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Smartphone-Apps - Kleine App-Kunde für Einsteiger

, aktualisiert am

Apps sind in aller Munde und auf sämtlichen Smartphones vertreten. Aber was steckt dahinter? Eine Einführung am Beispiel der aktuellen Marktführer Apple iOS und Google Android.

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Mit dem Erfolg von Apples iPhone etablierte sich ein bis dahin weitgehend unbekannter Begriff im allgemeinen Sprachgebrauch: die App, angeboten via Internet im sogenannten App-Store. Konkurrent Google schuf in der Folge die Plattform Google Play. Auch dort sind kostenlose und kostenpflichtige Apps erhältlich, in diesem Fall für Smartphones mit dem Betriebssystem Android.

Eine Applikation ist ein Programm

Die Bezeichnung App gibt es an sich seit Jahrzehnten, hergeleitet vom englischen Begriff „application“ oder „application software“. Im Deutschen verwenden wir dafür die Bezeichnungen Applikation, Anwendung, Anwendungssoftware oder Anwendungsprogramm. Gemeint sind die ganz alltäglichen Programme, die wir zur Arbeit oder zur Unterhaltung benutzen, sei es am Computer, am Tablet/iPad oder am Smartphone. Dort sind verschiedene Apps bereits vorinstalliert. Sie können vom Benutzer in der Regel nicht entfernt, sondern maximal deaktiviert oder zumindest vom Startbildschirm wegbewegt werden.

Spiele, Bücher, Nachrichten, Kalender, Navigation, Einkauf, Wetter

Darüber hinaus sind mehrere Hunderttausend Apps verfügbar, die alle möglichen Bereiche abdecken. Das Angebot reicht von Spielen über Bücher, Lexika, Nachrichten, Kalender, Navigation, Einkaufsführer, Wetter-Infos, sozialen Netzwerken und Fotobearbeitung bis hin zu diversen Büroanwendungen.

Apps müssen zum Handy-Betriebssystem passen

Mit der Wahl eines bestimmten Betriebssystems ist man auch auf das Angebot des jeweiligen App-Stores angewiesen. Die Hersteller haben bisher kein Interesse daran, Apps plattformübergreifend zu unterstützen. Deshalb müssen die (oft privaten) Programmierer ihre Apps gezielt auf die einzelnen Betriebssysteme abstimmen. So kann der Fall eintreten, dass eine App auf einem Betriebssystem reibungsloser funktioniert als auf einem anderen oder gleich gar nicht für jedes Betriebssystem verfügbar ist.

Benutzerkonten für Apple und Google

Für Apps braucht es ein Benutzerkonto

Zur Nutzung zusätzlicher Apps müssen Sie zunächst eine sogenannte Apple-ID (ID steht für Identität) bzw. ein Google-Konto anlegen, also ein persönliches Benutzerkonto. Es funktioniert auch über das Smartphone, zwecks Übersichtlichkeit sollten Sie das allerdings besser am Computer erledigen. Außerdem ist der Computer nicht völlig verzichtbar, um Ihre Apps zu verwalten.

Bei Google geben Sie www.google.at in Ihren Internetbrowser ein, klicken dann auf die Schaltfläche >>Anmelden<< und im nächsten Fenster auf >>Registrieren<<. Im Zuge dieser Registrierung bekommen Sie eine neue E-Mail-Adresse mit der Endung „gmail. com“. Diese können Sie auch für den Mailversand via Google Mail verwenden.

Bei Apple ist die Anmeldeprozedur ein wenig umständlicher. Hier rufen Sie www.apple.com/at/itunes auf, laden die Software „iTunes“ herunter und installieren diese auf Ihrem Computer. Nach dem Programmstart klicken Sie in der linken Spalte auf >>iTunes Store<<. Das führt zu einem wichtigen Punkt, nämlich zur Bezahlmethode.

Bezahlmöglichkeiten von Apps

So werden Apps bezahlt

Im Fall von Google Play benötigen Sie für das Herunterladen einer kostenlosen App lediglich Ihr Benutzerkonto. Möchten Sie jedoch eine App kaufen, dann steht derzeit als einzige Bezahlmöglichkeit die Kreditkarte zur Verfügung. Das Bezahlen via Handyrechnung, wie es einige deutsche Mobilfunkprovider anbieten, oder via Guthabenkarten, wie in den USA, ist in Österreich noch nicht vorgesehen. Nachdem es nicht unproblematisch ist, seine Kreditkartendaten online preiszugeben, bieten sich momentan als einzige Alternative aufladbare Prepaid-Kreditkarten an (Infos z.B. unter www.prepaid-karten.at oder www.complete-prepaid.com).

