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Fissurenversiegelung - Schutz für Kinderzähne

Lassen Sie die Mahlzähne ihres Volksschulkindes mit einer Fissurenversiegelung versorgen.
Sie schützt vor Karies und spart Geld für Zahnbehandlungen in späteren Jahren.

Zu Beginn der Volksschulzeit brechen bei den meisten Kindern hinter den Milchzähnen die ersten bleibenden Zähne durch. Zahnärzte sprechen salopp von den „Sechsern“; nicht, weil die Kinder zu diesem Zeitpunkt etwa sechs Jahre alt sind, sondern weil es – von vorne gezählt – der jeweils sechste Zahn ist. Viele Eltern halten sie fälschlicherweise für Milchzähne, und entsprechend nachlässig sieht die Pflege aus. An diesen Zähnen gibt es die höchste Kariesrate. Kein Wunder, ist doch der Schmelz dieser Zähne nach dem Durchbrechen noch nicht so hart und widerstandsfähig wie bei den Erwachsenen. Außerdem haben die hinteren Mahlzähne (Fachausdruck: Molar) meist tiefe Einziehungen in der Mitte der Kaufläche – das sind die so genannten Fissuren. Und selbst wenn Kinder ihre Zähne gründlich und regelmäßig reinigen sollten (was ja nicht immer der Fall ist), können die Borsten der Zahnbürste bei tief eingezogenen Fissuren nicht alles erwischen. Einiges bleibt in den Grübchen hängen, und die Karies hat leichtes Spiel.

Kunststoff schützt vor Karies

Die Fissurenversiegelung ist einfach, erfordert aber viel Sorgfalt. Sie entspricht vom Arbeitsaufwand etwa einer Kunststofffüllung: Wenn das Kind ein hohes Kariesrisiko hat, macht der Zahnarzt unter Umständen ein Röntgen, aber das ist eher die Ausnahme. Dann reinigt und trocknet der Arzt den Zahn, raut den Zahnschmelz an (meist mit Säure), trägt auf diese raue Oberfläche das schützende Versiegelungsmaterial auf und lässt es hart werden. Dann ist der Zahn (auf der Kaufläche) für viele Jahre gut vor Karies geschützt. Es mag Kindern zwar lästig sein, den Mund längere Zeit bewegungslos offen zu halten, doch weh tut diese Behandlung sicher nicht.

Zeitpunkt und Ausmaß der Fissur

Die Fachwelt ist sich einig, so Univ.Prof. Peter Städtler von der Grazer Universitätszahnklinik, dass die Fissurenversiegelung sehr empfehlenswert ist. Nicht ganz einig sind sich die Experten über den richtigen Zeitpunkt und das Ausmaß. Städtler: „Solange der Zahn absolut noch keine Anzeichen einer Verfärbung oder eines Defekts hat, reicht die reine Versiegelung. Und hier kann man darüber diskutieren, ob man die Versiegelung früher oder später durchführt. Sobald aber der Zahn eine verfärbte Stelle aufweist oder einen kleinen Defekt an der Oberfläche – und das ist häufig der Fall –, sollte die so genannte erweiterte Fissurenversiegelung beziehungsweise eine minimalinvasive Füllung gemacht werden.“

Auch gesunde Zähne versiegelt

Die Skandinavier versuchen nur jene Zähne zu versiegeln, die gefährdet sind. In diesen Ländern ist das sinnvoll, denn das Netz der zahnmedizinischen Begleitung und Vorsorge ist dicht geknüpft. „Ganz anders die Schotten“, so berichtet der Zahnarzt und Vorsorgespezialist Dr. Karl Müller-Bruckschwaiger, „die Schotten versiegeln fast alles. Denn dort nehmen die Patienten es mit der Zahnvorsorge nicht so genau.“ Das erklärt auch, warum in Österreich manche Zahnärzte zur Versiegelung von absolut gesunden Zähnen raten, während sich andere auf gefährdete Zähne beschränken.

