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Wofür bezahlen? Bild: feeling lucky Shutterstock

FAQ zu KONSUMENT - "Wozu, bitte, soll ich bezahlen?!"

, aktualisiert am

Leser und User interessieren sich für Eigentümer, Werbung, Testprodukte, Schreiber, Abopreise und Testmethoden.

Portrait Dr. Manfred Tacha
Dr. Manfred Tacha, MSc - KONSUMENT-Redakteur Bild: MT/VKI

Redakteur Dr. Manfred Tacha beantwortet Fragen von Lesern und Usern.

Warum muss man für Eure Infos zahlen? Warum ist KONSUMENT im Vergleich zu anderen Zeitschriften so teuer?

Manfred Tacha:

  1. Nützlich: KONSUMENT und konsument.at enthalten keine Unterhaltung und vorrangig exklusive Informationen mit hohem Nutzwert. Beurteilen Sie den Preis bitte anhand der persönlich nutzbaren Information.
  2. Testen ist teuer: Wir haben einerseits keine Werbeeinnahmen - siehe unten - und andererseits erhebliche Kosten. Daher müssen wir uns das Geld für unsere Arbeit in erster Linie bei unseren Kunden verdienen.
  3. Durch Corona haben viele Geld verloren. Auch wir müssen dafür sorgen, dass wir genug Einnahmen haben, um unsere Arbeit zu machen. Kaufen Sie ein Abo, das hilft Ihnen bei (Kauf-)Entscheidungen und uns bei der Arbeit.

Medien sind doch immer gekauft. Warum soll das ausgerechnet bei Euch anders sein?
Zugegeben: Was wir 2021 und 2022 in Sachen Inserate und Medienkorruption erlebt haben, war ein Hammer. Andere Medien verdienen ihr Geld mit Werbung, das ist normal - wir nicht, das ist für uns normal. Wir vom Verein für Konsumenteninformation sind eine Non-Profit-Organisation. Wir verzichten auf Fremd-Inserate oder ähnliche bezahlte Gefälligkeiten (für eigene Produkte werben wir schon, siehe unten). Wir setzen auf Abos. Keine Inserate bedeutet: keine Einflussnahme von außen auf unsere Berichterstattung.

Machen Sie ein Gedankenexperiment: Angenommen, wir testen Produkte und da schneidet eines schlecht ab, das von einer Firma stammt, die bei uns Inserate schaltet. Die Firma wird dann wohl unserer Geschäftsführung drohen, bereits bestellte Inserate im Wert von 30.000, 70.000 ... Euro zu stornieren. Wie würde sich dies auf unsere Testurteile und Berichte auswirken? Damit wir nicht aus Rücksicht auf Werbekunden unsere Testurteile aufhübschen und Berichte entschärfen müssen, verzichten wir auf Fremdwerbung. Aber das Geld fehlt uns, keine Frage.

Ich habe das BUCH: Näher als erlaubt. Wie sich die Politik mit Steuergeld Medien kauft gelesen und kann nur empfehlen: Lesen auch Sie es. Der Vergleich macht Sie sicher.

Drucken Sie auch Artikel von anderen?
Nein. Wir bekommen aber wirklich sehr viele unseriöse Anfragen. - Lesen Sie dazu Linktausch mit KONSUMENT und bezahlte Artikel - "Natürlich gerne gegen ordentliche Bezahlung" .

Auf konsument.at muss ich zahlen. Internet ist aber gratis, oder?
Nein, Internet ist nicht gratis. Wenn Sie nicht bezahlen, werden Sie und Ihre Daten verkauft - Sie müssen zumindest Werbung akzeptieren. Das zeigen unsere KONSUMENT-Artikel zum Schlagwort Datenschutz. Sehen Sie sich unbedingt dieses Video an: Datenschutz: Google-Konto verwalten - Mehr Privatsphäre.

Viele fordern von uns a) mehr und bessere Leistung für b) weniger Geld. Gar nicht wenige wollen alles gratis. Das geht nicht. Irgendwer muss unsere Kosten zahlen. - Jetzt sind Sie dran: Kaufen Sie sich ein Abo und nutzen Sie es mit einer zweiten, dritten Person. Glauben Sie mir: Es lohnt sich.

