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Fertigsalate - Fette Überraschung

Alle 13 getesteten Fertigsalate enthalten zu viel Salz. Und die beiden untersuchten Wurstsalate sowie zwei Nudel- und zwei Getreidesalate entpuppten sich zusätzlich als wahre Fettbomben.

Diese Fertigsalate haben wir getestet:

WURSTSALAT

  • Anker Schweizer Wurstsalat
  • Radatz Wurstsalat

NUDELSALAT

  • Anker Mediterraner Nudelsalat
  • Billa Freshy Freshy Nudelsalat Pesto und Schinkenspeck
  • Good Choice Ready 2 Eat Nudelsalat mit Curry
  • Saladinettes Salat & Pasta Tomate-Mozzarella
  • Spar Enjoy Nudel-Salat mit Hühnerbruststreifen
  • Weight Watchers Nudelsalat Italia

GETREIDESALAT

  • bio verde Couscous Salat mit Linsen und Lauch
  • Just veg! Couscous oriental mit Hummus Natur
  • Spar Enjoy Grünkern-Salat mit Nüssen mit Ingwer-Dressing
  • Ströck Cous Cous Salat
  • Weight Watchers Bulgursalat Orient

In der Testtabelle finden Sie Infos und Bewertungen zu: Mikrobiologie, Organoleptik, Nährwerte (Zucker, Fett, Salz), Füllmenge, Preis, Kennzeichnung, Bewertung nach Ampelsystem

Lesen Sie nachfolgend unseren Testbericht.


Natürlich ist der selbst gemachte Salat ­immer der beste. Doch das braucht Zeit, bei einem Getreide- bzw. Nudelsalat viel Zeit. Hier müssen die Hauptzutaten nämlich erst ­einmal gekocht werden. Ein Wurstsalat ist schneller zubereitet, doch auch hier gilt: Wirklich gut schmeckt er nur, wenn man ihn einige Stunden ziehen lässt.

Fertigsalate: Breites Angebot

Nicht jeder will so lange warten, und die Zahl jener, die es eilig hat, steigt. In den ­Regalen der Supermärkte und an Feinkosttheken wird das Angebot an Convenience-Produkten deshalb immer breiter. Auch die Bäckereiketten bedienen inzwischen diesen Markt.

Fertigsalate gibt es im Handel das ganze Jahr. Was die Sorten anlangt, sind bei den Kunden der Wurst- und der Nudelsalat am beliebtesten. Bei unserer Markterhebung, die wir vor dem Test durchführten, fanden wir rund 140 Produkte. Darunter nicht nur die allseits beliebten Klassiker, sondern auch viele Getreidesalate. Aus der Fülle des Angebots suchten wir für unseren Test schließlich 2 Wurstsalate, 6 Nudelsalate und 5 Getreide­salate aus.

13 Salate getestet

Sofort nach dem Einkauf transportierten wir die Fertigsalate im Kühlauto ins Untersuchungs­labor. Dort wurden sie unter idealen Bedingungen bis zum Erreichen der auf der jeweiligen Verpackung angegebenen Mindesthaltbarkeit gelagert. Kaum war die MHD (das Mindesthaltbarkeitsdatum) erreicht, wurde jeder verpackte Salat organoleptisch, also mit den Augen, der Nase und dem Gaumen überprüft. Alle 13 Proben waren in Ordnung.

Erhöhter Keimgehalt

Doch die anschließende mikrobiologische Untersuchung auf Keime zeigte: Man kann sich auch ­täuschen. Ankers mediterraner Nudelsalat wies laut Prüfprotokoll "einen stark erhöhten Keimgehalt" auf und war daher wertgemindert. Im Grünkernsalat von Spar Enjoy war der Keimgehalt bereits überhöht.

"Nicht mehr für den menschlichen Verzehr geeignet", stellten die Experten fest. Das heißt so viel wie: ab damit in den Mistkübel. Bei den restlichen 11 getesteten Salaten gab es dagegen nichts zu meckern.

