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Toastschinken - Na, Mahlzeit!

Bei diesem Testergebnis vergeht einem der Appetit: Mehr als die Hälfte der untersuchten Toastschinken enthalten zu viel Wasser oder sind mit Keimen belastet. Besonders schlecht schneidet in unserem Test verpackter Schinken ab.

Diese Toastschinken finden Sie in unserer Testtabelle:

Verpackt

  • Aibler
  • Berger
  • Clever
  • Genuss gold
  • Horeca
  • Holzbauer
  • Jeden Tag
  • Landauer
  • Weiser

Offen

  • Berger
  • Efef
  • Gross
  • Radatz
  • Schirnhofer
  • Sonnberg
  • Tann
  • Trünkel

Getestet haben wir die Temperatur des Schinken, die Herkunft laut Herstellerinformation, die Mikrobiologie und die Zusammensetzung, den prozentuellen Kochsalzanteil sowie die Beschaffenheit des Schinken. Außerdem führten wir eine Experten- und eine Laienverkostung durch.


Hier unser Testbericht:

Lange her, dass wir zuletzt Toastschinken unter die Lupe nahmen. Als die Testurteile durchsickerten, gingen die Wogen hoch. Eine Firma bemühte noch vor Veröffentlichung Anwälte und Gerichte. Per einstweilige Verfügung sollte uns untersagt werden, über unsere Untersuchungsergebnisse zu berichten. Das zuständige Gericht wies den Antrag ab und der Test konnte im Februar 2006 erscheinen (Test: Toastschinken 2/2006).

Wenig Verbesserung seit dem Test 2006

Acht Jahre sind inzwischen vergangen. Zeit genug für die Fleischhauer, in ihren Betrieben für Ordnung zu sorgen. Nach einem Test, bei dem fast 50 Prozent der Testkandidaten abstürzten, kann es nur besser werden, dachten wir und machten uns erneut zum Einkauf von Toastschinken auf. Wie man sich täuschen kann! Die Testtabellen zeigen unmissverständlich: Die Herren an den Hackstöcken haben kaum dazugelernt. Viele von ihnen verkaufen ihren Kunden nach wie vor Schinken von fragwürdiger Qualität.

17 verpackte und offene Toastschinken im Vergleich

Für unseren aktuellen Test kauften wir insgesamt 17 Toastschinken ein. Die Marken in unserem Test: Genuss gold, Jeden Tag, Berger, Clever, Landauer, Weiser, Aibler, Horeca, Holzbauer, Tann, Berger, Radatz, Trünkel, Schirnhofer, Sonnberg, Efef, Gross.

Der Großteil stammt aus den Filialen der Supermarktketten, wo wir hauptsächlich verpackten Toastschinken aus den Regalen in unseren Einkaufswagen räumten. Für offen angebotenen Toastschinken stellten wir uns in den Feinkostabteilungen der Supermärkte an, aber auch in den Geschäften von großen Fleischereiketten wie Radatz oder Trünkel, um nur die bekanntesten zu nennen. Unser einziges Bio-Produkt im Test stammt von denn’s und wurde ebenfalls offen erstanden.

Auch Schinken für die Gastronomie geprüft

Zusätzlich gingen wir diesmal zu AGM und Metro einkaufen, um zu sehen, welche Produkte in die Gastronomie gehen. Drei unserer insgesamt neun getesteten verpackten Toastschinken kommen deshalb aus dem Großhandel. Bereits während des Einkaufs überprüften wir vor Ort die Temperatur der Ware und jene der Kühlvitrinen. Lediglich Genuss gold von AGM war wärmer gelagert, als laut Packungsaufdruck vorgeschrieben. Bei diesem Toastschinken war sowohl die Temperatur im Kühlregal als auch die Kerntemperatur des Produktes selbst erhöht.

Schinken-Temperatur nicht immer korrekt

Bei offener Ware wird der Schinken aus der Kühlung genommen und aufgeschnitten. Diese Manipulation kann zu einer Temperaturerhöhung führen. Beim Schinken von Schirnhofer und Radatz war die gemessene Kerntemperatur vergleichsweise hoch. Bei Sonnberg, unserem einzigen Bio-Produkt, lag sie sogar über 10 Grad C, was definitiv zu viel ist, denn Schinken ist ein heikles Produkt. Ohne ausreichende Kühlung kann es schnell zu unerwünschtem Keimwachstum und vorzeitigem Verderb kommen.

