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Laufschuhe, Joggingschuhe - Auf weichen Sohlen

  • 13 Neutral-Laufschuhe im Vergleich
  • Der Komfort wird überwiegend gut beurteilt
  • Die Haltbarkeit lässt sehr zu wünschen übrig

Lauf auf harten Betonwegen

Nach einem anstrengenden Tag noch eine schnelle Runde auf der Joggingstrecke hinter dem Haus. Auf dem Weg über Wiesen und durch Wälder trifft man andere Laufkameraden, die man mit einem kurzen Nicken oder einem Winken begrüßt. Ein Szenario, das jeder Sportmediziner als perfekt bezeichnen würde. Das einzige Problem: Nicht jeder hat das Glück, gleich neben seinem Heim die optimale Laufstrecke vorzufinden. Meistens sind harte Betonwege zu bewältigen, auf denen unser Körper starken Stößen ausgesetzt ist.

Damit der gesundheitsfördernde Effekt des Laufens nicht durch schmerzende Gelenke überschattet wird, ist das richtige Schuhwerk unumgänglich. Wir haben 13 Laufschuhe für Männer getestet, die nach Herstellerangaben als Neutrallaufschuhe gelten. Sie werden von Läufern ohne oder mit geringer Fußfehlstellung verwendet. Und wir kamen zu einem durchaus positiven Ergebnis – sowohl der Tragekomfort als auch die Biomechanik halten bei den meisten Modellen, was man sich erwartet.

Die Pufferzone

Der biomechanische Test beinhaltet die Prüfung der Stoßdämpfung, der Stützfunktion sowie der Druckverteilung. Bei unserem Test waren die Ergebnisse in diesen Bereichen bis auf drei Ausnahmen (Puma Complete Concinnity, New Balance Cushion Trainer 1061 und Reebok Premier Aero Lite) durchwegs gut. Wobei das Modell von Puma eine Sonderstellung einnimmt: Der Hersteller verwendete deutlich weniger Dämpfungsmaterial – solche Modelle werden auch als Low-Profile-Schuhe bezeichnet. Überzeugen konnte er weder bei der biomechanischen noch bei der praktischen Prüfung. In puncto Stoßdämpfung hatten die beiden Testsieger, der Adidas adiStar und der Nike Air Vomero, die Nase vorn. Eine sehr gute Benotung gab es auch für den Nike Air Pegasus, der bei unseren Testläufern allerdings weniger gut ankam.

Warum brauchen wir aber eigentlich eine Dämpfung? Die Wucht, die beim Laufen auf unseren Körper wirkt, kann bis zum Dreifachen des eigenen Gewichtes betragen, und das belastet die Gelenke. Zu viel Pufferzone ist aber auch nicht gut: Ist die Dämpfung zu weich, kann sie nämlich die Achillessehne schädigen.

Wo drückt der Schuh?

Will man Beschwerden verhindern, reicht eine gute Dämpfung aber leider nicht aus. Auch der entstehende Druck muss optimal verteilt werden. Hier ist das subjektive Urteil der Tester gefragt. Alleine gültig kann es aber nicht sein. So wertvoll Benotungen aus dem Praxistest sind – vor allem persönliche Vorlieben können zu einer subjektiven Auf- oder Abwertung führen. Daher wurden winzige Drucksensoren an den Füßen der Läufer angebracht, die eine objektive Messung möglich machen. Ergebnis: Der Nike Air Vomero und der Asics Gel-Cumulus verteilen den Druck am Fuß am besten. Schlusslichter sind einmal mehr der Puma Complete Concinnity und der New Balance Cushion Trainer 755.

Die Stütze

Drittes messbares Kriterium ist die Stützfunktion der Schuhe. Beim normalen Laufen knickt der Fuß nach dem Aufsetzen nach innen, um die Stoßbelastung zu reduzieren (Pronation). Wird diese Belastung allerdings zu groß, kommt es zur Überpronation, die durch eine Versteifung im Schuh verhindert werden kann. In diesem Bereich besonders positiv aufgefallen ist der Asics Gel-Nimbus VIII, der aber letztlich durch seine mäßige Stoßdämpfung einen besseren Platz verspielte. Der Grund: Zu viel Stützung reduziert die Dämpfung und umgekehrt. Der perfekte Schuh ist jedoch weder durch Labor- noch durch Praxistests allein eruierbar, er muss auch zu Ihrem individuellen Laufstil passen.

