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Hundefutter - Risiko im Fressnapf

  • 27 als Allein-Futter angebotene Produkte im Test
  • Trockenfutter kann sehr gut und sehr günstig sein
  • Gesundheitsrisiko für Welpen

 

Trend zu Trockenfutter

Trockenfutter macht Hundebesitzern das Leben angenehm: Es trägt sich viel leichter als Feuchtfutter, was die Rückenmuskeln und Bandscheiben von Frauchen und Herrchen schont; die aufwendige Reinigung von Dosen und Schalen entfällt, auch der Napf ist rascher gesäubert; und auf Reisen ist die Fütterung einfach zu bewerkstelligen. Der Trend zum Trockenfutter zeigt Wirkung: Österreichs Hundehalter und ihre rund 640.000 Vierbeiner können sich über ein immer breiteres Angebot an Produkten freuen. Doch ist auch wirklich alles drin, was Bello braucht?

27 Produkte im Test

Wir haben 27 Trockenfutter – 15 für erwachsene Hunde, 12 ohne Altersbeschränkung – getestet und dabei so manche Überraschung erlebt. Gleich sieben Produkte (siehe Tabelle) mussten mit „nicht zufriedenstellend“ beurteilt werden. Häufigster Beanstandungsgrund: Obwohl sie ohne Altersbeschränkung empfohlen werden, wurde bei fünf Produkten die Kalzium-Obergrenze für Welpen überschritten. Bei Jungtieren großwüchsiger Rassen können dadurch Skelettschäden entstehen.

Oft zu geringe Dosierung

Andere wichtige Inhaltstoffe fanden wir wiederum in zu niedriger Dosierung: So waren etwa bei Marengo Classic-Genuss die Vitamine A und E überhaupt nicht nachweisbar, bei Frolic complete mit Rind, Karotten und Getreide wich nicht nur das Verhältnis Kalzium – Phosphor erheblich nach unten ab, der Gehalt an Selen lag erheblich unter dem Bedarf, das Verhältnis von Linol- zu alpha-Linolsäure war ungünstig. Bei Schlecker/AS Aktiv Crox mit Fleisch und Getreide war der Selen-Gehalt zu gering, bei Yarrah Bio Ökologische Hundebrocken mit Huhn der Gehalt an Vitamin A.

Hoher Preis trotz schwerer Mängel

Wer „bio“ kauft, will sein Tier besonders gesund ernähren – dass gerade so ein Produkt schwere Mängel aufweist, ist besonders ärgerlich. Vor allem, wenn der Konsument für eine Tagesration (wir haben den Bedarf eines rund 15 Kilogramm schweren, erwachsenen Hundes bei geringer körperlicher Aktivität berechnet) auch noch stolze 85 bis 93 Cent hinblättern muss!

Auch billig kann gut sein

Zum Vergleich: Am billigsten futtert Bello bei Lidl/Gerodog Vollkost-Croquettes mit Rind und Gemüse Vollkost-Brocken – da kommt eine Tagesration auf 18 Cent, und dieses Futter konnte immerhin mit „gut“ beurteilt werden. Nur wenig teurer, nämlich auf 20 Cent pro Tagesration, kommt Edeka/Domino Vollwert Menü mit Rind, Geflügel und Mais, und dieses sehr günstige Produkt erreichte im Test sogar ein „sehr gut“. Ebenfalls mit „sehr gut“ beurteilen konnten wir Select Gold Adult mit Rind und Royal Canin Medium Adult sowie das Hofer-Produkt "Maximus".

 

Für gute Auswahl sorgen

Prinzipiell ist Trockenfutter keineswegs weniger gesund und nahrhaft für Hunde als Feuchtfutter. Trotzdem sollte man vor allem junge Tiere auch mit Feuchtfutter bekannt machen und ihnen generell verschiedene Produkte anbieten. Trocken- und Feuchtfutter kann man auch mischen. Das erleichtert die Umstellung auf ein anderes Produkt. Diese kann notwendig sein, wenn der Hund einmal Diät halten muss oder das gewohnte Futter nicht zur Verfügung steht.