Einige sparten bei der Menge

Kundenbeschwerden: "zu wenig drin!"

Immer wieder erreichen uns Beschwerden von Lesern, dass in Verpackungen weniger steckt, als auf dem Etikett angegeben. Wir haben deshalb alle unsere abgepackten Toastschinken, die aus dem Einzelhandel stammen, sorgfältig abgewogen. Dass beim Gewicht getrickst wird, können wir nicht bestätigen. Trotzdem fällt auf, dass manche Hersteller auf Leichtgewichte setzen.

Weiser und Aibler: ein paar Gramm zu wenig

Beim Toastschinken von Weiser, den es bei Lidl zu kaufen gibt, brachten alle sechs eingekauften Proben weniger Gewicht auf die Waage als auf der Verpackung vermerkt. Beim Schinken von Aibler, der bei Hofer in den Regalen liegt, und bei Holzbauer von Interspar waren es immerhin fünf von sechs. Nun fällt bei einer 200-Gramm-Packung ein Minus von einigen wenigen Gramm kaum ins Gewicht, auch finanziell nicht. Ärgerlich ist es trotzdem, denn es zeigt die Tendenz auf, dass manche Erzeuger ihren Kunden eher weniger verkaufen als mehr. Und bei den Umsätzen von großen Herstellern macht vermutlich auch solches Kleinvieh Mist. Wir werden deshalb die tatsächlichen Füllmengen auf jeden Fall weiter unter Beobachtung halten.

Herkunft des Schweinefleisches: kaum grobe Auffälligkeiten

Nichts auszusetzen hatten wir in Sachen Herkunft. Auf die Frage, wo die für den Schinken verwendeten Schweine geboren, gemästet und geschlachtet wurden, erhielten wir von allen Herstellern problemlos Auskunft. In den meisten Fällen stammten die Tiere aus Österreich und wurden auch hier verarbeitet. Einige wenige Betriebe kaufen auch Ware aus Deutschland zu. Nur Zielpunkt hielt sich hier bedeckt. Bei seiner Eigenmarke "Jeden Tag" werde „kein Herkunftsnachweis mitgeführt“, teilte man uns lapidar mit. Dass inzwischen jeder Hersteller die Rückverfolgbarkeit seiner Produkte sicherstellen muss, ist offenbar noch nicht bis zu den Zuständigen von Zielpunkt durchgedrungen.

Keime und Zusammensetzung bei den meisten nicht ok

Das wirklich Entscheidende bei einem Schinken ist aber, ob er hygienisch einwandfrei ist (Mikrobiologie) und ob er den gesetzlichen Bestimmungen entspricht (Zusammensetzung). Und genau hier könnte einem sauschlecht werden. Denn die Qualität von Toastschinken hat sich seit unserem letzten Test nicht verbessert, sondern im Gegenteil sogar noch verschlechtert. Das muss eine Branche erst einmal schaffen!

Keime vom Klo

Viele mit Keimen belastet

Unmittelbar nach dem Einkauf brachten wir alle unsere Proben im Kühlauto in die Untersuchungsanstalt. Dort erfolgte bei der verpackten Ware die mikrobiologische Untersuchung am letzten Tag der ausgewiesenen Mindesthaltbarkeit. Vor allem im Toastschinken von Aibler machten die Experten im Labor einen ungustiösen Fund: Sie entdeckten Fäkalkeime, und zwar in einem bereits stark erhöhten Ausmaß. Wenn Darmbakterien in einem Lebensmittel stecken, ist das nicht nur unappetitlich, es weist vor allem auf Hygienemängel im Herstellungsprozess hin.

Nur vier verpackte Toastschinken in Ordnung

Bei vier weiteren Proben fanden wir eine erhöhte Gesamtkeimzahl. Hier wurde entweder nicht ganz sauber gearbeitet oder auf der Verpackung eine zu lange Mindesthaltbarkeit angegeben. Alle diese Proben waren "wertgemindert", wie es in der Fachsprache heißt, und wurden von uns deshalb abgewertet. Lediglich vier verpackte Toastschinken waren am Ende der Haltbarkeitsfrist mikrobiologsch noch in Ordnung; zwei davon wiesen jedoch bereits vergleichsweise höhere Keimzahlen auf. Ein echt miserables Ergebnis! Immerhin fanden wir wenigstens keine pathogenen, also krank machenden Bakterien wie z.B. Listerien.