Haltbarkeit zwei bis zehn Jahre

Studien zeigen, so Dr. Müller-Bruckschwaiger, dass erfahrene Zahnärzte eine Haltbarkeit von zehn Jahren und mehr erzielen; ist der Arzt ein Anfänger, kann sie auch nur zwei Jahre oder noch weniger betragen. Die regelmäßige Nachkontrolle ist ganz wichtig. Die Qualität der Fissurenversiegelung hängt teilweise vom Zahntyp und vom Alter des Kindes, besonders aber von der Sorgfalt der Arbeit ab. Das Material ist nicht ganz so wichtig. Je schwieriger der Zahn trocken zu halten ist, desto größer ist die Gefahr, dass sich die Versiegelung ablöst.
Die Zahnärzte verwenden heute meist Kunststoffe, die durch normales Licht aushärten. Das Neueste sind Kunststoffe, die Fluorid enthalten, dieses an den Zahn abgeben und auf diese Weise – behaupten die Hersteller – den Zahn zusätzlich schützen. Allergische Nebenwirkungen sind bei Fissurenversiegelungen extrem selten und daher kein Problem. Einige Medien behaupten, dass diese Kunststoffe Krebs verursachen, doch dafür gibt es keinerlei Beweise. Einige wenige Zahnärzte decken die Fissuren auch mit Glasionomerzement ab (ein Spezialzement); er ist aber wesentlich weniger haltbar als Kunststoff.

Nachbehandlung

Nun gibt es häufig Kinder, bei denen sich die Fissur bereits verfärbt hat. Das ist fast immer ein Zeichen für beginnende Karies. In diesem Fall fräst der Zahnarzt die beginnende Karies ganz dünn mit dem Bohrer aus der Fissur und legt eine so genannte minimalinvasive (möglichst kleine) Füllung beziehungsweise erweiterte Fissurenversiegelung. Das kann für das Kind ein wenig unangenehm sein, dauert aber nicht lange. – Sollte die Karies den Zahnschmelz durchdrungen und das Zahnbein erreicht haben, dann reicht die Fissurenversiegelung nicht mehr. Hier ist dann eine normale Füllung nötig. – Die Versiegelung kann gelegentlich ganz oder teilweise abplatzen. Meist passiert das innerhalb der ersten vier bis sechs Monate. Ein Kontrolltermin innerhalb dieser Zeit ist daher sehr sinnvoll. Defekte Versiegelungen kann der Arzt leicht ergänzen, und dieser Nachtrag sollte kostenlos sein. In sehr seltenen Fällen kann es auch sein, dass unter der Versiegelung Karies entsteht. Ein möglicher Grund ist, dass der Rand der Versiegelung oder der minimalinvasiven Füllung undicht wurde. Wenn das Kind nicht stillhält, kann der Arzt kaum den Zahn trocken halten, und gute Arbeit ist nahezu unmöglich. In diesen Fällen muss die Arbeit erneuert werden. Regelmäßige Kontrollen verhindern aber, dass etwaige Karies unter der Füllung groß wird. Absolut abzulehnen ist es, wenn die Ordinationsgehilfin den größten Teil der Arbeit macht. Da sollten Sie den Arzt wechseln.

Privat zu bezahlen

In Österreich müssen Sie die Fissurenversiegelung privat bezahlen. Bei uns kostet die Behandlung eines Zahnes zwischen 300 und 1000 Schilling (ca. 20 bis 70 Euro) beziehungsweise um die 1400 Schilling (ca. 100 Euro) als Pauschale für mehrere Zähne. Die Ärztekammer empfiehlt einen Richttarif von 454,01 Schilling (33 Euro) pro Zahn.

Fissurenversiegelung

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Nur acht von hundert Zwölfjährigen, so zeigt eine Untersuchung des Österreichischen Bundesinstitutes für Gesundheitswesen, haben in Österreich versiegelte Zahnflächen. Dafür gibt es drei Gründe: 

  • Die Patienten müssen Versiegelungen privat bezahlen, 
  • das Vorsorgebewusstsein ist bei Patienten, Ärzten und Krankenkassen zu gering und 
  •  gibt es zu wenige Zahnärzte, die diese Leistung anbieten.

Schützt nachhaltig vor Karies . Die Fissurenversiegelung ist sehr zu empfehlen und erspart Ausgaben für Folgebehandlungen.

Für alle bleibenden Mahlzähne des K indes. Vielleicht mit Ausnahme von Zähnen mit ganz flachen Höckern und flachen Fissuren.

Sorgfalt zählt. Die Qualität der Fissurenversiegelung hängt von der Sorgfalt des Zahnarztes ab und nicht vom Material.

Wie eine kleine Füllung . Die Behandlung dauert – je nach Zahl der behandelten Zähne, Mitarbeit des Kindes und Aufwand – zwischen 10 und 40 Minuten.

Privat zu bezahlen . Die Zahnärzte verlangen für die Versiegelung meist zwischen 300 und 1000 Schilling (ca. 20 bis 70 Euro) Die Ärztekammer empfiehlt in ihrem Richttarif pro Zahn 454,01 Schilling (33 Euro).

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