Golfsets für Anfänger - Zum Erlernen ausreichend

, aktualisiert am

  • Preisgünstige Einstiegsmöglichkeit
  • Verarbeitung nicht immer sorgfältig
  • Einsteigersets zum Erlernen ausreichend

Auf ins Grüne

Begriffe wie "Birdie", "Putter" oder "Wedge" sind für Sie Gerichte auf der Speisekarte in einem amerikanischen Steakhouse? Oder Sie wissen, dass ein Wedge kein Hühnerflügerl vom Grill ist, sondern ein Golfschläger, hatten diesen aber noch nie in der Hand?

In beiden Fällen stehen Sie beim Golfsport noch ganz am Anfang. Wichtig für den Einstieg ist die richtige Ausrüstung, sonst kann es passieren, dass der Golf-Neuling schon nach den ersten Schlägen die Lust verliert. Wir haben zehn Einsteigersets im Wert von bis zu 400 Euro getestet.

Kein Sport für elitäre Randgruppen

Die Produkte liegen im unteren Preissegment und werden daher gerne von Anfängern gekauft, die sich über ihre sportliche Zukunft am Green noch unsicher sind. Golf ist schon lange kein Sport mehr für eine elitäre Randgruppe. Eine Jahresmitgliedschaft samt Einschreibgebühr ist hierzulande bereits um rund 300 Euro zu bekommen. Da kann kaum ein Fitnesscenter mithalten. So mancher Club lockt sogar mit reduzierten Schnupperpreisen für ein Jahr.

Welcher Run auf den Rasen derzeit herrscht, beweisen die stetig steigenden Mitgliederzahlen der insgesamt fast 200 Golfclubs in Österreich. Mehr als 100.000 Personen haben sich hierzulande mittlerweile eingeschrieben, die jährlichen Zuwachsraten liegen bei etwa zehn Prozent. Auch die Anzahl der Plätze steigt ständig – wie viele es weltweit gibt, kann nur geschätzt werden.

Mentale und körperliche Herausforderung

Das Vorurteil, Golf sei kein Sport, fällt spätestens bei der ersten Runde übers Green: Die Golfbags in unserem Test wiegen immerhin zwischen acht und zehn Kilogramm. Wer diese Bürde einen ganzen Tag über die grünen Hügel schleppt, gerät ausreichend ins Schwitzen. Hinzu kommt, dass Golf auch eine mentale Herausforderung ist. Hier kann der Spieler nichts erzwingen, die Tagesverfassung spielt eine ganz entscheidende Rolle.

Einstieg leicht gemacht

Nie zuvor war es einfacher, mit Golf zu beginnen. Selbst Diskonter bieten billige Einsteiger- Sets. Damit bekommen Sie alles, was Sie brauchen, nichts muss mühsam zusammengestellt werden. Bei unserem Test waren 10 bis 13 Schläger im Set – zwischen sieben und acht Eisen, ein Sand- Wedge, ein Pitching-Wedge, ein Putter (mit Ausnahme des Testsiegers) und bis zu vier Hölzer.

Sand-Wedge, Pitching-Wedge, Putter

Ein Sand-Wedge hilft, den Ball bestmöglich aus dem Sand zu schlagen, ein Pitching-Wedge hebt ihn über Hindernisse, ein Putter ist fürs Einlochen gedacht. Die Bezeichnung Hölzer ist ein Relikt aus alten Tagen. Sie meint bestimmte Schlägerköpfe, die früher aus Holz waren, heute aber aus Metall gefertigt werden. Hinzu kommen sogenannte Hybridmodelle, die die positiven Eigenschaften von Holz und Eisen vereinen sollen.

Zu spielen sind sie leicht wie ein Eisen, erzielen sollen sie die Weite von Hölzern. Zwei Drittel der Hersteller in unserem Test bieten solche Hybriden in ihrem Set an. Im Preis für ein Set enthalten ist meistens auch das Bag, und das kostet immerhin von 30 Euro aufwärts. Ausnahmen: Testsieger Dunlop Tour Spezial und Silverline Tour Classic TC-24 bieten kein dazugehöriges Bag.

Gute Basis

Um möglichst objektiv urteilen zu können, ließen wir nicht nur Golfprofis an die Schläger, sondern testeten auch mit einem Golf-Roboter verschiedene Parameter wie Weite, Geschwindigkeit oder die Streuung der Schläge. Die Ergebnisse waren durchaus passabel. Insgesamt können fünf Sets als anfängertauglich bezeichnet werden – Produkte von Masters, Voit, Komperdell, RAM und TOP T FLITE.

Die Schläger des Testsiegers Dunlop Tour Spezial sind zwar gut kontrollierbar und sehr stabil, allerdings eher für bereits geübtere Spieler geeignet. Gute Beurteilungen gab es, was die beim Schlagen auftretenden und den gefürchteten Golfarm verursachenden Vibrationen angeht. Die Modelle von Voit und S.T.Y.X. sind in diesem Punkt zwar nicht empfehlenswert, wer aber nicht täglich am Green steht, wird keine Belastungen spüren.

Balanceakt

Schon wenn Sie einen Schläger das erste Mal in der Hand halten, werden Sie merken, ob er Ihnen zusagt oder nicht. Dieser erste subjektive Eindruck wird durch das Schwunggewicht beeinflusst. Je kürzer der Schläger, desto kopflastiger sollte er sich anfühlen. Eine wichtige Rolle spielt auch die Beschaffenheit des Schaftes. Ist dieser flexibel und weich, können größere Weiten erzielt werden, dafür ist der Schlag allerdings weniger präzise. Ist der Schaft steif, braucht es mehr Schwung, dafür ist das Ziel leichter anzuvisieren.

