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Geldanlage: Investmentfonds - Alternativen zum Sparbuch

Geldanlage: Investmentfonds können eine Alternative zu Sparprodukten sein, erfordern aber mehr Wissen und Beschäftigung damit.

Wir haben verschiedene Investmentfondssparten einem Performance- und Spesenvergleich unterzogen:

  • Aktienfonds
  • Alternative Fonds
  • Dachhedgefonds
  • Geldmarktfonds
  • Gemischte Fonds
  • Immobilienfonds
  • Kurzfristig orientierte Rentenfonds
  • Rentenfonds

Zusätzlich wurden 109 Renten-, Aktien-, bzw. Gemischte Fonds verglichen, z.B. von: Allianz, BAWAG, C-Quadrat, ESPA, Kepler, Macquarie, Meinl, PIA, Raiffeisen, Zürich, ...


Vom Erdgeschoß in den Keller und von dort hinunter ins zweite Untergeschoß – ungefähr so verlief die Entwicklung der Sparzinsen bis zuletzt. Geht man nach den Aussagen der Verantwortlichen in der Europäischen Zentralbank und in der Politik, sollen sie dort noch eine ganze Weile bleiben. So sollen Kredite billig gehalten und die Geschäfte angekurbelt werden.

Guthabenzinsen im Keller

Wer Geld in einlagengesicherte Sparprodukte stecken wollte, war und ist daher mit immer niedrigeren Guthabenzinsen konfrontiert. "Nicht zu lange mit einem Sparbuch binden", lautet seit Jahren – auch von uns – die Empfehlung. Aber was sonst tun mit einem ­größeren Betrag, den man längere Zeit nicht brauchen wird und vor der Geldentwertung schützen möchte?

Unzählige Investmentfonds als alternative Geldanlage

Als eine Alternative zu Sparprodukten werden oft Fonds genannt, seien es Wertpapier- oder auch Immobilienfonds. Die Auswahl ist reichlich: Neben 5 Immobilien-Kapitalanlagegesellschaften (KAG) gibt es in Österreich 24 Wertpapier-KAGs, die 2.146 gemanagte Fonds anbieten; dazu noch eine Reihe von ausländischen Verwaltungsgesellschaften, die in Österreich gemäß Investmentfonds­gesetz 2011 zugelassen sind und ihre Fonds anbieten.

Spezialfall: Nicht-Meldefonds

Neben den in Österreich zugelassenen Fonds gibt es noch eine Vielzahl an Nicht-Meldefonds, für die das österreichische Investmentfondsgesetz nicht gilt. Obwohl diese nicht zum Vertrieb zugelassen sind, können sie auf Wunsch gekauft werden. Dabei sind allerdings die jeweiligen gesetzlichen Regelungen des Zulassungslandes zu beachten und die steuerliche Behandlung ist mit einem Steuerberater abzuklären.


Lesen Sie auch unsern Bericht zum Thema Alternativen zum Sparbuch: Indexfonds 9/2014.


Vor- und Nachteile: Fonds & sparen

Bessere Rendite- und Ausstiegsmöglichkeiten

Der Vorteil von Fonds gegenüber Sparprodukten, dem Bausparen oder den von Banken und Versicherungen vorgeschlagenen Klassikern wie (fondsgebundenen) Lebensversicherungen ist die Chance auf eine bessere Rendite. Ihr Vorteil gegenüber den derzeit wieder so heftig propagierten privaten Pensionsvor­sorgeprodukten ist, dass man sich mit einem Fonds nicht auf ewig und drei Tage bindet, sondern jederzeit aussteigen kann – unter Umständen zwar mit einem Verlust, wenn die Kurse gerade schlecht stehen. Aber auch der Ertrag der Privatvorsorge ist ja nicht wirklich gewiss.

Kein fixer Ertrag, keine Einlagensicherung

Nachteilig an Fonds ist, dass die Chance auf eine bessere Rendite wirklich nur eine Chance ist; ein fixer Ertrag so wie bei einem Kapitalsparbuch ist nicht garantiert. Theo­retisch drohen auch bei relativ sicheren ­Papieren Kapitalverluste. Außerdem fallen Wertpapiere, also auch Fonds, nicht unter die Einlagensicherung. Allerdings ist das ­Risiko bei Fonds noch immer deutlich geringer als bei der Investition in einzelne Wert­papiere (siehe "Wer und was steckt hinter Fonds?").

