Schoko-Osterhasen - Süßes fürs Osternest

Osterhasen aufgepasst! KONSUMENT hat die beliebtesten Schokohasen getestet und festgestellt:  Auch preiswerte Hasen machen eine gute Figur.

Seit Wochen stehen sie in den Regalen und warten darauf, dass der Osterhase vorbeihoppelt und sie mitnimmt. Manche sind in Goldpapier gewickelt, andere in lila Folie, wieder andere strahlen in allen Farben des Frühlings. Und fast alle sind aus Milchschokolade. Kann sich jemand ein Osternest ohne Schokohasen vorstellen? Eben! Wir auch nicht. Also machten wir uns rechtzeitig vor der Karwoche auf die Suche nach den meistverkauften Häschen, um sie kritisch unter die Lupe zu nehmen.

Wo der Osterhase sparen kann

14 Stück kauften wir schließlich ein. Und staunten nicht schlecht, als wir auf die Kassabons schauten. Die Spannbreite bei den Preisen ist nämlich enorm. 100 Gramm Schokohase gibt es schon um 0,50 Euro, man kann aber auch 3,10 Euro dafür bezahlen. Wer lieber in ganzen Hasen rechnet: Der preiswerteste ist um 0,89 Euro (Hauswirth) zu haben, gefolgt von vier weiteren um 0,99 Euro, der teuerste kostet 4,39 Euro – und stammt von Lindt.

Apropos Lindt: Die Schweizer Traditionsfirma liefert sich seit Jahren einen erbitterten Hasenkrieg mit anderen Herstellern. Die Eidgenossen sind nämlich der festen Überzeugung, das Monopol auf einen in Goldpapier gewickelten sitzenden Hasen mit rotem Halsband samt Glocke zu haben. Das sieht die Konkurrenz, vor allem Riegelein aus Deutschland und Hauswirth aus dem Burgenland, naturgemäß anders. Und so werden sich weiter Anwälte und Richter mit dem exakten Farbton von Goldfolie oder der Gestaltung von Hasenhalsbändern mit und ohne Glöckchen beschäftigen müssen.

Süß und putzig

Sei’s drum! Leckermäuler interessiert ohnehin etwas ganz anderes, nämlich der Geschmack von Schokohasen. Also baten wir Kinder einer Wiener Volksschule, aber auch Erwachsene zum großen Futtern. Erfreulich: Die Mehrheit der Hasen kam bei Groß und Klein sehr gut an. Nicht ganz so überzeugt waren die Erwachsenen dagegen von Gubor, Favorina, Frey und Lindt. Die Kids dagegen fanden Choceur Edel Vollmilch, Friedel, Hauswirth und ebenfass Lindt weniger cool. Dieses Ergebnis für Lindt sollte vielleicht nicht nur dem Osterhasen, sondern auch den streitbaren Eidgenossen zu denken geben.

Vor dem Regal fällt die Kaufentscheidung aber vermutlich aufgrund des Aussehens der putzigen Häschen. Also baten wir unsere Tester auch in Sachen Schönheit um ihr Urteil (in unserer Tabelle zu finden in den Spalten „Hase gefällt am besten bzw. wenigsten“). Und da ging den großen Leckermäulern vor allem bei Choceur Edel Vollmilch, Heindl und Lindt das Herz auf. Bei den Kleinen kam dagegen Frey am besten an. Verbesserungsbedarf beim Design sahen Kinder wie Erwachsene dagegen einhellig bei Riegelein und Moser Roth.

Bild: VKI/N. Zellhofer 

Auch "ohne" fesch

Bild: VKI/E. Würth 

Egal wie bezaubernd sich die Schokohasen präsentieren, irgendwann muss das Stanniolpapier runter. Und wie sehen die armen Entblößten dann aus? Erstaunlich verschieden. In machen Fällen machte Schokolade ohne Verpackung sogar mehr her als mit. Bei den Erwachsenen kam z.B. der Milka-Hase ohne violette Alufolie besser an. Bei den Kindern war dagegen Frey ein echter Hit. Er wird überhaupt nur „ohne“, dafür aber in einer sehr attraktiven Cellophan-Hülle verkauft, was bei den Kindern sehr gut ankam. Die Kommentare reichten von „er ist schön“, „er ist süß“ bis zu „er sieht aus wie ein echter Hase“, wie die Prüfer in ihrer schönsten Schrift in die Bewertungsprotokolle malten. Fast schon zu schade zum Reinbeißen!

Natürlich gab es bei der Schönheitskonkurrenz auch Hasen, die ausgepackt weniger gefielen. Und wie bei den eingewickelten Schokohasen waren sich Groß und Klein bei den ausgewickelten in ihrer Kritik erstaunlich einig. Die Hasen von Heindl und Moser Roth sagten sowohl Kinder wie auch Erwachsenen am wenigsten zu. Beim Heindl-Hasen störte am meisten dass seine Augen geschlossen sind, was ihm ein unheimliches Aussehen verleiht.

Was steckt drin?

Schokoladeosterhasen enthalten, wenig überraschend, hauptsächlich Zucker. Bei Milka sorgen Haselnüsse für den charakteristischen Geschmack. In Favorina steckt dagegen Nusspaste. Etwas weniger als die Hälfte der Hersteller setzen natürlichen Vanilleextrakt ein, die anderen rühren die billigere Variante, nämlich Aroma oder Vanillin (synthetisch) in ihre Schokolade. Gerstenmalzextrakt fügt dagegen nur die Firma Lindt hinzu.

Der einzige Biohase in unserem Test, Rosengarten, verwendet keine Aromen und Nüsse. Außerdem hat er den höchsten Kakaoanteil von allen– und stürzte trotzdem im Geschmackstest ab. Ein echt bitteres Ergebnis.

Reichlich kurz

Ostern ist heuer ziemlich spät, nämlich Ende April. Trotzdem waren zu unserer Überraschung die auf den Hasen angegebenen Haltbarkeitsfristen erstaunlich kurz. Teilweise reichte die MHD (Mindesthaltbarkeitsfrist) nur bis Juni 2011! Entweder werden die Hasen bereits viele Monate vor Ostern produziert und dann auf Halde gelegt. Oder es werden, so unsere Vermutung, die vom Vorjahr übrig gebliebenen Nikoläuse eingeschmolzen und als Hasen neu auf den Markt geworfen.

Testtabelle: Schoko-Osterhasen

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Zusammenfassung

Gut und günstig. Geschmack ist bei Schokoladeosterhasen keine Preisfrage. Auch Hasen um weniger Geld passen, wie unser Testergebnis zeigt, perfekt ins Osternest.
Ablaufdatum beachten. Schauen Sie vor dem Kauf auf die Mindesthaltbarkeitsfrist. Sie ist bei manchen Hasen erstaunlich kurz. Besser bald futtern als lange aufheben.
Geschmacksfrage. Ausgerechnet der bekannteste Schokohase von allen, nämlich Lindt, kam bei Kindern wie Erwachsenen nicht ganz so gut an.

Testkriterien

14 Osterhasen aus Milchschokolade wurden in Supermärkten, beim Diskonter und einem Bio-Supermarkt eingekauft. Erwachsene (nach bestandenem Triangel-Test) sowie Kinder der 3. und 4. Klasse einer Wiener Volksschule beurteilten den Geschmack der Schokolade. Außerdem wurde das Aussehen der Hasen in verpacktem und unverpacktem Zustand bewertet.

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