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Online-Speicherdienste - Auf Wolke sieben?

Immer öfter werden persönliche Daten in die Cloud ausgelagert – oft ohne dass es den Nutzern bewusst ist. Lesen Sie, was die Datenwolke bietet und wovor Sie sich in Acht nehmen sollten.

Mit dem englischen Wort für Wolke ver­kaufen Internetunternehmen wie Google, Microsoft oder Apple ihre Online-Speicherdienste bzw. stellen sie diese in reduziertem Umfang kostenlos zur Verfügung. Auch der Name Dropbox ist inzwischen weithin bekannt.

Cloud-Speicherung ist Nutzern nicht immer bewusst

Das Prinzip hinter dem Modewort Cloud, nämlich E-Mails, Fotos, Videos etc. auf zentralen Servern zu lagern, um orts- und geräteunabhängig Zugriff darauf zu haben, ist an sich so alt wie das Internet selbst. Nicht zuletzt aufgrund des Booms bei den sozialen Netzwerken und diversen Online-Plattformen – von Facebook über Flickr bis YouTube – schweben aber so viele Nutzer wie noch nie auf der Datenwolke, oft ohne es zu wissen.

Kontakte, Mails, Kalendereinträge, ... in der Cloud

Dabei haben auch früher schon unzählige User einen Dienst in der Wolke in Anspruch genommen. Zu den besonders populären ­gehören etwa die Webmail-Anbieter GMX, Google Mail oder Outlook.com (vormals Hotmail), wo E-Mails und Kontakte nicht auf dem eigenen Computer, sondern beim Anbieter gespeichert sind. Auch jeder, der ein Smartphone mit den Betriebssystemen Android oder Windows Phone 8 besitzt, speichert per Standardeinstellung Kontakte, Mails und Kalendereinträge auf den Servern von Google bzw. Microsoft. Apple bietet für das iPhone den gleichen Service, ist dabei aber (noch) etwas weniger aufdringlich: Die Sicherung in der iCloud müssen Apple-Nutzer von sich aus aktivieren. Beim Abgleich der Kalendereinträge zwischen iPhone und Computer hat man aber keine Alternative mehr zur Cloud.

Smartphone-Features: Online-Benutzerkonto Voraussetzung

Fest steht: Wer ein Smartphone in vollem Umfang nutzen möchte, kommt um ein ­Benutzerkonto nicht herum und landet somit in der Wolke. Gleiches gilt mittlerweile für PCs mit dem Betriebssystem Windows 8 und für das Softwarepaket Office 365.

Online-Speicher-Dienste (Bild: FuzzBones/Shutterstock.com) 

Die Cloud verbindet Geräte sowie Menschen

Die Cloud verbindet Geräte sowie Menschen

Natürlich gibt es auch zahlreiche Vorteile: Die Datenwolke verknüpft Laptop, Tablet, Smartphone und den PC im Büro. Ein wichtiger Brief liegt so nicht nur auf dem Heim­computer bereit, sondern kann auch im Meeting mit dem Chef bequem per Handy nachgelesen werden. Ein Student in Wien kann die Fotos vom letzten Urlaub auf seine Dropbox hochladen und sie so den Eltern in Vorarlberg zeigen. Und im Job arbeiten ­mehrere Personen an ein und derselben ­PowerPoint-Präsentation, ohne sich um ­einen einzigen PC drängen zu müssen. Das Potenzial der „Wolke“ ist noch lange nicht ausgereizt. Microsoft will in Zukunft sogar Teile von Videogames auf der neuen Spielkonsole Xbox One in die Datenwolke aus­lagern und so die Konsole entlasten.

Gerät defekt? Kein Problem - Daten sind noch online verfügbar

Auch als Sicherungsspeicher findet die ­Datenwolke Anwendung. Wird das Smartphone defekt, kopieren Sie Ihre persönlichen Daten und Einstellungen einfach aus der Cloud auf ein neues Gerät. Wenn der Nachwuchs Cola über den Laptop kippt, finden wichtige Dokumente ganz schnell den Weg ins Nirvana der Bits und Bytes. Der Cloud können solche Gefahren nichts anhaben. Sie krankt dafür an anderer Stelle.

Eine Frage der Gesetze

Was Datenschützer seit Langem kritisieren, das sind die international sehr unterschiedlichen Sicherheitsstandards. Sind persönliche Daten im europäischen Wirtschaftsraum ­verhältnismäßig gut geschützt, erlauben die US-amerikanischen Gesetze den dortigen Behörden wesentlich mehr Freiheiten beim Zugriff. Speichern Europäer Material auf amerikanischen Servern, gelten diese liberalen Gesetze auch für ihre Daten. Aus gutem Grund halten sich Anbieter wie Google und Microsoft mit Informationen über die Standorte ihrer Speicher bedeckt.

Vorsicht bei sensiblen Daten: Laden Sie nicht alles in die Cloud!

Die Stiftung Warentest hat in einem aktuellen Test diverser Cloud-Dienste beim Punkt ­„Sicherheit und Datenschutz“ (= Schutz der Nutzerdaten bzw. Umgang mit diesen) keine bessere Note als „durchschnittlich“ vergeben. Wir empfehlen daher, möglichst nur Daten hochzuladen, die auch der Chef oder die Schwiegereltern sehen dürfen. Im schlimmsten Fall können Hacker mit einer Liste für den Wochenendeinkauf nur wenig anfangen, mit einer Notiz der wichtigsten Passwörter aber großen Schaden anrichten.

