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Katzenstreu - Saubere Sache

  • 23 klumpende Produkte fürs Katzenkistchen
  • Streu auf pflanzlicher Basis saugt am besten
  • Keine Streu hält ewig

Klumpstreu bevorzugt

Rund 1,5 Millionen Katzen schnurren in den österreichischen Haushalten – und ebenso groß dürfte die Zahl der dazugehörigen Katzentoiletten sein. Denn selbst dort, wo die Katze ins Freie darf, wird ihr für ihre „Geschäfte“ meist ein Katzenkistchen zur Verfügung gestellt, wenn nicht sogar mehrere. Die dafür benötigte Streu ist deshalb ein wichtiges Produkt des Heimtiermarkts.

Die meisten Katzenhalter, so zeigen die Verkaufsstatistiken, greifen mittlerweile zur sogenannten Klumpstreu. Während nicht klumpende Katzenstreu zur Gänze erneuert werden muss, wenn die Katze ihr „kleines Geschäft“ darauf verrichtet hat, bildet Klumpstreu bei Kontakt mit Flüssigkeit Klumpen, die mit einer Schaufel bequem entfernt werden können. Die restliche Streu verbleibt im Kistchen. Das ergibt einen niedrigeren Verbrauch und damit geringere Kosten.

Noch verbesserungsfähig

Doch Klumpstreu ist nicht gleich Klumpstreu, wie unser Test ergab. 23 Produkte nahmen wir unter die Lupe und nur 7 davon konnten wir mit „gut“ beurteilen. Ein „sehr gut“ erreichte kein einziges Produkt. Vor allem bei der Staubentwicklung und bei der Verschleppung von Streukörnchen durch die Katze blieben auch bei unseren Spitzenreitern noch Wünsche offen.

Der Rest des Feldes erreichte ein „durchschnittlich“. Schlusslicht ist mit „weniger zufriedenstellend“ die Fit+Fun Bioclean Katzenstreu, die Katzenbesitzer sicher nicht froh machen wird. Sie erwies sich nämlich als am wenigsten ergiebig. Die Fähigkeit dieser Streu, Flüssigkeit zu binden, ist weit geringer als jene der Konkurrenzprodukte im Test. Auch die Entfernung der Klumpen machte Probleme, weshalb Fit+Fun hier als einziges Produkt abgewertet werden musste.

       
Von grob bis fein: Katzenstreu gibt es in den unterschiedlichsten Korngrößen.

Labor- und Praxistest 

Getestet haben wir übrigens zweigleisig: im Labor und in der Praxis beim alltäglichen Katzentoilettendienst. Die Laborprüfung, die zu 30 Prozent ins Testurteil einfloss, umfasste den Anteil von Feinpartikeln in der Streu und die Überprüfung der Ergiebigkeit. Dafür wurde eine bestimmte Menge Katzenstreu mit 50 Millilitern Flüssigkeit – diese Menge Urin setzt eine Katze in etwa pro Blasenentleerung ab – übergossen. Anschließend prüften wir, wie gut die Flüssigkeit absorbiert worden war und ob sich ein stabiler Klumpen gebildet hatte.

Auf mineralischer Basis

Die meisten Klumpstreuen sind laut Angaben der Hersteller mineralischen Ursprungs, das heißt, sie bestehen aus saugfähiger Tonerde und Bentonit. Eine einzige Streu im Test ist auf organischer Basis hergestellt: Cat’s Best ÖkoPlus Katzenstreu klumpend besteht nach Angaben des Herstellers zu 100 Prozent aus Pflanzenfasern. Und genau dieses Produkt erreichte bei der Ergiebigkeitsprüfung als einziges die Bestnote „sehr gut“: Es erwies sich als sehr saugfähig und bildete auch stabile Klumpen.

Je saugfähiger die Streu und je stabiler die gebildeten Klumpen, umso länger bleibt eine Kistchenfüllung hygienisch frisch. Ideal, wenn eine solche Streu auch noch preiswert ist. Wie viel genau bei den getesteten Produkten einmal kurz aufs Kistchen kostet, finden Sie in unserer Tabelle unter dem Stichwort „Ergiebigkeit“.

Rätselhafte Einstreuhöhen

Wie gut sich die Hinterlassenschaften der Zimmertiger entfernen lassen, wurde im Praxistest untersucht, der zu 70 Prozent ins Testurteil einging. Jede Katzenstreu haben wir natürlich gemäß den Herstellerempfehlungen verwendet und die angegebene Einstreuhöhe eingehalten. Die meisten Erzeuger raten zu 7 Zentimeter. Nur Premiere nennt 8 bis 10 Zentimeter und Extreme Classic gar 10 bis 15 Zentimeter. Bei Quality first Ultra mit und ohne Pinienduft, Cat’s Best, Bio Plus, Catsan und Natusan sind 5 Zentimeter angegeben.

