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Haustiere: Futter-Ergänzungsmittel - Im Normalfall überflüssig

, aktualisiert am

Nahrungsergänzungsmittel gibt es inzwischen nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere. Doch wie bei den Zweibeinern hilft auch bei den Vierbeinern viel nicht viel, sondern kann – ganz im Gegenteil – schaden.

Für viele Katzen- und Hundehalter lautet die Devise: Für Maunz und Bello ist nur das Beste gut genug. Damit die Haustiere gesund und vital bleiben, wird ordentlich Geld in ihre Ernährung investiert. Die Regale in den Supermärkten, den Filialen von Tiernahrungsketten und Zoofachgeschäften sind voll mit Dosenfutter, Trockenfutter, Katzenmilch, Gourmetschälchen und Spezialnahrung.

Mehr als 400 Millionen Euro werden hierzulande jährlich für Haustierfutter ausgegeben. Den Großteil davon verputzen Hund und Katz. Es gibt auch genug hungrige Mäuler zu stopfen: Rund 1,7 Millionen Stubentiger streifen schnurrend um die Futterschüsseln, während an die 600.000 Hunde darauf warten, dass jemand ihren Napf füllt.

Zusatz zum Futter

Doch Fertigfutter für Haustiere, auch Alleinfuttermittel genannt, genügt längst nicht mehr. Es gibt inzwischen auch sogenannte Ergänzungsfutter. Darunter versteht man Futtermittel mit einem hohen Gehalt an bestimmten Stoffen. Sie eignen sich aufgrund ihrer Zusammensetzung nicht als alleiniges Futter, sondern kommen zusätzlich in den Fressnapf. Auch die beliebten Leckerlis zur Belohnung zählen übrigens zu dieser Produktgruppe.

Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren, Spurenelemente

Diese Futterergänzungsmittel für Haustiere sollen nach Ansicht der Hersteller für stabile, intakte Sehnen, Bänder und Knochen sorgen, die Widerstandskraft fördern, die Herzfunktion unterstützen, das Fell glänzen lassen und bei der Verdauung helfen. Meist handelt es sich bei den angebotenen Produkten um Vitamin- und/oder Mineralstoffmischungen, Präparate mit essenziellen Aminosäuren sowie Mischungen mit Spurenelementen.

Angeboten werden sie in unterschiedlichen Darreichungsformen wie etwa als Pasten, Tabletten, Pulver, Tropfen, Gele, Flocken, Kapseln oder Tinkturen. Meist können sie bequem dem gewohnten Futter beigemengt werden.

Überdosis

Überdosis

Doch sind zusätzliche Vitamine bzw. Mineralstoffe für Tiere überhaupt nötig und wenn ja, wann? Geht es nach den Verkäufern von Ergänzungsfuttermitteln, sollten ihre Produkte zugefüttert werden bei Stress, körperlicher Belastung, während des Wachstums oder im Fall von Trächtigkeit, beim Haarwechsel oder falls die Haare dauerhaft ausfallen. Das klingt zwar plausibel, doch bei einer den Lebensphasen des Tieres angepassten Ernährung führen die aufgezählten Belastungen nicht automatisch zu einer Unterversorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen.

Kommt es zu einer Änderung des Allgemeinverhaltens Ihres Haustiers, sehen Haut und Fell plötzlich anders aus, bemerken Sie eine Leistungsminderung oder Anzeichen einer Erkrankung, so gehen Sie besser zum Tierarzt, statt selbst mit Futterergänzungsmitteln herumzudoktern. Nur der Arzt kann feststellen, ob es sich bei den beschriebenen Symptomen tatsächlich um die Folgen einer mangelhaften Ernährung handelt. In diesem Fall wird dann auch von ärztlicher Seite die bedarfsgerechte Dosierung eines Ergänzungsfuttermittels festgelegt.

Versorgen Sie Ihr Tier mit selbst gekochtem Futter oder setzen Sie auf Rohfleisch (Barf), kann es sinnvoll sein, mit bestimmten Futterzusätzen Mangelerscheinungen vorzubeugen. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten sie aber auch hier einen fachkundigen Tierarzt zurate ziehen.

Kein Bedarf

Ist Ihr Haustier fit und gesund und füttern Sie es mit einem Alleinfuttermittel, besteht keinerlei Ergänzungsbedarf. Alleinfuttermittel sind Mischfutter, die den Bedarf eines Tieres an allen Nährstoffen, also auch an Mineralstoffen, Spurenelementen, Aminosäuren und Vitaminen, decken.

Hat Ihr Tier alles, was es braucht, kann der freihändige Einsatz von Ergänzungsfuttermitteln die Nährstoffversorgung aus dem Gleichgewicht bringen. Denn eine Überversorgung mit Nährstoffen kann zu ähnlichen Problemen führen wie eine Unterversorgung.

