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Frankfurter - Nicht wurscht, was drin ist

, aktualisiert am

Obwohl sie ein "leichtes" Image haben, sind Frankfurter ganz schön deftig. Manche von ihnen halten weniger lang, als auf der Verpackung steht. Bei anderen wird mit österreichischer Qualität geworben und trotzdem nicht ausschließlich heimisches Fleisch verwendet.

Man isst sie mit Senf oder frisch geriebenem Kren und traditionellerweise mit den Fingern: die Frankfurter. Als Österreichs beliebteste und daher auch meistverkaufte Würstel stehen sie auf allen Speisekarten und liegen bei jedem Fleischer und sämtlichen Supermärkten in der Vitrine. Erfunden wurde das Erfolgsprodukt von einem "Ausländer". ­Johann Lahner aus dem Oberfränkischen machte in Frankfurt eine Metzgerlehre, landete in Wien, gründete im heutigen 7. Bezirk eine Fleischerei und stellte dort im Frühjahr 1805 erstmals jene paarweisen langen, dünnen Würstel her, die zu einem Exportschlager wurden.

Auch wir hatten wieder einmal Appetit auf Frankfurter und rüsteten zum Großeinkauf. Aus dem riesigen Angebot wählten wir 34 Pro­dukte aus. Anders als sonst beschränkten wir uns diesmal nicht auf den Einzelhandel, ­sondern gingen auch zu Großhändlern wie Metro und AGM. Ware, die dort verkauft wird, landet üblicherweise in der Gemeinschaftsverpflegung, also den ­Betriebskantinen oder bei Würstelständen.

Schwein, Rind oder Pute

Der Großteil unserer Testkandidaten besteht aus Schweine- und Rindfleisch. Ebenfalls ­untersucht wurden Frankfurter aus Geflügelfleisch: In den Würsteln von Hofstädter, ­Hubers und Wech steckt ausschließlich Truthahn. Tann Frankfurter, Natur Pur, Wagner & Delikat sowie Holzbauer setzen dagegen ausschließlich auf Schweinefleisch.

Eine Wurst, drei Möglichkeiten

Eine Wurst, drei Möglichkeiten – geht das überhaupt? Ja, das geht. Was in die Frank­furter darf, ist im Österreichischen Lebensmittelbuch (Codex) geregelt. Dort werden jene Ausgangsmaterialien nach Art und ­Menge angeführt, die einem Erzeugnis seine ganz besondere Charakteristik verleihen. Da diese Richtlinien aber nur beispielhaft sind, können sie variiert werden, sodass je nach Erzeuger jede Wurst etwas anders schmeckt. Das allerdings unter der Voraussetzung, dass es zu keiner Über- oder Unterschreitung von festgelegten Grenzwerten kommt.

Rind, Schwein, Salz und Eiswasser

Ganz allgemein lassen sich Würste nach ihrer Zusammensetzung (Brätwürste, Fleisch­würste Sulzwürste und andere), aber auch nach dem Herstellungsverfahren (Brühwürste, Kochwürste, Rohwürste) einteilen. Frank­furter gehören zur Gruppe der Brühwürste. In ihrem Inneren steckt Brät. Dafür wird Rind und Schweinefleisch – oder auch nur eines von beiden – zusammen mit Speck fein zerkleinert und mit Salz, Gewürzen sowie Eiswasser vermischt. Statt Rind- bzw. Schweinefleisch kann auch Geflügelfleisch eingesetzt werden. Das muss dann allerdings in der Sachbezeichnung vermerkt sein (beispielsweise Puten-Frankfurter).

70 Gramm in den Schafdarm

Diese Rohmasse kommt in einen Schafdarm, der portionsweise zu Würsteln mit etwa 70 Gramm pro Stück "abgedreht" wird. Auf Stangen angeordnet wandern die Frankfurter anschließend in eine Art Schrank, wo sie erst geräuchert und dann mit heißem Dampf gebrüht werden. Die Kunst besteht darin, ein Würstel zu erzeugen, das zwar flaumig ist, gleichzeitig aber eine gewisse Knackigkeit im Biss aufweist.