Nährstoffe, Kennzeichnung

Nährstoffe

Wie sieht es mit den Nährstoffen bei den ­Fertigsalaten aus? Kommt drauf an! Obwohl die Lebensmittelerzeuger nach wie vor nichts davon wissen wollen, haben wir alle Produkte nach dem Ampelsystem der britischen FSA bewertet. Ein Blick in unsere Tabelle zeigt: Auch in Fertigsalaten kann eine Menge ­Zucker stecken. Am meisten davon fanden wir im Nudelsalat von Saladinettes (Lidl) und im Getreidesalat von Weigth Watchers. Wer sich hier eine ganze Portion gönnt – und wer tut das nicht –, hat gleich einmal zwischen 3 und 4 Stück Würfelzucker intus.

Salzgehalt

Einheitlich ist das Ergebnis beim Salzgehalt: Alle Hersteller haben hier zu tief ins Salzfass gelangt. Daher springt bei den Portionen die Ampel ohne Ausnahme auf Rot. Besonders salzig sind der Wurst- und der Nudelsalat von Anker sowie der Cous Cous Salat der Bäckerei Ströck. In diesen drei Produkten stecken pro Portion mehr als 4 Gramm Salz. Das entspricht fast einem halben Teelöffel! Zum ­Vergleich: Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt für Salz einen Richtwert von 6 Gramm pro Tag, bei der WHO (Weltgesundheitsorganisation) sind es weniger als 5 Gramm.

Fett

Und was ist mit Fett? Nun, manche Salate sind wahre Fettbomben. Dass ein Wurstsalat kein Diätessen ist, war von Anfang an klar. Aber pro Portion 45 Gramm Fett bei Radatz und fast 40 Gramm bei Anker haben selbst uns überrascht. Auch der Nudelsalt von Billa Freshy und der Couscous-Salat von Just veg! (Hofer) sind mit über 35 bzw. 31 Gramm Fett pro Portion nicht gerade mager. Diese Beispiele zeigen, dass ein Salat keineswegs eine leichte Mahlzeit sein muss.

Kennzeichnung

Wie immer haben wir bei allen Produkten auch die Kennzeichnung überprüft. Das ärgert regelmäßig nicht nur die Wirtschaft. Auch Konsumenten fragen uns öfter, warum wir das so wichtig nehmen. Tenor: Für den Kunden spielt es doch keine Rolle, ob z.B eine Anschrift genau so ist, wie von der Behörde vorgeschrieben. Nun, wir finden, dass gesetzliche Vorschriften nicht dazu da sind, ­lässig ignoriert zu werden.

Was gar nicht geht: wenn etwa beim Nudelsalat von Weight ­Watchers Pinienkerne abgebildet sind, im Pro­dukt selbst aber nur Cashewnüsse stecken. Und wir sind auch der Meinung, dass Kunden ein Recht darauf haben, dass auf die Angabe von Nährwerten Verlass ist. Da das beim Wurstsalat von Anker und beim Cous Cous Salat von Ströck nicht der Fall war – die analysierten Nährwerte lagen deutlich über den deklarierten –, wurden sie abgewertet.

Zu viel Fett angegeben

Manchmal gibt es bei der Überprüfung der Kennzeichnung aber auch was zu staunen. So sollen in 100 Gramm Nudelsalat von Billa Freshy laut Deklaration sagenhafte 54 Gramm Fett stecken. Dazu müsste der Salat aber gleich einmal zur Hälfte aus Fett bestehen, was sich bei einem Nudelsalat einfach nicht ausgeht. Die Analyse zeigte dann, dass es rund 13 Gramm Fett pro 100 Gramm Salat sind. Wie in einem großen Unternehmen wie Billa solche Fehler passieren können, ist uns schleierhaft. In Zukunft bitte mit Hausverstand die Deklaration lesen, bevor sie in Druck geht.

Testtabelle: Wurstsalat

Testtabelle: Nudelsalat

Testtabelle: Getreidesalat

Vorsicht, heikel!

Fertigsalate sind leicht verderblich. Ihre vielen Zutaten bilden eine große Oberfläche, auf der sich unerwünschte Keime gut vermehren können.