Screenshot Google Play (Bild: Scrennshot von Google Play) 
Google Play, der App-Store für Android-Smartphones, ist über den Internetbrowser aufrufbar. Dort werden auch alle gekauften Apps gesichert.

 

Bei Apple gibt es gleichfalls die Kreditkarte, aber auch die Nutzung des Online-Bezahldienstes ClickandBuy (www.clickandbuy.com). Nur ClickandBuy kennt Ihre Kreditkartendaten, nicht aber der Händler, bei dem Sie einkaufen. Alternativ dazu können Sie ClickandBuy Ihre Kontonummer bekannt geben und die Einkäufe werden per Bankeinzug abgebucht. Hundertprozentige Sicherheit besteht natürlich auch hier nicht. Deshalb gibt es – neben den Prepaid-Kreditkarten – mit den iTunes-Geschenkkarten eine gute Möglichkeit, den App-Kauf sicher abzuwickeln. Diese Geschenkkarten sind in vielen Geschäften erhältlich.

Screenshot iTunes (Bild: Scrennshot von iTunes) 
iTunes: Die kostenlose Software ist Voraussetzung für die Verwaltung eines iPhones. Hier kann man auch bequem die Apps installieren, aktualisieren und umgruppieren.

 

Gratis-Apps oder Bezahl-Apps

Wenn Sie bezüglich der Bezahlmethode unsicher sind, dann ist es am besten, zunächst auf deren Angabe zu verzichten: Klicken Sie am oberen Rand des iTunes-Programm fensters auf >>App Store<<. Sobald das Programm dorthin gewechselt hat, wählen Sie in der rechten Spalte den Eintrag >>Gratis-Apps<<, suchen sich eine beliebige davon aus und klicken auf die Schaltfläche >>Gratis<<, um sie herunterzuladen. Nun werden Sie aufgefordert, ein Konto zu erstellen. Dazu können Sie eine beliebige existente Mailadresse verwenden. Sobald Sie zur Auswahl der Zahlungsmethoden gelangen, klicken Sie auf >>Keine<<. In der Folge können Sie über Ihr Benutzerkonto kostenlose Apps laden und kostenpflichtige mit iTunes-Geschenkkarte bezahlen. Nachträgliche Änderungen der Bezahlmethode sind in iTunes über die Verwaltung Ihres Benutzerkontos möglich.

Vor dem Herunterladen zu beachten

Apps auswählen und laden

In den App-Store von Apple gelangen Sie wie geschildert via iTunes oder über die auf Ihrem iPhone vorinstallierte App. Besitzen Sie ein Android-Smartphone, dann tippen Sie am Computer play.google.com in die Adresszeile Ihres Browsers oder starten Sie die vorinstallierte Smartphone-App. In jedem Fall werden Sie feststellen, dass es schwierig ist, sich in der Vielfalt zurechtzufinden und das Nützliche vom Sinnlosen zu unterscheiden.

Stichwort "empfehlenswerte Apps“

Viele Apps kosten weniger als 1 Euro. Trotzdem sollten Sie gezielt vorgehen. Sortieren Sie anhand der Kategorien vor, verwenden Sie die Suchfunktion, orientieren Sie sich an den offiziellen Empfehlungen in den Stores und suchen Sie auch im Internet nach dem Stichwort "empfehlenswerte Apps“.

Auf Nutzerbewertungen und Beschreibungen achten

Achten Sie auf jeden Fall darauf, ob und wie eine App von anderen Benutzern im Store bewertet wurde, und verlassen Sie sich nicht allein auf die Beschreibungen des Anbieters. Während Apple ein recht strenges, aber auch nicht lückenloses Zulassungsverfahren hat, das als Sicherheitspuffer dient, ist Google Play offen für alle Programmierer. Hier werden unternehmensseitig erst Schritte gesetzt, wenn sich Benutzer über eine App beschweren – etwa wenn der Verdacht besteht, dass es sich um Spionagesoftware handelt. Kostenlose Apps wiederum sind in ihrer Funktion manchmal stark eingeschränkt und erfordern nachträglich sogenannte In-App-Käufe, um sie wirklich sinnvoll nutzen zu können.