Bei der praktischen Prüfung wurden mit jedem Schuh 180 km zurückgelegt. Insgesamt 20 routinierte Läufer testeten für uns den Tragekomfort. Absolute Favoriten waren die beiden Adidas-Modelle und der Mizuno Wave Precision 7. Weniger gute Worte fanden die Sportler für den New Balance 755 und den Reebok Premier Aero. Bezüglich Druck- und Scheuerstellen fielen diese Exemplare am häufigsten auf.

Nichts hält ewig ...

… aber zumindest einige Zeit sollten die Schuhe schon ohne gröbere Schäden zu verwenden sein. Was die Haltbarkeit der Schuhe angeht, kann leider nicht von Qualität gesprochen werden. Drei Testteilnehmer (die Modelle von Puma und Reebok sowie der Cushion Trainer 755 von New Balance) mussten deswegen sogar abgewertet werden. Fersenfutter und Einlegesohle haben sich aber auch bei den meisten anderen Modellen ziemlich schnell verabschiedet. Positives gibt es in Bezug auf Schadstoffe zu berichten: Lediglich bei zwei Schuhen konnte etwas nachgewiesen werden. Der Grid Trigon von Saucony enthielt einen allergisierenden Dispersionsfarbstoff, bei einem Modell von New Balance wurden geringe Mengen von Kadmium gefunden.

Unternehmens-Ethik: Rückschläge

Theoretisch funktioniert es ja: Die großen Laufschuhhersteller (sei es Nike, Adidas, Puma, Reebok oder New Balance) haben ihren Zulieferfirmen Auflagen erteilt, die sicherstellen sollen, dass faire Arbeitsbedingungen eingehalten werden. Das hat unser Ethiktest im Juni 2003 bestätigt.

Zuletzt ist auch Asics Austria dazugestoßen: Die japanische Firma will künftig mit Gewerkschaften und NGOs zusammenarbeiten, um die Rechte der Arbeiter zu berücksichtigen.

Aber in der Praxis scheinen die Markenfirmen wenig Interesse daran zu haben, dass ihre Auflagen auch wirklich eingehalten werden. So hat Puma ein gemeinsames Pilotprojekt mit der Clean Clothes Kampagne (CCK) aus finanziellen Gründen auslaufen lassen. Es sollten die Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben objektiv überprüft werden. Die Kosten für eine Projektverlängerung um ein halbes Jahr liegen laut CCK weit unter dem Tagesverdienst des Puma-Vorstandsvorsitzenden Zeitz.

Im Februar 2007 erklärte die BJ&B-Fabrik in der Dominikanischen Republik, dass sie zusperren wird. Sie arbeitete in der Vergangenheit für Nike und Reebok (mittlerweile von Adidas übernommen). BJ&B war eine der wenigen Fabriken, die Gewerkschaften geduldet hatte. Die Aufträge wanderten zu anderen Fabriken, in denen es keine gewerkschaftliche Organisierung gibt.

Oxfam-Report über die Arbeitsbedingungen in der Sportartikelindustrie: www.oxfam.org/en/files/offside_labor_report/download

Laufschuhe: Anbieteradressen

Adidas Austria GmbH,
Adi-Dassler-Gasse 6,
A-9073 Klagenfurt-Viktring,
(0463) 28 48-0,
www.adidas.com

ASICS Austria GmbH
Moosfelstraße 1 5101,
Bergheim.
TEL: +43 662 / 454 681, 
TEL: +43 662 / 454 681-40
www.asics.com/at/

Brooks Sports GmbH,
Martin-Luther-King Weg 22,
D-48155 Münster,
(0049 251) 135 30-0,
www.brookssports.at

Mizuno Corporation,
Rosenheimer Straße 143 D,
A-81671 München,
(0049 89) 450 50-210,
www.mizuno.de

New Balance Germany Inc.,
Lise-Meitner-Straße 5,
D-82216 Gernlinden,
(0049 8142) 47 72-0,
www.newbalance.de

NIKE GesmbH,
Donau City-Straße 11,
A-1220 Wien,
(01) 727 06-0,
www.nike.com

Puma: Austria Puma Dassler GesmbH,
Münchner Bundesstraße 119,
A-5013 Salzburg,
(0662) 43 75 11-0,
www.puma.com

Reebok Austria GesmbH,
Moodfeldstraße 1/3 OG/A 24-28,
A-5020 Salzburg,
(0463) 29 83 00,
www.rbk.com

