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Elektromobilität - 11 Antworten zum E-Auto

Ob das Elektroauto der Heilsbringer in Mobilitäts- und Klimafragen ist, darüber lässt sich trefflich streiten. Wir bieten Ihnen dafür eine Diskussionsgrundlage.

Umweltbilanz: Ist der Umstieg auf ein Elektroauto überhaupt sinnvoll?

Auch wenn sehr oft versucht wird, dem Elektroauto die ökologischen Vorteile abzusprechen oder diese zumindest stark zu relativieren, unterm Strich und vor allem längerfristig stellt es eine deutlich umweltfreundlichere Möglichkeit für individuelle Fortbewegung dar. Ein Elektroauto erfordert zwar in der Herstellung einen höheren Energieaufwand, insbesondere wegen der schwergewichtigen Batterien, es spart aber im Betrieb wegen des hohen Wirkungsgrads des Elektroantriebs ein Vielfaches davon ein. Und es ist der einzige nahe­liegende Weg, von fossilen Kraftstoffen wegzukommen – sofern die Stromerzeugung mit erneuerbaren Energieträgern erfolgt.

Stromverbrauch: Ist ein Elektro­auto wirklich so sparsam?

Aufgrund des hohen Wirkungsgrades des Elektroantriebs beträgt der Energieverbrauch beim Fahren nur etwa ein Viertel bis ein Drittel gegenüber einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Wenn man den Stromverbrauch eines Elektroautos nun mit 15 bis 20 Kilowattstunden (kWh) auf 100 Kilometer annimmt, bei einem Preis von 20 Cent pro kWh, so sind das drei bis vier Euro auf 100 km im Vergleich zu sechs bis acht Euro bei einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Das öffentliche Laden und Schnellladen kommt je nach Tarifmodell des Stromversorgers mitunter teurer.

 

Kostenbilanz, Reichweite

Stromversorgung: Gibt es genug Strom für Elektroautos?

Der Mehrverbrauch an Strom, verursacht durch Elektroautos, ist relativ gering und bewegt sich für die nächsten zehn Jahre realistischerweise in einem niedrigen einstelligen Prozentbereich. In Summe ließe sich der Strombedarf für die Elektromobilität im Rahmen des Ausbaus erneuerbarer Energieträger wie Wind und Photovoltaik bewältigen. Die Herausforderungen liegen aber in der zeitlichen und räumlichen Verteilung des Stroms. Ausbau und Anpassung der Stromnetze mit kluger Steuerung der Lastverteilung vom öffentlichen Ladenetz bis hin zum letzten Kunden in seiner Tief­garage sind die Knackpunkte.

Kosten: Wie viel kosten Kauf und Betrieb eines Elektroautos wirklich?

Hier wird am meisten geflunkert. Durch zahlreiche Förderungen und Steuerbegünstigungen versucht der Staat derzeit, die Hemmschwelle zum Kauf von Elektroautos herabzusetzen. So kann ein Elektroauto trotz des deutlich höheren nominellen Kaufpreises auch jetzt schon in einer buchhalterischen Gesamtbilanz mit einem vergleichbaren Verbrenner mithalten und mitunter sogar günstiger erscheinen. Als großer Unsicherheitsfaktor gilt jedenfalls der Restwert des Elektrofahrzeugs nach mehreren Jahren. Auf Dauer wird sich der Staat diese Anschubfinanzierung nicht leisten wollen, gleichzeitig wird die Technik billiger. Das Kostenszenario wird sich also annähern. Kostengünstiger fahren werden wir am Ende eher nicht.

Sicherheit: Ist ein Elektroauto komfortabel und sicher?

Es gibt keine grundsätzlichen Sicherheitsbedenken bei Elektroautos, weltweit sind bereits mehrere Millionen in Betrieb. Sie fallen statistisch in keiner Hinsicht durch höhere Brandgefahr oder größere Feuerrisiken auf. Ihre Crash­sicherheit liegt sogar im Spitzenfeld aller getesteten Fahrzeuge. Der Fahrkomfort ist durch den nahezu lautlosen Elektro­antrieb in der Regel hervorragend. Der Energieverbrauch für Klimatisierung und Heizung kann sich allerdings deutlich in einer verringerten Reichweite niederschlagen.