Entfernung der Ausscheidungen

Getestet wurde, wie gut sich die Ausscheidungen der Katze entfernen lassen. Denn entscheidend ist bei Klumpstreu natürlich, ob die Klumpen beim Entfernen stabil bleiben. Zerbricht einer beim Herausnehmen, wird die Reststreu verunreinigt und die gesamte Füllung des Kistchens muss bald wieder erneuert werden. Das macht Mühe und verursacht Kosten.

Ärger mit Rückständen

Doch nicht nur instabile Klumpen können Ärger bereiten: Bindet eine Streu nicht rasch genug, rinnt Flüssigkeit auf den Boden und in die Ecken des Kistchens. Dort kann sie sich mit Streustaub zu einem schwer entfernbaren Belag verbinden. Getrocknet wird daraus nämlich eine fast betonharte Masse, und die aus dem Kistchen zu kratzen, ist extrem mühsam. Diese unerwünschte Eigenschaft von Katzenstreu führte bei den Produkten Quality first Ultra mit Pinienduft, Extreme Classic, Catsan, Natusan, MultiFit bio fresh, Super Carino, TopCat und Coshida zur Abwertung.

Geruchsbelastung und Staubentwicklung

Alle unsere Kistchen, welche die Zimmertiger zu Testzwecken aufsuchten, waren überdacht. Getestet wurde auch die Geruchsbelastung nach Abnahme des Deckels – und zwar sowohl durch Kot als auch durch Urin. Hier schnitten Quality first Ultra mit Pinienduft und Extreme Classic am besten ab.

Die Staubentwicklung wurde beim Entfernen der Klumpen, beim Füllen und auch beim vollständigen Entleeren des Kistchens getestet. Die Verschmutzung durch die Streu war ebenfalls Gegenstand unserer Untersuchung. Hier erreichten die meisten Produkte nur ein „durchschnittlich“.

Regelmäßig wechseln

Keine Streu hält ewig. Selbst bei der besten Klumpstreu brechen Klumpenteile ab, was dazu führt, dass die gesamte Füllung allmählich doch verunreinigt wird. Deshalb sollten Sie die Streu im Kistchen regelmäßig zur Gänze erneuern. Waschen Sie die Katzentoilette aus, bevor Sie sie neu befüllen, um Streu- und Geruchsrückstände zu beseitigen. Dieser Rat findet sich allerdings nur bei wenigen Herstellern. In den meisten Gebrauchsanweisungen ist nur davon die Rede, dass die mit den Klumpen entnommene Menge nachgefüllt werden muss.

Generalreinigung lohnt sich

Doch die regelmäßige Generalreinigung des Katzenklos lohnt sich. Nicht nur für den Zimmertiger, der ja eine feine Nase besitzt und eine saubere Toilette zu schätzen weiß, sondern selbstverständlich auch für die im Katzenhaushalt lebenden Menschen. Sauberes „Katzeklo“ macht nicht nur die Katze froh

Foto: Ehrensberger Wo bleibt dm?

Sie verwenden Dein Bestes Ultra Klumpstreu naturweiß von dm, finden sie nicht in unserer Testtabelle und fragen sich, warum? Natürlich hatten wir auch dm auf unserer Einkaufsliste. Leider war es nicht möglich, von einer Charge genügend Testmaterial zu bekommen, sodass wir dieses Produkt ausscheiden mussten.

Rund ums Katzenklo

Tipps und Tricks, wie Sie mit Ihrem Zimmertiger ins Reine kommen.

Luxusklo „für die Katz“?

Seit es Heimtiersupermärkte und Internetshops gibt, hat sich auch das Sortiment an Artikeln für die Katzenhaltung erweitert. So werden mittlerweile Katzentoiletten in den unterschiedlichsten Formen und Farben angeboten. Ob signalrot oder himmelblau: Die Farbe des Katzenklos ist egal. Katzen nehmen Farben nur sehr eingeschränkt war.

Bei sehr jungen Katzen empfehlen sich Schalen ohne Deckel, damit die Streu leicht wahrgenommen wird. Der Rand des Kistchens darf nicht zu hoch sein, damit das Kätzchen bequem hineinklettern kann.

