WLAN-Hotspots - Grenzen, Gefahren, Tipps

Öffentliche WLAN-Hotspots sind im In- und Ausland weit verbreitet. Der freien Nutzung sind meist Grenzen gesetzt. Der Sicherheit zuliebe sollte man aber ohnehin etwas Zurückhaltung üben.

Die Zeiten, in denen man sich im Urlaub zum nächsten Internetcafé durchfragte, sind vorbei. Kostenloses WLAN in Hotels, (Fast-Food-)Restaurants, Flughäfen, Einkaufs­zentren oder auf öffentlichen Plätzen ist in Österreich ebenso wie an zahlreichen aus­ländischen Destinationen fast schon selbstverständlich.

Zahl der Hotspots nimmt zu

Aktiviert man den WLAN-/­WiFi-Empfänger von Smartphone, Tablet oder Laptop, so sucht das Gerät ganz von selbst nach verfügbaren WLAN-Netzen in der Umgebung. Die Zahl der sogenannten Hotspots nimmt weiterhin zu; und auch jene ­Hoteliers, die derzeit noch eine Extragebühr dafür verlangen, sehen nach und nach ein, dass es in einer Zeit, in der die mobilen Geräte weltweit boomen, zum guten Ton gehört, den Gästen diesen Service gratis anzubieten.

Regulierung des Internetzuganges

Abgesehen vielleicht von Privatunterkünften wird ein solcher Hotspot meist nicht selbst eingerichtet, sondern es werden lokale oder internationale Hotspot-Betreiber wie Freewave, Free2net oder Free-hotspot.com damit beauftragt, die schon entsprechende Erfahrung mitbringen. Der jeweilige Auftrag­geber kann aber immer noch dabei mitreden, ob und wie er den Internetzugang regulieren möchte bzw. muss man dazusagen, dass die Rechts­lage – oder zumindest deren Auslegung – in den einzelnen Staaten unterschiedlich ist.

Registrierung vorgesehen

So sind zwar WLAN-Hotspots ohne Nutzer-­Registrierung in der Regel nicht verboten, doch ist vielen Anbietern das mögliche Haftungsrisiko im Falle eines Missbrauchs durch Dritte zu groß (Stichwort: illegale Downloads), weshalb sie eine Registrierung vorsehen.


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Gefahren öffentlicher Hotspots

Eindeutige Geräteerkennung

Unabhängig davon ist es aber weithin üblich, einer möglichen unkontrollierten und exzessiven WLAN-Nutzung (z.B. durch Film-Downloads) vorbeugend einen Riegel vorzuschieben. Oft landet man daher auf einer Startseite, auf der man sich zwecks Zusendung eines Kennwortes mit einer E-Mail-Adresse oder Handynummer registrieren muss. Hier stimmt man üblicherweise auch den Nutzungsbedingungen zu, die man sicherheitshalber vorab durchlesen sollte. Meist werden die üblichen Gerätedaten erfasst, die auch bei Verwendung des Internetzugangs zu Hause mit übertragen werden. So etwa die MAC-Adresse des Computers, die einer eindeutigen Gerätekennung entspricht.

Keine Weitergabe von Daten bei seriösen Anbietern

Je nach Rechtslage werden diese Daten für einen bestimmten Zeitraum aufbewahrt. Der Europäische Gerichtshof hat zwar die entsprechende EU-Richtlinie gekippt, in anderen Staaten – wie beispielsweise der Schweiz – ist die Vorratsdaten­speicherung aber Realität. Seriöse Anbieter schließen ­zumindest die Verwertung oder Weitergabe der E-Mail-Adresse bzw. Telefonnummer für Werbezusendungen oder -anrufe aus.

Surfen zeitlich begrenzt

Häufig anzutreffen ist eine zeitliche Befris­tung der Nutzung (z.B. auf eine halbe Stunde), etwa auf den internationalen Flughäfen (eine der wenigen Ausnahmen ist Wien-Schwechat). Mitunter kann man dann, nach neuerlicher Anmeldung, die nächsten 30 Minuten weitersurfen. Man stößt aber auch auf integrierte Filter, die das Abrufen bestimmter Websites und Inhalte von vornherein ausschließen, oder auf gedrosselte Up- und Downloadgeschwindigkeiten.

Viele Nutzer zeitgleich

Für geringe Übertragungsgeschwindigkeiten sorgt freilich meist schon die Anzahl der ­Nutzer im selben Netz, die sich die Band­breite teilen müssen. Das Hochladen eines Fotos in ein soziales Netzwerk kann zum ­Geduldspiel werden, auf umfangreichere ­E-Mail-Anhänge sollte man lieber verzichten. Deaktivieren sollte man außerdem die automatischen Updates von Betriebssystem, Software und Apps.

Gefahren öffentlicher Hotspots

Das intensive Surfen und Mailen an einem Gratis-Hotspot ist aber ohnehin nicht empfehlenswert, denn man sollte bedenken, dass man sich in einem öffentlichen Netzwerk ­befindet. Selbst wenn dieses ein Kennwort voraussetzt, haben ja zahlreiche Personen bereits Zugang erhalten und man weiß nicht, wer sich gerade im selben Netz (nicht unbedingt im selben Raum) befindet. Technisch wäre es zwar möglich, die einzelnen Nutzer innerhalb des Netzes voneinander abzu­grenzen, doch der Einfachheit halber wird meist darauf verzichtet. Daher ist das "Mit­lauschen" im Datenstrom eine der Gefahren öffentlicher Hotspots. Dem können zwar https-verschlüsselte Websites einen Riegel vorschieben, doch die "Heartbleed"-Sicherheitslücke hat die Verlässlichkeit solcher Vorkehrungen vor Kurzem leider relativiert.