Fonds brauchen mehr Know-How

Was Fonds gegenüber Sparbüchern & Co deutlich benachteiligt: Man muss sich viel mehr mit der Thematik befassen, um zu verstehen, worauf man sich einlässt. Dazu zählt als Erstes die Frage, welche Art von Fonds es sein soll. Eine Zeit lang waren geschlossene (Immobilien-)Fonds eine stark beworbene ­Option. Österreichische Banken verkauften sie als supersicher und hochrentabel an ­tausende heimische Anleger. Diese laufen nun – mithilfe des VKI (siehe auch: Geschlossene Fonds 4/2014, Geschlossene Fonds: Vergleichsangebote 4/2014) – seit Jahren ihrem Geld hinterher, von Gewinn gar nicht zu reden. Und auch so manche andere Immo-Fantasie hat sich in den vergangenen Jahren nicht wie geplant realisiert. Das Image hat somit einige dicke Kratzer davongetragen.

Geschlossene Fonds

Geschlossene Fonds dürfen mittlerweile nicht mehr an Kleinanleger vermittelt werden. Ausführliche Informationen zu diesen riskanten Papieren und rechtlichen Entwicklungen ­finden Sie auf www.verbraucherrecht.at. Deutlich weniger riskant sind hin­gegen ­offene (Immobilien)fonds, die täglich an der Börse verkauft oder der KAG zum Rück­gabepreis retourniert werden können.

Großteils Renten- und Mischfonds

Großteils Renten- und Mischfonds

Der weitaus überwiegende Teil aller Fonds sind aber ohnedies Wertpapierfonds. Hier gibt es verschiedene Kategorien, die sich vor allem in Sachen Risiko voneinander unterscheiden.

Relativ niedrig ist das Risiko eines Kapitalverlustes meist bei:

  • Rentenfonds – sie investieren in fest oder variabel verzinsliche Wertpapiere wie Pfandbriefe, Floater, Staats- oder Unternehmensanleihen und werfen regelmäßige Erträge in Form von Zinszahlungen ab.
  • Gemischten Fonds, die je nach Markt­situation teils in Anleihen, teils in Aktien investieren und so das Risiko bei etwas höherer Rendite niedrig halten sollen.

Geldmarktfonds ähneln Rentenfonds, ­haben allerdings meist eine kurze Laufzeit von bis zu einem Jahr. Die Rendite hängt stark vom allgemeinen Zinsniveau ab. Das bedeutet derzeit: wenig mehr als bei einem Sparbuch, dafür sehr geringe Verlustwahrscheinlichkeit.

Garantiefonds sehen eine Kapitalgarantie vor, zum Beispiel Rückzahlung des inves­tierten Kapitals abzüglich Spesen, oder eine Mindestrendite. Das Auffangnetz muss allerdings vom Fondsanbieter durch kostspielige Absicherungsgeschäfte finanziert werden, was zwangsläufig auf die Rendite drückt.

Dachfonds streuen das Risiko noch breiter, indem sie in verschiedene andere Fonds ­investieren. Das senkt das Risiko, erhöht aber die Kosten (weil mehrere "Player" im Spiel sind) und bringt daher meist nicht ­rasend beeindruckende Renditen.

Aktienfonds investieren ihr Kapital in ­Aktien unterschiedlichster Herkunft. Das ­Risiko hängt vom Schwerpunkt des Fonds ab (Länder, Regionen, Branchen, große/kleine Unternehmen, ...). Das bedeutet, wenn alles gut geht: höhere Renditen. Wenn es schlecht läuft: weniger Ertrag als auf einem Sparbuch, bis hin zum Totalverlust.

