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Geldanlage: Persönliche Finanzen - Kassasturz

Anschauen, bilanzieren, nachbessern und gegebenenfalls ausmisten: Einmal jährlich sollte man seine Geldanlagen prüfen.

Zum Jahreswechsel verschicken Banken und Versicherer Depotauszüge und Kontomit­teilungen an ihre Kunden. Gewiefte Anleger sollten dies zum Anlass nehmen, ihre Sparbücher, Wertpapierdepots und andere Anlagen genau unter die Lupe zu nehmen. Eventuell muss auch die Strategie geänderten Gegebenheiten angepasst werden.

Kapitalwert der Geldanlage erhalten

Mit geschickten Investments aus wenig Geld viel Geld machen – das funktioniert nur in den seltensten Fällen. Die Geldanlage von Otto Normalkonsument kann derzeit nur darauf abzielen, den Wert des Kapitals zu erhalten. Und aktuell grundelt das Niveau der Kapitalmarktzinsen im tiefen Keller ­dahin. Die Inflationsrate liegt zwar nicht übertrieben hoch, aber höher als das durchschnittliche Zinsniveau. Dies erschwert es, die Kaufkraft des Kapitals ungeschmälert zu erhalten.

Umverteilung des produzierten Einkommens

Ein Blick auf die wirtschaftlichen Rahmen­bedingungen zeigt: Seit Jahren lagen die Renditen für Kapitalanlagen höher als das all­gemeine Wirtschaftswachstum. Ein (fiktiver) Kapitalist, der vom Ertrag seiner Wertpapiere lebt, hat also mehr verdient als ein (fiktiver) Fabrikant. Der Volkswirt spricht von einer Umverteilung des produzierten Einkommens zu den Kapitaleignern. Nun kann das aber auf Dauer nicht funktionieren. Die Niedrigzinsphase, die wir derzeit sehen, könnte hier für einen Ausgleich sorgen, allerdings zulasten der aktuellen Anlagemöglichkeiten.

Prognosen der Experten

 

Prognosen der Experten

Wir haben Fachleute in Forschungsinstituten und Banken nach ihrer Einschätzung gefragt, wie sich fundamentale Eckdaten wie Infla­tion, Zinsniveau, Eurokurs und Börsen im Jahr 2013 entwickeln werden. Auch um Tipps für Konsumenten in puncto Geldanlage haben wir gebeten. Meist lagen die Fachleute nicht so weit auseinander.

Inflation, Zinsen, Euro, Aktien

Die Inflation, so wird prognostiziert, soll gleich bleiben oder etwas sinken. Ebenso seitwärts sollen sich die Zinsen für kurzfristige Geldanlagen bewegen. Beim Eurokurs gehen die Meinungen etwas auseinander: Einige sehen ihn leicht sinken, andere leicht steigen. Auf den Aktienmärkten soll nach dem Debakel der letzten Jahre wieder ein positiveres Klima herrschen. Dieses bleibt aber wechselhaft. Mit Hochs und Tiefs ist also weiterhin zu rechnen.

Immobilien, Gold

Auch auf dem Immobilienmarkt scheinen die Höhenflüge vorerst vorbei zu sein. Die von uns befragten Expertinnen und Experten ­orten hier Stagnation. Teilweise wird sogar angedeutet, dass der Markt überhitzt ist. Zu Deutsch: Wer jetzt – womöglich mit geborgtem Geld – eine Eigentumswohnung kauft, um sie zu vermieten, muss mit geringen ­Renditen rechnen. Den Goldpreis sehen die Experten dagegen leicht steigen.

Lebensversicherungen

Der Garantiezins der Lebensversicherung wird gesenkt. Bei neuen Verträgen sind also nur noch 1,75 Prozent auf den Sparanteil (Einzahlung abzüglich Kosten und Steuer) garantiert. Und ab 2013 kommt erstmalig der sogenannte Verlustausgleich bei der Kursgewinnbesteuerung von Wertpapierinvestments zum Tragen. Für 2012 werden alle Transaktionen mit realisierten (steuerpflichtigen) Gewinnen den realisierten Verlusten gegenübergestellt. So kann es nachträglich zu Steuergutschriften kommen. Ab 2013 ­führen die Banken diesen Ausgleich dann laufend durch.

 

Unterschiedliche Sparziele

Unterschiedliche Sparziele

Beim Sparen ist zwischen „unbedingt nötig“ und „wenn‘s leicht geht“ zu differenzieren. Zur erstgenannten Kategorie zählt der jederzeit verfügbare Notgroschen für unerwar­tete, aber dringende Ausgaben, also die neue Waschmaschine, eine Zahnsanierung oder ­eine teure Heizungsreparatur. Auf eine ­Summe in Höhe von mindestens zwei Monatsgehältern sollte man jederzeit zugreifen können.

Auch bei täglich fälligen Spareinlagen gibt es gute Angebote. Die findet man auf unserer Website unter www.konsument.at/spar­zinsen, ebenso die Zinsen für Kapitalspar­bücher mit Bindung auf ein bis höchstens zwei Jahre. Um die Spartöpfe immer gut gefüllt zu halten, ­helfen Spar-Daueraufträge.

