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Laufschuhe - Sicher gelandet

  • Gute Laufschuhe garantieren eine weiche Landung ohne einzuknicken
  • Im Starterfeld: Neben den renommierten Marken auch zwei Billigprodukte

Laufen ist nach Schifahren und Radfahren die beliebteste Sportart der Österreicher. Fast jeder Vierte tut es regelmäßig. Der Vienna City Marathon hat viel zur Popularität dieses Sports beigetragen, Jahr für Jahr lassen sich zahlreiche Zuschauer dieser Großveranstaltung dazu verleiten, es auch einmal selbst zu probieren. Bevor Sie loslegen, müssen Sie sich aber für ein Paar geeignete Laufschuhe entscheiden.

Billigmodelle von Deichmann und Reno

Wir haben eine repräsentative Auswahl an Laufschuhen einer Überprüfung unterzogen. Neben den wichtigsten Marken haben wir diesmal auch zwei typische Vertreter des Billigschuhsegments getestet, um zu sehen, ob die Hochpreismodelle ihr Geld wert sind. Deren Richtpreise liegen ja kaum unter 100 Euro, das teuerste Paar im Test erreicht saftige 160 Euro. Dagegen bieten Reno bzw. Deichmann ihre Modelle bereits um 30 bis 40 Euro an.

Biomechanische Funktionen

Was unterscheidet einen guten Laufschuh von einem herkömmlichen Turn- oder Freizeitschuh? Im Wesentlichen müssen folgende biomechanische Funktionen erfüllt werden:

Dämpfen: Laufschuhe müssen den Stoß beim Aufprall dämpfen – die Wucht kann bis zum Dreifachen des Körpergewichtes betragen. Daher müssen entsprechende Dämpfungselemente (Luft- oder Gelkissen) in die Sohle eingearbeitet sein. Zu weich dürfen die Schuhe aber auch nicht sein – das belastet die Achillessehne.

Druck verteilen: Um Druckstellen am Fuß zu vermeiden, muss die Belastung nicht nur generell gedämpft, sondern auch optimal (Ferse – Vorfuß, innen – außen) verteilt werden.

Stützen: Nach dem Aufsetzen des Fußes kippt das Fersenbein nach innen (Pronation), das ist wichtig, weil damit die Stoßbelastung reduziert wird. Bei hoher und andauernder Belastung knickt man allerdings zu stark ein (Überpronation), viele Menschen neigen überhaupt zu einem übermäßigen Kippen. Deshalb benötigt ein Laufschuh eine Pronationskontrolle, das sind Versteifungen an Sohle und Ferseninnenseite. Diese Stützfunktion steht im Widerstreit zur Dämpffunktion, zu viel Stützung reduziert die Dämpfung und umgekehrt. Es hängt daher vom individuellen Laufverhalten ab, wie stark der Schuh stützen soll.

Führen: In der Abrollphase muss der Schuh den Fuß stabil halten. Beim Abstoßen soll der Fuß nicht nach außen wegknicken (Supination). Eine übermäßige Supination überlastet wiederum die Achillessehne.

Alte Schuhe mitnehmen

Bei jedem Laufschuhmodell sind diese Funktionen unterschiedlich stark ausgeprägt. Es ist also nicht unbedingt der Schuh mit der höchsten Dämpfung der beste. Die optimale Konstruktion ist individuell unterschiedlich und hängt vom Körpergewicht ab, vom Lauftyp (neigen Sie zu Pronation oder Supination?) oder davon, wo und wie man laufen will. Ein guter Verkäufer kann das auf einem Laufband mit Videokamera erkennen. Sollte das Sportgeschäft nicht damit ausgestattet sein, empfiehlt es sich, ein altes Paar (Lauf)Schuhe mitzunehmen: Die Abnützung verrät, welcher Lauftyp Sie sind.

