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Skibrillen mit Wechselscheiben - Für alle Fälle gerüstet

Strahlender Sonnenschein am Morgen – schlechte Sicht und Schneefall am Nachmittag: Mit welcher Skibrille mit Wechsel­scheiben­sytem der Umstieg von der Schönwetter- auf die Schlechtwetterscheibe rasch gelingt.

Bei unserem Test Skibrillen 1/2011 war das ­Angebot an Modellen mit Wechselscheibensystem noch äußerst mager. Jetzt bieten ­viele Hersteller solche Brillen an und werben mit einfachem Scheibentausch. Wir haben geprüft, ob der Austausch tatsächlich unkompliziert ist. Alle getesteten Skibrillen sind von Werk aus mit zwei Scheiben ausgestattet – einer helleren für schlechtes und einer dunkleren für schönes Wetter. Die Farben von heller und dunkler Scheibe können je nach Modell variieren. Wir empfehlen für Schlechtwetter jedenfalls helle, leicht gelblich bis gelblich-orange getönte Scheiben. Sie wirken aufhellend und lassen Konturen besser erkennen. Für Schönwetter sind graue oder braune Scheiben ideal. Färbige Schönwetterscheiben (z.B. rote) dunkeln häufig nicht ausreichend ab.

Scheibentausch bei Schneetreiben

Wird der Umstieg von der Schönwetter- auf die Schlechtwetterscheibe aufgeschoben, bis aus leichtem Schneefall dichtes Schneetreiben geworden ist, muss es flott gehen. Am besten ist, die Brille kann beim Scheibentausch aufgesetzt und die Handschuhe ­können angezogen bleiben. Doch das ist nicht mit jedem Wechselsystem möglich.

Ok: Uvex Comanche take off, Alpina Panoma Magnetic

Bei Uvex Comanche take off, Alpina Panoma Magnetic und Uvex take off hatten unsere Tester rund um den Scheibenwechsel auf der Piste nichts auszusetzen. Bei diesen ­­Modellen ist die helle Schlechtwetterscheibe als Basisscheibe fix im Brillenrahmen be­festigt. Die dunkle Schönwetterscheibe wird bei Bedarf darübergelegt und mit Magneten fixiert, bei Schlechtwetter wird sie einfach wieder abgenommen. Beides ist auch bei aufgesetzter Brille und mit Handschuhen problemlos zu schaffen. Die dunklen Scheiben sind bei allen drei Modellen dünn und flexibel und lassen sich daher samt Schutzhülle gut in der Jackentasche verstauen.

Scheibentausch bei Skibrillen

Bei allen anderen Skibrillenmodellen ist der Scheibentausch wesentlich aufwendiger, ­ bei vielen mit Handschuhen und bei aufgesetzter Brille nicht möglich. Manche Modelle, wie Adidas a184 id2 pro und TecnoPro ­Chamäleon, haben ebenfalls Rahmen mit integ­rierter, heller Basisscheibe. Die färbigen Scheiben sind darüberzuklemmen bzw. per Verriegelung zu fixieren. Hier müssen zum Scheibentausch die Handschuhe ausge­zogen werden, bei der TecnoPro muss man zusätzlich die Brille abnehmen.


Lesen Sie auch unsere Tests: Test Skibrillen 1/2011 und Skibrillen für Jugendliche 1/2010 

 

Im Praxistest wenig Kritik

Brille abnehmen, Handschuhe ausziehen

Bei anderen Modellen wiederum sind Schlecht- oder Schönwetterscheiben komplett aus dem Rahmen aus- und wieder einzubauen. Das funktioniert nur bei abgenommener Brille, und ohne Handschuhe geht es wesentlich besser als mit Handschuhen. Vor allem bei Schnee­treiben ist es unangenehm: Gelangt Schnee auf die Scheibeninnenseite, muss er vorsichtig mit einem weichen Tuch weggetupft werden. Wer ungeduldig an der Scheibe reibt und wischt (oder auf ihre Innenseite greift), kann die Antifog-Beschichtung ruinieren – die ­Scheibe beschlägt. Nicht zuletzt sind Doppelscheiben klobig und sperrig und haben nicht in jeder Skijacke Platz.

