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Fahrradhelme - Gut behütet

, aktualisiert am

  • Auf die Passform kommt es an
  • Gute schon um 30 Euro
  • Viele Mängel im Detail  

Auf Passform achten 

Das Wichtigste vorab: Ein hoher Preis ist keine Garantie für hohe Qualität. So haben in diesem Test zwei preiswerte Modelle um rund 30 Euro die Note „gut“ geschafft, wobei andere bis an die 90 Euro kosten. Drei der teuersten Helme kamen nur auf ein „durchschnittlich“. Sie wurden abgewertet, weil sie bei der technischen Prüfung als „durchschnittlich“ beurteilt wurden. Sie erfüllten zwar die Normkriterien für die Stoßprüfung, aber nicht die verschärften Bedingungen unseres Tests (wie die größere Fallhöhe).

Vergossen oder verklebt

Doch ganz gleich wie die Testergebnisse auch aussehen: Ein Helm ist immer besser als keiner, und er muss passen. Weil man zwar Helme, aber nicht Köpfe normen kann, lässt sich hier schwer eine generelle Aussage treffen. Es gibt jedenfalls zwei Arten der Konstruktion: Helme, bei denen die glatte Schale mit dem dämpfenden Kunststoff vergossen ist, und solche, bei denen Schale und Kern verklebt sind. Erstere lassen eine bessere Dauerhaltbarkeit und Druckverteilung erwarten. Bei den verklebten besteht die Wahrscheinlichkeit, dass sich die beiden Teile irgendwann einmal voneinander lösen.  

Mit einer Hand verstellbar  

Die Helmschale muss jedenfalls grundsätzlich passen. Der verstellbare Kopfring dient zur Feinjustierung. Es gibt zwei Arten zum Verstellen des Kopfrings: Stellrad oder Rasten. Wobei das Stellrad den Vorteil hat, dass man es mit einer Hand bedienen kann. Um die Rasten zu verstellen, benötigt man bei fast allen Modellen zwei Hände. Wichtig ist, dass der Kopfring beim Spannen am Kopf nicht nach oben rutscht, wie das etwa beim Modell Alpina Mythos der Fall ist.

Ein Fingerbreit Spielraum

Die Haltebänder bilden um das Ohr ein Dreieck und gehen dann in den Riemen über. Der Helm sollte natürlich fest sitzen, und zwar auch dann, wenn zwischen Riemen und Hals noch ein Finger Spielraum bleibt. Das ist notwendig, um zu vermeiden, dass der Riemen drückt oder würgt. Wie gut man mit den Verstellmöglichkeiten zurechtkommt, kann jeder beim Probieren selbst feststellen. Eine einfache und exakte Einstellbarkeit ist jedenfalls wichtig, weil ja nur jener Helm optimal schützt, der gut auf dem Kopf sitzt. Bei manchen Helmen verstellen sich die Haltebänder, wenn man sie, wie es in der Praxis oft vorkommt, daran aufhängt. Dann müssen sie jedes Mal neu justiert werden. Der Verschluss sollte leicht zu bedienen sein (auch mit einer Hand) und nicht zwicken.

Drei Helme mit Schadstoffen belastet

Ein Testkriterium, das etwa bei Autoreifen längst üblich ist, gibt es nun auch bei den Fahrradhelmen, nämlich den Gehalt an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und sonstigen Schadstoffen. Nach den Labortests mussten drei Modelle wegen hohen PAK-Gehalts in der Disziplin Schadstoffe auf „durchschnittlich“ abgewertet werden. Fahrradhelme haben üblicherweise einen Schirm (Visier). Der hat aber eher eine optische Funktion. Schlimmstenfalls behindert er die Sicht, wenn er sehr weit nach vorne ragt.

Ein entscheidender Punkt ist auch eine gute Belüftung. Die Wärmeverteilung über dem Kopf wurde deshalb, zusätzlich zum Praxistest, mit Infrarot-Kameras geprüft. Die Belüftung hat aber auch einen Nachteil: Hier können Insekten eindringen und damit unangenehme oder sogar gefährliche Situationen auslösen. Deshalb ist es von Vorteil, wenn der Helm im Stirnbereich ein Gitter besitzt.

Komfort prüfen

Was in jedem Fall probiert werden sollte, ist der Komfort beim Tragen einer Brille oder ob etwa beim Aufsetzen des Helms Probleme auftreten. Einige Punkte kann man bei der Anprobe im Geschäft hingegen nicht überprüfen, etwa die Dehnung des Gurtsystems unter Einwirkung von Feuchtigkeit, z.B. durch Schweiß. Die Helme von Cratoni, SPEQ und Rudy Project erwiesen sich als dafür anfällig (in der Tabelle ist dies unter dem Punkt „Anpassen“ berücksichtigt).

Insgesamt ist anzumerken, dass die Helme der jüngeren Generation leichter sind als frühere Modelle und allein dadurch schon komfortabler. Das Thema Sicherheit umfasst aber nicht alleine den Schutz des Kopfes. An manchen Helmen sind Reflektoren angebracht. Vereinzelt findet man sogar LED-Blinkleuchten an der Rückseite des Helms.