Reichweite: Wie weit kann ich mit einem Elektroauto wirklich fahren?

Die Reichweitenangaben in den Prospekten sind oft weder realistisch noch vergleichbar, da sie nach unterschiedlichen Normen erfolgen. In der Praxis ist es ein­facher: Ein Elektroauto benötigt für 100 km zwischen 15 und 20 kWh Energie. Bei üblichen Batteriegrößen zwischen 30 und 40 kWh ergibt das eine Reichweite von rund 200 km. Allerding ist die Reichweite stark von Fahrweise und Umgebungsbedingungen abhängig, womit die Spanne wohl zwischen 150 und 300 km liegt. Luxuslimousinen kommen trotz höheren Energieverbrauchs dank monströser und damit sehr teurer Batterien etwas weiter.

Batterien, Ladestationen, Plug-in-Hybrid

Laden privat: Benötige ich zu Hause eine eigene Ladestation?

In der Regel ja, denn dort steht das Elektro­auto die meiste Zeit. Da kann es mit geringer Stromstärke über Nacht langsam geladen werden, was die Lebensdauer der Batterie erhöht und auch das Stromnetz am wenigsten belastet. Eine übliche Antriebsbatterie mit 30 bis 40 kWh ist auch bei einem 230-Volt-Anschluss am nächsten Morgen wieder voll. Das heißt, eine „kleine“ Wallbox (Ladestation) mit 3,7 Kilowatt Anschlussleistung reicht in den meisten Fällen aus, zumal auch die Ladetechnik vieler Elektroautos einen stärkeren Drehstromanschluss mit 11 oder 22 kW gar nicht nützen kann. Das Laden an einer normalen Steckdose mit dem sogenannten Notladekabel dauert besonders lang und ist nur für Ausnahmesituationen gedacht.

Laden öffentlich: Gibt es ausreichend Ladestationen zum Laden unterwegs?

Fast alle E-Autos besitzen eine Schnelllademöglichkeit, die das Laden des Fahrzeugs in weniger als einer Stunde auf 80 Prozent ermöglicht. Und das Netz an öffentlichen Ladestationen reicht prinzipiell aus, um sich im ganzen Land elektrisch fortzubewegen, allerdings mit einigen zum Teil erheblichen Un­sicherheitsfaktoren und Einschränkungen. Anders als bei Benzin und Diesel kann man nicht immer zur nächsten Ladesäule fahren und mit Kreditkarte tanken. Man muss meist einen Vertrag mit dem jeweiligen Betreiber haben. Damit ist die Auswahl schon erheblich eingeschränkt. Und es kann zu Zeitverzögerungen kommen, wenn man sich zum Laden anstellen muss, zumal eine alternative Lademöglichkeit meist zu weit weg ist, um diese mit fast leeren Batterien noch zu erreichen. Eine kluge Reiseplanung ist deshalb Grundvoraussetzung.

Recycling: Wie lange halten Batterien und was geschieht, wenn sie kaputt sind?

Die Autohersteller geben auf die Antriebsbatterien üblicherweise Garantien, die zumindest eine Laufzeit von 8 Jahren und 160.000 km umfassen, bei einer Restkapazität von 80 Prozent. Das bezieht sich aber auf sehr ungünstige Unterhaltsbedingungen. In der gelebten Praxis darf man ruhig eine höhere Lebens­erwartung ansetzen. Der Fahrzeughersteller muss die Batterien kostenlos zurücknehmen. Für ein wirtschaftliches Recycling ist der Rücklauf derzeit noch zu gering, zumal sich gerade erst ein Markt für gebrauchte Auto-Antriebsbatte­rien ent­wickelt. Aufgrund des hohen Anteils an wertvollen Rohstoffen ist der Anreiz für das Recycling jedenfalls sehr hoch.