Zahlt Euch der Staat nichts?
Ja, es gibt staatliche Zuschüsse (siehe das Logo ganz unten), aber es reicht nicht. (Nestroy hat in einem seiner Stücke geschrieben: "Die Phönizier haben angeblich das Geld erfunden. Ja, gut - aber warum so wenig?") Wir sind ein Verein (Verein für Konsumenteninformation, VKI). Arbeiterkammer und Sozialministerium zahlen als Vereinsmitglieder einen jährlichen Mitgliedsbeitrag (mehr dazu:Wer wir sind - Mission Statement) . Fakt ist: Wir müssen zunehmend mehr Geld selbst verdienen und gleichzeitig sparen ohne Ende. Wir haben in den letzten Jahren unsere Eigenfinanzierung auf über 70 Prozent gesteigert. Durch eine Gesetzesänderung hätten - so der Plan - auch Bussgelder der Bundeswettbewerbsbehörde an uns gehen sollen (lesen Sie auch meinen Artikel Kartelle: Preisabsprachen - Räuber und Gendarm.) Das wurde nicht umgesetzt. Eine gesetzliche Basisfinanzierung ist seit vielen Jahren im Gespräch, liegt aber noch im Nationalrat und wartet auf bessere Zeiten. Daher kosten Bücher, Abos und der Onlinezugang zu wichtigen Artikeln Geld.

6 Euro für ein Heft – ist das nicht Nepp?
Nein, das ist kein Nepp. Qualitätsgesichertes Testen wird immer teurer. Das Testen eines einzigen Waschmaschinenmodells kostet zwischen 5000 und 7000 Euro, für Waschmittel oder Kosmetikprodukte betragen die Kosten zwischen 4000 und 7000 Euro - pro einzelnem Produkt. Die Analyse von Lebensmitteln kostet pro Untersuchung und pro Probe mehrere hundert Euro. Pro Jahr veröffentlicht KONSUMENT Testurteile für mehr als 1000 Produkte oder Dienstleistungen.

Seid Ihr wirklich näher an der Wahrheit als andere?
Wenn gute Berichte und ausführliche Testtabellen eine Form von Wahrheit sind, dann: ja.

Weswegen gibt es vki.at und konsument.at? Konsument.at würde doch reichen?
Konsument.at ist eine komplexe Website mit sehr vielen Inhalten und Funktionen. Sie für die Nutzung am Handy zu optimieren (responsive Design) ist aufwändig und teuer. Um Usern schneller Handy-taugliche Infos zu liefern, hat die frühere Geschäftsführung 2016 vki.at geschaffen. Im Dezember 2021 haben wir 20.000 KONSUMENT-Artikel von konsument.at-ALT in konsument.at-NEU übersiedelt (sorry, wir haben noch nicht alle Mängel beseitigt, kaputte Links etwa). Jetzt sind KONSUMENT-Artikel auch auf dem Handy lesbar. - Zur Unterscheidung: vki.at ist die Auslage der gesamten Organisation, konsument.at konzentriert sich auf Bezahl-Inhalte (Tests und Reports) und andere Heft-Artikel.

Wer macht das Testmagazin KONSUMENT?
Herausgeber von KONSUMENT, www.konsument.at, vki.at und verbraucherrecht.at sind wir vom VKI (Verein für Konsumenteninformation). Vereinsmitglieder waren viele Jahre lang die vier österreichischen Sozialpartner. Nach dem Austritt von ÖGB, Wirtschaftskammer und Prädidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern verbleiben die Arbeiterkammer als reguläres VKI-Mitglied und - als außerordentliches Mitglied - die Republik Österreich vertreten durch das Sozialministerium (die aktuell korrekte Bezeichnung, sie wechselt häufig, lautet: Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, Stand: 7/2021).

Was macht KONSUMENT einzigartig?
Auch andere behaupten von sich zu "testen" oder sie benutzen das Wort "Test". Lesen Sie dazu: Test oder Fake-Test? - Unseren Tests können Sie vertrauen . Als einziges österreichisches Testmagazin sind wir von KONSUMENT den strengen internationalen Standards von Verbraucherorganisationen verpflichtet. Dazu gehört

  • strikte Unabhängigkeit von Firmen (daher auch keine Fremd-Werbung)
  • ausschließliche Orientierung an den Bedürfnissen der Konsumenten, nicht an denen der Anzeigenabteilung sowie
  • höchste Ansprüche an sachliche Richtigkeit und Objektivität in der Berichterstattung.
    Diese Grundsätze sind in den Statuten des VKI verankert und für alle Mitarbeiter verpflichtend.

Ich kaufe das Heft in der Trafik. Warum bekomme ich keinen Onlinezugang?
Gute Frage - ehrliche Antwort: Wir haben geprüft, ob und zu welchen Kosten es möglich ist, den Käufern eines Einzelheftes zusätzlich den Onlinezugang zu ermöglichen. Es wäre für uns zu teuer. Wir hätten höhere Kosten bei gleichen Einnahmen. - Deswegen: Nehmen Sie ein Abo und lassen Sie auch andere davon profitieren ...