Fahrradhelme: Die "Guten"

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Test Fahrradhelme: Anbieter

ABUS: Evva Werk GesmbH & CoKG,
Wienerbergstraße 59-65,
A-1120 Wien,
01 811 65-0,
www.abus.at

Alpina Eyewear & Helmets GmbH & Co KG,
Neudaugasse 333,
A-5741 Neunkirchen,
06565 68 90-0,
www.alpina-eyewear.at

Bell: Trendsport Peter Künstl GmbH,
Südtirolerstraße 1,
A-6911 Lochau,
05574 471 47,
www.bellbikehelmets.com

Casco: Funbike GmbH,
Halleiner Landesstraße 116,
A-5412 Puch bei Hallein,
06245 707 07-0,
www.casco-helme.de

Cratoni: Thalinger Lange GmbH,
Schubertstraße 12,
A-4600 Wels,
07242 497 26-0,
www.cratoni.com

Etto: Swiss Eye International GmbH,
Holter Straße 253,
D-33758 Schloss Holte,
+49 5265 94 62 00,
www.etto.no

Giro: Trendsport Peter Künstl GesmbH,
Südtirolerstraße 1,
A-6911 Lochau,
05574 471 47-0,
www.giro.com

KED: SKL Siegfried Schirmer,
Schafferstraße 33 b,
A-4060 Leonding,
0732 67 86 23,
www.ked-helmsysteme.de

Levior: SKL Siegfried Schirmer,
Schafferstraße 33 b,
A-4060 Leonding,
0732 67 86 23,
www.levior.de

MET: Kalnai Sports GmbH,
Lärchenweg 33,
A-6161 Natters,
0512 54 82 34,
www.kalnai.at

Profex: V.E. Kern GesmbH,
Percostraße 14,
A-1220 Wien,
01 250 35-0,
www.inter-union.de

Prophete: Stiller & Täubler KEG,
Hauptstraße 56,
A-3471 Großriedenthal,
02279 72 16,
www.prophete.de

Rudy Project: Sport Direkt GmbH,
Am Haag 10,
D-82166 Gräfelfing,
+49 452 22 10,
www.rudyproject.de

Specialized Central Europe,
Zeddamseweg 84 B,
NL-7041 CTs-Heerenberg,
+31 314 67 66 00,
www.specialized.com

SPEQ: Thalinger Lange GmbH,
Schubertstraße 12,
A-4600 Wels,
07242 497 26-0,
www.cratoni.com

Uvex Sports GmbH & Co KG,
Kamerlweg 33,
A-4601 Wels,
07242 623 23-0,
www.uvex.at

Test Fahrradhelme: Kompetent mit "Konsument"

  • Nur mit Helm. Jeder Helm schützt, zumal auch keiner in unserem Test durchgefallen ist.
  • Passen muss er. Da Köpfe nicht genormt sind, liegt das letzte Wort beim Kunden. Wenn der Helm perfekt sitzt, kann man vielleicht über kleinere Schwächen hinwegsehen.
  • Bestellen. Grundsätzlich können Markenmodelle, die gerade nicht lagernd sind, in jedem Fahrradfachgeschäft bestellt werden.

Test Fahrradhelme:  Testkriterien

Im internationalen Gemeinschaftstest unter Federführung der Stiftung Warentest: 22 Fahrradhelme für Erwachsene.

  • Technische Prüfung. In Anlehnung an DIN EN 1078. Prüfung der Stoßdämpfung mit passendem Prüfkopf in einer Fallmaschine. Aufprall aus 1,5 m Höhe auf einen flachen und einen kantigen Stahlsockel. Prüfung bei –20 °C, +50 °C und mit Leitungswasser beregnet. Aufprall im vorderen, oberen, seitlichen und hinteren Kopfbereich. Abstreifsicherheit: Mit einem 10-kg-Gewicht wurde versucht, den geschlossenen Helm nach vorn und hinten vom Prüfkopf zu ziehen. Dynamische Prüfung von Riemen und Schloss mit 4-kg-Gewicht am geschlossenen Gurt. Bleibende Verformung wurde ermittelt.
  • Handhabung, Praxistest. Gebrauchsanleitung: Insbesondere Lesbarkeit und Sicherheitshinweise wurden von Experten beurteilt. 6 Männer und 2 Frauen (erfahrene Freizeitsportler) beurteilten Anpassen, Kinnriemen, Funktion des Schlosses, Auf- und Absetzen. Beim Fahren mit Mountainbikes getestet: Tragekomfort (Passform, Rutschfestigkeit), Sichtfeld und Belüftung. Die Belüftung wurde auch durch Thermografie bestimmt.
  • Hitzebeständigkeit. Nach über vier Stunden Erhitzen auf 75 °C und Abkühlung auf Raumtemperatur beurteilten wir z.B. Farb- und Materialveränderungen an Verklebungen der Pads oder der äußeren Schale. Gleiche Prüfung auch bei 75 °C und ca. 95 % Luftfeuchtigkeit.
  • Schadstoffe. Riemen/Pads wurden u.a. auf PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe), zinnorganische Verbindungen, krebserregende und allergisierende Farbstoffe untersucht.

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