Offener Toastschinken schnitt viel besser ab

Beim offen angebotenen Toastschinken fielen die Ergebnisse deutlich besser aus. Hier mussten wir weder erhöhte Keimzahlen noch Fäkalkeime beanstanden. Mikrobiologisch war damit alles in bester Ordnung. Man muss jedoch dazusagen: Diese Ware hatte einen Startvorteil. Sämtliche Proben wurden noch am Einkaufstag untersucht. Und da wir für unseren Test viel Schinken brauchten, wurden für uns auch häufig frische Stangen angeschnitten, was die guten Ergebnisse vielleicht etwas relativiert.

Toastschinken: gekocht, nicht geräuchert

Was versteht man überhaupt unter einem Toastschinken? Bei diesem Produkt handelt es sich um einen Kochschinken. Dafür wird in kleinere Fleischstücke, meist vom Schweinsschlögel, eine Mischung aus Wasser, Pökelsalz und Phosphat gespritzt. Das Pökelsalz sorgt für eine dauerhafte schöne rote Fleischfarbe und für Haltbarkeit. Phosphat erhöht das Wasserbindungsvermögen und macht dadurch den Schinken saftig. Anschließend kommen die Fleischstücke in einen Tumbler, wo sie bewegt werden, damit sich die Lake besser im Gewebe verteilt. Für den letzten Durchgang werden die Rohlinge in Pressformen gelegt und im Dampf gegart, aber nicht geräuchert.

Reichlich Wasser enthalten

Wie jeder andere Kochschinken enthält auch Toastschinken reichlich Wasser, und zwar zwischen 75 und 77 Prozent, wie unsere Untersuchung zeigt. Der alte Scherz, dass die Fleischhauer ihren Kunden Wasser zum Schinkenpreis verkaufen, hat also durchaus einen realen Hintergrund. Worauf es bei einem Kochschinken aber tatsächlich ankommt, das ist das Verhältnis von Wasser zu Eiweiß (Protein). Nach den Bestimmungen des Österreichischen Lebensmittelbuchs (Codex) darf bei Toastschinken das Wasser-Eiweiß-Verhältnis maximal 4,0 betragen. Dazu kommt noch eine Toleranz von 0,2. Das bedeutet, dass das Wasser-Eiweiß-Verhältnis unter 4,2 liegen muss.

Mit Wasser aufgespritzt

Mit Wasser aufgespritzt

Bei den verpackten Proben überschritten sowohl Horeca als auch Holzbauer diesen Grenzwert. Beim offen gekauften Toastschinken erwischte es Efef und Gross. Im Gross-Schinken steckten übrigens auch drei Prozent Kartoffelstärke, was nicht verboten ist. Dennoch würde man so einen Inhaltstoff eher nicht mit Schinken in Verbindung bringen. Aufgrund ihrer mangelhaften Zusammensetzung wurden alle vier Proben als „verfälscht“ beurteilt und von uns daher abgewertet. Ein mit zu viel Wasser aufgespritzter Schinken ist nämlich genauso wenig akzeptabel wie einer, der unter fragwürdigen hygienischen Umständen produziert wurde.

Produktion nahe an Limit-Werten

Glück hatten hier Jeden Tag und Genuss gold (verpackt) sowie Schirnhofer und Sonnberg (offen). Auch sie lagen über dem zulässigen Grenzwert. Nach Herausrechnen der Messunsicherheit schafften aber alle vier Toastschinken die 4,2-Hürde und kratzten damit gerade noch die Kurve. Diese Proben sind ein schönes Beispiel dafür, wie hier offensichtlich nahe am Limit produziert wird.

Fazit: Zu hoher Wasseranteil bei fast allen Toastschinken

Von insgesamt 17 Toastschinken im Test ist bei vier Produkten der Wassergehalt im Vergleich zum Fleischanteil zu hoch. Weitere vier Proben liegen hart an der Grenze. Damit schwimmt fast ein Viertel der Testkandidaten im wahrsten Sinn des Wortes im Wasser! Ein weiteres Viertel ist nahe dran. Ein echt saftiges Ergebnis.