Ablebens-, Unfallversicherung, Investmentfonds

Die Absicherung der finanziellen Folgen von plötzlichem Tod oder Unfall (Ablebens- und Unfallversicherung) gehört zu den „Musts“ der Geldanlage. Nötig ist auch vorausschauende Vorsorge: Für etwas Komfort im Alter, fürs Studium der Kinder oder für eine neue Wohnung. Hier empfehlen sich länger lau­fende Anlagen mit höherer Verzinsung. Dazu zählen auch Investmentfonds: Auf lange Sicht bringt ein breit gestreutes Aktienportfolio eben mehr als die solide Anleihe. Die Kursschwankungen gleichen sich über lange Jahre aus.

Die klassische Er- und Ablebensversicherung kam in den Statements der von uns ­befragten Banker übrigens nicht vor. Kein Wunder bei diesem mickrigen Garantiezins und den hohen Kosten. Apropos Lebensver­sicherung: Jetzt kommt oft die Einladung, ­seine Polizze zu dynamisieren, also ihren Wert anzupassen. Diesem Angebot muss man nicht unbedingt nähertreten. Im Gegenteil: Ist man von der Wertentwicklung seiner Lebenspolizze enttäuscht, kann man diese auch stilllegen. Dann wird sie nicht gekündigt, aber man muss nichts mehr einzahlen.

Flexibel aufstellen

Flexibel aufstellen

Das niedrige aktuelle Zinsniveau sollte nicht dazu verführen, alles Geld auf täglich ver­fügbaren Sparkonten zu „parken“, damit man rasch wechseln kann, wenn die Zinsen wieder steigen. Ein Höhenflug ist ja so schnell nicht zu erwarten. Ein paar länger laufende (und besser verzinste) Anlagen ­sollen also durchaus im Portfolio enthalten sein. Hier wurden uns mehrfach Wohnbauanleihen genannt. Die sind bis zu einem Zins­ertrag von 4 Prozent von der KESt befreit und damit attraktiver als Kapitalsparbücher. Der Haken bei vielen langfristigen Anlagen: Man kann kurzfristig oft gar nicht oder nur mit Verlusten auf sein Geld zugreifen.

Mehrfach erinnert wurde an die alte Anleger­weisheit „Leg nicht alle Eier in einen Korb“. Soll heißen: Mehrere unterschiedliche Anlagen gewährleisten, dass das Risiko breiter gestreut wird. Hat man nicht so viel Geld, um unterschiedliche Papiere zu kaufen, tut es auch ein breit gestreuter Mischfonds.

Gold kann immer nur einen kleinen Teil des Investments ausmachen. Es wäre auch denkbar, dass der Goldpreis vorerst sein Allzeithoch erreicht hat und die nächsten Jahre nicht mehr steigt.

Unnötige Risiken meiden

Schlau investieren heißt auch, unnötige ­Risiken zu meiden. Wenn heute 6 Prozent Zinsen geboten werden, ist die Anlage entweder überhaupt unseriös oder hoch riskant. Das Risiko des Zahlungsausfalls, das die Gläubiger tragen, muss mit höheren Zinsen kompensiert werden. Hohe Zinsen sind also nicht unbedingt ein Grund zum Jubel. Das sollte auch bedenken, wer die derzeit viel propagierten Unternehmensanleihen ins ­Auge fasst. Auch renommierte Firmen ­können in Schieflage geraten, wie Zeichner der Anleihe des Baukonzerns Alpine jüngst zur Kenntnis nehmen mussten.

Kosten beachten

Kosten beachten

Ein Wertpapierdepot wirft nicht nur Erträge ab (hoffentlich), sondern verursacht auch ­Kosten. Günstig fährt man, wie bei Spar­konten, mit Onlinebanken. Die locken neue Kunden oft sogar mit Übernahme der Wechselspesen. Da diese Spesen häufig dreistellige Beträge erreichen, lohnt es sich, nach solchen Angeboten zu fahnden.

Auch sollte man die oben empfohlene Risikostreuung nicht so ­extensiv betreiben, dass sich im Depot viele kleine Positionen befinden. Das erhöht die Spesen. Auch Goldbesitz kostet. Barren oder Münzen sollte man nicht daheim aufheben, und schon gar nicht in einem Sparbuchschließfach. Der richtige Platz ist ein entsprechend versicherter Banksafe.

Radikal ausmisten sollte man sein Depot nicht: Dauerndes Umschichten schmälert die Ertragsaussichten. Vor allem Investmentfonds müssen zumindest so lange gehalten werden, bis sie wenigstens ihren Kaufpreis (Ausgabeaufschlag) wieder verdient haben.

Zusammenfassung

  • Notgroschen einplanen. Ein Betrag von mindestens zwei Monatsgehältern für unvorhersehbare dringende Aus­gaben muss immer verfügbar sein.
  • Nicht alles auf eine Karte setzen. Mehrere Anlagen unterschiedlicher Laufzeit, Verzinsung und Anlageklasse.
  • Nicht auf steigende Zinsen warten. Für langfristige Veranlagung derzeit Produkte mit variabler Verzinsung wählen.

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  • Konto, Sparbuch, Bundesschätze 
  • Wertpapiere und Versicherungsprodukte
  • Investieren in Immobilien
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