Wenig Kritik im Praxistest

An den Seh- und Trageeigenschaften der Brillen gab es im Praxistest wenig zu bekritteln. Konturen waren auf der Piste sowohl mit Schön- als auch mit Schlechtwetterscheiben gut zu erkennen. Die Schönwetterscheiben von Adidas und Smith I/O dunkelten allerdings ­etwas zu wenig ab, die von Head Stivot Race und vor allem jene von Smith I/OS war bei ­Sonnenschein viel zu hell. Displays von Handys oder Kameras waren mit sämtlichen Brillen gut zu lesen, und die Antifog-Beschichtung erfüllte ihren Zweck bei allen ­Modellen tadellos.

Damit überholende Skifahrer rechtzeitig ­gesehen werden, sollen Skibrillen das ­Gesichtsfeld möglichst wenig einengen. Schwarze Umrandungen auf der Scheiben­innenseite, dicke Schaumstoffauflagen, Befestigungsmagnete sowie bei bestimmten Lichtverhältnissen auftretende Innen­spiegelungen können stark irritieren. Schließt eine Brille rundum nicht gut ab, stört einfallendes Licht. Auch hier gab es an den getesteten Modellen wenig auszu­setzen. Bei der Alpina Panoma Magnetic wurden allerdings die Befesti­gungs­mag­nete als störend empfunden.

Schaumstoff und Fleece

Hinsichtlich Tragekomfort waren Brillen mit mehrlagiger Schaumstoffauflage und zusätzlicher Fleeceschicht die Favoriten unserer Tester. Doch so angenehm Fleeceschichten einerseits sind: einmal feucht geworden, trocknen sie nur langsam. Anon. m1. und TecnoPro drückten auf die Nasenflügel und erschwerten das Atmen.

Die Hersteller versprechen bei Schön- wie Schlechtwetterscheiben 100-prozentigen UV-Schutz bis 400 Nanometer. Wir haben nachgemessen. Das Ergebnis: Bei der Tecno­Pro wurde zu viel zugesagt. Bei diesem ­Modell schützt die helle Schlechtwetter­scheibe nur bis 380 Nanometer.

Robust, aber oft nicht kratzfest

 

Den Test auf Schlagfestigkeit haben alle Scheiben sehr gut bestanden. Das aufprallende Pendel hinterließ zwar in sämtlichen Scheiben kleine Dellen, doch keine splitterte oder zerbrach. Viele Brillenscheiben sind ­allerdings nicht kratzfest.

Setzt man sich in der Skihütte oder im Auto versehentlich auf die Skibrille, ist das meis­tens kein Malheur. Ausgenommen GPR (Tragebandhalterung und Scheibe lösten sich aus dem Rahmen) und Uvex take off (die Basisscheibe wurde geknickt) überstanden alle Brillenmodelle den Belastungstest weitgehend unbeschädigt.

PVC in keinem Brillenrahmen entdeckt

PVC scheint bei der Brillenerzeugung mittlerweile kein Thema mehr zu sein: Es wurde in keinem Brillenrahmen nachgewiesen. ­Warum PVC dann nach wie vor in manchen Verpackungen (so bei Cébé, Oakley, Smith I/OS) enthalten ist, können wir nicht nachvollziehen. Im Schaumstoff/Fleece wurden vereinzelt geringe Mengen Phenol (Tecno- Pro, Uvex take off) bzw. Flammschutzmittel (Smith I/O) festgestellt.

