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Hometrainer: Fahrrad- und Liegeergometer - Sparen beim Training

  • Ergometer mit hohen Preisunterschieden
  • Probleme bei Puls- und Leistungsangaben
  • Unnötige Belastung mit Schadstoffen

Schlaffe Muskeln trimmen

Alle Jahre wieder … kommt nach den Tagen des Völlerns und Feierns die Fastenzeit und man nimmt sich vor, seine überflüssigen Kilos loszuwerden oder seine schlaffen Muskeln ein wenig zu trimmen. Hilfreich dabei ist ein Hometrainer, weil der auch von Sportmuffeln sofort bedient werden kann und weil man damit von Wind und Wetter unabhängig ist. Einziger Nachteil: Nach ein paar Wochen der Begeisterung kann es auf so einem Standfahrrad gehörig fad werden. Daher sollte man schon vor der Anschaffung überlegen, wie man sich die Zeit auf dem Trainingsgerät verkürzen kann.

Knackpunkt Motivation

Die Hersteller versuchen die Motivation der Benutzer durch mehr oder weniger originelle Trainingsprogramme zu steigern. Bei Ergometern gehören sie zur Standardausstattung. Als Ergometer werden jene Hometrainer bezeichnet, die über eine Leistungsanzeige (in Watt) verfügen. Diese ermöglicht eine exakte elektronische Einstellung der Belastungsstufe, die mechanische Einstellung bei gewöhnlichen Hometrainern ist weit weniger exakt, sie ermöglicht außerdem keinen Quervergleich (mit anderen Personen auf anderen Geräten). Und die Wattangabe ist auch für ein gezieltes Training nach einem vorgegebenen Programm erforderlich.

Verschiedene Streckenprofile

Dabei kann man unter verschiedenen Streckenprofilen mit automatisch wechselnder Belastungsintensität wählen. Das reicht bis zum Abfahren realer Radstrecken, deren Verlauf der Benutzer über eine Computerschnittstelle auf dem Monitor verfolgen kann (Daum, Kettler, Horizon). Sogar Wettrennen mit Gleichgesinnten in aller Welt sind mit den Ergometern möglich.

Ablenkung vom eintönigen Radeln

Ablenkung vom eintönigen Radeln

Wer der Faszination des Leistungssports nicht erliegt, kann sich durchaus auch selbst motivieren. Es geht ja darum, eine Ablenkung vom eintönigen Dahinradeln zu finden. Je nach Vorliebe kann man ein Buch lesen (die Displays der Geräte eignen sich allerdings schlecht als Auflage); man kann Musik hören – über die Hi-Fi-Anlage oder via MP3-Player und Ohrstöpsel; und man kann den Hometrainer vor einem TV-Gerät postieren und Filme oder Dokus verfolgen, die man sich sonst vielleicht nie ansehen würde.

Hometrainer sind noch immer die beliebtesten Fitnessgeräte zur Steigerung der Ausdauer (Herz-Kreislauf-Training). Sie kommen auf einen Marktanteil von schätzungsweise 60 Prozent. Den Rest des Marktes für Großgeräte teilen sich Crosstrainer (über 30 %) und Laufbänder. Letztere haben die höchsten Wachstumsraten. Hometrainer sind vergleichsweise problemlos zu bedienen.

Trend geht zum Ergometer

Unter den Hometrainern geht der Trend zu den Ergometern, Trainingsgeräte ohne Leistungsanzeige werden eher von Einsteigern nachgefragt. Wer die positiven Wirkungen (für die Gesundheit und/oder zwecks Gewichtsreduktion) bereits schätzen gelernt hat, greift eher zu den teureren Ergometern. Auch diese sind bereits ab 300 Euro zu haben, wie das Modell Buffalo Montreux in unserem Test beweist. Es kann im Quelle-Versand zu diesem Preis bezogen werden, bei Otto oder Universal Versand kostet es 100 Euro mehr.

Von einem Test der Stiftung Warentest haben wir zehn in Österreich erhältliche Ergometer-Modelle ausgewählt (leider ist kein Modell der Intersport-Marke Energetics darunter), weiters finden Sie in unserer Tabelle zu Vergleichszwecken ein Modell ohne Leistungsanzeige und ein Liegeergometer.

