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Marillenkonfitüre - Spitzenfeld mit wenig Zucker

  • Laut EU Konfitüre statt Marmelade
  • Weniger süße schmeckten besser
  • Große Preisunterschiede

Aus der Alltagssprache sind sie kaum wegzudenken, doch streng genommen gibt es sie gar nicht mehr: Erdbeer-, Weichsel- oder Marillenmarmeladen sucht man in den Regalen vergebens.

Der Grund: Im Zuge des EU-Beitritts wurden umfassende Änderungen des österreichischen Lebensmittelrechts erforderlich. Unter anderem mussten auch die Bestimmungen für Marmeladen und Konfitüren neu geregelt und die Produkte umbenannt werden. Fast alles, was zuvor Marmelade hieß, zählt nunmehr zu Konfitüre „einfach“, die ehemalige Konfitüre mit ihren ganzen Früchten oder Fruchtstückchen wurde zur Konfitüre „extra“. Die Bezeichnung „Marmelade“ darf nur mehr für Produkte aus Zitrusfrüchten verwendet werden, denn die Briten machten das Rennen um den begehrten Begriff. Ob uns der Ausdruck Konfitüre jemals so über die Lippen kommen wird wie vormals Marmelade, weiß niemand; vielleicht wird das künftigen Generationen vorbehalten sein.

Konfitüren: Rezept nach Vorgabe

„Einfache“ und „Extra“-Konfitüren unterscheiden sich vor allem im Fruchtgehalt, den Obstarten und der Vorbehandlung des Obstes (siehe dazu: "Konfitüren: "extra" oder "einfach""). Fruchtaufstriche sind neuerdings ebenfalls im Lebensmittelhandel erhältlich, jedoch in den einschlägigen Bestimmungen (Österreichisches Lebensmittelbuch, Konfitürenverordnung) nicht erfasst und daher in ihrer Zusammensetzung nicht reglementiert.

Ob des umfangreichen Angebotes beschränkten wir uns für unseren Test auf Konfitüre „extra“ und einige Marillen-Fruchtaufstriche. Mit Spirituosen oder Mandelsplittern versetzte Produkte wurden nicht untersucht.

Bis auf die Konfitüren von Rigolta und Gartenland, die in Großgebinden zu 700 Gramm abgefüllt sind, war kein Testprodukt chemisch konserviert. Für diese Packungsgröße ist eine Konservierung sinnvoll und zulässig. Für die Herstellung der Fruchtaufstriche (Darbo Rosenmarille Fruchtaufstrich, Staud’s Marillen gesüßt mit Apfelsaft, Sonnentor Marillenfruchtaufstrich – Zutaten aus biologischer Landwirtschaft) wurden laut Etiketten 600 bis 700 Gramm Marillen pro Kilo Aufstrich verwendet. Das ist mehr, als für die „Extra“-Klasse vorgeschrieben ist – die Hersteller wollen diese Produkte offensichtlich im gehobeneren Sektor positionieren. Die Aufstriche können – so wie die „Extra“-Konfitüren – Obststückchen enthalten.

Gesamtzucker- und Trockensubstanzgehalt

Untersucht wurden der Gesamtzuckergehalt (fruchteigener und zugesetzter Zucker) und der Gehalt an Trockensubstanz. Das Österreichische Lebensmittelbuch schreibt für Konfitüre „extra“ mindestens 55 Prozent Trockensubstanz vor, für Fruchtaufstriche gibt es – wie bereits erwähnt – keine Regelungen.

Fruchtaufstriche: gut, aber teurer

Alle Test-Konfitüren entsprechen den Bestimmungen des Österreichischen Lebensmittelbuches. Die Fruchtaufstriche sowie die Diät-Konfitüre weisen den geringsten Zuckergehalt auf und konnten wahrscheinlich gerade dadurch bei der Verkostung punkten: Unsere Tester bevorzugten eindeutig weniger Süßes. Angenehmer Nebeneffekt für Schlankheitsbewusste – weniger süß bedeutet auch weniger Kalorien.

Pro 100 Gramm Fruchtaufstrich zahlten wir rund 9 bis 20 Schilling. Je 100 Gramm Konfitüre „extra“ schlugen sich mit 2 bis 12,50 Schilling zu Buche. Die billigsten Konfitüren konnten zwar geschmacklich nicht überzeugen, doch zu günstigen Preisen findet man etliche „gute“ Produkte.

Zusätzlich zum Qualitäts- und Preisvergleich von Konfitüren „extra“ und Fruchtaufstrichen wurde mittels Fragebogen erhoben, wie sich die Hersteller in den Bereichen Umwelt, Soziales und Informationsoffenheit verhalten. Auf Basis der von den Firmen zur Verfügung gestellten Daten erfolgte eine Bewertung der Unternehmens-Ethik. Schneekoppe, Spar, Löwa, 1. Wachauer Marillendestillerie (Bailoni), Weiss nahmen an dieser Erhebung (trotz mehrmaliger Einladung) nicht teil. Von einigen Produkten ist nur bekannt, wer sie vertreibt, aber nicht, wer sie erzeugt. „Der Hersteller möchte namentlich nicht genannt werden“, hieß es beispielsweise über die Gartenland-Konfitüre (Vertrieb: Darbo). Desgleichen blieb ungenannt, wer die Marillenkonfitüren der Marken Clever, Quality Line (Vertrieb: Delikatessa) und Zentis (Vertrieb: Meinl) derzeit produziert.