Bei unseren letzten Futtermitteltests (Hundefutter (trocken) - Zum Fressen gut und Katzen-Trockenfutter - Gut für zwischendurch) stellten wir zudem fest, dass ein Großteil der im Handel angebotenen Alleinfuttermittel zu viel Kalzium, Phosphor oder Vitamin A enthält. Werden hier noch zusätzlich und unreflektiert Vitamine und Mineralstoffe zugeführt, kann es leicht zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen.

Zu viel Kalzium verhindert beispielsweise die Aufnahme von Zink und kann sich bei den Welpen großer Hunderassen sogar als gefährlich für die Entwicklung des Knochenbaus erweisen. Zu viel Vitamin A kann bei der Katze Skelettverformungen bewirken. Eine Überdosierung von Phosphor kann bei Hunden wie auch Katzen zu Harnsteinen führen. Viel hilft in diesem Fall also nicht viel, sondern macht – ganz im Gegenteil – krank!

Gutes Geschäft

Wer sein Tier mit Futterergänzungsmitteln versorgt, muss also je nach Präparat, Größe des Tieres und individuellem Bedarf mit täglichen Zusatzkosten von 0,06 bis 2,24 Euro rechnen.

Um herauszufinden, welche Futterergänzungsmittel es für Tiere gibt und was sie kosten, kauften wir bei Fressnapf und Megazoo ein. Damit Sie die folgenden Produkte besser vergleichen können, haben wir, soweit möglich, auch die Kosten für eine Tagesdosis berechnet.
KONSUMENT untersucht Futterergänzungsmittel für Tiere - Ergebnis: im Normalfall überflüssig (Bild: VKI/Romstorfer)

1) PetBalance Haut+ Katzen (Saft)
125 ml/8,99 €
Tagesdosis  0,17 €

2) PetBalance Multi Vital – Katzen (Paste)
100 g/7,99 €
Tagesdosis  0,24 €

3) Trixie Multi-Vitamin Hunde (Tabletten)
125 g/8,25 €
Tagesdosis1)

4) Catmix35 Katzen (Pulver)
150 g/9,99 €
Tagesdosis  0,19 – 0,33 €

5) Grau Glycofit Hunde, Katzen (Pulver)
200 g/15,99 €
Tagesdosis  0,55 – 2,24 €2)

6) Anibio Herz-Vital Hunde, Katzen (Pulver)
330 g/19,99 €
Tagesdosis  0,06 – 1,21 €2)

1) Umrechnung auf Tagesdosis nicht möglich, Anzahl der Tabletten fehlt auf der Verpackung
2) abhängig von Gewicht und Größe des Tieres

Hund und Katz gesund ernähren

Bei der Kost abwechseln. Ist das Tier gesund, am besten regelmäßig die Kost ändern, also zwischen den Geschmacksrichtungen und den Herstellern wechseln. Das hilft, eine Über- oder Unterversorgung zu vermeiden, und sorgt dafür, dass Ihr Tier sich nicht so an ein Produkt gewöhnt, dass es irgendwann jede andere Nahrung verweigert.

Allesfresser und Fleischfresser. Beachten Sie, dass Hunde Allesfresser sind. Hauptanteil ihrer Nahrung sollte Fleisch sein, doch auch Kohlenhydrate (etwa in Form von Brot, gekochten Erdäpfeln oder Nudeln) können beigemengt werden. Katzen dagegen brauchen fast ausschließlich Fleisch. Innereien – vor allem Leber – sollten aber sparsam gegeben werden, da sie viel Vitamin A enthalten. Trockenfutter ist nicht als Alleinfutter geeignet, da Katzen wenig trinken.

Am besten Wasser. Zum Trinken ist Wasser die erste Wahl für Hunde und Katzen. Milch vertragen nicht alle Tiere.

Verboten. Gewürzte Nahrung oder Süßes gehören nicht in den Napf. Schokolade, genauer gesagt das darin enthaltene Theobromin, ist Gift für Hunde und Katzen. Auch Nüsse, Weintrauben, Knoblauch und Zwiebel sind tabu.

Vorsicht! Aufpassen heißt es bei rohem Geflügelfleisch, da es mit Salmonellen belastet sein kann. Vorsicht ist auch bei rohem Schweinefleisch geboten, da es die Aujeszky´sche Krankheit übertragen kann.

Zusammenfassung

  • Unnötig. Wird ein Haustier – abgestimmt auf seine jeweiligen Bedürfnisse – ausgewogen ernährt, braucht es keine Ergänzungsfuttermittel.
  • Überdosiert. Der unkontrollierte Einsatz von Futterergänzungsmitteln kann schnell zu Überdosierungen und damit zu schweren gesundheitlichen Problemen führen.
  • Nicht unreflektiert. Die Gabe von Ergänzungsfuttermitteln unbedingt mit dem betreuenden Tierarzt absprechen.

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