Besser mit Brustgurt

Besser mit Brustgurt

Alle Testmodelle arbeiten mit berührungslosen Bremssystemen (Magnet- oder Wirbelstrombremse). Diese dienen zur Erhöhung des Tretwiderstandes und damit der Belastung. Die billigere Variante, ein Bremsband, wird zumindest bei Ergometern nicht mehr verwendet. Vorteil der berührungslosen Bremsen: ein runder Tritt und eine geringere Lautstärke, was vor allem die Mitbewohner schätzen werden.

Fünf Frauen und drei Männer

Fünf Frauen und drei Männer haben die Trainingseigenschaften der Geräte bewertet. Die Tester waren sich weitgehend einig, es gab kaum größere Abweichungen. Ausgenommen bei der Pulsanzeige. Das liegt an den ungenauen Pulsaufnehmern, die bei manchen Personen leidlich funktionieren, bei anderen gar nicht; das heißt, es wird kein Wert angegeben.

Pulsmessung am besten mit Brustgurt

Am unzuverlässigsten dürften die Handschalen sein, die in die Griffe integriert sind. Ohrclips sind ebenfalls sehr ungenau. Am besten klappt die Pulsmessung an der Brust mittels Brustgurt, der allerdings häufig dazugekauft werden muss. Nur bei sechs Geräten im Test wird er mitgeliefert.

Nicht alle Anzeigen sind brauchbar

Nicht alle Anzeigen sind brauchbar

Eine europäische Norm schreibt für Ergometer eine bestimmte Messgenauigkeit vor, erlaubt sind maximal zehn Prozent Abweichung nach oben und unten. Diese relativ hohen Toleranzgrenzen schaffen viele Modelle problemlos. Größere Ungenauigkeiten wurden allerdings bei Life Fitness, Vision Fitness und Horizon festgestellt. Die angezeigte Leistung lag deutlich unter der tatsächlichen. Das könnte fatale Folgen für jene haben, die sich darauf verlassen. Beispielsweise für einen Herzpatienten, der eine vorgegebene Leistung nicht überschreiten darf. Immerhin kann auf diesen drei Modellen aber mit einem Pulsprogramm gefahren werden.

Verlässlichkeit der Pulsanzeige

Umso wichtiger ist daher die Verlässlichkeit der Pulsanzeige. In Zukunft müssen Ergometer so konstruiert sein, dass sie bei Verlust des Pulssignals spätestens nach einer Minute den Widerstand reduzieren. Daum Premium 8 und Kettler X 3 erfüllen diese Anforderung schon jetzt.

Watt und Herzfrequenz weniger wichtig

Andere Anzeigen, neben Watt und Herzfrequenz, sind weniger wichtig. Oder überhaupt irreführend, wie etwa die Geschwindigkeitsanzeige. Dieser Wert wird meist ausschließlich über die Drehzahl bestimmt, was wenig Sinn macht, weil ja der Widerstand sehr unterschiedlich sein kann. In der Praxis ist es auch nicht egal, ob man bergauf oder bergab 50 Stundenkilometer erreicht.

Es gibt allerdings drei Modelle, die in der Geschwindigkeitsberechnung auch den Widerstand berücksichtigen. Zufällig sind es gerade jene drei, die mit ungenauen Wattangaben negativ aufgefallen sind (Life Fitness, Vision Fitness, Horizon).

Schadstoffe (PAK) in den Handgriffen

PAK in den Handgriffen

Keines der getesteten Modelle erfüllt seine Funktion schlechter als durchschnittlich. Doch bei fast allen wurden Schadstoffe in den Handgriffen nachgewiesen, was zu entsprechenden Abwertungen führte. Nur 2 von 12 verzichten auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Phthalate in den Griffen: Kettler X 3 und Life Fitness. Wobei der Krebserreger PAK über die Haut in den Körper dringen kann. In zwei Fällen war die Dosis so hoch, dass das Gesamturteil auf "nicht zufriedenstellend“ abgewertet wurde.

Kettler Polo S

Die Bewertung des Hometrainers ohne Leistungsangabe (Kettler Polo S) leidet natürlich darunter, dass der Widerstand nur mechanisch eingestellt werden kann. Ein Tipp: Wenn man das Einstellrad zunächst auf Minimum stellt und dann auf die gewünschte Trainingsstufe, erwischt man die richtige Stufe leichter. Insgesamt schneidet das Kettler-Rad mit einem guten "durchschnittlich“ ab. Das Ergebnis darf aber nicht verallgemeinert werden. Es gibt auf diesem Sektor viele Billigangebote um rund 150 Euro, die deutlich schlechter abschneiden würden.