Saucony: Bauer Diane und Rene,
Waldrandgasse 1/3,
A-2630 Ternitz,
(0650) 270 30 01,

Laufschuhe: Kompetent mit "Konsument"

  • Probieren. Nehmen Sie sich Zeit zum Testtragen und laufen Sie Probe. Der Schuh passt optimal, wenn im Zehenbereich eine Daumenbreite Platz ist und der Schuh dennoch fest sitzt.
  • Beratung. In guten Fachgeschäften oder beim Orthopäden können Sie überprüfen lassen, ob Ihre Füße Besonderheiten zeigen – etwa stark nach innen knicken. Es gibt in solchen Fällen spezielle Schuhe. Die Abnutzung Ihrer alten Laufschuhe verrät, welcher Lauftyp Sie sind. Nehmen Sie das ausgediente Schuhwerk zum Einkauf mit.
  • Damenmodelle . Frauen brauchen speziell für sie konstruierte Schuhe. Sie können sich allerdings an den Herrenmodellen orientieren. Aus früheren Tests wissen wir, dass die Qualität von Damen- und Herrenmodellen meist ähnlich ist.
  • Vielläufer. Wer mehr als 20 km in der Woche läuft, sollte mindestens zwei verschiedene Modelle besitzen und sie abwechselnd tragen, um die Füße vor einseitiger Belastung zu schützen.

Laufschuhe: So haben wir getestet

Aus einem Test der Stiftung Warentest veröffentlichen wir die Ergebnisse von 13 Herren-Laufschuhen, alle nach Herstellerangaben neutral, also für Läufer ohne Fußfehlstellung.

Biomechanik. Die Prüfungen erfolgten an den eingelaufenen Schuhen (nach 180 km). Dafür wurden eine Messplattform sowie ein Beschleunigungsmesser, ein elektronischer Winkelmesser (Goniometer) und Drucksensoren eingesetzt. 20 Tester führten jeweils 5 Versuche durch. Stoßdämpfung: Maximale Beschleunigung an der inneren Schienbeinkante (mediale Tibia), Kraftanstiegsraten und Frequenzspektrum des Vertikalkraftsignals. Stützfunktion: Pronationsausmaß und -geschwindigkeit mittels Elektrogoniometer (Messen des Achillessehnenwinkels). Druckverteilung: Fixierung von Drucksensoren an 7 definierten Punkten unter dem Fuß, Messung der maximalen Druckbelastungen am Vorfuß und an der Ferse sowie Druckanstiegsraten.

Orthopädische Beurteilung. Zwei Orthopäden beurteilten die getragenen und die neuen Schuhe nach Fersenführung, Flexibilität der Sohle, Pronationskontrolle, Abrollverhalten, Schnürung, Zehenfreiheit, Torsion, Verarbeitung.

Laufpraxis. 20 Läufer legten eine Strecke von 9 km zurück, mit Steigungen und Gefälle über Asphalt und Waldboden. Zu beurteilen waren: Gesamteindruck beim Laufen , das An- und Ausziehen und der Fußkomfort (Passform, Druckstellen, Fußklima).

Haltbarkeit. Zur Prüfung der Beständigkeit des Fersenmaterials wurden die Schuhe im Rahmen eines automatischen Dauertests 240.000 Lastwechseln ausgesetzt. Bewertet wurden die Änderungen von Energieaufnahme und Energieverlust sowie Steifigkeit und Höhe des Fersenmaterials. Bestimmung der mechanischen Eigenschaften des Sohlenmaterials mittels Impacter (8,5 kg aus 50 mm Höhe auf die Ferse; in Anlehnung an ASTM (F 1614)). Abrieb des Fersenfutters und der Einlegesohle in Anlehnung an die DIN EN ISO 12947 (Martindale-Verfahren). Biegefestigkeit der Sohle in Anlehnung an DIN EN ISO 20344: Nadeleinstich in Nähe der maximalen Biegung, anschließend 30.000 Mal Sohle gebogen.

Schadstoff-Freiheit. Analyse des textilen Obermaterials auf Azofarben, allergisierende oder krebserregende Farbstoffe, lösliche Schwermetalle, zinnorganische Verbindungen, chlorierte Phenole und Formaldehyd. Bei deutlichem Geruch der neuen Schuhe Untersuchung auf flüchtige organische Komponenten.

Laufschuhe 7/2007

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