Toastschinken macht durstig! Trotz hohem Wassergehalt

Übrigens: Wundern Sie sich nicht, wenn Sie nach Verzehr eines Schinken-Käse-Toasts oder eines Schinkenbrotes ordentlich Durst bekommen: Toastschinken ist ein sehr salziges Produkt. Wer hier zugreift, muss mit 1,7 bis 2,7 Prozent Kochsalz rechnen. Am wenigsten Salz steckt im offenen Schinken von Trünkel, am meisten im verpackten von Berger. Hätten wir ein Ampelsystem zur Kennzeichnung von Nährstoffen wie in Großbritannien, würde bei jedem Toastschinken das rote Licht leuchten. Egal, auch so kassierten gleich mehrere Produkte die rote Laterne.

Verkostung war Schwerarbeit

Bei so gut wie jedem Lebensmittel-Test machen wir eine Verkostung. Klingt vielleicht entspannt, ist es aber nicht. Sich wie beim Toastschinken durch 17 Proben durchzuessen, ist harte Arbeit und gelegentlich an der Grenze des Erträglichen. In Ausnahmefällen geht es sogar darüber hinaus.

Laien- und Expertenverkostung

Sowohl Experten als auch Laien nahmen sich den Toastschinken vor. Die Profis beurteilten diesmal nur, ob die Proben artgerecht und produkttypisch schmeckten und ob ein Verderb feststellbar war. Alle Schinken waren unauffällig. Erst im Labor zeigte sich, dass manche bereits vermehrt mit Keimen belastet waren und bei einigen auch die Zusammensetzung nicht stimmte.

Von unseren Laienverkostern wollten wir dagegen wissen: „Wie beurteilen Sie den Geruch, den Geschmack und die Konsistenz des Schinkens? Würden Sie ihn selbst kaufen?“ Während sich einige Testesser tapfer durchkämpften, waren andere oft schon beim Anblick oder Geruch mancher Proben an ihrer Belastungsgrenze.

Berger Gastronomieschinken mit hohem Wassergehalt

Richtig hart wurde es bei einem Produkt, das wir außer Konkurrenz mitverkosten ließen. Der Schulterblock von Berger, den wir aus einer Anzahl vergleichbarer Produkte zufällig ausgewählt hatten, wird mit erhöhter Wassermenge hergestellt. Das ist auf dem Etikett auch korrekt vermerkt. Zu kaufen gibt es ihn nur im Großhandel, zu den Konsumenten kommt dieses Produkt hauptsächlich über die Gastronomie in Form von Schinken-Käse-Toast oder als Pizzabelag.

Premiere in der Testabteilung: Verkostungsverweigerung!

Schon auf der Innenseite der geschlossenen Verpackung fielen uns die großen Wassertropfen auf. Bei der Verkostung des guten Stücks erlebten wir dann eine Premiere: Dass einige Tester in ihrem Verkostungsprotokoll einen unappetitlichen Geruch, eine gallertige Konsistenz und bläuliche Einschlüsse vermerkten, überraschte uns noch nicht sonderlich. Wohl aber, dass sich Kollegen weigerten, diesen Toastschinken zu essen. So etwas hatten wir noch nie!

Berger Schulterblock Toastschinken: Bereits die Verpackung lässt erkennen, dass sich sehr viel Wasser im Schinken wiederfindet (Bild: K. Schreiner/VKI)  

Berger Schulterblock Toastschinken: 40 % Wassergehalt zugesetzt (Bild: K. Schreiner/VKI)  

Testtabelle: Toastschinken verpackt

Testtabelle: Toastschinken offen

Zusammenfassung

  • Echter Lichtblick: Bei allem Ärger über die insgesamt schlechten Testergebnisse – beim offen verkauften Toastschinken lieferten Tann, Berger und Radatz ein tadelloses Produkt von sehr guter Qualität ab.
  • Zu lange: Viele Hersteller geben bei verpacktem Toastschinken relativ großzügige Haltbarkeitsfristen an. Das kann zu einer verstärkten Keimbelastung am Ende der MHD, des Mindesthaltbarkeitsdatums, führen. Toastschinken daher nicht im Kühlschrank bunkern.
  • Kein Verlass: Nicht immer steht ein Name automatisch für gleichbleibende Qualität. Firmen wie Berger produzieren viele Toastschinken, die durchaus unterschiedlich sein können.
  • Unter Wasser: Vier der untersuchten Toastschinken enthalten zu viel Wasser, vier weitere Proben sind nahe dran. Den Kunden wird damit Wasser zum Schinkenpreis verkauft.

