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Sonnenschutzmittel für Kinder - Heiße Preisunterschiede

  • Reichlich Eincremen beugt Hautschäden vor
  • Lichtschutzfaktor nur ein Anhaltspunkt
  • In Österreich teurer als in Deutschland

Licht mit Maß und Ziel

Licht, Luft und Sonne – das ist für viele der Schlüssel zur Gesundheit. Maßvolles Sonnenbaden stärkt Kreislauf und Immunabwehr und kurbelt die Bildung von Vitamin D im Körper an. Doch zu viel ist ungesund. Bei Kindern dringen UV-Strahlen tief in die Haut ein. Die Folgen zeigen sich erst später. Die Haut altert früher. Besonders gefährlich ist häufiger Sonnenbrand im Kindesalter. Hautkrebs kann entstehen.

Kein Schattendasein

Deswegen muss Ihr Nachwuchs aber kein Schattendasein führen. Speziell auf zarte Kinderhaut abgestimmte Sonnenschutzmittel ermöglichen den Freizeitspaß – mit einigen Einschränkungen: Der Lichtschutzfaktor gibt nur ungefähre Auskunft über den Schutz vor (krebsfördernden) UV-B-Strahlen. Inwieweit UV-A-Strahlen (die die Hautalterung beschleunigen) ausgefiltert werden, ist noch nicht geklärt.

Je nach Hauttyp des Kindes

Welchen Lichtschutzfaktor Sie wählen, hängt einerseits vom Hauttyp Ihres Kindes ab. Rothaarige mit heller Haut sind am empfindlichsten. Andererseits ist auch das Urlaubsziel zu berücksichtigen: Je weiter im Süden und je höher im Gebirge, desto intensiver die Sonnenstrahlen. Sand und Wasser verstärken die Wirkung. Auf keinen Fall kann man die tägliche Schutzdauer durch mehrfaches Eincremen verlängern!

Rechtzeitig auftragen

Die Mittel sollten rechtzeitig, also etwa eine halbe Stunde vor dem Aufenthalt im Freien aufgetragen werden. Dabei nicht sparen: Je mehr, desto besser. Zwischen 11 und 15 Uhr bleiben Groß und Klein besser im Schatten. Alle getesteten Produkte erwiesen sich als wasserfest. Doch dieses Prädikat darf ein Produkt schon tragen, wenn nach zweimal 20 Minuten Baden nur noch die Hälfte des ursprünglichen Schutzes vorhanden ist. Daher nach dem Pritscheln unbedingt nachcremen! Einen gewissen Schutz bietet auch die Kleidung.

Licht durchdringt Textilien

Aber auch Schirme, Hüte und T-Shirts lassen Sonnenstrahlen an die Haut. Also ist es keineswegs verkehrt, auch unter der Kleidung Sonnenschutzmittel aufzutragen. Bedeckter Himmel ist kein Grund, die Sonnencreme wegzulassen, sogar dann ist ein Sonnenbrand möglich. Und Sonnenbrand sollte in den ersten zehn Lebensjahren unbedingt vermieden werden.

Entwarnung bei Filterstoffen

Sonnenschutzmittel enthalten Filterstoffe, um die Sonnenstrahlen einzubremsen. Je höher der Lichtschutzfaktor, desto mehr. Bei chemischen Filterstoffen wurde eine mögliche Gefährdung vermutet. Dies hat sich jedoch als haltlos herausgestellt. Dennoch: Unverträglichkeitsreaktionen können vorkommen. Daher werden  chemische Filter durch besser verträgliche Mikropigmente wie Zinkoxid und Titandioxid ergänzt. Die Inhaltsstoffe haben wir zur Orientierung für Empfindliche in der Tabelle angeführt.

Niedrigere Preise in Deutschland

Wie bei Kosmetikprodukten üblich führten wir den Test gemeinsam mit der deutschen Stiftung Warentest durch. Und entdeckten gewaltige Preisunterschiede zu Deutschland. So kommt das dm-Produkt jenseits der rotweißroten Grenzen um ein Drittel billiger (€ 3,95). Noch größer ist die Differenz bei Schlecker (deutscher Preis € 3,90!). Da müssen sich kinderreiche Familien wohl einen Freund in Freilassing anlachen!

Kleine brauchen viel Schutz

Zwei Produkte sind speziell für Babies gedacht. Davon konnte eines – Nivea Baby Sonnen Milch – den angegebenen Lichtschutzfaktor nicht einhalten und wurde deshalb „nicht zufriedenstellend“ bewertet. Gegen diese Produkte gibt es auch prinzipiell Bedenken. Denn die Schutzmechanismen gegen Sonnenstrahlen bilden sich frühestens im zweiten Lebensjahr. Erst dann kann die Haut bräunen und die Lichtschwiele (Verdickung der obersten Hautschicht) entsteht. Viele Kinderärzte raten daher, Säuglinge gar nicht der prallen Sonne auszusetzen. Kleinkinder bis zu drei Jahren sollten die Sommersonne nur kurz und gut geschützt genießen – mit Hemd, Hut und Sonnenbrille.

Tipps zum Schutz

Die Kleinen haben eine dünne Haut. Hier finden Sie Tipps, wie Sie Sonnenbrände vermeiden.