Zwischenlösung: Sind Plug-in-Hybridautos sinnvoll?

Grundsätzlich sind Plug-in-Hybride, also die Kombination von Verbrennungsmotor und Elektromotor mit Batterien, die nachgeladen werden können, keine sehr kluge Antwort auf die CO2-Problematik, da sie durch ihre zwei Antriebssysteme bereits bei der Herstellung einen besonders hohen Energieaufwand erfordern. Zudem besteht das Risiko, dass die Batterien nur selten nachgeladen werden und somit der Vorteil des rein elektrischen Fahrens nicht entsprechend genützt wird. Plug-in-Hybridfahrzeuge sind also nur dann sinnvoll, wenn sie überwiegend elektrisch gefahren, also regelmäßig nachgeladen werden.

Anschaffung: Soll ich mir jetzt ein E-Auto kaufen?

Eine allgemeine Kaufempfehlung können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht geben. Das hängt von vielen Faktoren ab und kann nur individuell beantwortet werden. Generell gilt: Wer jetzt stante pede seinen Bestands-Pkw in Pension schickt und ein E-Auto kauft, tut der Umwelt keinen Gefallen. Das „Ausfahren“ des Altautos ist aus Ressourcen-Sicht ökologisch sinnvoll. Das Nachfolgeauto kann dann aber ein Stromer sein. Das Zuwarten bringt zusätzliche Vorteile: E-Autos werden laufend günstiger und technisch ausgereifter, und auch die Ladeinfrastruktur wird immer engmaschiger.

Pkw-Neuzulassungen nach Kraftstoffarten (Quelle: Statistik Austria, Bild: VKI)
Pkw-Neuzulassungen nach Kraftstoffarten (Quelle: Statistik Austria)

Pkw-Neuzulassungen nach Kraftstoffarten (Quelle: Statistik Austria)

Pkw-Neuzulassungen von E-Autos ziehen langsam an (Quelle: Statistik Austria)
Pkw-Neuzulassungen von E-Autos ziehen langsam an (Quelle: Statistik Austria)

Pkw-Neuzulassungen von E-Autos ziehen langsam an (Quelle: Statistik Austria)

Grafik: Neuzulassungen nach Kraftstoffarten

Leserreaktionen

Korrektur erfolgt

Bezug nehmend auf den Leserbrief zur „Abzocke bei Ladetarifen“ möchten wir uns vorab für den Hinweis bedanken. Wir sind dadurch darauf aufmerksam geworden, dass die Darstellung in der Lade-App nicht eindeutig war. Dies wurde bereits angepasst.

Bei den Ladesäulen der Energie Graz wird immer nur jene Leistung verrechnet, welche die Ladesäule abgibt. Beim Großteil der Ladestationen der Energie Graz sind das 11 kW. Pro 100 km wären das bei dem Fahrzeug (Renault Zoe) hierbei Kosten von 3,9 € brutto. An den angesprochenen Ladestationen mit 22 kW betragen die Kosten für 100 km rund 7 € brutto. Ausgenommen sind Schnellladestationen mit 50 kW. Das unterscheidet sich erheblich von den Kosten eines konventionellen Fahrzeugs.

Zudem ersparen sich Elektrofahrzeugnutzer bei der Anschaffung die Kosten für die NoVA und als Unternehmer auch die MwSt. Auch bei den laufenden Kosten entfällt die motorbezogene Versicherungssteuer.

