Zimt, Sternanis, Kardamom & Co - Weihnachtsduft

Was wäre die Weihnachtszeit ohne Kekse, Glühwein, Lebkuchen und Punsch – mit den richtigen Gewürzen.

Verführerisch duften die Köstlichkeiten und machen sie solcherart unwiderstehlich. Es heißt zwar „Äpfel, Nuss und Mandelkern essen fromme Kinder gern“, doch so richtig festlich wird Weihnachten seit alters her erst mit Aromen wie Zimt, Gewürznelken, Kardamom, Sternanis oder Piment. 

Zarte Prise für himmlischen Genuss

Sie alle stammen aus fernen Landen, waren dadurch entsprechend kostbar und somit Wohlhabenden oder eben speziellen Festlichkeiten vorbehalten. Auch heute noch hat so manches Gewürz einen Kilopreis von hundert Euro und mehr. Aber die meisten sind hocharomatisch und es reicht oft eine zarte Prise für himmlische Genüsse. Wir haben uns für Sie die wichtigsten Gewürze für die Weihnachtszeit angesehen und auch, wie sie rund ums Jahr eingesetzt werden können. 


Zimt 

Geerntet wird die Rinde des Baumes, der zu den Lorbeergewächsen gehört. Besonders verbreitet ist der intensiv Außer in Keksen, Lebkuchen, Punsch oder Glühwein kommt Zimt in zahlreichen Gewürzmischungen wie Garam Masala oder Ras el-Hanout vor. (Bild: Oliver Hoffmann/shutterstock.com)würzige, bisweilen aufdringliche Cassiazimt (Cinnamomum cassia). Es lohnt sich, gezielt nach dem feinmilden Ceylonzimt (Cinnamomum zeylanicum) Ausschau zu halten. Das vor allem im Cassiazimt enthaltene Cumarin kann zu Leberschädigungen führen.

Für kleinere Kinder sollte bei etwa sechs Zimtsternen oder 100 g Lebkuchen pro Tag Schluss sein, Erwachsene sollten bei 24 Zimtsternen aufhören. Immer vorausgesetzt, es werden keine anderen cumarinhaltigen Speisen konsumiert. Außer in Keksen, Lebkuchen, Punsch oder Glühwein kommt Zimt in zahlreichen Gewürzmischungen wie Garam Masala oder Ras el-Hanout vor.

Gewürznelken (Syzygium aromaticum) 

Gewürznelken sind die getrockneten Knospen des Gewürznelkenbaumes aus der Familie der Myrtengewächse. Die stiftförmigen „Nägelein“ enthalten bis zu 15 Prozent ätherische Öle, darunter Eugenol, das auch in Zimt vorkommt. Frische Nelken fühlen sich daher leicht fettig an. Der Geschmack ist süßlich, leicht scharf, intensiv, leicht zimtig. Besonders fein ist das Aroma des Nelkenkopfes, die Stängel schmecken bitter. (Bild: Pairoj Sroyngern/shutterstock.com)Besonders fein ist das Aroma des Nelkenkopfes, die Stängel schmecken bitter. Aufgrund der betäubenden Wirkung von Eugenol werden Nelken oder Nelkenöl traditionell gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum bzw. gegen Hals- oder Zahnschmerzen eingesetzt. Nelken eignen sich besonders zur Verfeinerung von Lebkuchen, Glühwein, Punsch oder Feuerzangenbowle und sind oft in Obstgerichten wie Zwetschkenröster oder Apfelkompott zu finden. In pikanten Gerichten sind sie oft Bestandteil von Gewürzmischungen, etwa dem nordafrikanischen Ras el-Hanout, dem Fünf-Gewürze-Pulver, von Garam Masala, Curry oder Worcestershiresauce. 

 

Piment (Pimenta dioica)

Geschmack: pfeffrig, mit Anklängen von Gewürznelken, Zimt und Muskat. (Bild: Moving Moment/shutterstock.com)Der Pimentbaum gehört zur Familie der Myrtengewächse. Die getrockneten Beeren sind unter vielen Bezeichnungen bekannt: Nelkenpfeffer, Jamaikapfeffer, Neugewürz oder Viergewürz. Die Namen verraten schon den Geschmack: pfeffrig, mit Anklängen von Gewürznelken, Zimt und Muskat.