  • Lichtschutzfaktor. Bevor Sie sich für einen Lichtschutzfaktor entscheiden, bedenken Sie die Lichtempfindlichkeit der Haut Ihres Kindes und die zu erwartende Strahlungsintensität. Je höher im Gebirge und je näher am Äquator, um so intensiver wirken die Strahlen. Schnee, Sand und Wasser verstärken die Wirkung noch.
  • Sonnenbrand. In den ersten zehn Lebensjahren sollten Sonnenbrände unbedingt vermieden werden. In diesen frühen Jahren erhöhen sie drastisch das Risiko, später Hautkrebs zu bekommen.
  • Rechtzeitig und reichlich. Sonnenschutz etwa eine halbe Stunde vor dem Gang ins Freie auftragen und nicht geizen: Viel hilft viel.
  • Schutzdauer. Die Dauer des Schutzes pro Tag lässt sich durch mehrfache Anwendung des Sonnenschutzmittels nicht verlängern.
  • Babys. Im ersten Lebensjahr ist pralles Sonnenlicht für die Winzlinge tabu.
  • Kleinkinder. Knirpse unter drei höchstens kurzzeitig in die pralle Sonne lassen. Gut eincremen, Hemd überziehen, Hut und Sonnenbrille aufsetzen.
  • Wasserfest. Auch wasserfeste Mittel schützen nicht komplett. Deshalb nach dem Baden und Abtrocknen immer wieder reichlich eincremen.
  • Wolken. Häufig wird die Sonneneinstrahlung bei bedecktem Himmel unterschätzt. Auch hier kann es zu Sonnenbrand kommen.
  • Textilien. Einen Totalschutz vor der Sonne bieten sie oft nicht. Baumwolle zum Beispiel lässt noch etwa 10 Prozent der Strahlen durch, in nassem Zustand sogar bis zu 20 Prozent.
  • Sonnenschirm. Auch hier kann es durch Lichtstreuung zu Sonnenbränden kommen. Also immer eincremen.
  • Siesta. Die Zeit von 11 bis 15 Uhr auf jeden Fall im Schatten verbringen.
  • Reste. Haben Sie noch ein Sonnenschutzmittel vom letzten Sommer? Sie können es ohne weiteres benutzen, der Lichtschutz ist gewährleistet. Wir haben das untersucht. Vorsicht aber, wenn das Mittel unangenehm riecht oder sich in dick und dünn getrennt hat. Dann wegwerfen.

Kompetent mit Konsument

  • Die Haut vergisst nichts. Sonnenschutz im Kindesalter kann späterem Hautkrebs vorbeugen.
  • Preiswerter Schutz. Auch billige Mittel schützen „sehr gut“. Beim Auftragen keinesfalls sparen!
  • Vorsicht, Baby! Keine Sonnenbäder für Kleinkinder, im Freien auch durch Kleidung schützen.

So haben wir getestet

Im Test: 9 Sonnenschutzmittel, davon 7 für Kinder, 2 für Babys.

Bei "nicht zufriedenstellender" Einhaltung des angegebenen Lichtschutzfaktors wird das Qualitätsurteil auf "nicht zufriedenstellend" abgewertet.

Lichtschutzfaktor: Einhaltung des angegebenen Lichtschutzfaktors  50 %

Die Bestimmung erfolgte gemäß COLIPA SPF Test Method, compiled and recommended by the COLIPA Task Force "Sun Protection Measurement", October 1994 .

Entnahme bei + 20 ºC/40 ºC  20 %

20 Probanden beurteilten die Entnahme der Produkte bei Temperaturen von 20 und 40 °C.

Anwendungshinweise    10 %

Wir haben überprüft, welche Anwendungshinweise zum sinnvollen Gebrauch der Sonnenschutzmittel auf der Verpackung zu finden sind. Bei der Bewertung orientierten wir uns an der Empfehlung des IKW (Industrieverband Körperpflege und Waschmittel e.V.) zur "Auslobung von Sonnenschutzmitteln" vom Mai 1996.

Wärme-/Kältebeständigkeit  20 %

Die Produkte wurden 24 Stunden bei – 5 ºC und zehn Tage bei + 40 ºC aufbewahrt. Danach wurde visuell festgestellt, ob sich die Produkte verändert hatten.

Wasserfestigkeit (nicht bewertet)

Zur Ermittlung der Wasserfestigkeit wird die Lichtschutzfaktortestung zweimal pro Proband durchgeführt. Auf der einen Rückenseite erfolgt die normale Testung, auf der anderen Seite wird 15 Minuten nach dem Auftragen der Testprodukte eine standardisierte Wässerung durchgeführt. Eine spezielle Duschvorrichtung sorgt dafür, daß das Wasser gleichmäßig über das Testfeld läuft. Die Bewertung erfolgt nach der australischen Norm. Sie besagt, dass Produkte, die nach der Wasserexposition noch mindestens 50 % der ursprünglichen Lichtschutzwirkung erzielen, als wasserfest gelten. Produkte, die nach der Wasserexposition noch 60 % der ursprünglichen Lichtschutzwirkung erzielen, gelten als "extra" wasserfest. (Standards Association of Australia, Standards House, 80 Arthur Street, North Sydney, N.S.W., AS 2604, 1986). Alle Produkte bestanden die Wasserfestigkeitsprüfung.

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