Durchschnittliche Performance bei Aktienfonds nicht besser

Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass der Bedarf an Sicherheit groß ist: Rund 80 Prozent der aufgelegten Fonds sind Renten- und Mischfonds, reine Aktienfonds machen nur 15 Prozent aus. Wie wir bei einer Analyse österreichischer Investmentfonds feststellten, ist eine höhere Risikobereitschaft bei Fonds auch nicht unbedingt lohnenswert. So erzielten Aktienfonds keine wesentlich ­höhere durchschnittliche Performance als ­gemischte Fonds oder Rentenfonds.

In einem Betrachtungszeitraum von zehn Jahren ergab sich eine durchschnittliche Performance von 4 Prozent pro Jahr für Aktien- sowie Rentenfonds und von 3,26 Prozent für gemischte Fonds (siehe Tabelle "Performance"). Natürlich handelt es sich dabei nur um Mittelwerte; im Einzelfall hängt die Performance immer stark vom jeweiligen Fondsmanagement ab. Aber wer kann schon hinter die Kulissen einer Fondsgesellschaft blicken?

Wie sich Fonds vergleichen lassen

Konstante Entwicklung

Meist wird bei der Suche nach einem Fonds die Kursperformance der letzten Jahre betrachtet. Sie lässt aber keine Schlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Aussagekräftiger ist die Konstanz der Fondsperformance: Ein Fonds, der in einem Jahr sehr gut abschneidet und im nächsten Jahr sehr schlecht, liefert keine konstante Entwicklung. Um die Beständigkeit zu messen, kann man zum Beispiel bei der Auswahl eines ­Aktienfonds die Kursperformance des ausgewählten Fonds einer Benchmark, also ­einem Vergleichsindex, gegenüberstellen.

Vergleichsindex heranziehen

Meist wird vom Fondsmanagement selbst ein definierter Vergleichsindex angegeben, nach dem sich dann die Performance Fee (siehe Kapitel "Anfallende Kosten") errechnet. Erwirtschaftet ein Fonds eine bessere oder zumindest gleich gute Performance wie der Index, und zwar nicht nur über eine ­Periode (1. Jahr), sondern über eine lange Laufzeit (5 bis 10 Jahre), weist das auf ein gutes Fondsmanagement hin.

Im Idealfall sollte ein Aktienfonds in einer Baisse (Phase mit fallenden Kursen) weniger Verlust und in einer Hausse (Phase mit steigenden Kursen) mehr Gewinn erwirtschaften. Bei einem ­aktiv gemanagten Fonds sollte also in jedem Fall eine sogenannte Outperformance (ein besseres Abschneiden als der Gesamtmarkt) gegenüber dem Vergleichsindex erwirt­schaftet werden – immerhin bezahlt man dafür ja auch Verwaltungs- und Managementgebühren. Eine gute Vergleichsmöglichkeit bietet die Fondsplattform www.fondsweb.at, die detaillierte Fondsdaten, Chartvergleiche und andere nützliche Tools kostenlos zur ­Verfügung stellt.

Spesen versus Performance

Die mit Fonds verbundenen Spesen (siehe Kapitel "Anfallende Kosten") sollten natürlich ebenfalls für einen Vergleich mehrerer Fonds(-anbieter) herangezogen werden. Insgesamt sind sie zwar nicht überzubewerten; eine langfristig gute, stabile Performance hat im Endeffekt mehr Gewicht. Aber man sollte zumindest wissen, dass zum Beispiel bei einem Investment von 5.000 Euro zwei Prozent Differenz beim Ausgabeaufschlag bei einem gleich oder ähnlich gut performenden Fonds schon 100 Euro mehr oder weniger Ertrag bedeuten.

Wie Sie die Kosten eventuell deutlich geringer halten können, beschreiben wir im Rahmen eines Vergleichs von aktiv gemanagten Fonds mit sogenannten Exchange Traded Funds (ETFs) in der nächsten Ausgabe von KONSUMENT.

Tabelle: Performance

Tabelle: Ausgabeaufschläge

Tabelle: Rentenfonds

Tabelle: Gemischte Fonds

Tabelle: Aktienfonds

Kosten, Spesen, Gebühren

Ausgabeaufschlag (AGA) – ist im Kundeninformationsdokument (KID) nachzulesen. Banken bieten oft Rabatte auf den offiziellen AGA an. Kauft man einen Fonds nicht über die KAG selbst, sondern über die Börse, fällt der AGA weg. Dafür fällt die übliche Börsengebühr für den Kauf von Wertpapieren an. Die Höhe des AGA variiert auch innerhalb der Fondskategorien stark, z.B. im Rahmen ­unserer Fondsanalyse bei Aktienfonds von 1,25 bis 10 Prozent.