Biomechanische Kriterien

Wie schon bei vergangenen Tests wird die Führung beim Abstoßen von allen Schuhen problemlos bewältigt (wird daher in der Tabelle auch nicht extra ausgewiesen). Bei den anderen Funktionen offenbarten die Testobjekte teilweise recht deutliche Schwächen. Immerhin sieben der 16 Modelle haben alle biomechanischen Kriterien gut oder sehr gut erfüllt. Am weitaus schlechtesten schnitt das Billigmodell Reno Tec One ab, der Fuß wird mit diesem Schuh sehr stark belastet.

Von Orthopäden untersucht

Neben der biomechanischen Prüfung im Labor wurden die Schuhe auch von Orthopäden unter die Lupe genommen. Prüfkriterien waren beispielsweise, ob die Schnürung drückt; ob sich der Vorderteil des Schuhs leicht nach innen verdrehen lässt. Auch zu steif soll der Schuh aus orthopädischer Sicht nicht sein. Letzteres muss für Überpronierer, die eine starke Stützfunktion brauchen, allerdings nicht immer ein Nachteil sein.

Auf Verarbeitungsqualität achten

Die Verarbeitungsqualität sollte bei Hochpreismodellen eigentlich kein Problem darstellen. Sie sollten ja wesentlich länger halten als billige Schuhe. Dennoch wurde bei einem Modell festgestellt, dass das Innenfutter nicht an allen Stellen vernäht war; bei einem anderen ergab sich durch einen Nähfehler ein Knoten in der Laufsohle; oder die Innensohle hat gar Falten geworfen.

Schwächen bei Dauerbiegeprüfung

Um die Langlebigkeit der Sohle zu testen, wurde eine Dauerbiegeprüfung durchgeführt: Der (mittels Nadelstich) vorgeschädigte Schuh wurde 30.000-mal gebogen. Einige Schuhe wiesen danach Risse auf. Darunter auch das Topmodell Asics Gel-Kayano XI um 160 Euro. Was wieder einmal zeigt: Der Preis von Markenprodukten ist ein denkbar schlechtes Qualitätsmerkmal.

Laufschuhe 6/2005

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  • Gut auch unter 100 Euro. Gute Laufschuhe gibt es zu einem Richtpreis zwischen 90 und 160 Euro. Aber auch eines der beiden Diskontmodelle überrascht mit akzeptablen Ergebnissen (40 Euro). Fragen Sie nach Auslaufmodellen.
  • Individuell. Letztlich sollten Sie sich für das Modell entscheiden, das Ihren Anforderungen am ehesten entspricht: Benötigt Ihr Fuß mehr Dämpfung oder mehr Stützung? Wie laufen Sie üblicherweise (Untergrund, Dauer, Tempo)?
  • Anpassen. Vertrauen Sie nicht auf Größenangaben. Der Schuh muss am Mittelfuß gut anliegen und vor allem der Ferse guten Halt geben. Vorne sollte reichlich Platz sein – eine Fingerbreite von den Zehen.
  • Für Frauen. Damenmodelle unterscheiden sich oft nur im Design von Herrenmodellen. Auf orthopädische Besonderheiten wird nicht immer Rücksicht genommen. Möglicherweise ist ein Herrenmodell die bessere Wahl.

Die Sportartikelhersteller stehen wegen der schlechten Arbeitsbedingungen in den ausgelagerten Produktionsstätten im Kreuzfeuer der Kritik.

Bekennen: Adidas, Nike, Reebok

Die großen Markenfirmen Adidas, Nike, Reebok & Co. bekennen sich zwar zu ihrer Verantwortung und verpflichten ihre Zulieferbetriebe zur Einhaltung eines Verhaltenskodex – das bestätigt unser letzter Ethik-Test aus dem Jahr 2003 ("Konsument" 6/2003); doch auf die reale Lebenssituation der Arbeiter wirken sich solche Verpflichtungen, wenn überhaupt, nur zögerlich aus. Nach wie vor berichten Nichtregierungsorganisationen von Fällen von Kinderarbeit oder unbezahlten Zwangsüberstunden. Die Situation in den Fabriken weniger bekannter Marken oder gar der Billigmarken ist vermutlich noch schlimmer.