Testkriterien

Im Test: 17 Toastschinken, davon 9 verpackte und 8 offen angebotene.

Bereits während des Einkaufs wurde die Oberflächentemperatur am Lagerort und – mittels Stichthermometer – die Kerntemperatur der Ware ermittel. Nach dem (gekühlten) Transport in die Untersuchungsanstalt wurde bei einem Teil der verpackten Toastschinken die tatsächliche Füllmenge ermittelt. Anschließend wurde die Zusammensetzung der Toastschinken (Wasser-Eiweiß-Verhältnis) und ihr Kochsalzgehalt bestimmt. Der Rest der verpackten Proben wurde bis zum Ende der angegebenen Mindesthaltbarkeit gelagert. Danach erfolgte eine mikrobiologische Untersuchung. Beim offen erworbenen Toastschinken fanden alle Untersuchungen noch am Tag des Einkaufs statt.
Sämtliche Proben wurden sowohl von Experten als auch von Laien verkostet. - Die Prozentangabe benennt die Gewichtung der Tester, also den Einfluss auf das Gesamturteil.

Füllmenge: 5 % Anteil am gesamten Testurteil
In der Untersuchungsanstalt erfolgte eine Abwaage der Packungen (Gesamtgewicht und Gewicht der Verpackung). Anschließend wurden die vorhandenen Daten, abhängig von der gekauften Probenmenge, ausgewertet.

Temperatur: 10 %
Bereits in den Geschäften wurde die Temperatur der Oberfläche am Lagerort der einzelnen Proben ermittelt. Die Kerntemperatur jedes Schinken wurde mittels Stichthermometer gemessen.

  • Verpackter Toastschinken: Grundlage der abschließenden Beurteilung waren die vom Hersteller auf den Verpackungen aufgedruckten Lagerbedingungen. Sie liegen meist zwischen 2 und 6 °C, manchmal ist auch „unter 4 °C“ angeführt. Wurden diese im Handel nicht eingehalten, wurde mit „nicht zufriedenstellend“ beurteilt.
  • Offener Toastschinken: Nicht ganz so streng erfolgte die Bewertung der offenen Ware. Da der Schinken aus der Kühlung entnommen und aufgeschnitten wurde und diese Manipulation zu einer Temperaturerhöhung führen kann, wurden Werte zwischen 6 und 10 °C mit „durchschnittlich“ bewertet, alles darüber mit „nicht zufriedenstellend“.

Herstellerinformation Herkunft: 10 %
Die Anbieter wurden um Auskunft gebeten, wo die Schweine geboren, gemästet und geschlachtet worden waren bzw. wo die Verarbeitung erfolgt war. Bewertet wurde die Auskunftsfreudigkeit und die Plausibilität der Informationen.

Mikrobiologie: 20 %
Alle eingekauften Proben wurden mikrobiologisch untersucht. Die folgende Auflistung zeigt, nach welchen Bestimmungen geprüft wurde.

  • Aer. mesoph. Gesamtkeimzahl EN ISO 4833
  • Enterobacteriaceen ISO 21528-2
  • E. coli ISO 16649-2
  • Koag.pos. Staphylokokken EN ISO 6888-2
  • Mesophile Milchsäurebakterien ISO 15214
  • Listeria sp. EN ISO 11290-2
  • Pathogene MO § 64 LFGB L 00:00-95(V); Real Time PCR

Grundlage für die Beurteilung der analysierten Keime waren Gutachten. Sobald eine Probe als "wertgemindert“ aufgrund der hohen Keimzahl beurteilt oder ein deutlich erhöhter Keimgehalt angeführt wurde, wurde das Gruppenurteil "weniger zufriedenstellend" vergeben. Das Testurteil wurde ebenfalls auf "weniger zufriedenstellend“ abgewertet.