Laufende Spesen: Für Management und Verwaltung des Fonds fallen bei Geldmarkt- und Rentenfonds üblicherweise weniger als 1 Prozent pro Jahr an, bei Immo-, Misch-, Dach-, Aktien- und Alternativen Fonds mehr als 1 Prozent des Fondsvermögens.

Performance Fee:  Diese Gebühr fällt an, wenn ein Fonds "outperformt", also eine bessere Entwicklung aufweist als ein vorher fixierter Vergleichsindex. Das gilt bei Ver­lusten genauso: Hat der Fonds weniger verloren als der Vergleichsindex, fällt auch bei einem Minusertrag die Performance Fee an.

Rücknahmegebühr – fällt üblicherweise beim Verkauf der Fondsanteile an die Fondsgesellschaft an. Wenn Sie Ihren Fonds verkaufen wollen und sich an der Börse kein Käufer dafür findet, muss die KAG die Anteile zurücknehmen, wofür sie sich extra entlohnen lässt.

Total Expense Ratio (TER): Mithilfe der TER sind die Fondskosten vergleichbarer geworden. Allerdings enthält auch sie nicht alle anfallenden Spesen, z.B. jene für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren auf Fondsebene, den AGA oder die erfolgsabhängige Performance Fee.

Wer und was steckt hinter Fonds?

Investmentfonds werden von Fondsgesellschaften herausgegeben. Fonds wie Anbieter müssen den Bestimmungen des Investmentfondsgesetzes entsprechen, es kann also nicht jeder auf gut Glück einen Fonds herausgeben.

Die Fondsgesellschaften fungieren gewissermaßen als Kapitalsammelstelle und verwalten das von den Anlegern eingezahlte Geld. Die Anleger investieren ihr Geld jedoch nicht in die Fondsgesellschaft selbst, sondern in einen von ihr emittierten Investmentfonds.

Die meisten Fonds setzen sich aus unterschiedlich vielen einzelnen Wertpapieren mit unterschiedlicher Risikogewichtung zusammen und werden von einem professionellen Fondsmanagement nach gesetzlichen Richtlinien verwaltet. So wird zum Beispiel die Zusammensetzung eines Fonds nach Bedarf verändert.

Der Vorteil gegenüber dem Kauf einzelner Wertpapiere liegt darin, dass ein Fonds per Gesetz aus verschiedensten Wertpapieren zusammengesetzt sein muss. Die Kursperformance hängt also von vielen Einzelpositionen ab, dadurch fallen einzelne Fehlinvestitionen nicht so stark ins Gewicht. Eine Investition von mehr als 10 Prozent in ein einziges Unter­nehmen ist nicht erlaubt, unabhängig von der Art des Fonds.

Kursperformance im Vergleich

Die Performance von Fonds hängt nicht nur vom Markt und von der Risikokategorie ab. ­Ausschlaggebend ist auch ein gutes Fondsmanagement.

Bei Aktienfonds etwa gab es welche, die über einen Betrachtungszeitraum von fünf Jahren ein Minus von 7,83 Prozent einfuhren, während andere in derselben Zeit eine Rendite von 25 Prozent erzielten.

Zusammenfassung

  • Auswahl von Fonds. Nicht die erstbeste Empfehlung nehmen, sondern auf "Bestperformer" und auf eine kons­tante Leistung über längere Zeit hinweg achten.
  • Das Management zählt. Höheres Risiko bringt nicht zwangsläufig höhere Renditen. Rentenfonds schnitten über zehn Jahre im Mittel gleich gut ab wie Aktienfonds.
  • Kosten sind nicht alles. Auf die anfallenden Spesen zu achten, kann die Nettorendite deutlich erhöhen. Mehr Gewicht hat aber letztlich eine langfristig stabile Performance eines Fonds.

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