Liegeergometer bei Rückenproblemen

Das Liegeergometer, ebenfalls von Kettler, eignet sich vor allem für ältere Personen und solche mit Rückenproblemen. Es ist zwar sperriger, ermöglicht aber ein bequemes Auf- und Absteigen und entspanntes Sitzen (mit Rückenlehne). Nach Punkten schneidet es besser ab als die besten Ergometer (66 Prozentpunkte).

Testtabelle: Hometrainer

Zusammenfassung

  • Gute ab 300 Euro. Gute Ergometer müssen heute nicht mehr teuer sein. Testsieger wurde mit dem Daum Premium 8 zwar ein teures Modell (1.499 Euro), doch kaum schlechter ist das Buffalo Montreux, das es im Quelle-Versand um 300 Euro gibt.
  • Fast kein Gerät schadstofffrei. Nur zwei Hometrainer sind frei von Schadstoffen. Und das bei Modellen, die bis zu 1.500 Euro kosten. Das einzige gute und schadstofffreie Modell ist das Kettler X 3 – zu einem moderaten Preis: 750 Euro.
  • Fit bei jeder Witterung. Der Hometrainer ist die Schlechtwetter-Alternative zu Laufen, Nordic Walking, Radfahren oder Schilanglauf. Er ist auch für ältere und kranke Personen (mit ärztlicher Beratung) geeignet. Regelmäßiges Training fördert das körperliche und seelische Wohlbefinden.

Anbieteradressen

Buffalo: Quelle AG, 0732 20 99, www.quelle.at
Daum: Christian Deixler, 07242 35 06 14, www.daum-electronic.at
Finnlo: Hammer Sport AG, Neu-Ulm (D), +49 731 974 88-0, www.finnlo.de
Horizon: Style Fitness GmbH, Frechen (D), +49 2234 43 35 50, www.horizonfitness.de
Kettler Austria GmbH, 0662 62 05 01-0, www.kettler.at
Life Fitness Vertriebs GmbH, 01 615 71 98, www.lifefitness.com
Pegasus Sport: Zweirad Einkaufs-Genossenschaft eG, Köln (D), +49 221 179 59-0, www.zeg.at
Reebok: H.F. Marketing internationale Handels-GmbH, 01 283 51 35, www.hfmi.at
Tunturi: Fitstore 24 Zanier GmbH, 04852 688 66, www.fitstore24.at
Vision Fitness: Style Fitness GmbH, Frechen (D), +49 2234 43 35 50, www.visionfitness.de

Testkriterien

Von einem Test der Stiftung Warentest veröffentlichen wir die Ergebnisse von 10 Ergometern, einem Liegeergometer und einem Gerät ohne Leistungsanzeige.

Trainieren. Acht Testpersonen beurteilten Auf- und Absteigen, Körperanpassung, Gleichlauf der Trittbewegung, Druckverteilung, Größe und Form des Sitzes, Pulsanzeige, Förderung der Trainingsmotivation und Geräuschentwicklung.

Handhabung
. Expertenbeurteilung der Gebrauchsanleitung und der Entsorgungshinweise in Anlehnung an DIN EN 957 sowie der Montage. Im Rahmen der Praxisprüfung bewertet wurden: Verstellbarkeit, Belastungseinstellung und Anzeigen. Weiters Reinigung und Wartung.

Technische Prüfung
. Anzeigegenauigkeit in Anlehnung an DIN EN 957. Wiederauffindbarkeit der Leistungsstufen: Messung der Abweichung bei erneuter Einstellung der Stufen. Haltbarkeit und Schonung der Aufstellfläche im Rahmen des Praxistests.

Sicherheit. Messung der mechanischen Sicherheit (DIN EN 957), Prüfung auf mögliche Quetsch- und Scherstellen. Prüfung der Standsicherheit im Labor bei 5 und 10 Grad Neigung sowie im Praxistest.

Schadstoffe in den Griffen
. Geprüft wurde auf PAK, Phthalate und Phenolverbindungen.
 



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