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Nordic-Walking-Stöcke und -Schuhe - Fit im Schritt

, aktualisiert am

  • Gesunder Sport ohne Nebenwirkungen
  • Man braucht weder viel Vorbereitung noch Ausrüstung
  • Warum spezielle Stöcke wichtiger sind als die Schuhe

Sport für Nichtsportler

Es ist der ideale Sport für Sportmuffel: Nordic Walking verlangt weder nach langer Vorbereitung noch nach teurer Ausstattung; und man kann es ganz gemütlich angehen (was nicht heißt, dass man sich dabei nicht auch verausgaben könnte). Binnen kurzer Zeit ist die Schar der „nordischen Geher“ in Österreich auf gut 700.000 Personen angewachsen.

Gesundheitliche Motive

Sie rekrutieren sich aus dem (immer noch) großen Kreis der Nichtsportler: jenen 70 Prozent, die nicht regelmäßig Sport betreiben. Dr. Erwin Gollner, einer der bekanntesten heimischen Nordic-Walking-Experten: „Da wurde eine neue Zielgruppe erschlossen, die sich nicht an Sportlern orientiert, sondern gesundheitliche Motive hat, als Ausgleich gegen Bewegungsmangel und Stress.“

Stöcke nicht richtig eingesetzt

Eine erfreuliche Entwicklung, auch wenn, wie Gollner feststellt, sehr viele „mit den Stöcken spazieren gehen“, sie also nicht für eine dynamische Beschleunigung einsetzen. Das sei zwar nicht effektiv, weil der Oberkörper nicht ins Training einbezogen werde, aber es sei jedenfalls zu begrüßen, wenn sich die Leute entschließen, irgendetwas zu tun.

Keine negativen Folgen

Anders als bei vielen sonstigen Sportarten haben Fehler keine bösen Folgen. „Man kann nicht so viel falsch machen, dass man gesundheitliche Schäden, etwa eine Überbelastung des Bewegungsapparates, befürchten müsste.“

Kurs für Einsteiger

Dennoch sollten Einsteiger einen Kurs absolvieren. Ein paar Stunden genügen, um die Grundtechnik des Nordic Walking zu erlernen. Es lohnt, sich über das Angebot der Sportverbände ASKÖ, ASVÖ oder Sportunion zu informieren. Dort gibt es oft preisgünstige Mitmachgelegenheiten. Manche Vereine verlangen nur eine geringe Gebühr für die Stockbenützung. Private Angebote sind meist ungleich teurer – ein Beispiel aus dem Internet: Für 6 Stunden werden 85 Euro verrechnet. Und man weiß nicht einmal, über welche Ausbildung der Trainer verfügt.

Richtige Stöcke

Bei der Ausrüstung sind die Stöcke am wichtigsten. Da sollten keine Kompromisse gemacht werden. Wanderstöcke sind ebenso wie Schistöcke ungeeignet. NW-(Nordic-Walking-)Stöcke sind besonders leicht – aus Carbon, Carbon-Glasfaser oder Aluminium; und sie haben spezielle Handschlaufen und Spitzen. Die Schlaufen müssen eng sitzen und einen Klettverschluss aufweisen; für die Spitzen gibt es Gummipads, die auf Asphaltstrecken aufgesteckt werden können.

Starke oder Teleskop-Stöcke

Die Stocklänge sollte 70 Prozent der Körpergröße entsprechen. Einsteiger können eine geringere Länge wählen, sportliche Walker werden zu einem längeren Stock greifen. Es gibt starre, nicht verstellbare Stöcke und Teleskop-Stöcke. Letztere haben den Vorteil, dass fortgeschrittene Walker die Stöcke länger einstellen können, dass sie leichter transportierbar (im Rucksack) und für mehrere Familienmitglieder verwendbar sind. Nachteil: Sie sind etwas schwerer als die fixen Stöcke, die Balance ist generell schlechter, und manche klappern hörbar.

