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Semmeln und Gebäck - Styropor und feuchtes Mehl

Die Konsistenz von Styropor, die Farbe eines Kellerkindes - manchen Semmeln ist einfach nicht zu helfen. - "Kunde König“, ein satirischer Kommentar von Alois Grasböck.

KONSUMENT-Kolumnist Alois Grasböck
Alois Grasböck

Wie der Zufall so spielt, ist man manchmal zur rechten Zeit am Tatort und wird Augenzeuge. Als solcher beobachtet man schaudernd, wie jämmerliche Tiefkühl-Klumpen in eine Backstation geschoben werden, wo sie die äußere Form von Semmeln und anderem Gebäck annehmen.

"So blass wie ein Kellerkind"

Wie der Zufall so spielt, kann man Glück haben, was zur Folge hat, dass die Semmeln durchaus in Ordnung sind. Geschmackliche Sensationen erwartet ohnehin niemand. Sind jedoch besonders skrupellose Täter bzw. Täterinnen am Werk, ist die Semmel so blass wie ein Kellerkind am ersten Badetag und schmeckt nach feuchtem Mehl.

Ein Baguette soll das sein?

Manchmal nennen sie das feuchte Mehl sogar "Baguette“. Das zeugt von einer Dreistigkeit, angesichts derer man sich wundert, dass die französische Regierung keine Protestnoten an österreichische Supermärkte verschickt. Verkaufen können sie das teigige Zeug nur, weil sie es außen mit einer knusprigen, appetitlich wirkenden Hülle tarnen.

Bäckerschupfen oder Steinigung

Gewalt ist keine Lösung, doch wenn das mittelalterliche Bäckerschupfen noch in Gebrauch wäre, müsste so manche Backstation wegen ihrer Verstöße gegen die Standesehre mit dem Schlimmsten rechnen. Etwa mit einem Tauchgang in der Jauchegrube und zum Drüberstreuen mit einer kleinen Steinigung. Der Gerechtigkeit halber sei ein weiteres Mal erwähnt, dass man Glück haben kann.

Echtes Bäckerbrot: unbekannt

Hat man allerdings besonderes Pech, zahlt man für ein Gebäck, das in Konsistenz und Geschmack eng mit Styropor verwandt sein dürfte, auch noch einen relativ stolzen Preis. Die Gleichung "Backshop-Ware ist gleich billig" geht nämlich nicht in allen Geschäften auf. Und die Kundschaft schluckt das nicht zuletzt deshalb, weil inzwischen eine Generation herangewachsen ist, die echtes Bäckerbrot gar nicht mehr kennt. Armes Weißbrot!

Dunkel aber geschnitten

Bei den dunklen Sorten ist Österreich bestens aufgestellt, nur ein Trend fällt auf: Immer öfter zerfällt einem ein vermeintlicher Striezel in der Hand, weil er schon in Scheiben geschnitten ist.


Lesen Sie Semmeln - Nicht immer resch und frisch

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