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Tennisschläger - Im Spannungsfeld

, aktualisiert am

  • Belastung für den Schlagarm
  • Turnierschläger haben die Nase vorn
  • Was Einsteiger beachten sollten

Vom Holz- zum Aluschläger

Es ist gar nicht so lange her. Vor rund 30 Jahren prügelten Tennis-Asse wie Ilie Nastase, Björn Borg und Guillermo Vilas kleine Filzbälle mit Holzrackets quer über das Spielfeld. Was uns heute dazu einfällt: Wie soll das funktionieren? Aber die Antwort ist klar: Es musste eben funktionieren. Bald darauf die vermeintliche Erlösung: Schläger aus Alu wurden gefertigt. Im Vergleich lagen die Metallexemplare schön leicht in der Hand, aber wer nicht richtig damit umgehen konnte, spürte die Schwingungen im Arm so deutlich wie das Anbohren einer Zahnwurzel.

Vor allem Hobbyspieler wissen die Entwicklung auf diesem Sektor sehr zu schätzen. Im Jahr 2000 präsentierte Fischer das leichteste Racket der Welt mit unter 200 Gramm Gewicht. Zum Vergleich: So viel wiegt auch ein Big Mac oder ein Glas Wasser. Heute ist es Standard, die Materialien haben klingende Namen wie Karbon oder Titanium, und es gibt für alle Leistungsstufen und jede Vorliebe den passenden Schläger. Aber trotz des Fortschritts bleiben auch hier noch Unterschiede bestehen.

Turnier oder Hobby

Je nach Leistungsstufe lassen sich die Anforderungen ans Racket ganz grob in bestimmte Punkte untergliedern: Turnier- und Clubspieler, die häufiger am Platz aktiv sind, brauchen ein besseres Feedback des Schlägers, legen Wert auf Präzision. Freizeitspieler, die sich Turniere eher von der Tribüne aus ansehen, bevorzugen Rackets, die mehr Druck erzeugen. Dadurch wird deren kürzerer und langsamerer Schwung ausgeglichen – benötigt wird also Komfort und Power.

Komfort- und Turnier-Rackets

Wir testeten die Komfort- und Turnier-Rackets von neun Marken-Herstellern. Wie zu erwarten, lag das Gewicht aller Komfortschläger unter 300 g – mit Ausnahme des Kneissl Powerstar vario, auf den wir später noch eingehen werden. Turnierrackets pendeln sich allesamt über dieser Marke ein. Der Grund: Mehr Gewicht bringt mehr Schwung. Umgekehrt legen Ungeübte Wert darauf, möglichst wenig Gewicht bewegen zu müssen.

Ballbeschleunigung "sehr gut" und "gut"

Um dennoch eine ordentliche Ballbeschleunigung zu erzielen, braucht es eine größere Schlägerkopffläche, die sich bei den Komfortmodellen zwischen 665 und 774 cm2 bewegt, bei Turnierschlägern zwischen 630 und 645 cm2. Je größer diese Fläche ist, desto größer der optimale Ballbereich („sweet spot“ genannt) und desto stärker der Trampolineffekt. Profis kritisieren bei solchen Schlägern meist die fehlende Ballkontrolle. In puncto Ballbeschleunigung gibt es aber kaum Mängel. Alle Schläger erhielten die Note „gut“ oder „sehr gut“.

Vibrationen bleiben

Auch wenn die Schläger leichter und besser geworden sind, das Problem der physikalischen Belastung des Schlagarms bleibt erhalten. Auf den ersten Blick mag überraschen, dass bei Komfortschlägern die Belastung tendenziell höher ist: Die stärksten Vibrationen wurden bei den Rackets der Marken Völkl (DNX 1 Power Arm) und  Kneissl (Powerstar vario) gemessen. Doch das lässt sich mit der größeren Schlägerkopffläche erklären.

Kein Vorteil ohne Nachteil

Aber auch bei der praktischen Prüfung konnten die Turnierrackets eher überzeugen. Überlegenheit bei der Ballkontrolle, beim Volley-Spiel und beim Aufschlag. Beim Handling gibt es zumindest bei den besseren Komfortschlägern ein Remis. Der Powerstar vario von Kneissl sticht gleich in mehrfacher Hinsicht ins Auge: Als einer der teureren Vertreter bietet das Racket als einziges die Möglichkeit, die Schlägerkopffläche zu verändern, und zwar von 677 bis 774 cm2. Der Vorteil: Der Schläger lässt sich individuell einstellen. Der Nachteil: mehr Gewicht und hohe Vibrationen.

Bespannung zählt

Ob ein Schläger eher kopflastig oder ausgewogen sein soll, ist eine Geschmacksfrage. Dabei geht es um den Schwerpunkt des Schlägers, beim kopflastigen liegt dieser näher beim Kopf. Dadurch bekommt man mehr Schwung, was von vielen Spielern bevorzugt wird. Nachteilig wirkt sich die Kopflastigkeit bei einer Volley-Ballübernahme am Netz aus.