Elektromobilitätsteam der Energie Graz
(aus KONSUMENT 1/2019)

Abzocke bei Ladetarifen

Die Energie Graz hat mit Ende August wie auch die Energie Steiermark mit Ende April die Möglichkeit des kostenlosen Ladens an den Ladesäulen beendet. Die Ladetarife der Energie Graz wie auch der Energie Steiermark sind sehr ähnlich. Beim Tarif der Energie Graz, GRAZdriveEflex gibt es drei Gruppen, bis 11 kW € 0,04/min, bis 22 kW € 0,14/min und bis 50 kW € 0,44/min. In der Lade-App habe ich keine einzige Ladesäule gefunden, wo dieser Tarif mit € 0,14/min zum Tragen kommt. Der Clou, die Ladesäulen haben alle 22,1 kW und damit fällt man automatisch in die nächste Gruppe bis 50 kW mit € 0,44/min.

Rechenbeispiel bei meinem Renault Zoe mit 41 kW Batterie: Einmal voll laden dauert ca. 2,5 Stunden. Bei einem Preis von € 0,44/min sind das € 66,00, damit fahre ich 300 km im Sommer. Im Winter dauert das Laden doppelt so lange und die Kilometerleistung ist auf ca. 200 km reduziert. Das heißt, 5 Stunden laden bei einem Preis von € 0,44/min kosten € 132,00 für 200 km. Stromkosten im Sommer € 22,00/100 km. Stromkosten im Winter € 66,00/100 km. Günstig laden kann man nur zuhause an der eigenen Steckdose.

Bei einem herkömmlichen Auto mit einem Verbrauch von 7 Litern/100 km bei einem Treibstoffpreis von € 1,30 ergeben sich Kosten von € 9,10/100 km. Und das ist erst der Beginn der Elektromobilität. Da werden wir noch alle große Augen bekommen, was Mobilität in Zukunft kosten wird.

Manfred Schmidt
Graz
(aus KONSUMENT 11/2018)

Erfahrungen mit Hyundai Ioniq electric

Seit etwa einem Jahr fahre ich einen Hyundai Ioniq electric. Die bisherigen Erfahrungen mit dem Auto sind durchaus positiv. Die NEFZ-Reichweite von 280 km wird natürlich kaum erreicht, aber mehr als 200 km sind es im Sommer allemal. Im Winter wird auf Kurzstrecken natürlich deutlich mehr verbraucht, dafür ist das Auto auch in weniger als einer Minute wohlig warm.

Bei der Überstellungsfahrt aus Landsberg am Lech, ich habe das Auto in Deutschland gekauft, kam ich, trotz nur 4 Grad und Regen, ohne Probleme 185 km weit. Ich bin gerade von einer Urlaubsfahrt nach Kaltern in Südtirol (2 x zirka 610 km) zurückgekommen. Ich musste 3 x je ca. 30 min zwischenladen. Die danach erzielbaren Reichweiten lagen über 200 km.

Als Informationsquelle für Interessenten bietet sich GoingElectric an. Die haben die beste Datenbank über e-Ladesäulen und in den Foren wird ausgiebig über die Eigenschaften der Autos diskutiert.

Winfried Stadler
E-Mail
(aus KONSUMENT 11/2018)

Erfahrung mit VW e-up

Gute Sache, dachte ich mir, als ich mir 2014 das Auto gekauft habe. Mit 27.000 Euro nicht gerade billig. Von den versprochenen 160 km Fahrleistung habe ich bis heute nichts bemerkt. Anfangs lud sich die Batterie noch bis zu 155 km auf, derzeit nur mehr bis 147 km. Das stört bei kurzen Fahrten nicht.

Besuche ich aber meine Mutter (das sind 80 km hin und retour) muss ich mit eco+ fahren: Das heißt, keine Klimaanlage im Sommer und, was noch unangenehmer ist, keine Heizung im Winter und höchstens 80 km/h Geschwindigkeit. Wenn es dann noch regnet und dunkel ist (Scheibenwischer und Scheinwerfer müssen eingeschaltet werden), habe ich Mühe, meine Garage zum Aufladen zu erreichen. Ich verbrauche also für 80 km Fahrt ca. 135 km. So komfortabel das Fahren selbst auch ist, mein nächstes Auto wird kein Elektroauto sein, was ich sehr schade finde.

Renate Gschlad
E-Mail
(aus KONSUMENT 10/2018)

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