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Nährwertrechner: Ernährungs-, Wiege- und Analysecomputer - Kalkulierte Kalorien

, aktualisiert am

  • Nur wenige Geräte am Markt
  • Schwächen bei den Bedienungsanleitungen
  • Österreichische Lebensmittelbezeichnungen Mangelware

Längst reicht es nicht mehr, dass ein Schnitzel groß ist und gut schmeckt. Immer mehr Menschen wollen auch wissen, was denn in einem Gericht so alles drinnen ist. Daher haben wir Nährwertrechner unter die Lupe genommen. Ob Kalorien, Broteinheiten, Cholesteringehalt oder Ballaststoffe: Diese Geräte versprechen, darüber genau Auskunft zu geben.

Rechner und Waagen

Noch ist das Angebot schmal. Wir fanden drei Geräte, die wir von Laien und zwei Expertinnen über mehrere Tage ausprobieren ließen:

  • den Mealus Nährwertrechner , der einem handtellergroßen Taschenrechner ähnelt,
  • die Soehnle Food Control plus , die aus einer Waage und einem extra Rechner besteht, und
  • die Beurer DS81 Diät-Küchenwaage .

Besonders geachtet haben wir im Test auf die Verständlichkeit der Bedienungsanleitung, die Handhabung der Geräte und ihre Praxistauglichkeit. Alle drei getesteten Produkte verfügen über eine gewisse Anzahl von bereits eingespeicherten Daten. Die Bandbreite reicht von rund 1.000 (Soehnle und Beurer) bis 4.500 (Mealus) Lebensmittel, für die zumindest der Kalorien-, Eiweiß-, Kohlenhydrat-, Fettund Cholesteringehalt sowie die Broteinheiten angegeben sind.

In Verbindung mit der Eingabe der Portionsgröße kann man so ermitteln, wie viele der einzelnen Nährstoffe man zu sich nimmt und bei Handlungsbedarf seine Ernährung entsprechend ändern. Praktisch: Zur Auswahl stehen nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch fertige Speisen wie etwa Pizza, verschiedene Käsesorten oder Wurstwaren.

Top-Produkt Mealus

Am besten kamen unsere Testerinnen und Tester mit dem Mealus zurecht. Seine Gebrauchsanleitung ist verständlich, das Gerät lässt sich einfach bedienen. Großes Plus sind die 4.500 eingespeicherten Lebensmittel. Als hilfreich wurde auch empfunden, dass die Nährstoffwerte nicht nur pro Gramm Lebensmittel ausgewiesen werden, sondern je nach Produkt zusätzlich in Maßeinheiten wie einer Portion, einem Stück, einer Scheibe oder einem Esslöffel.

So kann man auch unterwegs leicht den ungefähren Wert für eine Portion Germknödel abrufen. Oder sich schlau machen, wie viel Vitamin C ein Apfel enthält. Apropos Germknödel: Der findet sich sympathischerweise als solcher und nicht als Hefekloß im Verzeichnis. Mehr österreichische Ausdrücke wären trotzdem schön gewesen. Nicht so glücklich waren unsere Prüfer mit dem Display. Die Texte waren für manche schlecht lesbar, besonders dann, wenn sie sich über mehr als eine Zeile erstreckten.

Eingeben, nicht aber speichern

Wenig Begeisterung herrschte auch darüber, dass man eigene Lebensmittel oder Produkte zwar eingeben, nicht aber speichern kann. Wer wissen möchte, ob das, was er isst, von der Menge her passt und ob er ausreichend Obst, Gemüse und Ballaststoffe zu sich nimmt, ist mit dem Mealus ebenfalls gut bedient. Als einziges der drei Geräte vergleicht er, inwieweit die tatsächlich aufgenommenen Mengen an Nährstoffen dem Sollwert für den eigenen Körper entsprechen. Auch die Einhaltung der 5-am-Tag- Regel, nämlich fünf Mal pro Tag eine kleine Portion Obst oder Gemüse zu essen, mahnt er ein.

Praktisch: zusätzlicher Speicherplatz

Bei der Soehnle Food Control plus ist ein großer Vorteil, dass hier zusätzlich Lebensmittel selbst eingespeichert werden können. Allerdings sind die dafür vorgesehenen 50 Speicherplätze bei der im Verhältnis zum Mealus sowieso recht geringen Auswahl von 950 Lebensmitteln nicht gerade viel. Gelobt wurde auch, dass der Rechner sowohl in Verbindung mit der Waage wie auch als eigenständiges Gerät verwendet werden kann. Tagsüber kann man ihn bequem in der Handtasche mitführen und hat ihn rasch zur Hand, wenn man sich einen ungefähren Überblick über den Nährwert des Mittagessens im Büro verschaffen möchte.

Bedienungsanleitung: unverständlich

Daheim kann dann das Abendessen in Verbindung mit der Waage wieder grammgenau bestimmt werden. Heftig kritisiert haben unsere Tester allerdings die sehr unübersichtliche und teilweise unverständliche Bedienungsanleitung und die damit verbundenen Schwierigkeiten, Lebensmittel einzuspeichern. Ebenfalls nicht gut kam die Tatsache an, dass das Gerät mit österreichischen Bezeichnungen nichts am Hut hat. Wer z.B. keine Ahnung hat, dass Semmeln bei unseren bundesdeutschen Nachbarn „Brötchen“ heißen, wird sich mit diesem Gerät schwertun.

