Mückenmittel - Repellents - Hilfe, Gelsen!

  • Repellents zum Auftragen auf die Haut
  • Manchmal bedenkliche Inhaltstoffe
  • Oft reichen Fliegengitter vorm Fenster

Summen, stechen, kratzen

Mit jaulendem Summen pirschen sie sich an. Erst wenn die Haut juckt, bemerkt man den Stich. Da ist es ein schwacher Trost, dass Gelsenweibchen nur ihrem Nachwuchs zuliebe so scharf auf unser Blut sind.

Blut zum Eierlegen

Zwei Gattungen verschiedener Mückenarten sind bei uns zu finden. Die Culex-Arten sind dämmerungs- und nachtaktiv und stechen dann, wenn wir uns wenig bewegen. Auf die aggressiveren Aedes-Arten treffen wir beim Wandern oder sonstigen Aktivitäten im Freien, vor allem in Feuchtgebieten. Als Schutz gegen Gelsen haben sich Abwehrmittel zum Auftragen auf die Haut, so genannte Repellents, durchgesetzt.

Rechter Unterarm als "Köder"

Um deren Wirksamkeit zu testen, lauerte eine definierte Anzahl weiblicher Gelsen in einem Labor-Testraum, den die Testpersonen mit mückendichter Schutzkleidung betraten. Lediglich der rechte Unterarm diente als Testfläche.

Anti Brumm gegen beide Mückenarten

Bei den „nicht zufriedenstellenden“ Mitteln – und deren gab es fünf im Test – trugen die unerschrockenen Prüfer binnen Minuten viele juckende Stiche davon. Nur Anti Brumm forte wirkte gegen beide Mückengattungen gleich gut und gleich lang. Sein Nachteil: der Inhaltstoff DEET (siehe dazu: Inhaltsverzeichnis - „Was drin ist“).

Mittel, die „gut“ und „durchschnittlich“ abgeschnitten hatten, wurden zusätzlich mit Anopheles-Mücken getestet, die Malaria übertragen können. Hier wirkten sie noch besser als gegen Culex- und Aedes-Arten.

Testsieger Autan Active Lotion

Der Testsieger Autan Active Lotion schaffte es fast fünf Stunden, Gelsen fern zu halten. Ein Grund für den eindeutigen Testsieg war auch der verwendete Inhaltstoff. Bayrepel ist weniger bedenklich als DEET in Anti Brumm forte. Doch für Säuglinge und Kleinkinder sind beide Wirkstoffe eher problematisch.

Auch Erwachsene sollten sich nicht großflächig und häufig damit einschmieren. Tipp: Nehmen Sie in den Urlaub das Mückenmittel von zu Hause mit. Produkte aus anderen Ländern enthalten oft bedenkliche Wirkstoffe in höheren Konzentrationen.

Ätherische Öle: unwirksam, aber nicht harmlos

Vier Lotionen enthielten als Hauptwirkstoff ätherische Öle. Sie erwiesen sich allesamt als unwirksam. Auch sind sie nicht so harmlos, wie man meinen sollte. Die Testpersonen klagten öfter über unangenehmen Geruch. Djungel Deo trocknete die Haut aus und hinterließ einen pudrig weißen Rückstand. Und obwohl die Mücken nicht einmal eine Stunde fern gehalten wurden, wirbt Djungel Deo mit „Hochwirksam im Kampf gegen Mücken“ und dem Urteil „sehr gut“ der Zeitschrift Ökotest.

Wilmas Nordic Summer: erschreckende Analyse

Mehr als streng roch Wilmas Nordic Summer. Kein Wunder, denn es enthält neben DEET den Teer von Birkenholz. Der Geruch verschwand auch nach mehrmaligem Waschen nicht vollständig. Noch bedenklicher ist, dass sowohl die Angabe der Inhaltstoffe als auch entsprechende Warnhinweise fehlten.

Die Laboranalyse ergab Erschreckendes: 73 Milligramm Krebs erregendes Naphthalin pro Kilogramm, mehr als 1430 Milligramm Phenol pro Kilogramm und 30 Prozent DEET.

Gelsenstecker oder Ultraschlall weniger zu empfehlen

Im Freien ist maßvolles Einreiben die geeignetste Methode, die lästigen Blutsauger auf Distanz zu halten. Gelsenstecker oder Ultraschallgeräte sind prinzipiell weniger zu empfehlen. In Gebieten mit starken Mückenpopulationen sollte der Körper möglichst weitgehend mit Kleidung bedeckt werden.