Erfreulich wiederum, dass jene Unternehmen, die sich zur Teilnahme an diesem Test entschlossen hatten, überwiegend positive Gesamtergebnisse erzielten. Die meisten Gesamtpunkte konnte Inzersdorfer (Pomona) Wien verbuchen (auch Spitzenreiter bei den Kriterien „Umwelt“ und „Soziales“). Mit etwas Abstand folgen Darbo (Spitzenreiter im Kriterium „Informationsverhalten“) und Sonnentor, knapp vor Staud’s. Den größten Nachholbedarf haben die Unternehmen – wie ein Blick auf die Tabelle zeigt – im Bereich „Soziales“.

Der Test Unternehmens-Ethik wurde vom Institut für Agrarökonomik der Universität für Bodenkultur Wien (poechtrager@mail.boku.ac.at) durchgeführt.

Die wichtigsten Kriterien sind:

  • Umwelt: Umweltmanagement und Umweltschutzmaßnahmen im Produktionsprozess und auf Produktebene
  • Soziales: Wahrung von Arbeitnehmerinteressen inklusive Frauen- und Behindertenförderung
  • Informationsoffenheit: Kommunikation mit Mitarbeitern, Konsumenten und der Öffentlichkeit; Behandlung von Konsumenteninteressen

Bewertung der Unternehmens-Ethik: Punkteskala beginnend mit dem Maximalwert 4,0 (= Kriterien voll erfüllt) absteigend bis 1,0 (= Kriterien nicht erfüllt). Ein Fragezeichen bedeutet, dass das Unternehmen nicht geantwortet hat bzw. die Informationen nicht für eine Beurteilung ausreichen.

Mehr Informationen in unserer Langfassung, kostenlos anzufordern unter Tel: (01) 588 770

Produkte aus exotischen Früchten wie Ananas, Passionsfrucht oder die bittersüße englische Orangenmarmelade sind die neuesten Erscheinungen bei der Österreicher liebsten süßen Brotaufstrichen. Auf der anderen Seite kommen gute alte Sorten wie Hagebutte oder Holler wieder zu Ehren.

Frisches oder tiefgekühltes Obst von einer oder mehreren Arten ist das wichtigste Ausgangsmaterial. Steht das nicht zur Verfügung, kann Obstpulpe (eingekochtes Obst) oder Obstmark herangezogen werden. Es klingt kurios, doch Konfitüren können auch aus Gemüse erzeugt werden: Erlaubt sind neben Paradeisern auch Karotten, Gurken, Kürbisse und anderes mehr.

Gesüßt wird üblicherweise mit Zucker. Auch Honig ist gestattet. Zucker und Zuckerarten können bei diätetischen Produkten durch Zuckeraustauschstoffe (zum Beispiel Xylit oder Sorbit) oder synthetische Süßungsmittel ersetzt werden.

Konfitüre „extra“ wird aus unpassiertem Obst oder aus Pulpe hergestellt, das heißt, die Fruchtstücke sollten noch erkennbar sein. Die Mindest-Fruchteinwaage beträgt 450 Gramm pro Kilo Konfitüre. Aus mehreren Obstarten erzeugte „Extra“-Konfitüre darf bestimmte Früchte (zum Beispiel Äpfel, Birnen; desgleichen Gurken, Kürbisse oder Paradeiser) nicht enthalten.

Konfitüre „einfach“ (Mindest-Fruchteinwaage 350 Gramm pro Kilo Konfitüre) kann auch aus Obstmark gekocht werden. Für einige Obstarten, etwa für schwarze Ribisel oder Hagebutten, und für Marmeladen (aus Zitrusfrüchten) gelten Sonderregelungen bezüglich der Mindest-Fruchteinwaage.

Viele sind zu süß. Fruchtaufstriche und Konfitüren mit geringerem Zuckergehalt wurden beim Geschmackstest am besten bewertet.

Gut und preiswert. Etliche „gute“ Marillenkonfitüren sind preisgünstig.

Kühl lagern. Konfitüren und Fruchtaufstriche, die nicht chemisch konserviert sind oder weniger als 60 Prozent Zucker enthalten, im Kühlschrank aufbewahren.

Einkauf je nach Verbrauch. Keine Großgebinde für kleine Haushalte. Sind sie einmal geöffnet, sollten Fruchtaufstriche und Konfitüren rasch verbraucht werden.

Im Test: 15 Konfitüren „extra“, eine Diät-Konfitüre und 3 Fruchtaufstriche aus Marillen. Eingekauft wurde in Supermärkten, in einem Naturkostladen im Raum Wien und einem Tiroler Handelsgeschäft.

Chemische Prüfung
Die Zuckerbestimmung (Saccharose, Fructose, Glucose, Maltose) wurde mittels HPLC durchgeführt und der Gesamtzuckergehalt berechnet. Daraus wurde der Nährwert in kcal/kJ ermittelt. Die Bestimmung des Gehaltes an löslicher Trockensubstanz erfolgte refraktometrisch.

Geschmack
Die Verkostung wurde vom „Konsument“-Laienpanel (25 Personen) durchgeführt, Aussehen, Konsistenz, Geruch und Geschmack nach dem Schulnotensystem beurteilt und statistisch ausgewertet.

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