Die Lagerung unserer getesteten Salate bis zum Ablauf der MHD wurde unter idealen Bedingungen durchgeführt. Trotzdem fielen zwei Produkte durch. Das lässt den Schluss zu, dass unter weniger idealen Voraussetzungen eventuell "mit einer kürzeren Haltbarkeit zu rechnen ist", wie es die Gutachter formulierten.

Kurz lagern, rasch verbrauchen

Im Klartext heißt das: Unter Praxisbedingungen – Stichwort: mehrfach unterbrochene Kühlkette – wäre der Test möglicherweise weniger gut ausgefallen. Denken Sie daran, wenn Sie demnächst einen Fertigsalat kaufen. Kutschieren Sie ihn nicht lange durch die Gegend. Nehmen Sie ihn erst dann aus dem Kühlschrank, wenn Sie ihn tatsächlich essen. Keinesfalls auf den Tisch stellen, sich dann für etwas anderes entscheiden und ihn erst Stunden später wieder in den Kühlschrank räumen!

Wenn Fertigsalat, dann nach dem Einkauf möglichst bald verbrauchen, ausreichend kühlen (+4 Grad C) und besser nicht als Vorrat bunkern.

Zusammenfassung

  • Spar stürzte ab. Testverlierer ist der Grünkern Salat von Spar Enjoy. Er war aufgrund seiner Keimbelastung bereits ungenießbar. Ein Ingwerdressing und ­Chilischoten machen ihn außerdem extrem scharf, was auf der Verpackung aber nicht ausgewiesen wird.
  • Mit Konservierungsmittel. Wie die Zutatenlisten zeigen, ist fast kein Salat frei von Konservierungsstoffen. Meist stecken sie in den verarbeiteten Zutaten wie z.B. in der Wurst oder den Essiggurkerln.
  • Fetter Unterschied. Im Getreidesalat von bio verde findet sich nur halb so viel Fett wie im Wurstsalat von Radatz. Bei beiden steht die Ampel auf Rot.

Testkriterien

Im Test: 13 Fertigsalate, darunter 2 Wurst-, 6 Nudel- und 5 Getreidesalate.

Alle Produkte wurden unter idealen Bedingungen bis zum Erreichen ihrer Mindesthaltbarkeit gelagert und dann sofort organoleptisch und mikrobiologisch untersucht. Außerdem wurden die Nährwerte analysiert und die Kennzeichnung wurde überprüft.

Organoleptik: 10 %
Gutachter überprüften jeden Salat am Ende der MHD (Mindesthaltbarkeitsdatum) auf Aussehen, Geruch und Geschmack.

Mikrobiologie: 40 %
Die Untersuchung auf Keime erfolgte nach den in der Lebensmittelkontrolle üblichen Verfahren. Folgende Parameter wurden bestimmt:
Aerobe mesophile Gesamtkeimzahl: EN ISO 4833
Enterobacteriaceen: ISO 21528-2
E. coli: ISO 16649-2
Mesophile Milchsäurebakterien: ISO 15214
Pseudomonas sp.: EN ISO 13720
Salmonellen: EN ISO 6579
War die Mikrobiologie laut Gutachten "nicht zufriedenstellend", konnte das Testurteil nicht besser sein. War die Mikrobiologie laut Gutachten "weniger zufriedenstellend", konnte das Testurteil ebenfalls nur „weniger zufriedenstellend" sein.

Nährwerte: 40 %
Bei den Nährwerten erfolgte die Untersuchung auf Zucker, Kochsalz und Fett.
Fettgehalt: gemäß Weibull-Verfahren (BVL L 01.00-20; BVL L1)
Zuckerarten: enzymatische
Kochsalz: volumetrisch
Der Gehalt an Fett, Zucker und Kochsalz wurde pro 100 g bestimmt und außerdem pro Portion nach dem Ampelsystem der FSA bewertet.

Kennzeichnung: 10 %
Die Überprüfung der Kennzeichnung wurde nach der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) und den nationalen Verordnungen bzw. Kodex-Kapiteln durchgeführt.
Wenn die Kennzeichnung laut Gutachten nicht den Vorschriften entsprach, konnte das Testurteil nicht besser als "durchschnittlich" sein.