Unbedingt vor dem Kauf probieren

Welche Brille individuell am besten passt, am angenehmsten zu tragen ist, lässt sich nur durch Probieren feststellen. Brille und Skihelm müssen zudem zusammenpassen. Nehmen Sie Ihren Helm daher zum Brillenkauf mit. Achten Sie darauf, dass der obere Brillenrand mit dem Helm abschließt. Bleibt dort ein Spalt (im Test bei GPR), ist die Stirn an dieser Stelle Kälte und Wind ausgesetzt, was extrem unangenehm sein kann. Das ­Trageband sollte problemlos am Helm zu ­befestigen sein. Ist es zu wenig dehnbar oder ungummiert, kann die Brille wegrutschen, wenn sie zwischendurch auf den Helm geschoben wird.

Scheibenwechsel erklären lassen

Lassen Sie sich vom Verkäufer auf jeden Fall das Scheibenwechselsystem erklären und probieren Sie wenn möglich auch gleich im Geschäft aus, ob Sie mit dem System gut zurande kommen. Machen Sie sich mit Ihrer Brille schon vor dem Skiurlaub vertraut. Auf der Piste sollten Sie den Scheibenwechsel bereits gut beherrschen. Anweisungen finden Sie in der Gebrauchsanleitung oder auf der Brillenpackung. Etliche Anleitungen sind allerdings so klein geschrieben, dass sie nur mit viel Mühe zu entziffern sind. Da gibt es noch erheblichen Verbesserungsbedarf!

Testtabelle: Skibrillen mit Wechselscheiben

Zusammenfassung

  • Einfach. Nur Uvex Comanche take off, Alpina Panoma Magnetic und Uvex take off haben einfache Wechselsysteme. Die Brillen können beim Scheibentausch aufgesetzt, die Handschuhe angezogen bleiben.
  • Erklärungsbedarf. Die meisten Brillen müssen zum Scheibentausch abgenommen werden. Lassen Sie sich Wechselsystem und Scheibentausch im Geschäft erklären. Üben Sie, bevor es auf die Piste geht!
  • Mit Helm zum Brillenkauf. Nicht jede Brille passt zu jedem Helm. Ski­brillen daher nur mit dem eigenen Helm pro­bieren. Darauf achten, dass die Brille gut mit dem Helm abschließt.
  • Brillenträger. Für optische Brillen gibt es Universal-Einsätze, die in die Skibrille eingesetzt werden können. Es empfiehlt sich die Verwendung einer Skibrille mit fixer Basisscheibe (siehe Test: Skibrillen 1/2011).

Testkriterien

Gemeinsam mit der Stiftung Warentest wurden 13 Skibrillen getestet, die mit einem System zum schnellen und einfachen Scheibentausch ausgestattet sind. Die Skibrillen mussten helmtauglich sein sowie über Scheiben für Schlecht- und Schönwetter verfügen.

Sicherheit und Haltbarkeit

Ermittlung der Lichtdurchlässigkeit im UV- und im sichtbaren Bereich mittels Spektralphotometer in Prozent im Bereich zwischen 380 bis 780 nm. Schlagtest: Prüfung nach zweistündiger Lagerung bei –10 °C. Montage auf einem Prüfkopf, Aufschlag eines Fallpendels mit 1,2 kN. Mechanische Beständigkeit der Scheibenoberfläche: Bewegen eines Bleistiftes der Härte H4 über die Scheibe mit steigenden Gewichten (bis 240 g). Belastungstest (Sitztest): Die Testperson (ca. 70 kg) setzte sich 5 Mal in unterschiedlichen Positionen auf die Brille. Dehnbarkeit des Tagebandes: Das Band wurde bei maximaler Weite mit einer Zugkraftbelastung von 30 N gedehnt. Elastizitätsverlust des Bandes: Das Trageband wurde für 7 Tage in vollständig gedehntem Zustand mit einem Gewicht von 7 kg belastet. Nach einer Woche wurde ermittelt, inwieweit die Bandlänge vom Ursprungszustand abwich.

