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Internetprovider - Günstig auf den Datenhighway

  • Modemzugang nach wie vor meist am günstigsten
  • ADSL und Kabel flotter, aber teurer
  • GPRS langsamer, aber noch teurer

Es muss schneller gehen. Es muss besser gehen. Egal, was es kostet. So könnte man die aktuellen Trends in der Internet-Nutzung der Österreicher grob skizzieren. Denn der „normale“ Zugang über Telefonleitung oder ISDN mithilfe eines Modems („dial in“) reicht den offenbar nur vermeintlich gemütlichen Alpenländlern immer häufiger nicht mehr aus: Schon knapp die Hälfte der Heim-Anwender hechelt via Kabelmodem oder ADSL-Leitung durchs Netz der Netze.

Internet oder Kurzurlaub?

Dabei dürfte vielen Internet-Anwendern nicht im nötigen Umfang bewusst sein, dass mit einer Steigerung der Internet-Zugangsgeschwindigkeit in nahezu jedem Fall auch eine erhebliche Kostensteigerung verbunden ist.

Herausgegriffenes Highlight aus unserem Test der Internet-Provider und -Zugangsmöglichkeiten: Wer durchschnittlich zwölf Stunden pro Monat im Netz ist, kommt beim Zugang über Modem und Telefon-Festnetz im rechnerischen Mittel aller einschlägigen Anbieter mit rund 22 Euro davon – Onlinekosten schon mit berücksichtigt. Soll es hingegen eine ADSL- oder Kabelanbindung sein, ist im Schnitt deutlich mehr als das Doppelte zu berappen. Die Telefongrundgebühr jeweils nicht mitgerechnet.

Entscheidungskriterien

Mit der Entscheidung für die eine oder andere Zugangsmöglichkeit kann somit aufs Jahr gerechnet rasch eine an sich vermeidbare Differenz in den Kosten auftreten, die einem netten Wochenendurlaub für zwei Personen zu entsprechen vermag. Diese Tatsache gilt gleichermaßen für die 150.000 Internet-Neueinsteiger im zweiten Quartal 2002 wie für Altsurfer, denen der Sinn nach einem Umstieg steht. In die konkrete Entscheidung für die eine oder andere Ein- oder Umstiegsvariante müssen deshalb unbedingt die folgenden Faktoren einfließen:

  • Persönliches Internet-Verhalten nach Zeit und Umfang der in Anspruch genommenen Internet-Dienste.
  • Bereits vorhandene oder gegebenenfalls noch anzuschaffende technische Ausrüstung.
  • Entscheidung über stationären oder mobilen Zugang.

Davon hängt es ab, welche Zugangsart die für Sie günstigste ist.

Dial-in-Zugang – billig und unkompliziert

Wer einen PC mit Modem (Gerät zur Datenübertragung), Internet-Software (meist beim Betriebssystem enthalten) und einen Festnetz-Telefonanschluss besitzt, hat damit schon alles, was er technisch zum Interneteinstieg benötigt; egal, ob er mit einem Desktop-PC, einem Laptop oder einem PDA (Personal Digital Assistant) arbeitet. Technische Änderungen oder gar eine Modemanmeldung bei der Telekom sind in der Regel nicht erforderlich. Dabei gilt heute als Standard für die Geschwindigkeit eine Übertragungsrate von etwa 5 KB (Kilobyte) pro Sekunde. Grob gerechnet können damit im Idealfall etwa vier Textseiten pro Sekunde übertragen werden. In unserer Tabelle ist diese Zugangsart mit „Dial in“ (Einwahl) in der Zeile „Zugang“ gekennzeichnet. Ein vergleichender Blick auf die Zeilen „Mindestkosten“ zeigt, dass zumindest für Wenig- aber auch für Durchschnittssurfer damit die geringsten Kosten verbunden sind, die preisliche Bandbreite der Angebote aber dennoch extrem groß ist: So kann man schon um rund 7 Euro zwölf Stunden pro Monat im Netz unterwegs sein, im schlechtesten Fall aber auch das Zehnfache berappen müssen. Das zeigt auch: Einen günstigen Provider vorausgesetzt, ist das Internet ein ausgesprochen billiges Medium.

Gesamtkosten

Dabei setzten sich die Kosten aus den Einzelposten der Telefonverbindung zum Internet Service Provider (ISP) plus allfälliger monatlicher Grund- und/oder Zeitgebühr des ISP zusammen: Die Aufwendungen steigen also mit der Zeit, die man im Netz verbringt („online ist“), unabhängig davon, was man dort macht; seine E-Mail abholen oder versenden, im WWW surfen oder nach Informationen suchen. Den persönlichen Online-Zeitbedarf zu kennen, ist also vor allem bei dieser Zugangsart wichtig.

Beobachtung dabei: Meist wird die tatsächlich im Netz verbrachte Zeit kräftig überschätzt. Denn laut Statistik steigen Herr und Frau Österreicher im Durchschnitt nur 13 Mal pro Monat ins Internet ein, um dort dann jeweils 28 Minuten pro Sitzung zu verbringen. In Summe also nicht einmal sieben Stunden monatlich – kaum zwei Drittel der Zeit, die etwa die bundesdeutschen Nachbarn im Internet verbringen. Und dennoch quält ein damit verbundenes „Problem“ viele heimische Surfer mehr als andere: Es könnte ja gerade während dieser Internetsitzung jener entscheidende Anruf hereinkommen, auf den man sein Lebtag lang gewartet hat, und den man nur deshalb nicht annehmen kann, weil die Telefonleitung durch die Internetverbindung besetzt ist. Tatsächlich ist dies einer der Hauptgründe für die Wahl oder den Umstieg auf eine andere, in der Regel für den Durchschnittssurfer, wesentlich teurere Zugangsart wie Kabel oder ADSL.