Starke Streuung

Unter den Testprodukten waren Schläger, die weder das eine noch das andere Kriterium erfüllen konnten. Ihre Streuung war derart stark, dass nicht einmal Profis ihre Schläge genau zu kontrollieren vermochten. Darunter fallen Silverline und Power Edge. Vielleicht ein Manko, vielleicht volle Absicht – bei den verschiedenen Eisen gibt es keine verbindlichen Regeln betreffend den Neigungswinkel der Schlagfläche.

Bei unserem Test haben wir in einem Set (Silverline) diesbezüglich nahezu identische Schläger gefunden (Eisen 6 und 7). Bei den Eisen 8 und 9 waren die Unterschiede hingegen viel zu groß. Gut abgestimmt sind die Schläger von Voit, RAM, Dunlop und Masters. Apropos Winkel: Der Griff des Putters wurde bei den Modellen von Links2Links und TOP T FLITE derart verdreht montiert, dass ein vernünftiges Putten bei normaler Körperhaltung kaum möglich ist.

Golfschläger für Anfänger

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Dunlop:  Böhm Ernst Sportartikel-Großhandel GmbH & CoKG
Figulystraße 25,
A-4020 Linz,
GmbH & Co KG,
0732 65 33 36,
www.dunlop-golfshop.de

Komperdell Sportartikel GmbH
Wagnermühle 30,
A-5310 Mondsee,
06232 42 01-0,
www.komperdell-golf.com

Links2Links: Golfstore Group AB
BOX 508,
S-23525 Vellinge,
+46 5372 628 53

Masters: Spectrum Golf
Kreggab 26,
A-9062 Moosburg,
0650 995 11 55,
www.spectrumgolf.at

Power Edge:  Intersport Eybl & Sports Experts GmbH
Flugplatzstraße 10a,
A-4600 Wels,
07242 243-0,
www.eybl.at

RAM: Spectrum Golf
Kreggab 26,
A-9062 Moosburg,
0650 995 11 55,
www.spectrumgolf.at

Silverline Golf GmbH
Steinmetzstraße 4, D-85652 Pliening,
D-85652 Pliening,
+49 89945 481-3,
www.silverlinegolf.com

S.T.Y.X. Golf: Billa AG
IZ NÖ Süd, Str. 3, Obj. 16,
A-2355 Wiener Neudorf,
01 600-5366,
www.penny.at

TOP T FLITE: Callaway Golf Europe Ltd.
Unit A27 Barwall Business Park, Leatherh,
GB-KT9 2N Surrey,
+44 20 83 91-0111,
www.callawaygolf.com

Voit: Golf Tech Golfartikelvertriebs GmbH
Carlbergerstraße 66,
A-1230 Wien,
01 867 43 33,
www.golftech.at

Golfsets für Anfänger: Kompetent mit "Konsument"

  • Griffstärke.  Die Fingerspitzen sollten den Handballen leicht berühren.
  • Schlägerkopf.  Anfänger sollten Schlägerkopfformen bevorzugen, die Fehler leichter verzeihen.
  • Schaft und Schaftlänge.  In Fachgeschäften wird häufig die Möglichkeit zur Anpassung der Schläger an Körpergröße, Schwungtyp, Griffstärke etc. angeboten (Custom fitting).
  • Testen.  Ein Set sollte vor dem Kauf gespielt werden. Da Ihr Spiel anfangs stark von der Tagesverfassung abhängig ist, sollten Sie es an mehreren Tagen testen.

Golfsets für Anfänger: Testkriterien

Im Test: Zehn Herren-Golfschlägersets für Rechtshänder im Preisbereich bis 400 Euro.

Technische Prüfung.  Ermittlung der Schlägerleistung mittels Schwungroboter Miya Shot Robo V bei Mitte, Ferse, Spitze und Slice getroffener Bälle. Je Schlägersatz wurden 3 Schläger verwendet: Eisen 7 und 9, Driver und Holz 3. Die Eisen wurden mit 70 mph (112 km/h) und 80 mph (129 km/h) geschlagen, der Driver und Holz 3 mit 80 mph und 90 mph (145 km/h). Alle Schläger wurden vermessen (Lie, Loft und Schwunggewicht).

Die Messung der Vibrationsbelastung wurde nach EN ISO 5349 durchgeführt, die Abzugskraft des Schlägerkopfes wurde auf einer Zugprüfmaschine, Typ Amsler, in mehreren Versuchen ermittelt. Weiters wurden Torsion und Flex der Schäfte gemessen, Verarbeitung und Abstufung der Schläger bewertet.

Praktische Prüfung. Die Beurteilung erfolgte durch 2 Profis und 4 Spieler mit unterschiedlichen Handicaps. Die Beurteilung der Punkte Genauigkeit und Schlagkomfort erfolgte auf der Driving Range sowie bei Spielrunden am Platz nach einer fünfstufigen Skala in mehreren Durchgängen.

Schadstoffe. Prüfung der Schlägergriffe auf Weichmacher (Phthalate), PAK (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) und freie phenolische Verbindungen.

Simulations-Roboter

Der Miya Shot Robo V besitzt drei unabhängig voneinander arbeitende Servomotoren: Einen für den Griff, einen um die Handgelenkbewegung zu simulieren, und einen, der den Schwungarm antreibt. So können unterschiedliche Schwungvarianten wie gerader Schlag, Slice, Hook, oder die typischen Treffzonen für unsauber gespielte Schläge durchgeführt werden. Das Gerät basiert auf Doppler-Radar-Technologie und verfolgt den Ballflug vom Treffmoment bis zum endgültigen Ruhepunkt des Balles. Für die Tests wird ein einheitlicher Premium-Ball verwendet.

 

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