Zusammensetzung: 20 %
Folgende Parameter wurden nach BVL L 06.00-3; ISO 1444; BVL L 06.00-7 untersucht:

  • Wasser
  • Fett
  • Eiweiß
  • Asche
  • Kollagen
  • NW KJ/kcal
  • Kollagenfreies Eiweiß
  • Kollagenwert
  • Wasser/Eiweiß
  • Fett/Eiweiß
  • (Wasser + Fett)/Eiweiß

Die Werte wurden mit den Anforderungen im Österreichischen Lebensmittelbuch (Codex) verglichen. Da es die meisten Probleme beim Wert Wasser/Eiweiß gab, liegt hier auch der Schwerpunkt der Bewertung. Entsprach eine Probe nicht den Codexrichtlinien und war sie daher als verfälscht einzustufen, lautete sowohl das Gruppen- wie auch das Testurteil "nicht zufriedenstellend". Wurde der Grenzwert beim Verhältnis Wasser/Eiweiß zwar überschritten, lag er aber unter Berücksichtigung der Messunsicherheit unter 4,2, wurde mit "durchschnittlich" beurteilt. Auch das schlägt sich im Testurteil nieder.

Kochsalz: 5 %
Die Bestimmung des in den Probenen vorhandenen Natriumchlorids erfolgte nach BVL L 07.00-5/1; volumetrisch.

Britisches Ampelsystem

Bei der abschließenden Beurteilung orientierten wir uns am britischen Ampelsystem.
≤ 0,3 g/100 g = niedriger Salzgehalt
> 0,3 g bis ≤1,5 g/100 g = mittlerer Salzgehalt
> 1,5 g/100 g = hoher Salzgehalt

Beschaffenheit: 5 %
Zusammenfassung, ob eine Probe hinsichtlich Zusammensetzung und mikrobiologischer Qualität den gesetzlichen Vorschriften entspricht. Dieses Testurteil spiegelt die Ergebnisse von Zusammensetzung und Mikrobiologie wider. Die Beurteilung erfolgte durch einen Gutachter.

Kennzeichnung: 10 %
Die Beurteilung, ob alle Proben richtig gekenzeichnet waren, erfolgte durch einen Gutachter.

Expertenverkostung: 5 %
Alle Proben wurden von Experten verkostet und anschließend wurde beurteilt, ob die Ware sensorisch in Ordnung war oder nicht.

Laienverkostung: 10 %
Voraussetzung für die Zulassung zur Laienverkostung war das Bestehen des Triangeltests. Hier muss aus dreimal drei Proben jeweils jene herausgefunden werden, die sich von den anderen beiden unterscheidet. Bei der Verkostung selbst wurden Aussehen, Geruch, Konsistenz und Geschmack bewertet und ein Gesamturteil wurde vergeben.

Anbieter

Toastschinken offen

Berger: Fleischwaren Berger GmbH & Co KG
Koglerstraße 8
A-3443 Sieghartskirchen
02274 60 81
www.berger-schinken.at

Efef: REWE Austria Fleischwaren GmbH
Schweizer Straße 75
A-6845 Hohenems
05576 71 22-0
www.efef.at

Gross: Firma Gross Wurst-
Selchwarenerzeugungs- und HandelsgesmbH
Pohlgasse 2-6
A-1120 Wien
01 812 17 08-18
www.gross-wurst.at

Radatz Fleischwaren Vertriebsges.m.b.H.
Erlaaer Straße 187
A-1230 Wien
01 661 10-0
www.radatz.at

Schirnhofer GesmbH
Kaindorf 298
A-8224 Kaindorf bei Hartberg
03334 31 31-0
www.feinkost-schirnhofer.at

Sonnberg Biofleisch GmbH
Sonnenbergstraße 1
A-4273 Unterweißenbach
07956 79 70 81
www.biofleisch.biz

Trünkel Leopold GesmbH
Baumgasse 66
A-1030 Wien
01 799 15 52-0
www.truenkel.at

Toastschinken verpackt

Aibler Fleisch- und Wurstwaren Produktions GmbH
Fabriksstraße 18
A-2522 Oberwaltersdorf
02253 605
www.aibler-delikatessen.at

Berger: Fleischwaren Berger GmbH & Co KG
Koglerstraße 8
A-3443 Sieghartskirchen
02274 60 81
www.berger-schinken.at