Kein "Besetzt-Problem" bei Kabel oder ADSL

Bei diesen beiden Zugangsarten jedenfalls ist man das „Besetzt-Problem“ los: ADSL (Asymmetric Digital Subscriber Line) wird zwar gleichfalls über die Leitungen eines Telefonbetreibers abgewickelt, hält jedoch einen Sprechkanal frei. Aber: Die Leitung muss freigeschaltet werden (oder sogar der bereits abgemeldete Festnetzanschluss wieder hergestellt!). Es bedarf eines speziellen ADSL-Modems (und der Computer muss mit USB- oder Ethernetanschluss ausgerüstet sein), es werden eine ADSL-Herstellungsgebühr (ab rund 130 Euro) und ein monatliches Entgelt für die Zugangsberechtigung (etwa 12 Euro), meist eine Einrichtungsgebühr des Internet Service Providers plus dessen monatliche Kosten für den Datentransfer, berechnet. Die Gebühr richtet sich in der Regel nach der Menge der übertragenen Daten (= Transferlimit) – eine Größe, welche der Konsument meist noch schwerer einzuschätzen vermag als die Zeit, die er im Internet verbringt.

Die meisten Anbieter offerieren unterschiedlich große Pakete zu einem Fixpreis (der natürlich mit der Größe der erlaubten Datenmenge steigt); wird dieses Datenvolumen überschritten, entstehen meist erhebliche Zusatzkosten.

ADSL und Kabel – flott, aber nicht billig

Eine Rechnung mit zahlreichen Unbekannten also – dafür ist man im Idealfall aber auch bis zu zwölf Mal schneller als mit einem Standardmodem im Internet unterwegs, wenn es um den Bezug von Daten geht („download“), und immerhin noch bis zum Doppelten, wenn man selbst versendet.

Wiederum gilt: Beim „typischen“ Userverhalten macht sich dies kaum bemerkbar. Wer regelmäßig einige Mails empfängt oder versendet oder im WWW surft, wird im ersten Fall kaum eine, im zweiten Fall nur eine – in der Relation zu den Mehrkosten – unbedeutende Geschwindigkeitssteigerung bemerken. Interessant wird ADSL allenfalls für jene Minderheit, die regelmäßig große Musik   oder Softwaredateien auf den eigenen PC überträgt beziehungsweise  wo sich mehrere User (etwa die Familie) einen Internetzugang teilen, die Summe aller individuellen Einzel-Verbindungszeiten also an die ADSL-Pauschale herankommen könnte.

Transparentere Kosten bei Kabelnetz-Betreibern

Sinngemäß Gleiches gilt für den Zugang via Kabelnetz-Betreiber. Es fällt lediglich die Telekom als Leistungserbringer weg (ihre Rolle übernimmt die Kabelfirma), die Internetgeschwindigkeit ist beim Download um die Hälfte geringer als bei ADSL, dafür ist die Kostenstruktur meist transparenter und besteht – neben allfälligen Einrichtungsgebühren – meist aus einem monatlichen Pauschalbetrag zwischen rund 30 und 70 Euro. Der erlaubte Datentransfer ist häufig mit „fair use“, also „fairem Gebrauch“ der Kapazitäten definiert, exzessives „Saugen“ kann jedoch zur Abmahnung oder Kündigung des Anschlusses führen.

Anschlüsse bei Kabel und ADSL ortsgebunden

Für ADSL wie für Kabel gilt ein häufig übersehenes Detail: Beide Anschlussarten sind ortsgebunden. Man kann nicht von einem beliebigen Telefonanschluss ins Internet einsteigen (was mit einem Dial-in-Zugang durchaus möglich ist).

Dafür habe man ja schließlich ein Handy? Na ja...

GPRS – mobil und quälend langsam

Vorab: Anbieter von Mobilfunk-Internetzugängen via Handy mit GPRS-Technologie (General Packet Radio Service) berechnen – wie bei ADSL – nach übertragenem Datenvolumen und lassen sich dies kräftig bezahlen. Dafür kann man mittels (teurerem) GPRS-Handy aber auch jederzeit und von nahezu überall ins Netz einsteigen. Und dies mit „bislang ungekannter Geschwindigkeit“, wie der Tenor der meisten Werbeaussagen lautet.

Hinkender Vergleich

Das ist aber ein schlechter Witz: Denn der Vergleich bezieht sich immer nur auf die bislang mit „normalen“ GSM-Handys erreichbare Verbindungsgeschwindigkeit von 9.600 bit/s – und im Vergleich zu diesem vor zehn Jahren gültigen Standard ist alles „turboschnell“. Tatsächlich ist via GPRS in der Regel gerade einmal die Hälfte der Standard-Festnetz-Modemgeschwindigkeit zu erreichen – falls man die Hürden der Installation überhaupt überwinden konnte! Eine temporäre Notlösung allenfalls, keine Standardlösung für den Internetzugang.

Standard-User. Einwahl via Modem – „dial in“ – ist für die Mehrzahl der Internetuser nach wie vor die kostengünstigste Möglichkeit.

Viel-User. Nur wo überdurchschnittlich viel gesurft wird (etwa mehrere Familienmitglieder) oder sehr großer Datentransfer anfällt, können sich ADSL- oder Kabelzugänge rechnen. Das „Argument“ der freien Telefonleitung muss individuell abgewogen werden.

Mobil-User. Internetzugang via GPRS-Handy ist eine gleichermaßen langsame wie teure Technologie und somit als Standard-Zugangsmöglichkeit nicht geeignet.

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