Keine groben Mängel

Im Test landeten die beiden Teleskopstöcke auf den hinteren Plätzen. Grobe Mängel wurden aber auch bei ihnen keine entdeckt. Bei der Knickprüfung gaben die Modelle zwar unterschiedlich nach, in keinem Fall wurde aber eine bleibende Verformung oder ein Bruch festgestellt. Der Grip (Gleitsicherheit) lässt bei fast allen zu wünschen übrig. Eine Ausnahme bildet Karhu Sport Pro. Bei diesem Modell ist das Gummipad federnd gestaltet, sodass es bei stärkerer Belastung zurückweicht und die Spitze Bodenkontakt bekommt. Vorteil: Man hat immer guten Halt.

Eigenmarken und Marken-Stöcke

Die getesteten Marken-Stöcke kosten zwischen 45 und 90 Euro. Eigenmarken im Sporthandel oder Angebote von Diskontketten gibt es bereits ab 20 Euro. Die von uns mitgetesteten Modelle können durchaus mithalten. Mängel gab es allerdings in der Stabilität. Nur das Modell von Hofer war bei Redaktionsschluss noch unverändert im Angebot und ist daher in der Tabelle berücksichtigt.

Eigener Schuh – wozu?

Anders als bei den Stöcken wird die Existenzberechtigung eigener Nordic-Walking-Schuhe eher angezweifelt. „Wir unterscheiden nicht zwischen Nordic-Walking- und Laufschuhen“, stellt Tony Nagy von Tony’s Laufshop in der Wiener Praterstraße lapidar fest. „Bei uns heißen auch Socken einfach Socken, und nicht Nordic-Walking-Socken.“ Die Bewegungsmuster seien beim Laufen und Gehen ident.

Weniger Dämpfung notwendig

Allerdings ist der Aufpralldruck beim Laufen wesentlich höher (bis zum Dreifachen des Körpergewichtes gegenüber dem Ein- bis Eineinhalbfachen beim Gehen). Die Dämpfungseigenschaften eines Nordic-Walking-Schuhs müssen also nicht so stark ausgeprägt sein. NW-Experte Gollner gibt eher leichten Wanderschuhen oder geländetauglichen Laufschuhen (Trailschuhen) den Vorzug, weil Walken überwiegend nicht auf Asphaltboden ausgeübt werde und beim Walken mehr Stabilität gefordert sei als beim Laufen.

Allroundprofile

Für alle, die nicht über geeignete Lauf- oder Wanderschuhe verfügen und vorhaben, den Nordic-Sport regelmäßig zu betreiben, kommt jedenfalls auch ein Nordic-Walking-Schuh in Betracht. Die meisten Modelle im Test sind mit Allroundprofilen ausgestattet, die auf Asphalt ebenso einsetzbar sind wie auf befestigten Wegen. Wer jedoch glaubt, NW-Schuhe seien billiger als Laufschuhe, wird enttäuscht. Bis zu 120 Euro muss man auch hier auszugeben bereit sein.

Obermaterialbeschaffenheit

Eine weitere Parallele zu den Laufschuhen ist das grobmaschige Textilgewebe des Obermaterials. Das hat den Vorteil, dass man selbst im Sommer nicht so arg ins Schwitzen kommt. Die Kehrseite davon bekommt man zu spüren, sobald man einen Schritt in einer taufeuchten Wiese macht: Nässe dringt so gut wie ungehindert nach innen. Leistungssportler mag das nicht stören, weil die nie einen Fuß in die Wiese setzen würden.

Wasserdichte Schuhe

Für die eher naturbegeisterten Walker fällt das wohl hingegen doch ins Gewicht. Wir haben also zum Vergleich zwei Schuhe mit Feuchtigkeitsmembran mitgetestet. Das Ergebnis ist eindeutig: Sie sind wirklich wasserdicht und trocknen auch deutlich schneller als die meisten konventionellen Modelle.

Rutschfestigkeit nur ein "sehr gut"

Die Rutschfestigkeit wurde nur bei Reebok sehr gut bewertet, Lowa und Koflach schnitten am schlechtesten ab. Zum Teil wurden auf feuchtem Rasen bessere Reibwerte erzielt als auf trockenem. Die Ursache liegt darin, dass das eher grobstollige Profil der NW-Schuhe in weichem Boden tiefer eindringt.