Kritisch ist der Übergang zwischen Haut und Kleidung – hier unbedingt „schmieren“! Gelsen stechen auch durch die Kleidung, etwa durch Feinstrumpfhosen. Targen Sie daher nicht zu eng anliegende, feste Kleidung.

Wirkstoffe - was drin ist

Die Testtabelle enthält in der Spalte "Wirkstoffe" die Hinweise "a, b, c, d, e, f". Hier die Erklärung zu den Wirkstoffen:

a) Bayrepel (Hydroxyethyl-Isobutyl-Piperidin Carboxylat): Wirkstoff in Autan-Produkten, führt selten zu Hautirritationen. Toxikologisches Risiko relativ gering.
b) Diethyltoluamid (DEET): Nach häufiger Anwendung in hoher Konzentration wurde von gesundheitlichen Schäden (Hautreizungen bis Störungen des Nervensystems) berichtet. 
c) Ethyl-Butylacetyl-Aminopropionat: Hier liegen keine Angaben über mögliche gesundheitliche Risiken vor. Hautreizung ist möglich.
d) Dimethylphthalat: Augen, Haut und Schleimhäute können gereizt werden. Längere und wiederholte Anwendung sollte vermieden werden.
e) Ätherische Öle: Unwirksam. Hautirritationen und unangenehmer Geruch sind möglich.  
f) Birkenholzteer: Intensiver, übler Geruch, der auch nach mehrmaligem Waschen nicht verschwindet.

Anbieteradressen

Anti Brumm: Jacoby Pharmazeutika AG, Teichweg 2, A-5400 Kaltenhausen, (06245) 89 51-0

Anti Mück: AL naturkost HandelsgesmbH, Jahnstraße 1, A-8280 Fürstenfeld, (03382) 543 72

Autan: SC Johnson GmbH, Teinfaltstraße 8, A-1010 Wien, (01) 405 05 25

Djungel Deo: Scandic Outdoor GmbH, Zum Sportplatz 6, D-21220 Seevetal, (0049 4105) 681 30

Effitan: APOfit Handels GmbH, Schörgstätt 6, A-5162 Obertrum, (06219) 204 24

Flystop: Metochem Pharma GmbH, Jochen Rindt-Straße 23, A-1230 Wien, (01) 616 84 25-0

Helpic: Dr. A&L Schmidgall, Wolfganggasse 45–47, A-1121 Wien, (01) 811 58-0

TAOASIS Aroma-Kosmetik & Verlag , Bismarckstraße 23, D-32657 Lemgo, (0049 5261) 93 83 27

Wilmas: Scandic Outdoor GmbH, Zum Sportplatz 6, D-21220 Seevetal, (0049 4105) 681 30

Kompetent mit Konsument

  • Sinnvolle Repellents. Testsieger Autan Active Lotion ist wirksam, preiswert und relativ harmlos.
  • Problematischer Inhalt. Anti Brumm forte wirkt zwar „sehr gut“, enthält aber einen bedenklichen Wirkstoff.
  • Auch Kleidung schützt. Feste Stoffe, nicht zu eng anliegend (Gelsen stechen durch den Stoff), Körper möglichst bedeckt.

So haben wir getestet

Im Test: 10 Repellents (Mückenmittel zum Einreiben). Der Test wurde gemeinsam mit der Stiftung Warentest durchgeführt.

Wirksamkeit :
In einem geschlossenen Testraum wurden je nach Mückenart 30 bis 50 weibliche Stechmücken ausgesetzt. Die Körper der je 5 Prüfer wurden durch Schutzkleidung abgedeckt. Lediglich ein Unterarm wurde mit Repellents laut Gebrauchsanweisung behandelt. Nach 15 Minuten begab sich die Prüfperson in den Testraum. Abbruchkriterium: Mehr als 4 Stiche in 10 Minuten. Stündliche Wiederholung.

Gesundheitseigenschaften :
Beurteilt wurden Gesundheitsrisiken der Wirkstoffe sowie Geruchsbelästigung.

Handhabung :
Gebrauchsanweisung, Entnehmen, Aufbringen und Hautgefühl wurden bewertet.

Textilschonung :
Auf weiße und farbige Gewebe wurden Repellents aufgebracht. Nach 24-stündiger Lagerung wurde die Verfleckungsintensität visuell beurteilt. Nach anschließendem Waschen wurden die Flecken nochmals beurteilt.

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