Wie kommt KONSUMENT zu seinen Themen?
Das Grundgerüst besteht aus den wichtigsten Anschaffungen von Konsumenten. Wir berichten über Unterhaltungselektronik, Haushalt, Computer, Sport- und Freizeitgeräte, Ernährung, Gesundheit, Auto, Versicherungen und Sparformen. Wir beobachten die Kommentare zu den Artikeln. Wir beobachten E-Mails. Auch die Reaktionen auf Facebook und Anfragen in unserer Beratung fließen ein. Manche Themen greifen wir auf, weil sie in der Luft liegen (z.B. Coronavirus-Extra: alle Infos, alle Artikel) oder durch die Werbung in den Blickpunkt gerückt sind.

Wird KONSUMENT oft geklagt?
Nein. Gerichtliche Schritte werden uns oft angedroht, mitunter sogar vor Veröffentlichung eines Beitrages. Nur wenige Fälle landen tatsächlich vor Gericht. KONSUMENT hat seit seiner Gründung 1961 kein großes Verfahren verloren.
Es ist umgekehrt: Unser Tätigkeitsbericht 2017 spricht von 305 Verfahren, die unsere Rechtsabteilung in diesem Jahr geführt hatte. 90 Prozent Erfolgsquote! 500 Millionen Euro für Konsumenten erstritten (2017)! - Lesen Sie, was unsere Rechtsabteilung macht: VKI: Klagen mit Erfolg - EVN, Flixbus, Sky, VW, BAWAG

Wie lange dauert der Druck einer KONSUMENT-Auflage?
Im Dezember 2017 hatten wir eine gedruckte Auflage von 480.000 Exemplaren. Der Druck dauert etwa 20 Stunden, eine Auflage wiegt über 18 Tonnen.

Was passiert mit den Testprodukten?
Die getesteten Produkte bleiben in den meisten Fällen in den Prüflabors - zur Beweissicherung, sollten wir geklagt werden. Wenn das nicht nötig ist, werden sie einem wohltätigen Zweck zugeführt, unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verkauft oder fachgerecht entsorgt.

Warum sind KONSUMENT-Beiträge nicht namentlich gezeichnet?
Nur wenige Artikel sind das Produkt einer Person. Reports oder Tests sind in der Regel Resultat der Teamarbeit zwischen Fachjournalisten und Fachexperten. Bei den Blog-Beiträgen nennen wir den Namen.

Warum sind die Tests so Wien-lastig?
Wir haben im Osten Österreichs die meisten Leserinnen und Leser. Unsere Ressourcen sind begrenzt. Aber wir weiten im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten unsere Testaktivitäten aus, Beispiele: Kfz-Werkstätten, diverse Servicetests, Medizintests, Apotheken. Weitere österreichweite Recherchen sind in Vorbereitung. 

Warum war mein Produkt nicht im Test?
Wir können in keinem Bereich alle Produkte testen, leider. Es sind zu viele und sie wechseln zu rasch. Wir müssen aus diesem Grund eine möglichst gute Auswahl treffen. Wir nehmen auch an den Gemeinschaftstests der ICRT teil (ICRT =  International Consumer Research & Testing (ICRT). Da müssen alle teilnehmenden Organisationen Kompromisse in der Auswahl der Testprodukte eingehen.

Produkt XY war Testsieger. Warum ist es nicht mehr erhältlich?
Bevor wir einen Test veröffentlichen prüfen wir immer, ob die beschriebenen Produkte oder Dienstleistungen noch erhältlich sind. Wir veröffentlichen nur, was kurz vor der Veröffentlichung erhältlich ist. Entweder gehen wir selbst in das Geschäft oder wir lassen uns vom Hersteller oder Händler bestätigen, dass es noch einige Zeit erhältlich sein wird. Es kommt aber immer wieder vor, dass Händler, Hersteller, Anbieter ... Produkte vom Markt nehmen - vor und nach dem Erscheinen unseres Artikels. Und sie tun dies auch mit Testsiegern; lesen Sie den Artikel z.B. Schlecker: Maschinengeschirrspülmittel. Manche ersetzen die Testsieger auch durch andere Produkte, ohne das klar zu kommunizieren. 

Können wir vom Unternehmen XY ihnen eines unserer Produkte zum Testen schicken?
Nein. Wir wählen anhand von Marktrecherchen und Leserumfragen jene Produkte aus, die in den Test kommen. Anschließend kaufen wir anonym ein. Das gewährleistet, dass die Produkte von den Unternehmen nicht vorher manipuliert werden. Die Qualität eines getesteten Produktes soll sich nicht von jenem unterscheiden, das im Handel erhältlich ist.

Die wiederholten Anfragen in unserer Redaktion zeigen: Unternehmen sind es gewöhnt Redaktionen Produkte zuzuschicken. Sie staunen, wenn wir das übliche Spiel nicht mitspielen. KONSUMENT ist anders: Es ist nicht möglich, uns ein Produkt zuzusenden, um es testen zu lassen.

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