Robuste Sohlen

Die Sohlen erwiesen sich als sehr robust. Selbst die Simulation eines Worst-Case-Szenarios – Eindringen eines Nagels in einem Profiltal im Bereich der stärksten Biegung – brachte keine Ausfälle. Nach dem Dauerbiegeversuch mit 30.000 Lastwechseln zeigte sich bei keinem Schuh ein Spontanriss, es wurden nur Risserweiterungen an der Einstichstelle festgestellt.

Guter Halt zählt

Relativ ausgeglichen endete auch die Überprüfung der stoßdämpfenden Wirkung der Sohle. Bis auf Nike und Koflach wurden alle Modelle zumindest „gut“ bewertet. Auch die Stützwirkung war durchwegs in Ordnung. Dabei geht es vor allem um die Torsions- oder Biegefestigkeit. Durch Versteifungen in der Sohle wird verhindert, dass der Fuß beim Gehen nach innen (Überpronation) bzw. nach außen (Supination) wegknickt. Die positiven Ergebnisse im Praxistest wurden durch einen Orthopäden bestätigt.

Schnürsystem

Begrüßt wurde das Schnellschnürsystem von Salomon. Es sorgt für gute Druckverteilung und ermöglicht schnelles An- und Ausziehen. Beide Modelle im Test waren damit ausgerüstet. Auch die speziellen (in sich gedrehten) Schuhbänder von New Balance vermochten zu überzeugen: Sie waren gut zu binden und lockerten sich nicht.

Markenschuhe Dikontangeboten bevorzugen

Preiswerte Alternativen zu den getesteten Markenschuhen sind mit Vorsicht zu genießen. Diskonter locken teilweise mit Preisen unter 20 Euro. Zwei solche Exemplare, die den Test zu Vergleichszwecken mitmachten, erreichten lediglich ein „weniger zufriedenstellend“ (nicht in der Tabelle). Ausschlaggebend war die mangelnde Steifigkeit. Beide Schuhe gaben wenig Halt und sind für Nordic Walking eher ungeeignet – zumindest für Personen, die Probleme mit dem seitlichen Einknicken haben.

Schuhe unbedingt probieren

Die besten Testergebnisse können jedoch eines nicht wettmachen. Sportschuhe müssen exakt passen. Genügend Zeit zur Anprobe ist daher notwendig. Auf die angegebene Schuhgröße ist kein Verlass. Auch die Umrechnung zwischen amerikanischer und europäischer Schuhgröße erfolgt nicht einheitlich. Größenangaben sollten daher nur als grobe Orientierung genommen werden.

Nordic-Walking-Stöcke 8/2005

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Nordic Walking Schuhe 8/2005

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Nordic-Walking-Stöcke - Anbieteradressen

Exel GmbH,
Meisenstraße 3,
D-83101 Rohrdorf-Thansau,
(0049 8031) 27 45-111

Fizan: Sail&Surf Ges.m.b.H,
Bundesstraße 55,
A-4822 Bad Goisern,
(06135) 206 33

Hofer KG,
Hoferstraße 1,
A-4642 Sattledt,
(07244) 80 00-194

Karhu: Pro Serve Sport GesmbH,
Seyring 3,
A-4971 Aurolzmünster,
(07752) 267 96

Komperdell Ski Austria Sportartikel GmbH,
St. Lorenz 300,
A-5310 Mondsee,
(06232) 42 01-0

Leki-Sport Handels GesmbH,
Wolfurter Straße 4,
A-6923 Lauterach,
(05574) 620 60

Swix: Stama HandelsgesmbH,
Fiecht Au 23,
A-6134 Vomp,
(05242) 624 45-0

Nordic-Walking-Schuhe - Anbieteradressen

Adidas Austria GmbH,
Adi-Dassler-Gasse 6,
A-9073 Klagenfurt,
(0463) 28 48-0,
www.adidas.com

asics: Atomic Austria GmbH Asics section,
www.asics.com/at

Columbia Sportswear Austria,
Valiergasse 60 Top 3/23,
A-6020 Innsbruck,
(0512) 28 53 70,
www.columbia.com

ECCO Trading GmbH,
Bürgeraustraße 20-22,
A-9900 Lienz, (04852) 687 71-0,
www.ecco.com

Garmont: Hagan Ski GmbH,
Eggerdinger Straße 6,
A-4980 Antiesenhofen,
(07759) 40 02,
www.hagan-ski.com