Mehr Fleisch, weniger Speck

Je nach Zusammensetzung gibt es auch bei den Frankfurtern unterschiedliche Qualitäten. Erstklassige Ware enthält mehr Fleisch (wobei es auch hier Qualitätsabstufungen gibt) und weniger Speck. Besonders feine Würstel kommen ohne Kartoffelstärke als Bindemittel aus. Das zeigt sich auch bei ­unseren Testergebnissen: Nur in zwei unserer zwölf Top-Produkte fanden wir Stärke.

Salzig und ordentlich fett

Reichlich fündig wurden wir dagegen beim Salz. Daran ändert auch nichts, dass etwa 10 Prozent des enthaltenen Salzes ins Kochwasser übergehen, wenn man die Frankfurter vor dem Verspeisen erhitzt. Würden wir die Würstel nach dem Bewertungsschema der britischen FSA (Food Standards Agency) bewerten, stünde die Ampel bei allen auf Rot! 2,0 Gramm Kochsalz pro 100 Gramm Wurst betrug der mittlere analysierte Salzgehalt. Am mildesten waren die Tann Fränkfurter mit 1,7 Gramm Kochsalz, regelrecht versalzen dagegen Dorfgold und efef mit sagenhaften 2,4 Gramm Kochsalz pro 100 Gramm.

Über 20 Prozent Fett

Ein rotes Warnlicht blinkt häufig auch beim Fett, nämlich bei gleich 23 Produkten. Wahr ist: Frankfurter sind alles andere als eine ­Fastenspeise. Das Gerücht, dass es sich bei ihnen um eine "leichte" Zwischenmahlzeit handelt, können wir bei einem analysierten Mittelwert von 21,3 Gramm Fett auf 100 Gramm Wurst keinesfalls bestätigen. Umgerechnet auf Prozent sind die Frankfurter von Lindenhof mit gleich 28 Prozent Fett am üppigsten. Dass auch weniger möglich ist und trotzdem eine gute Benotung rausschaut, zeigt das Beispiel von Landhof ("Weil ich will") mit nur acht Prozent Fett.

Keine Salmonellen, keine Listerien

Natürlich untersuchten wir nicht nur die ­Zusammensetzung der Frankfurter, sondern schauten auch nach, ob und welche Keime sie enthalten. Die gute Nachricht: Salmonellen, eine gefährliche Bakterienart, die zu Erbrechen und schweren Durchfällen führen kann, waren in keiner einzigen Probe nachweisbar. Dasselbe gilt für Listerien, die in letzter Zeit immer wieder in verschiedenen Lebensmitteln, von Quargeln bis zum Verhackerten, auftauchten. Auch hier wurden wir zum Glück nicht fündig. Und die Suche nach Keimen, die auf Hygienemängel bei der Verarbeitung hinweisen, verlief ebenfalls negativ.

Milch­säurebakterien und Gesamtkeimzahl

Nicht ganz so gut sieht es bei den Milch­säurebakterien und bei der Gesamtkeimzahl aus. Beide zeigen an, ob ein Produkt noch in Ordnung oder bereits verdorben ist. Auch wenn Frankfurter geräuchert und mit rund 80 Grad C gebrüht werden, sind sie keine sterile Konserve, sondern ein Lebensmittel, in dem natürlicherweise Keime stecken. Erst wenn diese überwuchern, also sich stark vermehren, kommt es zu unangenehmen Ver­änderungen in Geruch und Geschmack. Warnsignale sind ein leicht schmieriger Belag auf der Oberfläche der Würstel und ein säuerlicher Geruch. Mögliche Ursachen dafür sind: zu warme Lagerung im Kühlregal oder eine zu lange Haltbarkeitsfrist.

Welche Würstel am besten schmeckten

Bei vier Produkten waren die Keimzahlen deutlich erhöht, auch wenn keine dieser ­Proben gesundheitsschädlich war. Neben Lindenhof und den Geflügel-Frankfurtern von Wech zählten zu den Testverlierern auch zwei Bioprodukte, nämlich Natur aktiv von Hofer und Ja! Natürlich, die Bio-Eigenmarke des Rewe-Konzerns. Aufgrund des viel zu ­hohen Keimgehalts wurden sie als nicht mehr genusstauglich eingestuft und landeten umgehend im Mistkübel.

