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Haustiere, Serie - Teil 2 - Seelenfreund und Spielgefährte

Ein eigenes Haustier steht bei den meisten Kindern ganz oben auf der Wunschliste. Im zweiten Teil unserer Serie informieren wir über die Voraussetzungen, damit die „tierische Familienbeziehung“ auch wirklich klappt.

Spielgefährten ...

Die meisten Kinder wünschen sich nichts sehnlicher als einen vierbeinigen Spielgefährten. Und wissenschaftliche Studien zeigen, dass der Kontakt zu Tieren positive Auswirkungen auf ihre Entwicklung hat.

... zum Ausweinen

Befragte Kinder gaben an, sich bevorzugt bei ihrem geliebten Haustier auszuweinen, wenn sie Kummer haben. Kein Wunder: Meerschweinchen & Co trösten eben anders als die Erwachsenen, sie tun das ohne Bedingungen zu stellen und zu ermahnen. Im Unterschied zu Eltern, Großeltern oder anderen „menschlichen“ Bezugspersonen müssen Tiere ja nicht erziehen – und sind gegebenenfalls doch sehr effiziente Pädagogen: Sie reagieren spontan und ohne „Hintergedanken“ auf das Verhalten des Kindes und signalisieren sofort, wenn sie etwas nicht mögen – sie zeigen aber auch ihre Zuneigung bedingungslos.

Reden lernen - aber ohne Worte

Das Einfühlungsvermögen in andere wird durch den Kontakt mit Tieren ebenso gefördert wie die Fähigkeit zur nonverbalen Kommunikation. Kinder lernen Verantwortung zu übernehmen und Rücksichtnahme. Ihr Potenzial, die Wünsche und Bedürfnisse anderer zu respektieren wird ebenso gestärkt wie ihr Selbstbewusstsein: Denn ein Tier nimmt das Kind so wie es ist, wertet nicht und misst nicht an einem Ideal. Nicht von ungefähr werden Tiere bei der Behandlung von geistig, seelisch und körperlich behinderten Kindern eingesetzt: Die vierbeinigen „Therapeuten“ motivieren oft weit effizienter als Menschen das tun könnten und machen erstaunliche Entwicklungsfortschritte möglich.

Tiere machen Arbeit und kosten Geld

Doch alle diese positiven Wirkungen zeigen sich nur dann, wenn Kinder und Tiere „richtig“ zusammenkommen. Dem Kind einfach ein Haustier zu schenken, um des lieben Friedens willen, ist zu wenig – und endet mit großer Wahrscheinlichkeit für alle Beteiligten enttäuschend. Denn jedes Haustier macht Arbeit und kostet Geld. Und auch wenn Kinder noch so sehr beteuern, dafür auf alles Mögliche verzichten und alle Versorgungsarbeiten übernehmen zu wollen, so sind solche Versprechungen meist sehr kurzlebig.

Ab elf, zwölf Jahren

Tatsächlich sind Kinder von ihrer mentalen Entwicklung her erst im Alter von elf, zwölf Jahren wirklich in der Lage, ein Haustier selbstständig zu versorgen. Gerade in diesem Alter treten aber vermehrt andere Interessen in den Vordergrund – da sind Freunde und Popmusik vielleicht doch bald wichtiger als der Vierbeiner.

„Kindertiere“ sind „Elterntiere“

Eltern müssen sich im Klaren sein: Letztlich tragen sie die Verantwortung für das Tier – und es ist vielleicht immer noch „Familienmitglied“, wenn das Kind schon eigene Wege geht. Deshalb sollten alle in der Familie mit der Haustier-Anschaffung einverstanden sein. Denn wenn das Tier zum ständigen Streitpunkt wird, sind keinerlei positive „pädagogische Effekte“ zu erwarten. Selbstverständlich können und sollen Eltern die Kinder ermahnen, ihre Versprechungen bezüglich des tierischen Hausgenossen einzuhalten, doch ständiges Nörgeln vergiftet nur die Atmosphäre – besser ist es, zum Beispiel Versorgungsarbeiten gemeinsam durchzuführen und das Kind so einzubinden.

Dem Kind das Tier erklären

Auch sonst sollten Eltern den Kontakt Kind–Tier aktiv in die Hand nehmen – im wahrsten Sinn des Wortes. Die Eltern müssen dem Kind die Körpersprache des Tieres erklären, sie müssen ihm vermitteln, dass der vierbeinige Freund Ruhepausen braucht und dass seine Bedürfnisse zu respektieren sind.

Kleinkinder nie mit dem Tier allein lassen

Kleine Kinder sollten nie mit einem Haustier alleine gelassen werden, egal welches. Bis ins Schulalter sind Kinder oft ungeschickt, sie können ihm unbeabsichtigt wehtun – ein Abwehrverhalten des Tieres kann das Kind verletzen, möglicherweise wird das Tier aber auch selbst verletzt. Immer wieder landen Meerschweinchen und andere „Kindertiere“ mit Knochenbrüchen und inneren Verletzungen in den Tierarztpraxen, weil sie von ihren jungen „Besitzern“ fallen gelassen wurden.

