kann: kein Wunder, dass sich Anleger haare­raufend nach Alternativen umsehen.

Gold und Edelmetalle als Alternativen zum Sparbuch

Gold und andere Edelmetalle zählen dazu, weil sich vor allem Gold seit Tausenden von ­Jahren immer wieder als Krisenwährung ­bewährt hat. Außerdem ist es im Gegensatz zu anderen Edelmetallen wie Silber oder ­Platin von der Umsatzsteuer befreit. Dennoch kann auch Gold nicht uneingeschränkt zur Geldanlage empfohlen werden.

Gold: Keine regelmäßigen Erträge

Der größte Nachteil: Es wirft keine Zinsen und somit auch keinen regelmäßigen Ertrag ab. Hat man es einmal erworben, kann man nur hoffen, dass der Preis dafür steigt und sich so eine gute Rendite ergibt. Die kann tatsächlich gewaltig sein, wie alle feststellten, die vor rund zehn Jahren ins Gold-Business eingestiegen sind und das glitzernde Edelmetall nun um 200 oder mehr Prozent teurer wieder verkaufen könnten. Sie kann aber auch weit ins Minus drehen, wie etwa von 1980 bis 2000, als das Gold 70 Prozent und mehr an Wert einbüßte. Auch derzeit kann niemand sagen, in welche Richtung sich der Goldpreis entwickeln wird. Faktum ist, dass er sich nach Angebot und Nachfrage richtet: Ist die Nachfrage groß, steigt der Preis; geht die Nachfrage zurück, fällt er.

Kleine Menge, hoher Aufschlag: Spread verringert die Rendite

Ein weiterer Nachteil: Wenn Sie Gold kaufen, müssen Sie dafür mehr zahlen, als wenn Sie dieselbe Menge Gold am selben Tag wieder verkaufen würden. Die Händler schlagen auf den Verkaufspreis einen Aufschlag drauf, der umso höher ausfällt, je kleiner die Einheiten sind. Diese Spanne zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis, auch Spread genannt, ver­ringert die Rendite. Dazu kommt, dass Gold in US-Dollar notiert. Derzeit schwächelt der Dollar im Vergleich zum Euro. So konnten sich Goldkäufer im Euro-Raum über eine zusätzliche Wertsteigerung freuen. Steigt aber der Dollar wieder und verfällt der Goldpreis, kann das erhebliche Verluste bedeuten.

Sichere Verwahrung von Gold

Und schließlich sollte das glitzernde Metall sicher verwahrt werden, am besten in einem Tresor oder im Schließfach einer Bank, was noch einmal zu Kosten von rund 60 Euro pro Jahr aufwärts führt.

Lesen Sie außerdem weitere KONSUMENT-Artikel zum Thema Gold:

Gold: Ethik-Report 5/2012
Test: Goldverkauf Innsbruck/Umgebung 12/2011
Goldverkauf 1/2011
Gold: Schmuck und Münzen 3/2010
Geldanlage: Gold 08/2009
Gold als Geldanlage 03/2006

Münzen, Barren, Schmuck

„Den“ Goldpreis gibt’s nicht

Gold ist eine Handelsware, die dem einen aus welchen Gründen auch immer mehr wert ist als einem anderen. Daher sowohl beim Ankauf als auch bei einem Verkauf unbedingt immer mehrere Händler aufsuchen, auch über das Internet erste Orientierungswerte einholen (z.B. unter www.oegussa.at) und dann Preise vergleichen. Die können nämlich selbst bei den „hochoffiziellen“ Gold-Verkaufsstellen ganz schön variieren.

Beispiel Münze Österreich und Österreichische Gold- und Silberscheideanstalt (ÖGUSSA): Ein 1-Gramm-Goldbarren war bei der Münze Österreich Mitte Oktober (15.10.2012) für 56,60 Euro zu haben, bei der ÖGUSSA hätten Sie zum selben Zeitpunkt nur 53,78 Euro ­auslegen müssen. Hätten Sie sich gleich ein ganzes Kilo Gold gekauft, wären Sie wiede­rum bei der Münze Österreich (43.755 Euro) um mehr als 40 Euro günstiger ausgestiegen als bei der ÖGUSSA (43.798 Euro).