Katzenfutter ist tabu

Grundsätzlich sollte ein Hund nur mit speziellem, auf seine Bedürfnisse abgestimmtem Futter ernährt werden. Keinesfalls dürfen Hunde Katzenfutter fressen: Dessen hoher Eiweißgehalt – die Faustregel besagt, dass Hundefutter zu zwei Dritteln aus Kohlenhydraten und zu einem Drittel aus Eiweiß bestehen soll, bei Katzen ist das Verhältnis umgekehrt – kann nach kurzer Zeit zu schweren Nierenerkrankungen führen. Nicht nur was der Hund zu fressen bekommt ist wichtig, sondern auch das „Wie“.

Ruhe beim Fressen

Der Fressplatz sollte sich an einem ruhigen Ort befinden. Immer wieder kommt es zu Bissverletzungen, weil etwa Kinder den Hund beim Fressen stören und dieser sein Futter verteidigt. Nach der Mahlzeit sollte das Tier ruhen. Springen oder Laufen kann zu einer lebensgefährlichen Magendrehung führen. Oder zum Erbrechen – für uns Menschen nicht appetitlich, aber ganz normal: Der Hund erbricht unmittelbar nach der Mahlzeit das Futter und frisst es gleich wieder. Kommt das nur hin und wieder vor und zeigt das Erbrochene weder üblen Geruch noch Schleim oder Verfärbungen, ist das ein ganz normales „wölfisches“ Verhalten. Passiert es oft und wirkt das Erbrochene ungesund, sollte man den Tierarzt konsultieren.

Immer Wasser dazu

Auch ein Hund lebt nicht nur vom Futter alleine: Gerade bei der Ernährung mit Trockenfutter muss immer ausreichend frisches Wasser zur Verfügung stehen. Keinesfalls Milch, auch nicht für Welpen, sie kann zu schwerem Durchfall führen.

Nichts vom Tisch

Menschliche Nahrung ist generell nichts für Bello: Die meisten Hunde sind sehr interessiert an dem, was Herrchen und Frauchen speisen, weil sie sich an ihren „Rudelführern“ orientieren und es ihnen gleichtun wollen. Doch da heißt es hart bleiben. Bekommt der Hund etwas vom Tisch, wird er zum lästigen Bettler. Außerdem schaden ihm Gewürze und viele andere Inhaltstoffe menschlicher Nahrung.

Belohnungen in Maßen

Und auch bei den „Leckerlis“ zwischendurch sollte nur Hundegerechtes verfüttert werden: Die Extras müssen im Übrigen in die tägliche Nahrungsmenge eingerechnet und diese sollte entsprechend reduziert werden – sonst darf man sich nicht wundern, wenn der Hund dick wird.

Spielen statt Füttern

Wobei Liebe auch beim Hund nicht nur durch den Magen geht: Wer seinen Hund belohnen will, muss ihm nicht immer Futter zustecken. Ein Extra-Spaziergang oder ein kleines Ballspiel freut genauso, wenn nicht mehr, und hält den Hund schlank und gesund.

Wo gibt es die Besten aus dem Test?

Select Gold ist erhältlich bei Fressnapf (siehe www.fressnapf.at ), Royal Canin sowie Eukanuba in Tierhandlungen und Baumärkten, Pedigree gibt es auch im Lebensmittelhandel, Brekkies u.a. bei Interspar. Nur in Tierhandlungen erhältlich sind Bosch und Hill’s. Gerodo und Bellosan sind Lidl-Produkte, Edeka/Domino ist in Edeka- bzw. Adeg-Märkten erhältlich ( www.adeg.at ). Schecker Dogreform im Internet ( www.schecker.at ).

Univ.-Prof. Dr. Christine Iben,
Institut für Ernährung
der Veterinärmedizinischen Universität Wien

  Wie oft sollte ein Hund gefüttert werden?
Bis zum Alter von etwa 6 Monaten sollen Hunde dreimal täglich gefüttert werden, danach bis zum Alter von einem Jahr zweimal täglich. Eine Fütterung pro Tag ist bei ausgewachsenen Tieren kleiner Rassen ausreichend, größere Rassen (ab 20 kg) sollten aber wegen der Gefahr einer Magendrehung zweimal täglich gefüttert werden. Man kann z.B. ein Drittel am Morgen geben, zwei Drittel am Abend.