In der Adventzeit gibt Piment Lebkuchen und Bratapfel, Früchtebrot und Glühwein eine wunderbar würzige Note. Gemeinsam mit Wacholder und Lorbeer wird Piment häufig für Wildgerichte verwendet, aber auch für Lamm oder Sauerkraut. Grüner Kardamom (Elettaria cardamomum). Der Geschmack ist leicht blumig, ein wenig scharf, süßlich, mit einem Hauch Eukalyptus.
 

Schwarzer Karamom und Sternanis

Was wäre die Weihnachtszeit ohne Kekse, Glühwein, Lebkuchen und Punsch – mit den richtigen Gewürzen.

Schwarzer Kardamom (Amomum subulatum Roxb.)

hat ein etwas herberes Aroma, bisweilen wird er auch geröstet und erhält so eine Räuchernote, die sich eher für Pikantes eignet. Beide Pflanzen wachsen als mehrjährige Stauden. Sie gehören zur Familie der Ingwergewächse wie auch Galgant, Kurkuma oder Ingwer. Die Früchte mit den Samen werden nach der Ernte getrocknet. Die Kapsel selbst hat kaum Aroma, die Samen hingegen enthalten einen hohen Anteil an ätherischen Ölen.

In der Weihnachtsküche findet man Kardamom in Spekulatius, Lebkuchen und Pfeffernüssen. (Bild: Sergey Molchenko/shutterstock.com)

 

Die Zusammensetzung des Öls hängt (wie bei den meisten Gewürzen) stark von Faktoren wie Erntezeitpunkt, Herkunft oder Sorte ab. In der Weihnachtsküche findet man Kardamom in Spekulatius, Lebkuchen und Pfeffernüssen. Er ist aber auch Bestandteil von Gewürzmischungen wie Curry oder Garam Masala. In arabischen Ländern wird Kaffee mit Kardamom aromatisiert, in Indien Tee.

Sternanis (Illicium verum)

Er ist Bestandteil des chinesischen Fünf-Gewürze-Pulvers, in der vietnamesischen Küche beliebt und Zutat in vielen orientalischen Gerichten. (Bild: Nattika/shutterstock.com)Im Gegensatz zum heimischen Anis, einem Doldenblütler wie auch Kümmel oder Fenchel, ist Sternanis eine Baumfrucht. Das Anisaroma befindet sich in den Samenhülsen, ist intensiver als bei Anis, leicht pfeffrig. Verkochen kann man die ganze Frucht, vor dem Mahlen entfernt man den Samen. Sternanis verfeinert Glühwein, Punsch, Kekse oder Lebkuchen. Er macht sich gut in Kompotten und Obstsalat. Er ist Bestandteil des chinesischen Fünf-Gewürze-Pulvers, in der vietnamesischen Küche beliebt und Zutat in vielen orientalischen Gerichten

Rezept: Glühwein

Es ist wieder Glühwein-Zeit! Probieren Sie unser Rezept gerne aus. (Bild: VKI)Zutaten (für 4 Personen) 

•  600 ml trockener Rotwein 
•  200 ml Traubensaft 
•  2 kleine Bio-Orangen 
•  6 Nelken 
•  4 Stück Sternanis 
•  3 Stück Kardamom 
•  3 kleine Zimtstangen 
•  4 Pimentkörner 
•  2 EL Zucker 
•  Optional: Schale von 1 Bio-Apfel 

 

Zubereitung 

Den Rotwein gemeinsam mit dem Traubensaft vorsichtig erhitzen (die Mischung darf nicht kochen, sonst verdampft zu viel Alkohol). Die Schale von den Bio-Orangen mit einem Sparschäler abschälen und die geschälte Orange anschließend in Scheiben schneiden. Die Gewürze vorsichtig in einer Pfanne rösten und gemeinsam mit dem Zucker und evtl. den Apfelschalen zur Mischung dazugeben. Den warmen Wein rund 15 Minuten ziehen lassen. Den fertigen Glühwein in warmen Bechern nach Belieben garnieren und servieren.

VKI-Tipps

•  Verwenden Sie möglichst frische Gewürze. Gewürze verderben meist nicht, verlieren aber mit der Zeit an Aroma.
•  Kaufen Sie Gewürze möglichst im Ganzen und nicht vermahlen. Gemahlene Gewürze verlieren ihr Aroma rascher.
•  Lagern Sie Gewürze gut verschlossen. Das hilft nicht nur, das Aroma zu bewahren, sondern hält auch ungebetene Mitesser wie Küchenmotten fern.
•  Viele Kochrezepte, vor allem der indischen Küche, empfehlen, die Gewürze zuerst in der Pfanne trocken zu rösten, damit sich die ätherischen Öle voll entfalten

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