 

Rendite ist nicht alles

Viele, die zu Gold greifen, kaufen es nicht in der Absicht, damit große Gewinne zu ­machen, sondern um sich in Krisenzeiten ­sicherer zu fühlen. Währungen können durch hohe Inflation oder auch durch eine Währungsreform im Handumdrehen an Wert verlieren; Gold hingegen gilt als Universal­währung, die vor allem in Krisenzeiten einen stabilen Wert besitzt. In diesem Fall spielt der Goldpreis eine geringere Rolle, und hier kann es sich auch lohnen, kleinere Stücke­lungen und Barren anzukaufen, um im schlimmsten Fall nicht das gesamte Gold auf den Markt werfen zu müssen.

Goldaktien sind riskant

Heikel sind Aktien von Goldunternehmen, also von Minen oder Verarbeitungsfirmen. Ihre Wertentwicklung hängt nicht allein vom Goldpreis ab, sondern auch von ­Management, Rohstoffbeständen und Kostenstruktur. Auch wird Gold meist unter problematischen ­Umständen gefördert ­(siehe „KONSUMENT“ 5/2012).

Münzen, Barren, Schmuck

Fünf bis zehn Prozent seines Vermögens, heißt es, solle man in Gold investieren. Der beste Einstieg erfolgt wohl über Münzen. Sie sind in kleinen Notierungen erhältlich und so zum Beispiel bei finanzieller Schräglage oder in allgemeinen Krisenzeiten leicht absetzbar bzw. gegen andere Waren eintauschbar. Aber nicht alles, was rund ist und glänzt, ist eine empfehlenswerte Goldanlage (siehe ­Kasten „Expertensache: Sammlermünzen“). Zu empfehlen sind die sogenannten Bullionmünzen, wie etwa der Wiener Philharmo­niker. Darunter versteht man Münzen mit sehr hohem Feingehalt. Gehandelt werden sie in der internationalen Einheit „Unze“. Sie sind gewissermaßen so etwas wie dekorativ gestaltete Goldbarren.

Auch Goldbarren selbst haben einen ge­wissen Reiz als Geschenk. Es gilt wie bereits erwähnt die Faustregel: Je größer das Stück, desto geringer ist der Preis pro Gramm und die Spanne zwischen An- und Verkaufspreis. Diese Problematik der Kleinstmengen kommt übrigens auch bei sogenannten Goldsparplänen zum Tragen. Die monat­lichen Ansparraten werden in Ein-Gramm-Barren angelegt, was dem Anbieter Monat für Monat eine satte Provision verschafft, sich aber für den Investor nur bei kräftigsten Goldpreissteigerungen lohnt.

Expertenprüfung

(Gold-)Schmuck ist etwas für Kenner. Manchmal zeigt sich erst bei eingehender Prüfung durch einen Experten, ob der Preis gerechtfertigt war oder ob sich unter der Deckschicht noch etwas anderes verbirgt. Außerdem ist im Kaufpreis oft ein kleines oder größeres Extra für das Design einkalkuliert. Das ist Geschmackssache und muss sich bei einem späteren Verkauf nicht unbedingt als Preisvorteil erweisen. Daher nur kaufen, wenn Sie jemand anderem oder sich selbst damit ­Freude bereiten möchten.

Expertensache: Sammlermünzen

Sammlermünzen und Medaillen machen sich zwar schön als Geschenk, als Anlage­objekt sind sie aber nicht wirklich zu gebrauchen. Zum einen haben sie einen geringen bis gar keinen Edelmetallgehalt, zum anderen braucht es Hingabe und Leidenschaft, damit daraus ein Geschäft wird. Die Münzen müssen sachgemäß gelagert werden, selbst feinste Kratzer oder andere Beschädigungen können den Verkaufspreis nachhaltig senken. Die Katalogpreise sind nur Richtwerte, aber nicht bindend – um sie tatsächlich zu lukrieren, sind Sachwissen, Geduld und laufende Marktbeobachtung erforderlich.

Zusammenfassung

  • Vermögensaufbau. Sofern der Goldpreis nicht gerade im Keller ist, sollten Sie erst dann zu Gold und anderen Edelmetallen greifen, wenn die finanzielle Vorsorge bereits weitgehend steht.
  • Unsichere Investition. Regelmäßige Zinsen gibt es ebenso wenig wie einen sicheren Ertrag. Wenn Sie Ihr Gold bei schlechtem Preis verkaufen müssen, sind hohe Verluste möglich.
  • Spread beachten. Vergleichen Sie vor dem Kauf die Preise mehrerer Händler. Je größer die Barren, desto geringer die Spanne zwischen An- und Verkaufspreis.
  • Krisenwährung. Als Notwährung hat sich Gold Tausende Jahre lang bewährt. Wer unter diesem Aspekt vorsorgen will, sollte sich eher für kleinere Stückelungen entscheiden.

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