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Gesund leben: Reisethrombose - Langstreckenflüge gut überstehen

Angst vor Langstreckenflügen verbreitet sich, seit sich die Meldungen über Reisethrombosen häufen. Doch die Experten geben Entwarnung: Vorsicht ja, Panik nicht nötig.

Zwischenfälle, Schmerzensgeld

Mit der Zahl der Fernreisen steigen die Meldungen von Zwischenfällen und rund tausend Menschen fordern Schmerzensgeld von mehr als 20 Fluggesellschaften, angeblich weil sie über die Gefahr nicht aufgeklärt wurden. Man spricht – fälschlich – vom „Economy-class-syndrome“, weil im Flugzeug auf engstem Raum um der Auslastung willen möglichst viele Fluggäste untergebracht werden: Stundenlang eingezwängt zwischen den Sitzreihen mit abgewinkelten Beinen zu sitzen bedeutet, dass die Venen in der Kniegegend und in der Leiste abgeknickt werden, das Blut langsamer fließt und eindickt.

Blutpfropfen in den Beinvenen

In den tiefer gelegenen Beinvenen kann sich ein Blutpfropfen bilden. Wenn sich dieser Pfropfen löst und über den Blutkreislauf in Herz oder Lunge gelangt, kann eine lebensbedrohliche Thrombose entstehen. Dazu kommt in Flugzeugen die niedrige Luftfeuchtigkeit und der Sauerstoffmangel. Wer dann auch noch zur Beruhigungspille greift, aber – außer Alkohol – wenig trinkt, erhöht das Thromboserisiko.

Gefahr hängt vom Verhalten ab

Die Gefahr hängt also vom Verhalten ab, ist aber nicht anders als bei stundenlanger Fahrt oder Stau bei Sommerhitze im Auto ohne Klimaanlage. Das hat eine skandinavische Studiengruppe bei Kontrolle von rund 800 Reisenden nachgewiesen. Vor kurzem haben britische Wissenschaftler gemeinsam mit der Luftfahrtbehörde bei 200 Fluggästen genauere Blutuntersuchungen angestellt und beobachtet, dass sich bei jedem Zehnten nach acht Stunden winzige Blutklümpchen finden, die sich meist bald wieder auflösten.

Stützstrümpfe helfen

Bei jenen Passagieren, die Stützstrümpfe getragen hatten, entwickelten sich keine Klümpchen. Fazit: Gesunde Menschen haben offenbar nur ein geringes Thromboserisiko, wenn sie die Vorsichtsmaßnahmen ernst nehmen. Eine gewisse Gefahr entsteht, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen: zum Beispiel eine Neigung zu Krampfadern, die Einnahme der empfängnisverhütenden Pille oder eine Schwangerschaft, Durchblutungsstörungen, Rauchen, Übergewicht, Herzschwäche und höheres Alter. Wer bereits eine Thrombose oder eine Embolie hatte, vor kurzem operiert wurde oder einen Gipsverband trägt, gehört zur Risikogruppe.

Füße in Schwung halten

Viele Fluggesellschaften informieren mit Broschüren und animieren inzwischen im Bordmagazin oder auf Videos die Passagiere zum Turnen: Gehen Sie jede Stunde einige Schritte auf und ab. Halten Sie zwischendurch Ihre Füße in Schwung, kreisen und wippen Sie regelmäßig mit den Zehen. Mit Stützstrümpfen für die Fahrt minimieren Sie das Risiko. Meiden Sie Alkohol bereits am Tag vor dem Reisestart. Besorgen Sie sich als Getränk für den Flug eine Flasche kohlensäurefreies Mineralwasser.

Aspirin wirkt nicht in den Venen

Nehmen Sie kein ASS (Aspirin) ein, es wirkt im arteriellen Bereich, nicht aber in den Venen. Es sollten auch nur Personen aus der Risikogruppe vorbeugend ein niedermolekulares Heparin spritzen. Dieses Mittel verhindert 12 Stunden lang eine Verklumpung des Blutes. Verletzt man sich auf der Reise aber nur gering, kann es zu anhaltenden Blutungen kommen, die ärztlich versorgt werden müssen. Nach einer Operation oder einer Embolie sollten Sie noch einige Wochen bis Monate zuwarten, bevor Sie starten.

Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

  • Wenn Sie besorgt sind, zur Beratung.
  • Nur wer zur Risikogruppe gehört, sollte sich Heparin verschreiben und sich schulen lassen, wie und wann es zu spritzen ist.

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