Was wäre ein Frankfurter-Test ohne Ver­kostung? Zum großen Würstelessen luden wir diesmal nicht nur Laien (siehe Bildergalerie), sondern auch Experten. Die Ergebnisse der Profi-Verkostung finden Sie in unserer Tabelle unter dem ­Prüfpunkt Expertenverkostung.

Wie sieht die Wurstmasse aus?

Bevor sich die Wurstspezialisten ihre Frankfurter gönnten, nahmen sie die Würstel kritisch in ­Augenschein: Ist die Räucherfarbe gleich­mäßig verteilt oder zeigen sich Flecken? Wie sieht die Wurstmasse aus? Ist sie schön rosa und homogen oder zu blass und mit Hohl­räumen? Sind die Würstel angenehm bissfest? Hier hatten die Profis vor allem bei der Kon­sistenz der Wursthaut einiges auszusetzen, da sie viele als zu zäh empfanden. Bessere Noten gab es für den Geruch – Natur aktiv ausge­nommen; denn dieses Produkt fiel hier bereits wegen seines "sauren" Geruchs negativ auf und wurde daher nicht mehr verspeist.

25 Produkte kamen bei den Profis gut an

Nach diesen Aufwärmübungen ging es ans ­große Futtern. Die Experten beurteilten, ob die Würstel so schmecken, wie man es sich von Frankfurtern erwartet, und wie gut Würzung, Rauchgeschmack und Salz aufeinander abgestimmt sind. Alle diese Einzelbewertungen wurden zu einem Gesamturteil zusammengeführt. Und das fiel gar nicht schlecht aus, denn immerhin 25 Frankfurter kamen bei den Profis ziemlich gut an.

Kommt die Wurst aus Österreich?

Während die Experten ihre Frankfurter erst am Ende der auf der Verpackung aufgedruckten Mindesthaltbarkeit serviert bekamen, wurden den Laienverkostern ihre Würstel bald nach dem Einkauf kredenzt. Sehr gut schmeckten den Laien nur die von Tann in St. Pölten für Spar produzierten Frankfurter. Die Radatz-Würstel rochen am besten und Dorfgold gewann in Sachen Aussehen.

Konsumenten wollen wissen, was sie kaufen. Daher muss auch die Kennzeichnung der Produkte stimmen. Und genau hier gab es so wie praktisch bei jedem Lebensmitteltest Probleme. Zehn Produkte entsprachen nicht den Vorschriften, bei weiteren zehn war ihre Einhaltung nur mangelhaft. Die Beanstandungen reichten von Druckfehlern über falsche Bezeichnungen bis zu vergessenen Angaben. Hier besteht durchaus noch Verbesserungsbedarf.

Kommt die Wurst aus Österreich?

Da vielen unserer Leser die Herkunft ihres Essens ein wichtiges Anliegen ist, schauten wir auch nach, woher das verwurstete Fleisch kommt. Häufig fanden wir die Auslobung „hergestellt in“ oder „Qualität aus Österreich“. Das kann viel heißen, muss aber nicht. Mit dem Mascherl "aus Österreich“ darf sich ein Produkt nämlich bereits dann schmücken, wenn 50 Prozent der Wertschöpfung im ­Inland erfolgen. Hier produzierte Frankfurter – aus Fleisch von wo auch immer – werden auf diese Weise flott zu österreichischen ­Würsteln.

AMA-Gütesiegel und -Biozeichen

Eine Garantie, dass tatsächlich österreichisches Fleisch verarbeitet wurde, bieten derzeit nur das AMA-Gütesiegel und das AMA-Biozeichen mit Herkunftsgarantie. Eine Grundvoraussetzung für diese Zeichen ist übrigens auch der Verzicht auf Kartoffelstärke. Welche Frankfurter mit dem AMA-Siegel ausgezeichnet sind, finden Sie ebenfalls in unserer Tabelle.

Debrezinertest in KONSUMENT 6/2011

Nicht ganz so beliebt, aber ebenfalls ein Klassiker sind Debreziner. In KONSUMENT 6/2011 lesen Sie, wie diese scharfen Würstel im Test abgeschnitten haben.