Koflach: SPS - Sport Product Service GmbH,
Weißenbachstraße 1,
D-88316 Isny im Allgäu,
(0049 7562) 70 90-0,
www.spssport.de

Lowa Sportschuhe GesmbH,
Breitenaich 50,
A-4973 St. Martin im Innkreis,
(07751) 71 41-0,
www.lowa.at

Meindl Lukas GmbH & Co.KG,
Lukas-Meindl-Straße 5-9,
D-83417 Kirchanschöring,
(0049 8685) 77 09-0,
www.meindl.de

new balance: Schneeberger Ruth,
Wormser Straße 18/3,
A-7000 Eisenstadt,
(02682) 760 82,
www.jedemengesport.com

NIKE GesmbH,
Donau-City-Straße 11,
A-1220 Wien,
(01) 727 06-0,
www.nikerunning.com

Reebok Austria GesmbH,
Sterneckerstraße 33,
A-5020 Salzburg,
(0662) 85 72 82-0,
www.reebok.com

Salomon Österreich GmbH,
Adi-Dassler-Gasse 6,
A-9073 Viktring,
(0463) 29 46 09-0,
www.salomon-sports.com

Nordic-Walking-Stöcke und -Schuhe - Kompetent mit Konsument

  • Stock voran. Das Wichtigste beim Nordic Walken sind geeignete Stöcke. Hauptkriterien dabei sind eine angenehme Griff-Form und eine fest an der Hand sitzende Schlaufe.
  • Stabiler Schuh. Die Schuhe sollen dem Fuß Halt geben, gegen seitliches Einknicken schützen. Auf festem Untergrund kommen auch Laufschuhe in Betracht, im Gelände Leichtwanderschuhe mit eher weicher Sohle.
  • Vor dem Start. Zum Erlernen der Grundtechnik lohnt ein Einführungskurs von wenigen Stunden – z.B. beim ASKÖ: www.askoe.or.at . Tel. (01) 869 32 45-17.

So haben wir getestet

10 Stöcke (davon 2 Teleskop) sowie 13 Schuhe (davon 2 mit Membran) wurden in Kooperation mit der Stiftung Warentest getestet.

Praktische Prüfung

5 Frauen und 3 Männer im Alter zwischen 30 und 60 Jahren testeten Schuhe und Stöcke bei unterschiedlichen Witterungs- und Bodenverhältnissen. Stöcke: Komfort von Schlaufe und Griff, Schwingung, Dämpfung und Balance sowie das beim Einsatz verursachte Geräusch; Austausch der Pads.

Bei Teleskopstöcken weiters die Längenverstellung (Kraftaufwand und Wiederauffindbarkeit der Einstellung). Schuhe: An- und Ausziehen, Sitz, Passform, Trage- und Laufkomfort. Weiters subjektive Beurteilung der Wasserdichtheit sowie orthopädische Beurteilung der Stützwirkung (Torsionssteifigkeit und Seitenhalt) durch Experten.

Technische Prüfung – Stöcke

Gleichheit der Stöcke nach Länge, Gewicht und Schwerpunktlage; Rutschfestigkeit von Spitzen und Pads auf verschiedenen Untergründen. Länge und Ausführung der Schlaufen, Schweiß- und Speichelechtheit der Griffe in Anlehnung an DIN 53160. Haltbarkeit der Schlaufen (Belastung 200 N) und Stabilität der Stöcke (nach DIN ISO 7331).

Schuhe

Die Wasserdichtheit und die Trocknung wurden nach Lagerung bei 100 % Luftfeuchte und nach Eintauchen in Wasser beurteilt, das Schuhklima im praktischen Gebrauch. Für die Rutschfestigkeit der Sohle wurde die Haftreibung auf trockenen und feuchten Naturböden durch Kraftmessung ermittelt.

Biegefestigkeit in Anlehnung an ASTM F 1614 mit 30.000 Biegungen; Haltbarkeit der Dämpfung durch Bestimmung der Rückprallelastizität von neuen und getragenen Schuhen durch Impacter. Für die Schnürung waren Länge, Form und Griffigkeit der Bänder ausschlaggebend, für die Pflegehinweise die mitgelieferten Unterlagen.

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