Unpraktisch: Rechner nur mit Waage

Auch die Beurer Diät-Küchenwaage rief bei unseren Testpersonen gemischte Gefühle hervor. Die einfache Handhabung und das gut lesbare Display sorgten für Pluspunkte. Die Liste aller verfügbaren Lebensmittel in der Gebrauchsanleitung machte ebenfalls Freude, da sie vergebliches Blättern via Display erspart. Die wie bei Soehnle eher geringe Auswahl an gespeicherten Lebensmitteln (knapp 1.000) sowie die ausschließliche Orientierung an bundesdeutschen Begriffen waren dagegen ärgerlich. Auch die Tatsache, dass der Rechner nur gemeinsam mit der Waage funktioniert, wurde als recht unpraktisch empfunden. Die Lebensmitteleingabe per Code spart zwar Zeit, hat aber den Nachteil, dass im Display dann auch nur der Code erscheint. Eine Kontrolle, ob man sich nicht vertippt hat, ist damit nur schwer möglich.

Soehnle rechnete am genauesten

Zusammenfassend lässt sich sagen: Würden sich unsere Tester einen Nährwertrechner anschaffen, würden sie am ehesten zum Mealus greifen. Soehnle und Beurer konnten dagegen kaum bis gar nicht überzeugen. Sie wären für die meisten nur als Küchenwaage mit sporadischer Nutzung der Zusatzfunktionen attraktiv. Natürlich haben wir uns nicht nur die Praxistauglichkeit der einzelnen Geräte angesehen, sondern auch die Ergebnisse der verschiedenen Eingaben nachgerechnet. Hier gab es wenig zu beanstanden. Im Grunde genommen waren unsere Expertinnen mit allen Produkten zufrieden, wobei Soehnle Food Control plus am genauesten rechnete. Doch können die Angaben solcher Rechner immer nur ein Näherungswert sein. Schließlich ist selbst Apfel nicht gleich Apfel, sondern hat je nach Herkunft, Sorte oder Erntezeitpunkt auch unterschiedliche Inhaltstoffe.

Hilfe für bewusstes Essen

Stellt sich die Frage: Wem bringen diese Geräte etwas? Grundsätzlich einmal allen Menschen, die ein besseres Gefühl dafür entwickeln möchten oder müssen, was genau in ihrer täglichen Nahrung drinnen ist. Sei es, dass sie eine ausgewogene Ernährung anstreben, um fit zu bleiben; oder dass sie mehr über den Kaloriengehalt der einzelnen Lebensmittel und Gerichte wissen wollen, weil sie abspecken möchten; oder dass sie die Broteinheiten beachten müssen, weil sie an Diabetes erkrankt sind. Eine Untersuchung an der Universität Göttingen ergab, dass diese Rechner nicht nur das Bewusstsein für das, was man isst, schärfen. Sie helfen auch, dieses Bewusstsein langfristig zu erhalten.

Gewicht halten

Folge: In der Göttinger Studiengruppe konnten von den Probanden, die beim Abnehmen einen Nährwertrechner verwendet hatten, 50 Prozent mehr ihr reduziertes Gewicht halten als in der Untergruppe, die keinen benutzt hatte. Allerdings: Will man langfristig abnehmen, ist es meist nicht allein mit der Ernährungsumstellung getan. Mindestens genauso wichtig ist regelmäßige Bewegung. Und die kann auch der beste Rechner leider nicht ersetzen, so die Göttinger Forscher.

Beurer DS81 Diät-Küchenwaage
HTN Elektrogeräte-VertriebsgmbH
Polzing 12
A-4682 Geboltskirchen,
Tel.: (07732) 35 41-0
www.htn.at

Mealus
Healthcare Marketing Services
Plenargasse 13
A-1180 Wien
Tel: (01) 427 33-88
www.mealus.at

Soehnle Food Control plus
Leifheit AG
IZ NÖ Süd
Straße 16, Objekt 69
A-2361 Laxenburg
Tel: (02236) 649 23
www.leifheit.at

Nährwertrechner:  kompetent mit Konsument

  • Hilfreich . Nährwertrechner können helfen, das Bewusstsein dafür zu schärfen, was und wie viel man isst.
  • Exakt. Alle Geräte rechnen genau. Trotzdem sind die Angaben immer nur Näherungswerte, weil die Inhaltstoffe eines Lebensmittels nicht immer gleich sind.
  • Mager. Bis auf Mealus waren die Datenbanken der Geräte im Umfang enttäuschend. Bis auf Mealus waren die Datenbanken der Geräte im Umfang enttäuschend.
  • Brötchen statt Semmeln. Neben Tücken bei der Eingabe waren auch die fehlenden österreichischen Bezeichnungen von Lebensmitteln ein Ärgernis.

Testkriterien

Im Test: drei Nährwertrechner. Die Geräte wurden mittels Fragebogen von vier Laien (drei Frauen, ein Mann) beurteilt und die Angaben statistisch ausgewertet. Die Tester führten darüber hinaus bei zwei Geräten (Soehnle und Mealus) ein 3-Tages-Ernährungsprotokoll und bei einem Gerät (Beurer) wegen der aufwendigeren Bedienung ein 1-Tages-Ernährungsprotokoll. Die auf diesen Protokollen beruhenden Geräteangaben wurden mit dem Ernährungsprogramm DGE-PC verglichen.

Weiters wurden alle Geräte von zwei Ernährungswissenschaftlerinnen verbal beurteilt.

 

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