Testtabelle: Frankfurter

Verkostung durch Laien

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Würstel kochen, aber richtig

Was soll beim Würstelkochen schon schiefgehen: Topf nehmen, Wasser und Würstel rein, Herdplatte auf- und rechtzeitig wieder abdrehen, fertig! Oder?

Werner Gruber, von Beruf Physiker und Mitglied der inzwischen höchst erfolgreichen Wissenschaftskabarett-Truppe Science Busters, sieht das ganz anders. Für ihn gehört das Kochen von Würsten zu den ­"wirklich schwierigen Dingen in der Zubereitung von Lebensmitteln". Ein perfektes Würstel gelingt nach seiner Ansicht nur, wenn es in einer gesättigten Lösung erhitzt wird. Dafür muss allerdings eine Wurst geopfert werden.

Die "Opferwurst" zerkleinern, auskochen, fertig. Wem dafür ein Frankfurter Würstel zu schade ist: Ein paar übrig gebliebene Wurstblätter tun es auch. Anders als bei klarem Wasser lösen sich in diesem Sud keine Inhaltstoffe mehr aus den ­Würsteln, der Geschmack bleibt erhalten. Die weniger aufwendige Variante, empfohlen von den Wurstherstellern: zwei Dekagramm Salz pro Liter Wasser, um das Auslaugen zu ver­hindern. Für Gruber ist das zu wenig, aber noch immer besser als nichts.

Etwa zehn Minuten ziehen lassen

Was das Kochen anlangt, herrscht dann wieder Übereinstimmung. Gesalzenes Wasser oder Sud aus Opferwurst aufkochen, Topf von der Herdplatte nehmen. Frankfurter einlegen und etwa zehn Minuten ziehen lassen. Würstel niemals kochen! Sobald nämlich direkt unter der Wursthaut eine Temperatur von 92 °C entsteht, bilden sich Dampfbläschen und die Haut zerplatzt. Das Resultat sind ausgelaugte, unansehnliche „Fledermäuse“, die niemand mehr essen will.

Werner Gruber: Die Genussformel. Kulinarische Physik, ecowin 2008

Ganz schön viel drin

Der Großteil unserer Frankfurter war in ­Plastikbeutel verpackt. Nur vier Proben wurden offen über die Wursttheke erstanden. Schaut man auf die Zutatenlisten der Etiketten, könnte einem schwindlig werden. Neben Fleisch, Speck und Wasser ­enthalten die meisten Würstel auch Stabilisatoren, Geschmacksverstärker, Anti­oxidations- und Konservierungsmittel. Die Erklärung dafür ist einfach: Frankfurter sind naturgemäß ein heikles Produkt. Sollen sie länger als ein, zwei Tage halten, geht es nicht ohne Lebensmittelchemie.

Aroma in 24 Produkten

Erstaunt hat uns allerdings, dass in 24 von 34 Produkten Aroma zum Einsatz kommt. Dass Frankfurter nach Frankfurter schmecken, müsste eigentlich auch anders zu schaffen sein! In sieben Produkten fanden wir zudem Farbstoff: In zwei Fällen sorgte Paprika für eine schöne rosa Farbe, in den restlichen fünf kam dagegen ­echtes Karmin zum Einsatz. Dieser Stoff wird aus den befruchteten getrockneten Weibchen der Scharlach-Schildlaus gewonnen. Keine angenehme Vorstellung, auch wenn es sich dabei um ein Naturprodukt handelt. Dazu kommt, dass echtes Karmin unter Verdacht steht, bei entsprechend ver­anlagten Menschen pseudoallergische Reaktionen auszulösen. Vor allem wenn schon eine Allergie gegen Salicylsäure und ihre Abkömmlinge besteht, kann es zu Symptomen auf der Haut oder in den Atemwegen kommen.

Zusammenfassung

  • Echt fett. Auch wenn sie ein „leichtes“ Image haben: In Frankfurtern steckt ganz schön viel Fett. Sie sind daher eher eine Haupt- als eine Zwischenmahlzeit.
  • Nicht bunkern. Frankfurter sind kein Vorratsprodukt. Am Ende der Mindesthaltbarkeitsfrist (MHD) können sie bereits verdorben sein, also am besten bald nach dem Einkauf verspeisen.
  • Heimische Ware. Wo Österreich draufsteht, muss nicht Österreich drin sein. Sicherheit gibt nur das AMA-Gütesiegel mit Herkunftsgarantie.