Handhabung

Verstellbarkeit des Tragebandes: Lässt sich das Trageband bei aufgesetzter Brille leicht verstellen, hält die Einstellung? Aufbewahrung der Scheibe in der Jackentasche: ist sie sperrig, behindert sie beim Fahren? Scheibentausch: Die Testpersonen beurteilten, wie leicht die Scheiben getauscht werden können – sowohl mit angezogenen Handschuhen als auch mit bloßen Händen. Bedienungsanleitung: Beurteilung von Schriftgröße, Pflege- und Reinigungshinweisen, Anleitung in deutscher Sprache, Inhaltsverzeichnis und Gliederung,

Scheibentausch sowie Anwendungsbereich

Seh- und Trageeigenschaften. Beim Tragekomfort beurteilten die Testpersonen subjektives Empfinden der Schaumstoffauflage und Sitz der Brille (Druckstellen). Störungen im Gesichtsfeld: Überprüfung, ob es störende Elemente im Sichtfeld gibt (z.B. Schaumstoffauflage oder Schriftzug), ob die Brille rundherum gut abschließt bzw. ob es zu störenden Spiegelungen kommt. Helmtauglichkeit: An drei Skihelmen mit unterschiedlichen Befestigungssystemen wurde getestet, wie leicht sich die Skibrillen am Helm befestigen lassen und ob zwischen Brille und Helm ein störender Spalt bestehen bleibt. Sichtempfinden: Überprüfung der Antifog-Beschichtung (bei allen Modellen ok); Beurteilung der Konturenerkennung (Schlechtwetterscheibe), sowie Konturenerkennung im Schatten, Farbwiedergabe, und Abdunkelung der Sonne bei der Schönwetterscheibe; weiters Prüfung, wie gut Handy- oder Kameradisplays ablesbar sind, Verzerrsfreiheit bzw. der Sichtwinkel. Letztlich wurde überprüft, ob ein störender Fahrtwind feststellbar ist.

Schadstoffe

Mittels Beilstein-Methode wurde überprüft, ob die Kunststoffteile der Verpackung sowie der Skibrillenrahmen aus PVC gefertigt wurden. Schadstoffe im Schaumstoff/Fleece (PAK, Weichmacher/Phthalate, Flammschutzmittel, Phenol): Schaumstoff oder Fleece wurden vom Brillenrahmen abgelöst, in einem Lösungsmittel extrahiert und mittels GC-MS analysiert.

 

Abwertungen

Die Schadstoffe im Schaumstoff/Fleece konnten nicht besser sein als die Einzelergebnisse für PAK, Weichmacher (Phthalate), Flammschutzmittel und Phenol. Das Gruppenurteil Schadstoffe konnte nicht besser sein als die Note Schadstoffe im Schaumstoff/Fleece.
Die Sicherheit und Haltbarkeit konnte nur um eine Note besser sein als die Note im Belastungstest.
Das Testurteil konnte nicht besser sein als das Gruppenurteil Handhabung.

Anbieter

Adidas: Silhouette International Schmied AG
Ellbognerstraße 24
A-4021 Linz
0732 38 48-0
www.silhouette-international.com
Alpina Sports Austria GmbH & Co KG
Neudaugasse 333
A-5741 Neukirchen
06565 68 90-0
http://alpina-sports.de
Burton Sportartikel GmbH
Hallerstraße 111
A-6020 Innsbruck
0512 23 00
http://eur.burton.com
Cébé: Bushnell Performance Optics Germany GmbH
An der Alten Spinnerei 1
D-83059 Kolbermoor bei Rosenheim
+49 8031 233 48-0
www.cebe.com
Oakley Icon Ltd
Giessereistrasse 18
CH-8005 Zürich
+41 44 829 61 07
http://at.oakley.com
Smith: Safilo Austria GmbH
Johann Roithner-Straße 131
A-4050 Traun
07229 773-0
www.smithoptics.com
TecnoPro: Intersport Austria GmbH
Flugplatzstraße 10
A-4600 Wels
07242 233-0
www.intersport.at
Uvex Austria GmbH
Kamerlweg 33
A-4601 Wels
07242 62 32 30
www.uvex-sports.at

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