Toiletten mit Überdachung werden in der Regel gut angenommen. Es gibt aber auch Modelle mit einer Art Vorhang aus Kunststoff. Das reduziert zwar die Geruchsbelästigung, könnte manche Katze aber überfordern. Praktisch sind auch Toiletten mit dreieckigem Grundriss, da sie bequem in eine Raumecke passen und damit am wenigsten stören. Egal wofür Sie sich entscheiden: Einmal im Jahr sollte das Katzenklo auf jeden Fall ausgetauscht werden.

Inzwischen werden auch Vorlagen für Katzentoiletten angeboten. Nicht jede Katze mag allerdings die dafür verwendeten Materialien. Tipp: Auch eine alte Teppichfliese vorm Kisterl reduziert das Austragen von Streu deutlich. Und sie erleichtert Ihnen das Saubermachen, sollte die Katze einmal Kot ausscharren oder sich gar in der „Pinkelrichtung“ irren.

Ein überdachtes Katzenkisterl
verhindert das Ausscharren von Streu.

Eine dreieckige Katentoilette
passt in jede Zimmerecke. 
Vorlagen verringern das Austragen
von Katzenstreu. 

  „Lockstoffe“ fürs Klo?

Katzen wollen ihre Ausscheidungen verscharren, deshalb fühlen sie sich von der Katzentoilette meist ohnehin magisch angezogen. Wird die Toilette nicht angenommen, liegt das häufig am Aufstellungsort. Den Rat, der sich in manchen Ratgebern noch findet, die Toilette mittels Baldrianduft attraktiv zu machen, sollten Sie gleich wieder vergessen – manche Katzen flippen auf Baldrianduft regelrecht aus. Tipp: Ein neutral riechendes Kistchen an einem ruhigen Ort entspricht den Bedürfnissen der Katze am besten. Auch die auf dem Markt befindlichen Katzenstreu-Produkte mit Duft wollen nur die Nasen der Katzenhalter umschmeicheln, Katzen gewinnen parfümierter Streu nichts ab.

Unsauber aus Protest?

Immer noch wird Unsauberkeit der Katze als Protestverhalten missverstanden. Tatsächlich zeigt die Katze mit Lackerln und Häufchen am falschen Ort – sofern nicht ein gesundheitliches Problem vorliegt – Unwohlsein und Verunsicherung an. Der Geruch der eigenen Ausscheidungen vermittelt der Katze ein Gefühl der Sicherheit. Sie macht damit den Wohnbereich zu ihrem Revier. Tipp: Reduzieren Sie den Stress Ihrer Katze.

Fühlt sie sich in ihrem Heim wohl und geliebt, braucht sie auch keine Duftmarken außerhalb des Kistchens.

Strafe für Unsauberkeit?

Unsauberen Katzen die Nase in den eigenen Urin zu stecken ist unsinnig. Die Katze kann eine solche Aktion gar nicht verstehen, sie vermag keinen Zusammenhang zwischen ihrem Tun und der Reaktion des Menschen herzustellen. Und es ist Tierquälerei: Katzen haben einen sehr empfindlichen Geruchssinn und leiden unter solchen Übergriffen beträchtlich.

Interview: Mehr Kistchen als Katzen im Haus

Univ.Prof. Christine Iben, Foto: Ehrensberger

Univ.Prof. Christine Iben
ist Dozentin am Institut
für Ernährung
der Veterinärmedizinischen
Universität Wien. 

Was ist bei der Katzentoilette zu beachten?

Zuerst einmal der Aufstellungsort. Das Kistchen muss jederzeit zugänglich sein und sich an einem ruhigen Ort befinden, wo die Katze wirklich ungestört ihr Geschäft verrichten kann. Der Fressplatz und der Platz fürs Kistchen sollten deutlich getrennt liegen.

Sind offene Toiletteschalen oder überdachte Kistchen besser?

Bei überdachten Toiletten wird die Streu weniger leicht ausgescharrt, und in der Regel nehmen die Katzen sie auch an. Wichtig ist, dass die Toilette groß genug ist. Es gibt ja auch sehr große Katzen, da muss man schon auf eine gewisse Bewegungsfreiheit achten. Bei Schalen ist zu beachten, dass sie ausreichend hoch sind.

Wie oft muss das Kistchen gereinigt werden?

Zumindest einmal täglich. Ist das Kistchen nicht sauber, darf man sich nicht wundern, wenn auch die Katze unsauber wird. Grundsätzlich gilt die Formel, dass man um ein Kistchen mehr aufstellen sollte als Katzen im Haus sind.