Reaktionen

Anbieter von Produkten mit einem negativen Testergebnis – "nicht zufriedenstellend" – bekommen hier Gelegenheit, eine Stellungnahme abzugeben.

Lindenhof Frankfurter

Unsere Produkte werden – im Gegensatz zu einigen Vergleichsprodukten – keiner Nachpasteurisation unterzogen, weil wir ein möglichst naturbelassenes Lebensmittel erzeugen wollen. Trotzdem werden wir unsere hausinternen Prozessschritte – Wareneingangsprüfung, Produkt-Stufenkontrolle, Erhitzungsverlauf – überarbeiten.
Weiss Fleischveredelung GmbH,
Leoben

Wech Truthahn Frankfurter

Da die Probenahme seitens des VKI erst eine Woche nach Übergabe der Ware an unseren Kunden Penny erfolgte, können wir für diese Zeit die Produktsicherung nicht nachvollziehen. Selbstverständlich werden wir hausintern diesem Ausreißer nachgehen.
Wech Kärntner Truthahn GmbH,
Glanegg

Natur aktiv Bio Frankfurter

Die uns von Ihnen vorgelegten Daten weichen derart weit von den amtlichen und den von der HOFER KG in Auftrag gegebenen Untersuchungsergebnissen ab, dass wir das bei dem von Ihnen getesteten Produkt nur mit einer Unterbrechung der Kühlkette erklären können. Aus unserer Sicht kann es sich hier nur um einen bedauerlichen Einzelfall handeln.
Hütthaler KG,
Schwanenstadt

Ja! Natürlich Frankfurter

Das Produkt "Ja! Natürlich Frankfurter" wurde in Ihrem Test am Ende der Haltbarkeitsfrist als "nicht zufriedenstellend" bewertet. Aufgrund dieses Vorfalls haben wir uns nach interner Prüfung dazu entschieden, Konsequenzen zu ziehen und den betroffenen Hersteller umgehend zu wechseln.
Mag. Corinna Tinkler,
REWE International AG

Testkriterien

Insgesamt wurden 34 Proben Frankfurter eingekauft. 29 Produkte waren verpackt, fünf wurden offen an der Wursttheke erstanden. Untersucht wurde die Zusammensetzung der Frankfurter, die mikrobiologische Beschaffenheit der Würstel sowie die Kennzeichnung der einzelnen Produkte. Außerdem erfolgte eine Verkostung aller Proben sowohl durch Experten als auch durch Laien.

Zusammensetzung

Proteingehalt: Bestimmung des Stickstoffgehaltes nach ISO 937; 12/1978
Trockenmasse: Bestimmung nach § 64 LFGB L 06.00-3; 09/1980
Fettgehalt: Bestimmung des freien Fettes nach ISO 1444; 04/1996
Asche: Bestimmung nach § 64 LFGB L 06.00-4
Hydroxyprolin: Bestimmung des Hydroxyprolingehaltes nach ISO 3496; 9/1994
Stärke qualitativ: EOLA Methode 155 in Anlehnung an EC Reg. 213/2001 (qualitativer NW mit Jodlösung)
Kollagenfreies Eiweiß (berechnet): Eurofins-ofi Methode 269/1999
Kollagenwert (berechnet): Eurofins-ofi Methode 270/1999
Verhältnis Wasser/Eiweiß (berechnet): Eurofins-ofi Methode 267/1995
Verhältnis Fett/Eiweiß (berechnet): Eurofins-ofi Methode 278/1995
Verhältnis (Wasser+Fett)/Eiweiß (berechnet): Eurofins-ofi Methode 291/1995
pH-Wert: VDLUFA Methodenbuch VI, C 8.2; 01/2000 (elektrometrisches Verfahren)
Chlorid: EOLA Methode 263/ 1999 (argentometrische Methode – Titration mit Silbermaßlösung)
Na-Nitrit: ÖNORM EN 12014-2 bzw. ÖNORM EN 12014-4: Bestimmung mittels HPLC-DAD