Clever: Rewe International AG
Industriezentrum NÖ-Süd,Straße 3, Objekt 16
A-2355 Wr. Neudorf
02236 600-0
www.rewe-group.at

Genuss gold: C&C Abholmärkte GmbH
Lamprechtshausener Bundesstraße 6
A-5101 Bergheim bei Salzburg
0662 450 60 80
www.agm.at

Holzbauer: Spar Österreichische Warenhandels-AG
Europastraße 3
A-5015 Salzburg
0810 11 15 55
www.spar.at

Jeden Tag: ZIP Warenhandels AG
Heizwerkstraße 5
A-1239 Wien
01 610 45-0
www.zielpunkt.at

Landauer: Rewe International AG
Industriezentrum NÖ-Süd, Straße 3, Objekt 16
A-2355 Wr. Neudorf
02236 600-0
www.rewe-group.at

Weiser: Stastnik GmbH
Industriestraße 2-8
A-2201 Gerasdorf
01 734 66 60-0
www.stastnik.at

Reaktionen

Anbieter mit einem negativen Testergebnis – „nicht zufriedenstellend“ – bekommen hier Gelegenheit, eine Stellungnahme abzugeben.

Verpackter Toastschinken

Horeca: Ein Prüfbericht eines akkreditierten österreichischen Labors beinhaltet keinerlei Abweichungen beim Wasser/Eiweiß-Verhältnis oder irgendeines anderen Parameters. Es gab zum Horeca Select Toastblock noch keinerlei Beanstandung oder Reklamation. Wir gehen daher bei der Überschreitung des Grenzwertes des Wasser/Eiweiß-Verhältnisses bei der von Ihnen in Auftrag gegebenen Untersuchung von einem bedauerlichen Einzelfall aus.

METRO Cash & Carry Oesterreich GmbH
Vösendorf

Holzbauer: Aufgrund der von Ihnen festgestellten Abweichung haben wir sofort einige Chargen des Produktes „Holzbauer Toastschinken“ hinsichtlich des Wasser-Eiweiß-Verhältnis untersucht, konnten jedoch keine Mängel feststellen. Um das Kundenvertrauen weiterhin zu erfüllen, erweitern wir unsere qualitätssichernden Maßnahmen, damit auch Ausreißer in Zukunft vermieden werden.

SPAR Österreichische Warenhandels-AG
TANN Werk Föderlach 

Offener Toastschinken

Efef: Die Testergebnisse unserer jüngsten Qualitätskontrollen, die wir bei externen Partnern in Auftrag gegeben hatten, waren in Ordnung. Dass es bei der Testung des VKI zu einem abweichenden Ergebnis kam, nehmen wir aber sehr ernst. Sicherheitshalber haben wir daher – um mögliche Schwankungsabweichungen künftig auszuschließen – das Mischverhältnis nachjustiert und werden dahingehend auch unsere Qualitätsmanagement-Maßnahmen verstärken.

REWE International AG
Wiener Neudorf

Gross: Wir haben das Produkt aus unserem Sortiment entfernt!

Gross Wurst- und Selchwaren GmbH
Wien

Leserreaktionen

Viel Wasser auch bei Kosmetika

Nicht nur in der Fleischindustrie wird dem Produkt fleißig Wasser hinzugefügt und teuer verkauft, sondern auch in der Kosmetikindustrie. Ein Spitzenreiter ist hier die Firma Schwarzkopf & Henkel mit den Fa-Produkten. So dünnflüssig wie heutzutage waren diese noch nie. Da nützt dann auch nicht ein günstiger Literpreis, sondern nur ein Wechsel des Anbieters. Eine 250 ml Duschpflege ist im Nu leer. Hinzu kommt der unnötige Plastikmüll. Ich werde in Hinkunft keine Fa-Produkte mehr käuflich erwerben.

M. Wiesinger
E-Mail
(aus KONSUMENT 5/2014)

Unvollständig

Leider haben Sie mit keinem Wort darauf hingewiesen, dass ein erhöhter Phosphatwert im Verdacht steht, u.a. Herz-Kreislauf- sowie Gefäßerkrankungen zu begünstigen, und dass besondere Vorsicht bei Niereninsuffizienz geboten erscheint.

Harald Fischer
E-Mail
(aus KONSUMENT 4/2014)

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