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Bankenwechsel - Scheiden tut nicht weh

Wie man seine Bank wechselt und sich damit 115 Euro jährlich erspart. Ein Erfahrungsbericht.

Lesen Sie auch unseren Artikel Kontowechsel: schnell erledigt 10/2011

Schon lange ärgern mich meine Kontospe­sen: 48 Euro Kontopauschale und 85 Euro Wertpapierdepot pro Jahr. Und das, obwohl ich das meiste, wie etwa Überweisungen, selbst am Foyer-Automaten erledige. Doch seine Bank zu wechseln bedeutet Arbeit und Kosten. Vier Banken sind bei der ­Aktion involviert: Meine bisherige Bank, easybank.at, wo ich künftig mein kostenloses Online-Girokonto habe, direktanlage.at für mein Wertpapierdepot und ING DiBa, wo ich ein Sparkonto besitze.

Übertragungsdauer beachten

Als erstes transferiere ich mein Wertpapierdepot, denn der Übertrag dauert vier Wochen. Dazu gehe ich mit einer Liste meiner Fonds und einem Ausweis in die Geschäftsstelle von direktanlage.at. Nicht nur meine persönlichen Daten muss ich im Formular angeben, sondern auch protokollieren, welche Art von Geldanlagegeschäften ich bisher schon getätigt habe. Hedgefonds beispielsweise habe ich bisher keine gekauft. Den PIN und eine TAN-Liste erhalte ich direkt nach der Kontoeröffnung überreicht. Nach kurzer Eingewöhnungsphase kann ich endlich sooft ich will den Stand meiner Fonds beobachten (dass diese derzeit keinen erfreulichen Anblick bieten, steht auf einem anderen Blatt).

"Was muss ich bei einem Bankwechsel tun?"

Als nächstes erkundige ich mich bei der ING DiBa, was ich bei einem Bankwechsel tun muss: nur das neue Referenzkonto in einem formlosen Schreiben mitteilen. Den Dauersparauftrag, bei dem monatlich Geld von meinem Konto aufs Direktsparbuch eingezogen wird, habe ich bereits storniert.

 

Kontoeröffnung, Daueraufträge

Selbst aktiv werden spart Kosten

Jetzt kommt die eigentliche Arbeit: Auf der Seite www.easybank.at fülle ich das Formular für die Kontoeröffnung am PC aus und drucke es aus. Ebenso muss ich sämtliche Dauer- und Einziehungsaufträge erfassen. Es dauert doch ein paar Stunden, bis ich ­alles gefunden und eingetippt habe. Das Datum für die Übertragung meines Gehaltskontos lege ich in die Monatsmitte – auf eine Zeit, wo weder Gehaltseingang noch Zahlungen anfallen.

Dinge, die zu beachten sind

Bei meinem ­Arbeitgeber erkundige ich mich: Um den 20. des Monats muss das Lohnbüro meine neue Kontonummer haben. Mit den Ausdrucken der Formulare gehe ich in eine ­BAWAG-Filiale. Zwei Tage später erreicht mich ein Anruf der easybank, weil ich bei einem Dauerauftrag keinen Betrag angegeben habe. Und dann erhalte ich mehrmals Post von der easybank. Erst Kuverts mit ­diversen Kontounterlagen. Dann kommen nacheinander Mastercard, PIN und TAN-Liste. Meine neue Kontonummer gebe ich sofort der Buchhaltung meines Arbeit­gebers bekannt. Und vorsorglich habe ich von meinem alten Konto noch Geld behoben, um einen Bargeld-Engpass in der Umstellungsphase zu vermeiden. Auch meinen Vermieter, der vor einiger Zeit eine Betriebskostenrückzahlung avisiert hatte, informiere ich über den Wechsel meiner Kontonummer.

Passwort ändern, Konto löschen

PIN sofort nach Erhalt ändern

Ein paar Tage später logge ich mich zum ersten Mal auf meinem neuen Gehaltskonto ein. Ich will, wie empfohlen, die mitgeschickte PIN ändern. Doch hier funktioniert das Onlinebanking anders als bei direkt­anlage at. Das durchschaue ich nicht gleich, gebe dreimal eine falsche TAN ein und werde sofort gesperrt. Ich greife zum Telefon, muss mich beim Bank-Kundendienst mit einer TAN aus meiner Liste „ausweisen“ und werde wieder frei­geschaltet. Geld ist zu diesem Zeitpunkt noch keines auf meinem Gehaltskonto. So können ­unredliche Menschen, die zufällig meine Kundendaten, PIN oder TAN „gefunden“ hätten, keinen Missbrauch treiben.

Kontolöschung bei der Ex-Bank

Dann ruft meine nunmehrige Ex-Bank an: „Bitte bringen Sie uns Bankomatkarte und Kreditkarte zurück, sonst können wir das Konto nicht löschen.“ Den abschließenden Kontoauszug erhalte ich erst zum Quartals­ende. Die Kosten für die Auflösung sind beachtlich: 10 Euro Abschlussentgelt, 12 Euro Kontoführungsgebühr für ein Quartal ­(obwohl das Konto schon einen Monat vor Quartalsende gelöscht wurde), 241 Euro für meine drei Investmentfonds und 36,30 Euro für die Löschung des Depots – insgesamt nahezu 300 Euro! Demgegenüber habe ich künftig 18 Euro jährliche Bankkosten, spare mir also 115 Euro pro Jahr. Die 241 Euro Fondswechselspesen hat direktanlage.at ­refundiert. Und der Arbeitsaufwand hat sich in vertretbaren Grenzen gehalten.

Tipps fürs Wechseln

 Bankenwechsel: Tipps fürs Wechseln

  • Recherchieren. Zu welcher Bank will ich? Wie viel an Auflösespesen fällt bei der bisherigen Bank an?
  • Liste erstellen. Bestehende Einzugsermächtigungen und Daueraufträge (am besten auch Adressen angeben).
  • Neue Bank aufsuchen. Lichtbildausweis, evtl. Lohnbestätigung, Liste der Einzüge und ­Daueraufträge mitbringen.
  • Verhandeln. Bei Wertpapieren: mit der neuen Depotbank die Übernahme von Depotübertragungsspesen verhandeln.
  • Alles schriftlich. Durchzuführende Änderungen ­schriftlich festhalten, alle Stellen schriftlich informieren, von denen Sie Gutschriften erhalten.
  • Zahlen. Eventuelles Kontominus bei der alten Bank abdecken.
  • Vorsicht mit Bankomat-/Kreditkarten. Erst an die alte Bank retournieren, wenn die neuen eingetroffen sind.
  • Kontrollieren. Wurde alles korrekt durchgeführt?
  • Schließen. Das alte Konto erst schließen lassen, wenn alle Zahlungseingänge, Dauer- und Einziehungsaufträge auf das neue Konto übertragen sind.

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