Nike: 700 Produzenten veröffentlicht

Zuletzt hat Nike aufhorchen lassen. Im April dieses Jahres hat der Marktführer eine Liste seiner weltweit 704 Produktionsstätten veröffentlicht und ist damit einer langjährigen Forderung seiner Kritiker nachgekommen. Nike will damit für mehr Offenheit sorgen und hofft, dass andere Unternehmen diesem Beispiel folgen. In der Zwischenzeit hat auch Reebok eine Liste seiner Produktionsbetriebe veröffentlicht... (näheres unter: CleanClothes, "Fimrenproflie" anklicken)

Adidas Austria GmbH,
Adi-Dassler-Gasse 6,
A-9073 Klagenfurt,
(0463) 28 48-0,
www.adidas.com

Asics : Atomic Austria GmbH - Asics section,
Lackengasse 301,
A-5541 Altenmarkt im Pongau,
(06452) 39 00,
www.asics.at

Brooks Sports GmbH,
Martin-Luther-King-Weg 22,
D-48155 Münster,
(0049 251) 135 30-0,
www.brooksrunning.de

Deichmann SchuhvertriebsgesmbH,
Modecenterstraße 14/A4,
A-1030 Wien,
(01) 798 64 00-0,
www.deichmann.at

FILA GmbH Österreich
Steger Sportagentur, Nr. 25,
A-5731 Hollersbach im Pinzgau,
(06562) 85 40-0,
www.fila.at

New Balance : Schneeberger Ruth,
Wormser Straße 18/3,
A-7000 Eisenstadt,
(02682) 760 82,
www.jedemengesport.com

NIKE GesmbH,
Donau-City-Straße 11,
A-1220 Wien,
(01) 727 06-0,
www.nikerunning.com

Puma : Austria Puma Dassler GesmbH,
Münchner Bundesstraße 119,
A-5013 Salzburg,
(0662) 43 75 11-0,
www.puma.com

Reebok Austria GesmbH,
Sterneckerstraße 33,
A-5020 Salzburg,
(0662) 85 72 82-0,
www.reebok.com

Reno Schuhe GesmbH,
Triester Straße 10,
A-2331 Vösendorf,
(01) 699 21 02,
www.reno.de

Saucony : Bauer Diane und Rene,
Schöllergasse 10/Stg. A,
A-2630 Ternitz,
(0650) 270 30 01,
www.drunlimited.at

In Kooperation mit der Stiftung Warentest wurden 16 Herren-Laufschuhe, Größe 44, getestet.

Biomechanik: 20 Tester führten jeweils 5 Versuche auf einer definierten Messtrecke durch. Folgende Einzelmessungen: Stoßdämpfung: Maximale Beschleunigung an der inneren Schienbeinkante, Kraftanstiegsrate, Frequenzspektrum des Vertikalkraftsignals. Druckverteilung: maximale Druckbelastung und Druckanstiegsraten an 7 definierten Punkten. Stützfunktion: Pronationsausmaß und -geschwindigkeit mittels Elektrogoniometer und Beschleunigungsmessung an der inneren Schienbeinkante. Supination: Abweichungen vom geradlinigen Abstoß in Grad.

Orthopädische Beurteilung: 2 Orthopäden beurteilten getragene und neue Schuhe nach: Fersenführung, Sohlenflexibilität, Pronationskontrolle, Abrollverhalten, Schnürung, Zehenfreiheit, Torsion, Verarbeitung.

Laufpraxis: 22 Tester liefen eine definierte Strecke ab, je zur Hälfte Asphalt und Waldboden, mit jedem Schuh wurden insgesamt 187 km gelaufen. Kriterien Gesamteindruck beim Laufen, An- und Ausziehen und Fußkomfort (Passform, Druckstellen, Fußklima).

Haltbarkeit: Bestimmung der Eigenschaften des Sohlenmaterials mittels Impacter (8,5 kg aus definierter Fallhöhe); Beständigkeit der Dämpfung (Vergleich der Rückprallelastizität getragener und neuer Schuhe), Abrieb des Fersenfutters (nach EN ISO 12947), Biegefestigkeit der Sohle (nach EN ISO 20344).

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