Reaktionen

Anker
Mediterraner Nudelsalat
Testurteil: weniger zufriedenstellend

Stellungnahme Anker:
„Gemäß unserer Qualitäts-Standards lagern wir die Salate bei einer Temperatur von 2 bis 4 Grad C, die Einhaltung der Temperaturen unterliegt täglichen Kontrollen. Im Dezember 2016 gab es diesbezüglich keine Abweichungen zum vorgegebenen Standard. Darüber hinaus kontrollieren wir auch regelmäßig unsere Lieferanten – so auch die Firma Menü-Manufaktur – und die Qualität der zugekauften Handelswaren. Gleichzeitig dürfen wir darauf hinweisen, dass uns bezüglich der Qualität unserer gekühlten Produkte keinerlei Beschwerden von Verbrauchern vorliegen.“
Ankerbrot AG, Wien

Stellungnahme Menü-Manufaktur:
"Wir stellen die Salate entsprechend unseren hohen Qualitätsstandards her. Alle Rohstoffe werden optimal zubereitet. Insbesondere die Hygiene hat bei der Herstellung oberste Priorität.
Sofort nach Eingang der Information des erhöhten Keimgehaltes haben wir unsere Abläufe bei der Herstellung und Lagerung der Salate überprüft. Hierbei sind keine Abweichungen zu den vorgegebenen Standards erkennbar.
Wir bewahren von all unseren Salaten Rückstellproben über drei Wochen auf, um im Falle einer Beanstandung Untersuchungen einleiten zu können. Die Probenahme des Vereins für Konsumenteninformation erfolgte laut Informationsschreiben am 20.12.2016 mit dem Herstellungsdatum vom 16.12.2016. Seit der Herstellung sind entsprechend acht Wochen vergangen und eine Nachkontrolle der produzierten Charge ist nicht mehr möglich.
Wir produzieren täglich 2.000 Salate, 2.500 Portionen in dieser Küche und 25.000 Portionen in der gesamten Unternehmensgruppe. Uns liegen keinerlei Beschwerden von Verbrauchern vor, die auf eine mangelhafte Hygiene bei unseren Produkten hinweisen."
Die Menü-Manufaktur GmbH, Wien

Spar Enjoy
Grünkern-Salat mit Nüssen mit Ingwer-Dressing
Testurteil: nicht zufriedenstellend

"Das Ergebnis hat uns sehr überrascht, denn gerade solch empfindliche Produkte werden sowohl von der Qualitätssicherung des Herstellers als auch durch unser internes Qualitätsmanagement mehrmals im Jahr geprüft. Weder die Ergebnisse des Herstellers noch unsere eigenen Prüfungen haben eine Abweichung der Qualität aufgezeigt.
Die letzte interne Überprüfung hat im November 2016 stattgefunden und war ebenfalls unauffällig. Alle Werte befanden sich auch am Ende des MHD (Mindesthaltbarkeitsdatum) unterhalb der DGHM-Richtwerte für Mischsalate (DGHD = Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie). Derartige Keimzahlen, etwa der aeroben mesophilen Bakterien, Entero- oder Milchsäurebakterien, wurden bei keiner Kontrolle nachgewiesen. Auch bei den täglichen sensorischen Kontrollen der Rückstellmuster durch den Hersteller wurden keine Abweichungen festgestellt."

SPAR Österreichische Warenhandels-AG, Salzburg

Testplakette

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Unternehmen, deren Produkte von uns mit "gut“ oder "sehr gut“ beurteilt wurden, haben die Möglichkeit, eine Testplakette zu erwerben. Deren Nutzung ist zeitlich begrenzt, und unsere strengen Richtlinien sind einzuhalten. Laut einer für die österreichische Bevölkerung repräsentativen Umfrage vom Juli 2019 verbinden Verbraucher mit der KONSUMENT-Testplakette in erster Linie, dass das entsprechende Produkt durch ein objektives Testverfahren geprüft wurde (41,3 %), eine hohe Qualität aufweist (40,1 %) und ein gutes Preis-/ Leistungs-Verhältnis bietet (33,9 %).

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