Den Kontakt liebevoll steuern

Kleine Kinder tun Tieren mitunter auch aus Neugier und Unwissenheit weh: Sie können aufgrund ihres mentalen Entwicklungsstandes noch gar keinen Zusammenhang zwischen eigenen Gefühlen und dem Erleben des Tieres herstellen und wissen deshalb nicht, dass sie dem Tier Schmerz zufügen. Nur wenn Eltern sich mit dem Nachwuchs gemeinsam mit dem Tier beschäftigen, kann das Kind Mitgefühl und Rücksichtnahme lernen.

Welches Tier für welches Kind?

Viele Kinder wünschen sich einen Hund, aber nur die Eltern können beurteilen, ob die Lebensbedingungen der Familie die Haltung eines Hundes zulassen. Dazu gehört auch, dass Eltern ihrem Kind im Fall des Falles klar machen, dass ein Hund nicht entsprechend betreut werden kann und es deshalb richtig und tierfreundlich ist, keinen anzuschaffen. Doch selbst wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen, lassen sich Eltern immer wieder breitschlagen und schaffen ein Haustier an, obwohl sie eigentlich gar keines in der Familie haben wollen. Stress und Probleme sind damit allerdings vorprogrammiert.

Keines Kind, großes Tier

Grundsätzlich gilt: Je kleiner das Kind, umso größer das Tier. Für kleine, noch ungeschickte Kinder sind Kleintiere völlig ungeeignet, weil das Risiko von Verletzungen für das Tier extrem hoch ist. Abgeraten werden muss auch von Fischen, die oft als „Verlegenheitslösung“ angeschafft werden: Als reine „Beobachtungstiere“ sind sie – ebenso wie Vögel – erst für ältere Kinder geeignet, die bereits Interesse an Biologie zeigen. Außerdem verlangt ihre Pflege viel Fachwissen; fehlt das, landen „Nemo & Co“ bald tot in der Toilette – womit Sensibilität und Verantwortungsbewusstsein beim Kind nicht gerade gefördert werden.

Spielkamerad, nicht Spielzeug

Nur wenn die Haltungsbedingungen stimmen, fühlen sich Haustiere wohl. Das bedeutet bei den meisten Kleintieren zumindest paarweise Haltung. Und der Käfig sollte an einem ruhigen, zugfreien Ort aufgestellt werden, nicht im Kinderzimmer, wo getobt wird. Ist das Haustier durch nicht artgerechte Haltung im Stress, kann es abweisend bis bissig werden – immer wieder landen Tiere im Tierheim, weil sie sich nicht „kinderfreundlich“ verhalten haben. Auch für die kleinen Besitzer sind solche Erfahrungen negativ: Das Kind lernt, dass man ein Lebewesen, das sich nicht wohl verhält, einfach weggeben kann – und gegebenenfalls durch ein neues ersetzen, das besser gefällt, mehr Spaß macht.

Der Kontakt mit dem zärtlichen, lustigen und interessanten Gefährten kann Kinder fürs ganze Leben positiv prägen – doch sie lernen vor allem durch Beispiel und Nachahmung. Wird in der Familie mit dem vierbeinigen Freund liebevoll und auch respektvoll umgegangen, können Eltern und Haustier als „Pädagogenteam“ viel bewirken.

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Serie Haustiere

In Heft 10/2005: Hund´ und Katz ´

In Heft 12/2005: Exoten fürs Heim

Damit der „Hausfreund“ nicht langweilig wird

Schon bevor ein Tier ins Haus kommt, sollten Eltern sich gründlich über seine Bedürfnisse und die richtigen Haltungsbedingungen informieren. Oft wird das so sehnlich gewünschte Tier dem Kind schon bald „langweilig“ – doch Kinder müssen unter Anleitung der Erwachsenen ja erst lernen, das Tier zu verstehen und mit ihm zu kommunizieren. Ganz wichtig: Bis auf Hunde und Katzen, die Freigang haben, sollten die meisten Kleintiere zumindest paarweise gehalten werden. Dann zeigen Meerschweinchen & Co auch ihre gesamte interessante Verhaltenspalette.

Krank durchs Haustier?

Ein gesundes Tier macht nicht krank: Schon unmittelbar nach der Anschaffung sollten Sie den neuen Gefährten tierärztlich untersuchen lassen. Im Übrigen sollten alle Tiere, nicht nur Hund und Katze, einmal jährlich zur Kontrolle zum Tierarzt. Zeigt das Tier Verhaltensänderungen oder Krankheitssymptome, muss es ohnehin rasch in Behandlung. Von gut gepflegten, richtig ernährten Haustieren gehen keine Gesundheitsrisiken aus, auch nicht für Kinder. 

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