Mikrobiologie

Enterobacteriaceae: DIN 10164 Teil 1; 8/1986 mittes Spatelverfahren
Listeria monocytogenes: ISO 11290 Teil 1; 12/1996/AMD.1:2004 mittels horizontalem Verfahren
Milchsäurebakterien: ISO 15214:1998. Horizontales Verfahren zur Zählung von Milchsäurebakterien/ Koloniezählverfahren
Aerobe Keimzahl: DIN 10161 Teil 1; 2/1984. Bestimmung der aeroben Keimzahl bei 30 °C
Escherichia coli: EOLA Methode 228; 1998. Parallele Bestimmung von Escherichia coli und coliformer Keime mittels Koloniezählverfahren
Salmonellen: ISO 6579:2002 + Cor.1:2004 + Amd.1:2007. Horizontales Verfahren zum Nachweis von Salmonella spp

Kennzeichnung

Überprüfung AMA-Gütesiegel: Überprüfung des AMA-Gütesiegels auf Konformität mit dem Regulativ durch Gutachter
LMKV (Lebensmittelkennzeichnungsverordnung): Beurteilung nach LMKV (BGBl. Nr. 72/ 1993 idgF) durch Gutachter
NWKV (Nährwertkennzeichnungsverordnung): Beurteilung nach der NWKV (BGBl. Nr. 896/1995 idgF) durch Gutachter
FPVO (Fertigpackungsverordnung): Beurteilung nach der FPVO (BGBl. Nr. 867/ 1993 idgF) durch Gutachter
Berechnung der GDA (Guideline Daily Amount): Überprüfen der GDA-Berechnung durch Gutachter

Verkostung

Laienverkostung: Nach bestandenem Triangeltest bewerteten Laien Aussehen, Geruch, Konsistenz und Geschmack der zubereiteten Würstel.

Die Zubereitung erfolgte nach folgenden Kriterien:
Ziehzeit = 12-15 min
Temperatur = 89 °C +/- 2 °C - Während der Ziehzeit wurde regelmäßig der Deckel geöffnet, da der Wasserdampf entweichen sollte.
Pro Produkt mindestens 20 Verkostungsurteile.

Gewichtung der Einzelurteile

Die einzelnen Punkte wurden folgendermaßen bewertet:
Zusammensetzung 20 %
Mikrobiologie 40 %
Bei einem "Nicht zufriedenstellend“ konnte das Testurteil nicht besser sein.
Kennzeichnung 10 %
Expertenverkostung 10 %
Laienverkostung 20 %

Anbieter

aro: Avilo Marketing GmbH
Ortsstraße 23-37
A-2331 Vösendorf
01 690 80
www.metro.at 

Berger Fleischwaren GesmbH & Co KG
Kogler Straße 8
A-3443 Sieghartskirchen
02274 60 81
www.berger-schinken.at 

Billa 4Kids: Messner Schinken und Wurstspezialitäten
Hauptplatz 21
A-8510 Stainz
03463 21 18-28
www.messner-wurst.at 

Clever: Delikatessa GmbH
IZ NÖ-Süd, Straße 3, Obj. 16
A-2355 Wr. Neudorf
02236 600 52 72
www.clever-kaufen.at

Dorfgold: Landmetzgerei - Attersee Schlachthof Günter Haydinger
Hauptstraße 8
A-4863 Seewalchen
07662 42 40
www.haydinger.at

Dulano: Fleischerfachgeschäft Sutter GmbH
Ober-Saulheimer-Straße 21-25
D-55286 Wörrstadt
+49 6732 933 60
www.fleischwaren-sutter.de

efef Fleischwaren GmbH
Schweizer Straße 75
A-6845 Hohenems
05576 71 22-0
www.efef.at

Hofstädter: Delikatessa GmbH
IZ NÖ-Süd, Straße 3, Obj. 16
A-2355 Wr. Neudorf
02236 600 52 72
www.clever-kaufen.at

Holzbauer für IGT-Handelshof-Ges.m.b.H., Europastraße 3
A-5015 Salzburg
0810 111 555
www.spar.at

Horeca: Avilo Marketing GmbH
Ortsstraße 23-37
A-2331 Vösendorf
01 690 80
www.metro.at

Hubers Landhendl GmbH
Nr. 128
A-5222 Pfaffstätt
07742 32 08-0
www.huberslandhendl.at