Unabhängig davon ist das unbemerkte Umleiten von Websites auf täuschend echt wirkende, aber unsichere Seiten ein nicht auszuschließendes Szenario, speziell wenn man sich nicht im Stammcafé am Eck, sondern an einem fremden Ort mit unbekanntem Netz aufhält. Gleichfalls nicht nur theoretisch ist es auch schon geschehen, dass ein Betrüger unter falscher Bezeichnung einen eigenen Hotspot aufgebaut hat und so an persönliche Daten der Surfenden herangekommen ist.

Fehlende Firewall, häufig kein Virenschutz

Onlinebanking oder die Eingabe der Kreditkartendaten ist an öffentlichen Hotspots jedenfalls immer mit erhöhtem Risiko ver­bunden und sollte vermieden werden. Weiters sollte man bedenken, dass Tablets und Smartphones aufgrund der fehlenden Firewall und des oft nicht vorhandenen Virenschutzes gefährdeter sind als Computer. Der E-Mail-Verkehr sollte aufgrund der mittlerweile standardmäßigen SSL-Verschlüsselung der Übertragung weitgehend unbedenklich sein, trotzdem übermittelt man besser keine vertraulichen Inhalte.

Falls es sich gar nicht vermeiden lässt, unterwegs sensible Daten zu übertragen, empfiehlt sich die Einrichtung eines Virtual Private Networks (VPN; http://openvpn.net). Mit diesem Thema werden wir uns in einer der kommenden KONSUMENT-Ausgaben näher befassen.

Privater Hotspot

Vorteile eines privaten Hotspots

Wer es bevorzugt, unterwegs seinen eigenen WLAN-Hotspot einzurichten, kann entweder die entsprechende Funktion seines Smartphones dafür nutzen (auch als Tethering bekannt) oder für 30 bis 50 Euro einen mobilen WLAN-Router plus eine passende SIM-Karte mit genügend Datenvolumen erwerben. Ein solcher Router kann von mehreren Laptops, Tablets und Smartphones zugleich genutzt werden. Auch im Ausland kann er gute Dienste leisten, wenn man eine lokale Prepaid-Karte erwirbt und keine Rücksicht auf Datenroaming-Gebühren nehmen muss.

Mehr an Ausstattung möglich

Für daheim gibt es stationäre Router, die entweder vom Internetprovider bereitgestellt werden oder – wenn man auf mehr Ausstattung Wert legt – im Fachhandel erhältlich sind. Dieses Mehr an Ausstattung kann eine integrierte Firewall als zusätzlicher Netzwerkschutz sein, ein zum Hauptnetzwerk parallel laufendes Gastnetzwerk für Besucher oder ein 5-GHz-Frequenzband zusätzlich zum üblicheren 2,4-GHz-Bereich. Letzterer hat zwar eine höhere Reichweite, aber der 5-GHz-Bereich bietet mehr überlappungsfreie Kanäle und ist weniger störungsanfällig (z.B. durch Mikrowellengeräte).

Wenn Stahlbetonwände und -decken den WLAN-Empfang innerhalb der Wohnung oder des Hauses beeinträchtigen und auch ein anderer Standort von Router oder Gerät nichts nützt oder nicht möglich ist, empfiehlt sich ein Repeater. Das ist sozusagen ein Mini-Router, der die Signale der Sendestation verstärkt und somit die Reichweite erhöht.

Unbedingt verschlüsseln

Ob stationär oder mobil: Vergessen Sie nicht, Ihren Router (bzw. Ihren Smart­phone-Hotspot) zu verschlüsseln. WPA ist das Mindeste, WPA2 ist aktueller Standard, während WEP als veraltet gilt.

Hotspots finden

Internationale Hotspot-Adressen

Die Geräte suchen nach Aktivierung von WLAN-/WiFi selbsttätig die in der Umgebung vorhandenen Hotspots (aber natürlich auch die privaten Netzwerke) und präsentieren die Auswahl in einer Liste. Möchten Sie sich schon im Vorfeld informieren, dann bieten sich diverse Online-Verzeichnisse an sowie Apps für Smartphones und Tablets, die man im App Store bzw. auf Google Play findet. Nationale und internationale Hotspot-Adressen finden Sie unter anderem hier:

Manuelle Netzwahl

Achtung! Meist sind die Geräte so konfiguriert, dass sie sich bei aktiviertem WLAN-/WiFi-Empfang automatisch in bekannte Netze einbuchen, auch wenn man sich z.B. nur in der Nähe davon aufhält. Dies kann manchmal irritierend sein. Ein Blick in die Geräteeinstellungen gibt Aufschluss und man kann manuell ein anderes Netz wählen oder ein nicht länger erwünschtes abwählen. Wichtig kann es auch sein, zu wissen, dass die Hotspots üblicherweise unter den WLAN-Standards IEEE 802.11 b oder g laufen; in den Anfangszeiten der Smartphones wurden manche Geräte aber nur mit 802.11 n ausgerüstet.

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Aus dem Inhalt

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Flexcover, 2017, 224 Seiten, € 19,90 + Versand; ISBN 978-3-99013-062-9

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