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E-Autos: Hohe Umweltbelastung - Trotzdem sinnvolle Alternative?

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Die Umweltbelastung von E-Autos ist weitaus größer, als es die Jubelstimmung von Wirtschaft und Politik suggeriert. Warum wir trotzdem nicht auf die elektrische Alternative verzichten sollten.

"Wir stehen am Beginn der Goldenen Zwanziger für das Elektroauto, und Renault will dabei eine führende Rolle spielen." Mit diesem Bekenntnis steht Uwe Hochgeschurtz, Renault-Deutschland-Chef, keineswegs alleine da. Die Autobranche, die noch vor wenigen Jahren hauptsächlich mit PS, Drehmoment oder Beschleunigungswerten um sich warf und Umweltthemen weitgehend verständnislos gegenüberstand, fühlt sich neuerdings zur Rettung des Klimas berufen.

Mit dem Umstieg aufs E-Auto könnte der drohende Klimawandel abgewendet werden, wird suggeriert. Denn ein elektrisch angetriebenes Fahrzeug kann völlig abgasfrei gefahren werden, es emittiert im Betrieb keine Luftschadstoffe – was will man mehr? Mit einem Schlag ist man die lästige Diskussion um die Energiewende los.

Das schmutzige Vorleben

Doch da freut sich die Autolobby wohl zu früh. Ihr Optimismus findet in der Fachwelt und bei Umweltorganisationen nur wenig Zuspruch. Ein vernichtende Bilanz zogen etwa die Autoren einer französischen Dokumentation, die im November 2020 bei Arte ausgestrahlt wurde (deutscher Titel: „Umweltsünder E-Auto?“). Für die Produktion von Elektroautos würden wesentlich mehr Rohstoffe als bisher benötigt, die in China oder Lateinamerika unter teilweise extrem umwelt- und gesundheitsschädlichen Verhältnissen abgebaut werden.

Am Beispiel Kupfer: Zur Herstellung eines E-Autos werde viermal mehr Kupfer benötigt als für ein herkömmliches Fahrzeug. Und der Kupferabbau in Chile sei dafür verantwortlich, dass dort Böden und Gewässer großflächig vergiftet sind. Für den Abbau werden 2.000 Liter Wasser pro Sekunde benötigt, und das in einem der trockensten Gebiete der Welt (der Atacama-Wüste).

In manchen Stadtteilen der Provinzhauptstadt Antofagasta ist (Lungen-)Krebs die Haupt-Todesursache. Besonders kritisiert wird, dass der französische Energieversorger Engie nicht nur bestehende Kohlekraftwerke für den Kupferabbau betreibe, sondern sogar neue errichte, wobei die Kohle teils aus Neuseeland herangeschippert werden müsse. Was in der Tat paradox ist: Noch mehr Kohlekraftwerke im Dienste der angeblich abgasfreien Elektromobilität?

Klar ist auch, dass der Bedarf an Lithium – heute schon unverzichtbar für die Herstellung von Akkus – massiv ansteigen wird, sind doch etwa in einem Mobiltelefon lediglich zwei bis drei Gramm des Alkalimetalls verbaut, für ein Auto werden aber mehrere Kilogramm benötigt. Auch Lithium wird zu einem großen Teil in der Atacama-Wüste gewonnen, was Böden und Grundwasser verseucht.

Für Graphit wiederum ist China der wichtigste Lieferant. Rund um die Tausenden Lagerstätten liegt ein Staubteppich, der die Existenzgrundlage der Bauern gefährdet.

Kobalt wird hauptsächlich im Bürgerkriegsland Kongo abgebaut. Nicht selten wird Kobalterz von Kindern mit bloßen Händen aus ungesicherten Erdlöchern herausgekratzt.

Bei seltenen Erden (etwa Neodym) hat das totalitäre China nahezu ein Monopol (95 Prozent Marktanteil), weil andernorts der Abbau wegen der enormen Umweltbelastung (so werden radioaktive Substanzen freigesetzt) aufgegeben wurde.

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