Rahmenbeschaffenheit

Der Rahmen kann mehr oder weniger steif sein. Je steifer der Rahmen, desto größer ist der Trampolineffekt, und der Spieler braucht weniger Kraftaufwand. Ein flexibler Rahmen wiederum bietet eine bessere Ballkontrolle.

Für Anfänger - Leihschläger

Mit einer anderen Bespannung kann ein Tennisschläger ganz andere Eigenschaften bekommen. Experten halten die Bespannung sogar für wichtiger als den Schläger. Eine härtere ermöglicht kontrolliertere Schläge, mit einer weichen kann man die Bälle schneller retournieren. Für ungeübte Spieler wird in aller Regel eine weichere Bespannung von Vorteil sein. Gute Spieler lassen sich einen neuen Schläger gleich neu bespannen – die Kosten liegen zwischen 20 und 70 Euro. Für Anfänger ist es sinnvoll, mit einem preiswerten Modell oder mit Leihschlägern zu beginnen. Erst wenn sie ihre Vorlieben kennen, können sie sich für einen bestimmten Schläger mit einer bestimmten Bespannung entscheiden.

Dämpfungselemente geben den "Ton" an

In den Saiten der Tennisschläger sind häufig Dämpfungselemente eingeklemmt. Die Bezeichnung ist etwas irreführend, denn sie haben keine Auswirkung auf die Vibrationen. Nur der (ohne Dämpfung) eher helle Ton beim Aufschlag wird gedämpft. Die Dämpfungselemente ermöglichen es jedem Spieler, das gewohnte Schlaggeräusch beizubehalten.

Tennisschläger: Anbieteradressen

Babolat VS GesellschaftmbH,
Am Heumarkt 10,
A-1030 Wien, 0810 00 11 96,
www.babolat.com

Dunlop: Ernst Böhm Sportartikel Großhandel GmbH,
Figulystraße 25,
A-4021 Linz,
(0732) 65 33 36, 
www.teamdunlop.de

Fischer GmbH,
Fischerstraße 8,
A-4910 Ried im Innkreis,
(07752) 909-0,
www.fischer-tennis.com

Head Austria GmbH,
Tyroliaplatz 1,
A-2320 Schwechat,
(01) 701 79,
www.head.com

Kneissl Tirol GmbH,
Ladestraße 2,
A-6330 Kufstein,
(05372) 69 90-0,
www.kneissl.com

Marker Völkl Austria GmbH,
Hauptstraße 36,
A-4770 Andorf,
(07766) 40 70-0,
www.voelkl.com

Prince Sports Austria,
Handelsagentur Horst Karl,
Südtiroler Straße 17b,
A-2340 Mödling,
(02236) 236 41,
 

Wilson: Atomic Austria GmbH,
Lackengasse 301,
A-5541 Altenmarkt im Pongau,
(06452) 39 00-0,
www.atomicsnow.com

Yonex: Connective Sport HandelsgesmbH
Heroalstraße 2,
A-4870 Vöcklamarkt,
(07682) 33 57,
www.yonex.de

Tennisschläger: Kompetent mit Konsument

  • Ausprobieren. Vor dem Kauf nach Leih-Rackets fragen. Die meisten Händler bieten diese kostenlos an. Wählen Sie nicht mehr als drei Testgeräte auf einmal und spielen Sie zumindest eine Stunde mit jedem Schläger.
  • Bespannung. Mit oder ohne Bespannung kostet meist dasselbe. Dennoch sind bespannte Schläger nicht automatisch von Vorteil. Es ist möglich, dass der Schläger bereits seit Monaten im Geschäft liegt und an Spannung verloren hat. Empfohlen wird daher, die Bespannung beim Kauf eines Schlägers immer zu überprüfen.
  • Griff. Vor allem Spieler, die es gewohnt sind, beidhändig zu spielen, sollten immer auf eine ausreichende Grifflänge aufpassen. Bei der Dicke sollte beim Umfassen des Griffs zwischen Zeigefinger und Daumen noch ein Finger Platz finden.

Tennisschläger: So haben wir getestet

Im Test: 9 Komfort- und 9 Turnierschläger mit Preisen zwischen 160 und 300 Euro.

Vibrationsmessung

Die physikalische Belastung des Schlagarmes wurde nach EN ISO 5349 gemessen: Frequenzen zwischen 6,3 und 1000 Hz; Schädigungspotenzial für VVS (Reynauld), Durchblutung und Knochen (Kahnbein, Mondbein) im Handgelenk. Gemessen wurde bei verschiedenen Schlägen bzw. Schlaggeschwindigkeiten und beim Service.

Praktische Prüfung

Beurteilung der Spieleigenschaften durch 5 Testpersonen, verschiedene Spielstärken von guter Hobbyspieler bis sehr guter Turnierspieler, Alter zwischen 17 und 45 Jahren.

Kriterien waren: Ballbeschleunigung, weite Schlagbewegung, kurze Schlagbewegung, Ballkontrolle, Handling, Grundschläge, Volley, Aufschlag/Smash, Drallannahme.

Komfort-, Turnierschläger

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