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Klimasünder Internet - Grüner Surfen

Wäre das Internet ein Land, würde es unter den Top 5 der energiehungrigsten Nationen der Welt rangieren. Besonders klimaschädlich ist das Streamen von Videos.

Das Internet ist in Österreich stabil. Auch die Mehrbelastung durch Corona: Homeoffice von der Steuer absetzen? - Arbeitszimmer, Handy, Computer inklusive Video-Chat-Programme - Webkonferenz-Tools im Vergleich hat es nicht in die Knie gezwungen. Das ist erfreulich. Ohne diese digitale Unterstützung hätte uns die Coronavirus-Extra: alle Infos, alle Artikel volkswirtschaftlich noch weit, weit mehr zugesetzt. Viel mehr Betriebe hätten zusperren müssen, noch deutlich mehr Menschen wären arbeitslos.

Umdenken in der "neuen Arbeitswelt"

Forderungen wurden bereits laut, dass diese „neue Arbeitswelt“ auch nach der Krise zumindest teilweise beibehalten werden solle – aus Klimaschutzgründen. Man müsse nicht quer über den Erdball fliegen, wenn eine Telekonferenz es auch tue. Absolut richtig. Allerdings muss im Gleichklang darüber debattiert werden, wie das Internet ökologischer werden kann.

Internet als riesiger Klimasünder

Faktum ist, dass das Internet ein riesiger Klimasünder ist. Der dahinterstehende Energieaufwand ist enorm – vielen ist das gar nicht bewusst. Die Menge an Strom, die die Server in den Rechenzentren von Google, Amazon, Microsoft, Netflix & Co benötigen, katapultiert die „Republik Internet“ unter die Top 5 der energiehungrigsten Länder der Welt. Die CO2-Belastung durch das Internet ist mittlerweile gleichzusetzen mit jener des gesamten weltweiten Flugverkehrs.

Positiv- und Negativbeispiele

Und das Internet wächst. Und wächst. Und wächst. Die Tech-Giganten sind sich des Problems bewusst. Zumindest teilweise. Manche setzen für die Energiebereitstellung in ihren Serverfarmen bereits auf Ökostrom - Grünes Mascherl. Der Greenpeace Report Greenpeace #ClickClean Report (allerdings aus 2017), erwähnt z.B. Google, Facebook, iTunes und YouTube als positive Beispiele. Negativ aufgefallen sind damals u.a. Netflix, Twitter und Spotify.

Alles nur Greenwashing?

Kritisch betrachtet ist allerdings auch die Ökostrom-Schiene nur Greenwashing - Alles Fassade. Denn der Strom wird lediglich bilanziell über Zertifikate als Grünstrom geführt. Rein physikalisch betrachtet lässt sich nicht sagen, mit welchem Strom die Server betrieben werden. Es kommt ganz darauf an, wo auf der Welt sie stehen. Rund zwei Drittel des global benötigten Stroms werden nach wie vor durch die Verbrennung von Kohle, Öl oder Gas erzeugt.

Wachsende Nachfrage, zu wenig Ökostrom

Der Weg zu mehr Grünstrom ist ein steiniger, nicht nur für die Internet-Firmen. Denn auch beim Strom gilt generell: Die globale Nachfrage wächst und wächst. Und sie kann nur teilweise durch zusätzlich produzierten grünen Strom befriedigt werden.

Energiefresser Video-Streaming

Am meisten Energie frisst übrigens das Streaming-Plattformen - Wer streamt was?. Mit Abstand. Laut der Plattform The Shift Project: The Carbon Transition Think Tank gehen rund 300 Millionen Tonnen CO² jährlich auf das Video-Streamen zurück. So viel emittiere etwa ganz Spanien in einem Jahr.

VKI-Tipps: Grüneres Surfen

  • Qualität reduzieren: Wer Videos mit geringerer Auflösung anschaut, spart riesige Datenmengen ein.
  • Filme/Serien, die man öfter anschauen will, nicht immer wieder aufs Neue streamen, sondern kaufen (herunterladen oder als DVD).
  • Fokus schärfen: Nicht aus Langeweile ziellos surfen. Während man z.B. einen Film oder ein Sportevent streamt, nicht zusätzlich am Handy surfen.
  • Autoplay deaktivieren: Bei Netflix & Co startet am Ende einer Folge immer gleich die nächste. Deaktivieren Sie diese Funktion, um den Energieverbrauch zu reduzieren.
  • Musik nicht via YouTube hören, denn dabei werden immer auch Videos gestreamt.
  • Smartphone: Mobiles Internet nicht ständig eingeschaltet lassen, sondern nur punktuell aktivieren/nutzen.

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