Trocken- oder Feuchtfutter – was ist besser?
Prinzipiell keines von beiden, manche Tiere vertragen eher Trockenfutter, andere eher Feuchtfutter. Einige Feuchtfutter weisen allerdings einen extrem hohen Eiweißgehalt auf (am Etikett ersichtlich; z.B. Rohprotein 12 %), weshalb sie als Alleinfutter nicht geeignet sind.

Früher wurde ein Fasttag pro Woche empfohlen – macht Hunger den Hund gesünder?
Übergewichtige Tiere wird Hunger gesünder machen, während normalgewichtige oder gar unterernährte Tiere dadurch krank werden können. Ein Fasttag ist allerdings nicht empfehlenswert: Bei übergewichtigen Tieren sollte die tägliche Futtermenge bei regelmäßiger Fütterung reduziert werden.

Manche schwören aufs Selberkochen, andere auf Fütterung mit rohem Fleisch – birgt das nicht Risiken?
Selberkochen bzw. die Fütterung von rohem Fleisch mit diversen Zutaten kann durchaus eine adäquate Ernährung darstellen, wenn es richtig gemacht wird. Bei wachsenden Hunden besteht die Gefahr einer unzureichenden Gabe von Mineralstoffen, insbesondere von Kalzium, und dadurch verursachten Wachstumsstörungen. Rohes Fleisch muss von hygienisch einwandfreier Qualität sein. Die Gefahr einer Ansteckung mit der Aujeszky’schen Krankheit durch rohes Schweinefleisch ist in Österreich aber sehr gering.

Was sind die Ursachen von Fettleibigkeit bei Hunden?
Zu viel Futter (z.B. zusätzliche Leckereien) und mangelnde Bewegung.

Was Frauchen und Herrchen essen, tut Hunden kaum je gut …
Manche Nahrungsmittel, die für uns Menschen gut verträglich sind, dürfen Hunde nicht oder nur in geringen Mengen aufnehmen. Dazu zählt Schokolade, vor allem Bitterschokolade, denn Kakao enthält das für Hunde unverträgliche Theobromin. Aus den USA kommen auch Meldungen von Todesfällen bei Hunden durch die Aufnahme von größeren Mengen von Rosinen. Zwiebeln wiederum enthalten Schwefelverbindungen, die
die roten Blutkörperchen zerstören. Und Avocados enthalten das für Menschen ungiftige Persin, das jedoch für die meisten Tiere, auch Hunde, giftig ist.

Was ist wirklich "bio"?

Biologische Lebensmittel werden nach gesetzlich genau definierten Richtlinien erzeugt und nach klaren Regeln gekennzeichnet – das gilt auch für Hundefutter. Jedes echte Bio-Produkt muss zumindest am „Bio-Hinweis“ und an der „Bio-Kontrollstelle“ erkennbar sein.

Bio-Hinweis. Nur Bio-Produkte dürfen die folgenden Bezeichnungen tragen:

  • „Aus biologischem (oder ökologischem) Anbau“
  • „Aus kontrolliert biologischem Anbau“ (kbA)
  • „Aus biologischer (oder ökologischer) Landwirtschaft“
  • „Aus biologischem (oder ökologischem) Landbau“

Bio-Kontrollstelle. Sie kann entweder namentlich genannt und/oder durch die Kontrollnummer (z.B. AT-N-01-BIO) bezeichnet sein.

Hundefutter: Kompetent mit Konsument

  • Gesundheitsrisiko für Welpen.  Achten Sie bei Junghunden auf das richtige Futter, mehrere Produkte aus dem Test sind ungeeignet, ohne dass dies deklariert ist.
  • Sehr gut und günstig.  Edeka/Domino (für Hunde jeden Alters); wesentlich teurer, aber ebenfalls „sehr gut“: Fressnapf Select Gold und Royal Canin (beide nur für ausgewachsene Hunde).
  • Aktionen nutzen. Immer wieder gibt’s Aktionsangebote.  Die sollte man – nicht ohne vorherigen Preisvergleich – nutzen. Wer preisbewusst Vorräte einkauft, sorgt auch automatisch für Abwechslung – denn immer wieder sind ja andere Produkte in Aktion.
  • Großpackungen günstiger.  Großgebinde sind in aller Regel tatsächlich lohnend. Diese werden üblicherweise aber nur in Tierbedarfsmärkten und Baumärkten angeboten.
  • Sparen übers Internet?  Ketten wie Fressnapf bieten ihre Artikel auch übers Internet an. Vorteil: Die Ware wird geliefert, man spart sich das Schleppen. Aber achten Sie auf die Versandkosten!
  • Nicht zu große Vorräte einkaufen.  Gleich fürs ganze Jahr einzukaufen ist allerdings nicht ratsam. Der Hund könnte erkranken und spezielle Diät-Futtermittel benötigen, ganz abgesehen vom Verlust des Tieres durch Unfall oder Krankheit.
  • Kosten pro Mahlzeit.  Der Preis einer Packung sagt wenig über die tatsächlichen Kosten der Fütterung. Sich den tatsächlichen Preis einer Tagesration auszurechnen, kann sich aber lohnen – siehe auch unsere Tabelle .