Samsung Galaxy S Plus: Desktop Übersicht (Bild: ICRT)  Samsung Galaxy S Plus: Desktop Übersicht (Bild: ICRT) 
Über das blaue Feld rechts unten gelangt man zum Ordner, in dem alle gekauften Android-Apps gespeichert sind. Navigations-Apps zählen zu den beliebtesten Anwendungen auf Smartphones und können ein Navigationsgerät vollständig ersetzen.

Kleine über 3G, große über WLAN-Verbindung laden

Haben Sie sich für eine App entschieden, dann klicken Sie einfach auf die graue Schaltfläche. Apps, deren Datenvolumen unter 20 Megabyte (MB) liegt, können Sie bei bestehender 3G-Verbindung jederzeit laden. Bei größerem Datenvolumen empfiehlt sich aus Zeitgründen und mit Rücksicht auf das verfügbare monatliche Guthaben (laut Handyvertrag) die Nutzung eines WLAN-Netzes oder das Laden über den Computer. Ein iPhone muss dann nicht unbedingt mit iTunes verbunden sein, die Übertragung (Synchronisation mit dem Computer) kann auch später erfolgen. Bei Google Play werden gekaufte Apps hingegen direkt ans Smartphone übertragen, eine Verbindung zum Computer muss also bestehen.

Apps am Smartphone verwalten

Apps organisieren und verwalten

Wie Sie die Apps in der Folge auf dem Android-Smartphone verwalten, müssen Sie der Bedienungsanleitung des Gerätes entnehmen. Üblicherweise landen diese in einem gemeinsamen Ordner, der auf der Startseite des Gerätes aufrufbar ist. Innerhalb dieses Ordners können Sie durch „Festhalten“ und Ziehen die Reihenfolge der Apps ändern, neue Ordner anlegen oder auch gekaufte Apps in den Papierkorb bewegen. Eventuell müssen Sie dazu aber auch zu den „Einstellungen“ Ihres Smartphones gehen.

Die Neuinstallation einer gelöschten App bzw. die Wiederherstellung im Fall eines Defekts oder Gerätewechsels erfolgt über das persönliche App-Verzeichnis „Meine Android-Apps“ auf Google Play. Dieses übernimmt so zugleich die Sicherung der gekauften Apps.

Wenn Sie auf dem iPhone den Finger für einige Sekunden auf eine beliebige App legen, beginnen alle Apps zu wackeln. In diesem Zustand lassen sie sich beliebig verschieben, in gemeinsame Ordner zusammenführen bzw. sofern sie mit einem kleinen Kreuz gekennzeichnet sind durch Antippen auch löschen. Das Drücken der Home-Taste beendet das Wackeln. Alternativ dazu können Sie die Apps via iTunes verwalten, inklusive Änderung der Anordnung und Entfernen vom iPhone. Dazu muss das Gerät mit dem Computer verbunden sein und anschließend synchronisiert werden. Die Apps bleiben trotzdem in iTunes gesichert und können in einem zweiten Schritt endgültig aus der iTunes-Mediathek „Apps“ gelöscht werden (Rechtsklick mit der Maus).

Eine weitere Möglichkeit, die Apps zu sichern, ist die Nutzung des kostenlosen Dienstes iCloud, der auf jedem iPhone ab Betriebssystem iOS 5 oder neuer verfügbar ist. Ob Sie der von jedem beliebigen Ort aus erreichbaren „Wolke“ im Internet vertrauen oder die Apps lieber lokal auf Ihrem Computer liegen haben, ist eine rein persönliche Entscheidung.

Leserreaktionen

Stigmatisierend

Ich empfinde das ganze Vermarkten (oder Gratisverteilen) von Apps als gar nicht so sanften Zwang an alle, die das können/wollen/müssen, sich Smartphones mit Internetzugang anzuschaffen! Dies bedeutet gleichzeitig Ausschluss und Stigmatisierung all jener (öfter, aber nicht ausschließlich ältere Leute), die mit dem Handy ausschließlich telefonieren wollen. Die Gründe dafür reichen von fehlender Computerkompetenz über Trennung von Arbeit und Freizeit, Ablehnung von Touchscreens bis zum Finanziellen.

Dora Schimanko
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