Zum Inhalt

Geldanlage: Sparzinsen im Aufwind - Mehr Zinsen für Spareinlagen

  • Zinsen steigen
  • Große Bandbreite
  • Nachverhandeln!

Leitzins wurde erhöht

Lange Zeit herrschte am Zinsenmarkt Flaute. Nun ist wieder etwas Wind in die schlaffen Segel gekommen: Seit Dezember vergangenen Jahres erhöhte die Europäische Zentralbank bereits viermal den Leitzins, nach dem auch die Banken ihre Guthaben- und Kreditzinsen ausrichten. Und es ist keineswegs ausgemacht, dass damit schon das Ende der Fahnenstange erreicht ist.

Höhere Rendite für Sparbücher und Sparcards

Für Sparer sind das einerseits gute Nachrichten, weil sie dadurch auch mit absolut sicheren Anlagen wie Sparbüchern oder Sparcards wieder etwas mehr Rendite erwarten dürfen. Andererseits stellt ein instabiler Zinsenmarkt – egal, ob er eher nach oben oder unten tendiert – eine ganz besondere Herausforderung dar: Wie lange soll das Geld gebunden werden? Legt man es zu einem Fixzins auf mehrere Jahre hin an, ist das bei sinkenden Zinsen gut, bei steigenden aber nachteilig. Wählt man kürzere Laufzeiten, ist vor allem bei Kapitalsparbüchern der Ertrag oft nicht überwältigend. In Zeiten steigender Zinsen richtet sich daher das Augenmerk verstärkt auf kurzfristig gebundene oder täglich fällige Einlagen. Wer sucht, kann bei täglich fälligen Produkten Angebote finden, die durchaus mit einjährigen Kapitalsparbüchern mithalten können.

Die Inflationsrate schlagen

Bei den großen Filialbanken liegen die Zinsen für Sparbücher ohne Bindefrist meist zwischen 0,125 und 0,25 Prozent jährlich. Das sind nach Abzug der obligatorischen KEST im schlechtesten Fall magere 0,09 Prozent Ertrag – erheblich weniger als die Inflationsrate! Dabei ist auch bei täglicher Behebbarkeit viel mehr drinnen: Die ING DiBa beispielsweise bietet für täglich fällige Einlagen ab dem ersten Euro 3 Prozent Guthabenzinsen. 3,25 Prozent erzielen Sie mit einem Tagesgeldkonto bei der DenizBank, allerdings erst ab 1000 Euro Mindesteinlage. Bei der easybank bekommen Sie ab 5000 Euro Einlage 3,1 Prozent. Für ein herkömmliches täglich fälliges Sparbuch bietet die DenizBank ohne Mindesteinlage 2,75 Prozent, die über Direktvertrieb tätige AutoBank ein Sparkonto mit 2,8 Prozent. Bei Verkehrskreditbank und Vakifbank erhalten Sie für täglich fällige Sparguthaben immerhin noch 2,5 Prozent. Die über Sparcards erzielbaren Zinsen liegen mit Ausnahme der Verkehrskreditbank meist unter diesen Beträgen, aber immer noch über den eingangs erwähnten Null-Komma-Prozenten. 

Zuerst kurz, dann lang binden

Unter bestimmten Voraussetzungen sind auch Kapitalsparbücher bei steigenden Zinsen eine Überlegung wert. Nämlich dann, wenn Sie von weiteren deutlichen Zinssteigerungen ausgehen und die Laufzeiten gewissermaßen „splitten“: zuerst den Betrag nur auf ein bis zwei Jahre anlegen und danach zu dem hoffentlich wirklich höheren Zinssatz noch einmal auf längere Dauer. Das rechnet sich aber nur, wenn die Zinsen wirklich deutlich angestiegen sind. Denn durch die zunächst kürzere Laufzeit lukrieren Sie vorerst einen geringeren Fixzins als bei sofortiger längerer Bindung.

Wählerisch sein!

Bei Kapitalsparbüchern, noch mehr aber bei täglich fälligen Anlagen gilt: Seien Sie wählerisch! Die Bandbreite liegt bei ein und derselben Ausgangsposition (täglich behebbar, kein Mindestbetrag) zwischen 0,125 bis 3 Prozent. Beachten Sie bei Sparcards, Online- und Direktbanken allfällige Kontoführungs- oder Behebungsgebühren, die einen attraktiveren Zinssatz unter Umständen wieder hinfällig machen. Und bleiben Sie bei nachverhandelten Zinssätzen dran. Denn mit der nächsten Zinsänderung kann alles, was mündlich vereinbart wurde, schon wieder obsolet sein.

Kompetent mit Konsument: Sparzinsen

  • Unnötige Geldentwertung. Auch bei täglich fälligem Geld sind Zinsen über der Inflationsrate möglich.
  • Große Bandbreite. Bei gleicher Ausgangsbasis können Sie zwischen 0,125 und 3 Prozent lukrieren.
  • Feine Unterschiede. Achten Sie neben Laufzeit und Zinssatz auf allfällige Spesen (vor allem bei Sparcards, Online- und Direktbanken) und bei gestaffelten Zinssätzen auf den Durchschnittszins.

Mehr zum Thema: Sparzinsen

Anfang August hat die Europäische Zentralbank die Leitzinsen angehoben. Diese Erhöhung werden die Banken demnächst an ihre Kunden weitergeben. Und das wird vermutlich noch nicht das Ende der Zinserhöhung bedeuten.

Den aktuellen Stand der Sparzinsen finden Sie unter Ihr Geld Extra.

Diese Aufstellung ist kostenlos und wird monatlich auf den neuesten Stand gebracht.

Diesen Beitrag teilen

Facebook Twitter Drucken E-Mail

Das könnte auch interessant sein:

Illustration: Handy und App für Sparen und Geldanlage premium

Aktien-Investments und Risiko

Teil 4: Wie kann das Risiko bei einem Investment in Aktien minimiert werden? Langfristigkeit und Streuung spielen dabei eine wesentliche Rolle.

alt

Goldverkauf - Echt jetzt?


Angebote weit unter dem Tageskurs für Bruchgold; ­fehlerhafte ­Bewertungen – erstaunlicherweise immer zum Nachteil des Kunden. Wer seinen Schmuck zu Geld machen will, muss auf der Hut sein.

Gefördert aus Mitteln des Sozialministeriums

Sozialministerium
Zum Seitenanfang