So haben wir getestet

Im Gemeinschaftstest mit der Stiftung Warentest: 27 Trockenfutter für Hunde, die als Alleinfutter angeboten werden. Das Endurteil konnte nicht besser sein als das Urteil der ernährungsphysiologischen Qualität, falls diese schlechter als „gut“ war. Wenn der Prüfpunkt Mykotoxine „weniger zufriedenstellend“ war, wurde das Gruppenurteil Schadstofffreiheit auf das Urteil für Mykotoxine abgewertet.

Bei „weniger zufriedenstellender“ Schadstofffreiheit wurde das Endurteil um eine Stufe abgewertet. Bei „nicht zufriedenstellender“ Fütterungsempfehlung oder „nicht zufriedenstellender“ Einhaltung gesetzlicher Vorschriften wurde die Deklaration auf „nicht zufriedenstellend“ abgewertet. Bei „nicht zufriedenstellendem“ Deklarationsurteil wurde das Endurteil um eine Stufe abgewertet. Bei „weniger zufriedenstellender“ Fütterungsempfehlung konnte die Deklaration nicht besser als „durchschnittlich“ sein.

Ernährungsphysiologische Qualität: Die Futteraufnahme wurde für einen 15 kg schweren, wenig aktiven Hund berechnet. Als Energiebedarf wurden 95 kcal umsetzbare Energie/kg metabolische Körpermasse eingesetzt. Die Nährstoffaufnahme von Kalzium, Phosphor, Magnesium, Natrium, Kalium, Spurenelementen, Vitaminen, ungesättigten Fettsäuren und Protein wurde dann mit dem Bedarf verglichen. Beim Kalziumgehalt wurde bei den Alleinfuttern ohne Altersangabe bewertet, ob die sichere Obergrenze für Welpen nicht überschritten und der Bedarf von Welpen berücksichtigt wurden. Bedarfszahlen: Entnommen den Empfehlungen der DLG (1989), dem Standardwerk zur Hundeernährung von Meyer und Zentek (2005) und der Norm des National Research Council (NRC, 2006), wenn diese Werte als hinreichend bekannt vorausgesetzt werden konnten.

Schadstofffreiheit: Gemäß der Amtlichen Sammlung von Untersuchungsverfahren (ASU) nach § 35 LMBG (künftig § 64 Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch = LFBG) geprüft auf Blei, Kadmium, Arsen und Quecksilber (nicht nachweisbar). Mykotoxine (Aflatoxine, Deoxynivalenol, Zerealenon) wurden mittels IAC/HPLC bestimmt.

Mikrobiologische Qualität: Untersuchungen gemäß ISO-Methode: Koloniezahl aerob. Die Bestimmung von Salmonellen und Escherichia coli erfolgte gemäß ASU-Verfahren.

Deklaration: Prüfung nach lebensmittel- und futtermittelrechtlichen Kennzeichnungsvorschriften, Bewertung von Werbeaussagen und Fütterungsempfehlungen.

Weitere Analysen u.a.: Trockenmasse/Feuchtigkeit, Rohfett, Rohasche, Phosphor, Rohprotein, Rohfaser, Retinol (Vitamin A), Vitamin E. Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium, Zink, Kupfer, Eisen, Selen, Stärke, Zucker, Pflanzenschutzmittel/chlorierte Kohlenwasserstoffe, Screening auf CaMV35S-Promoter und NOS-Terminator, Nachweis von Roundup Ready Soja und Roundup Ready Soja in Soja, Fischartbestimmung.

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