Das Kistchen muss nicht nur gereinigt werden, die Hinterlassenschaft der Katze sollte auch bewusst kontrolliert werden …

Man sollte schon darauf achten, wie oft die Katze die Toilette aufsucht. Bemerkt man etwa, dass sie sehr oft ihr Geschäft verrichtet oder immer wieder erfolglos versucht, Harn oder Kot abzusetzen, muss der Tierarzt konsultiert werden. Gerade Kater neigen zu Harnwegserkrankungen. Probleme beim Urinieren sind da Hinweise. Flüssiger Kot oder gar Blut in den Ausscheidungen ist natürlich erst recht ein Alarmzeichen.

Das Kistchen ist für Katzen nicht nur wegen der Entleerung wichtig …

Schon kleine Katzen nehmen aktiv Anteil, wenn das Katzenklo gereinigt wird. Selbstverständlich haben die Ausscheidungen für Katzen auch Signalfunktion. Deshalb ist es wichtig, das Kistchen regelmäßig zu reinigen. Katzen sind Gewohnheitstiere. Sie lieben auch da die Regelmäßigkeit und schätzen es als Zeichen der Zuwendung.

Was tun, wenn die Katze unsauber wird?

Zuallererst muss der Tierarzt abklären, ob nichts Organisches vorliegt. Ist die Katze gesund, kann Stress die Ursache für die Unsauberkeit sein. Katzen reagieren sehr sensibel auf Veränderungen in ihrer Umgebung. Ein guter Tipp ist, einfach mehr Katzenkistchen aufzustellen. Und man sollte natürlich generell darauf achten, dass sich die Katze wohlfühlt: Auch Langeweile kann Stress erzeugen. Hin und wieder ein neues Spielzeug sorgt für Spaß und Abwechslung.

Katzenstreu: wo gekauft?

Den Testsieger Premiere haben wir bei Fressnapf erstanden, ebenso MultiFit, Biokat’s classic und Fit+Fun. Quality first und Cats Plus Katzenstreu kauften wir bei Merkur. Cats Plus Katzenstreu bianco stammt von Zielpunkt. Auch im Internet waren wir diesmal unterwegs. Cat’s Best ÖkoPlus, Super Carino und Biokat’s fresh bestellten wir online auf www.zooplus.at . Bio Plus und Sully Plus haben wir bei Interspar, Pfötchen beim Pfötchen Express (Wien, Donauzentrum) erstanden. Extreme Classic und TopCat holten wir bei Hornbach, Julia bei Plus aus dem Regal. Catsan und Natusan haben wir bei Metro, Coshida bei Lidl und Ricki bei Penny eingekauft.

Katzenstreu: Kompetent mit "Konsument"

  • Marktführer Klumpstreu.  Mit klumpender Streu können nicht nur Häufchen, sondern auch Pfützchen entfernt werden.
  • Länger im Kistchen.  Klumpstreu muss nicht so oft getauscht werden. Durch den niedrigeren Verbrauch entstehen auch geringere Kosten.
  • Preiswert pinkeln.  0,02 Euro ist der günstigste Preis für einmal aufs Kistchen. Das schaffen von den „guten“ neben Testsieger Premiere auch Cat’s Best und Bio Plus.
  • Rasche Bindung.  Je schneller eine Streu Flüssigkeit bindet, desto besser. Sonst bilden sich Beläge im Kistchen, die mühsam entfernt werden müssen.
  • Ablaufdatum.  Keine Kistchenfüllung hält ewig. Nicht nur Streu wechseln, sondern auch die Katzentoilette regelmäßig auswaschen.

Katzenstreu: Testkriterien

Im Test: 23 klumpende Katzenstreuen.

Laborprüfung: Bestimmung der Ergiebigkeit (in Anlehnung an die Önorm S 1002) und des Anteils an Feinpartikeln.

Praxistest: Für den Versuch standen 3 gleichartige Räume mit je 4 Katzen zur Verfügung. In jedem Raum wurden 2 Katzenklos mit Deckel aufgestellt. Dreimal drei Tage lang wurde eine Streu in einem Raum getestet, wobei die Katzenstreu nach einem randomisierten Verfahren eingesetzt wurde.

Geruch: Nach Abnahme des Deckels der Katzentoilette wurden Urin- und Kotgeruch beurteilt.

Entfernen von Ausscheidungen: Täglich wurden die Urinklumpen und Kothäufchen entfernt. Die Entfernung wurde mittels Fragebogen beurteilt. Außerdem wurde überprüft, ob sich am Boden des Kistchens Rückstände gebildet hatten.

Staubbelastung und Verschmutzung: Die Staubbelastung wurde sowohl beim Befüllen der Katzentoilette als auch beim Entfernen der Klumpen und der Entsorgung der Streu beurteilt. Darüber hinaus wurde die Verschleppung von Streukörnchen bzw. deren Haftung am Fell der Katze bewertet.

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