Ja! Natürlich Naturprodukte GmbH
IZ NÖ-Süd, Straße 3, Obj. 16
A-2355 Wr. Neudorf
02236 600 69 50
www.janatuerlich.at

Landauer: Penny GmbH
Brunnerstraße 7-13
A-1230 Wien
0810 600 704
www.penny.at

Landhof GesmbH & Co KG
Lederergasse 59
A-4020 Linz
0732 798 02-0
www.landhof.at

Lindenhof: Breisler Ges.m.b.H.
Dr. Robert Graf Straße 40
A-8010 Graz
03334 313 10

Natur aktiv: Hütthaler KG
Linzer Staße 1
A-4690 Schwanenstadt
07673 22 30-0
www.huetthaler.at

Natur Pur: Spar Österreichische Warenhandels-AG
Europastraße 3t
A-5015 Salzburg
0810 111 555
www.spar.at

Prima Wurstspezialitäten GmbH
Voralberger Allee 2-4
A-1230 Wien
01 614 15-0
www.wiesbauer.at

Radatz Fleischwaren Vertriebsges.m.b.H.,
Erlaaerstraße 187
A-1230 Wien
01 661 10-0
www.radatz.at

Schirnhofer GesmbH
Nr. 298
A-8224 Kaindorf bei Hartberg
03334 31 31-0
www.feinkost-schirnhofer.at

Sonnberg: Mühlviertler Alm Biofleisch GmbH
Nr. 168
A-4273 Unterweißenbach
07956 79 70
www.biofleisch.biz/sonnberg/

Stefan Windisch GmbH
Lederergasse 13
A-2700 Wr. Neustadt
02622 233 94
www.windisch-wurst.at

Tann Dornbirn
Wallenmahd 46
A-6850 Dornbirn
0810 11 15 55
www.spar.at

Tann Fränkfurter: Spar Österreichische Warenhandels-AG
Europastraße 3t
A-5015 Salzburg
0810 111 555
www.spar.at

Tann Graz
Hafner Straße 20
A-8055 Graz/Puntigam
0810 11 15 55
www.spar.at

Tann Marchtrenk
Sparstraße 1
A-4614 Marchtrenk
0810 11 15 55
www.spar.at

Tann St. Pölten
Lagergasse 30
A-3106 St. Pölten Spratzern
0810 11 15 55
www.spar.at

Tann Wernberg
Landesstraße 45
A-9241 Wernberg bei Villach
0810 11 15 55
www.spar.at

Tann Wörgl
Sparstraße 1
A-6300 Wörgl
0810 11 15 55
www.spar.at

Wagner & Delikat
Fleischwaren Ges.m.b.H.
Heide 22, Straße 1
A-3331 Kematen/Ybbs
07448 24 40 85

Wech Kärntner Truthahnverarbeitung GmbH
Nr. 7
A-9555 Glanegg
04277 27 01-0
www.wech.at

Leserreaktionen

Glutamat-Würstel

Wie können Sie Radatz-Würstel, die mit Aromastoffen und Geschmacksverstärker hergestellt wurden als sehr gut bewerten? Jedes Fleischgemisch schmeckt, wenn man Glutamat und künstlichen Geschmack beifügt. Das sagt aber noch lange nichts über die Qualität des Würstels aus. Ich bin sehr schockiert über Ihre Wertung. Alleine die lange Zutatenliste sollte einem schon merkwürdig vorkommen.

User: milch_spekulant
(aus KONSUMENT 7/2011)

Ganz ohne Zusatzstoffe lassen sich Würstel derzeit nicht herstellen. Selbst wenn auf Glutamat als Geschmacksverstärker verzichtet wird, findet man gekörnte Brühe oder Hefeextrakt (bestehend aus Glutaminsäure und deren Salzen).

Wird auf Nitritpökelsalz verzichtet (was bei unseren Produkten nicht der Fall war), kommen nitratreiche Gemüseextrakte und Salz zum Einsatz – mit dem gleichen Effekt. Kleinere Unterschiede beim Umfang an Zusatzstoffen gibt es aber. Sie finden daher in unserer Internet-Tabelle auch die genauen Zutatenlisten, damit Sie das für Sie passende Produkt auswählen können.

Die Redaktion

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