Welche Cloud-Anbieter gibt es?

Verschlüsseln erhöht den Schutz

Einen gewissen Schutz für sensibleres Material bietet die Anwendung Boxcryptor, die dem gewohnten Cloud-Dienst vorgeschaltet wird und mit der sich Dateien und Ordner verschlüsseln lassen. Der Nutzerkomfort wird dabei zwar etwas eingeschränkt, doch Boxcryptor legt allzu neugierigen Naturen einen Stein in den Weg und ist für Privat­personen kostenlos.

Im Vergleich etwas besser als der Rest der Cloud-Dienste schneidet im Bereich der Sicher­heit der Schweizer Anbieter LaCie Wuala ab. Die Firma lagert hochgeladenes Material verschlüsselt auf ihren Servern, ­deren Standort sich laut Eigenangaben im europäischen Wirtschaftsraum befindet. So wie bei Boxcryptor besitzt der Anbieter selbst den Schlüssel nicht, sondern nur der jeweilige User.

Große Dateien: physische Datenträger besser geeignet

Für größere Datenmengen sind physische Datenträger meist besser geeignet. Sie ­sparen sich lange Upload-Zeiten und müssen Ihre hart erarbeiteten Euros nicht Google, Microsoft & Co in den Rachen werfen. Die stellen nämlich nur begrenzten Speicherplatz kostenlos bereit (oft nur 5 Gigabyte). Wer mehr will, muss zahlen.

Dropbox ist am beliebtesten

Abseits des Sicherheitsaspekts hat bei den Online-Speicherdiensten derzeit Dropbox klar die Nase vorne. Der Dienst überzeugt mit einer aufgeräumten Benutzeroberfläche auf allen Zugangswegen und der Erfahrung des Cloud-Pioniers. Praktisch: Viele Anwendungen auf Smartphones haben einen Link zu Dropbox eingebaut.

Google Drive punktet hingegen mit seinem umfangreichen Angebot an Google-Diensten, Microsoft SkyDrive (demnächst Umbenennung in OneDrive) mit seiner Vielseitigkeit. Beide Dienste landen aber beim Aspekt des Datenschutzes auf den hinteren Rängen.

Im Praxistest vor Google Drive und SkyDrive liegen das GMX MediaCenter, Trend Micro SafeSync, Strato HiDrive Free und der Onlinespeicher von Web.de, aber auch bei ihnen ist der Datenschutz bestenfalls durch­schnittlich.

iCloud von Apple muss extra eingerichtet werden

Apples iCloud nimmt eine Sonderstellung ein. Ein echter Onlinespeicher ist sie nicht, weil Nutzer nicht beliebige Dateitypen hoch- und herunterladen können. Die iCloud ­beschränkt sich auf E-Mails, Kontakte, ­Kalender, Notizen, Erinnerungen und Dokumente von Apples hauseigenem Office-Paket. Für die iCloud gibt es auch keine einzelne Anwendung, sie ist in verschiedene Apps auf dem iPhone, iPad und Mac integriert. Die Foto-App etwa schiebt Bilder auf Wunsch automatisch in die Datenwolke. Die Synchronisation von Kontakten und Terminen funktioniert ohne größere Probleme, es klappt sogar der Abgleich mit Microsoft-Outlook.

Daten der iCloud landen bei Amazon

Aus Datenschutzsicht ist die iCloud aber nicht zu empfehlen. So landen alle Daten bei Amazon, ohne dass Apple die Nutzer darauf aufmerksam macht. Der IT-Gigant fragt bei der Registrierung außerdem nach vielen ­personenbezogenen Angaben, die für die Nutzung nicht erforderlich sind. Die iCloud kann derzeit nicht verschlüsselt werden.

Vorsicht vor unbedachten Uploads

Was auf keinen Fall in eine Cloud gehört, das ist urheberrechtsgeschütztes Material, also Musikdateien, Kinofilme und E-Books. Hier herrscht eine rechtliche Grauzone. Laden Sie das Neujahrskonzert als MP3 hoch, laufen Sie Gefahr, es dadurch auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Damit machen Sie sich möglicherweise strafbar. Eine Ausnahme sind Dienste wie iTunes Match und die Kindle-Bibliothek oder kosten­pflichtige Streaming-Anwendungen, mit denen Sie Ihre Sammlung von legal erstandenen Werken bedenkenlos verwalten können.

Zusammenfassung

  • Die Cloud ist überall. Smartphones, Webmail-Dienste und zunehmend auch Computer werden ganz automatisch mit einer Cloud verknüpft. Auch wer sie nicht bewusst verwendet, schwebt bereits auf der Datenwolke.
  • Upload mit Überlegung. Bedenken Sie gut, welche Daten Sie den IT-Firmen anvertrauen, und wählen Sie im Zweifelsfall eine Methode zur Verschlüsselung. Eine Garantie, dass hochgeladene Informationen in der Cloud sicher sind, gibt es nicht.
  • Wichtiges auf Festplatte speichern. Digitale Kopien von Urkunden, Dokumenten, Kontoauszügen und ähnliche persönliche Dateien liegen besser auf einer sorgfältig aufbewahrten externen Festplatte, z.B. ganz altmodisch im Bankschließfach.

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