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Handys: Feuchtigkeits-Schäden - Versichern lohnt nicht

Gewährleistung oder Garantie für Handys werden häufig wegen Wasserschäden verweigert. Kann eine Versicherung bei einem (vermeintlichen) Feuchtigkeitsschaden Abhilfe schaffen?

Wenn Hersteller Gewährleistung und Garantie ablehnen

Handyhersteller und Elektrohandel bzw. die von ihnen beauftragten Servicebetriebe machen es sich einfach: Sie stellen einen Feuchtigkeitseintritt fest und das ist für sie Grund genug, Gewährleistung oder Garantie abzulehnen. Auch wenn der Schaden gar nicht von der Feuchtigkeit herrührt.

Gutachten teurer als Smartphone

Um das zu beweisen, benötigt man aber ein Gutachten; die Kosten allein dafür können schon den Wert eines hochpreisigen Smartphones übersteigen. Das bedeutet: Der Konsument hat keine Chance, zu seinem Recht zu kommen (wir haben darüber berichtet: siehe Feuchtigkeitsschäden bei Handys: Gewährleistung unter Wasser 6/2013).

Allgemeine Rechtsschutzversicherung ...

Doch wie stehen die Aussichten, wenn man sich rechtzeitig versichert hat? Ist das eine sinnvolle Absicherung gegen vermeintliche oder tatsächliche Feuchtigkeitsschäden? Grundsätzlich kommen eine spezielle Handyversicherung und eine allgemeine Rechtsschutzversicherung infrage.

... oder spezielle Handyversicherung

Handyversicherungen werden häufig direkt beim Kauf des Handys angeboten. Meist sind es die Mobilfunkprovider, die mit diesem "Zuckerl" neue Kunden gewinnen wollen. A1 bietet eine „Handygarantie“ ab 2,90 Euro monatlich an, für Smartphones mit einem Preis von über 600 Euro müssen allerdings schon 8,90 Euro bezahlt werden. T-Mobile offeriert seinen "Handy-Schutz" zu einer Einmalprämie von 39,90 Euro (für ein Jahr). Drei verlangt für seinen "3RundumSchutz" 3 bis 9 Euro. Das Gerät ist in der Regel gegen Beschädigung und Zerstörung durch Bedienungsfehler, Hinunterfallen, Bruch, Brand usw.
versichert.

Selbstbehalt beachten, nur Zeitwert ersetzt

Es muss allerdings ein Selbsbehalt getragen werden, der 50 Euro und mehr erreichen kann. Weiters ist zu bedenken, dass man nur den Zeitwert ersetzt bekommt, und der geht gerade bei Handys rasch nach unten (bereits im ersten Jahr sinkt er auf 50 Prozent).

Feuchtigkeitsschaden oft von Versicherung ausgeschlossen

Was nun den Feuchtigkeitsschaden betrifft, so sind in den Versicherungsbedingungen sehr häufig Klauseln versteckt, durch die gerade die Deckung eines solchen Schadens entfällt. So werden "Schäden durch unmittelbare oder mittelbare Witterungseinflüsse" ausgeschlossen.


Lesen Sie außerdem folgende Artikel rund um das Thema Handys: Feuchtigkeitsschäden bei Handys, Obsoleszenz, Test: Smartphones 9/2013

 

Rechtsschutzversicherung für allgemeine Vertragsstreitigkeiten

Etliche Schäden ausgeschlossen

Der Handy-Schutz von T-Mobile greift beispielsweise nur dann, wenn durch den Schaden umgehend eine Funktionsstörung eintritt. Kondensationsfeuchtigkeit, die erst nach längerer Dauer zu einem Schaden führen kann, bleibt damit ausgeschlossen. Oder es wird ein grob fahrlässiges Verhalten des Kunden als Ausschlussgrund angesehen. Unsachgemäße Bedienung ist bei Drei ein Ausschließungsgrund (ähnlich bei A1). Generell sind die Versicherungsbedingungen so formuliert, dass man nicht sicher sein kann, dass ein bestimmter Schaden auf jeden Fall gedeckt ist.

Allgemeiner Vertragsrechtsschutz

Bessere Karten haben Sie wahrscheinlich mit einer Rechtsschutzversicherung. Allerdings – und das ist die große Einschränkung – benötigen Sie eine Rechtsschutzversicherung für allgemeine Vertragsstreitigkeiten (Vertragsrechtsschutz). Das ist die eher seltene Variante; viel weiter verbreitet ist die Kfz- Rechtsschutzversicherung, die häufig mit der Autoversicherung abgeschlossen wird. Die hilft Ihnen aber in einem solchen Streitfall nichts. Natürlich müssen Sie die Versicherung schon abgeschlossen haben, bevor der Schaden eingetreten ist.

Nach Aussagen der drei Spezialisten Arag, D.A.S. und Roland werden Streitfälle wegen Feuchtigkeitsschäden nur selten an sie herangetragen. Fast immer komme es zu Kulanzlösungen, was heißt: Wenn der Handyanbieter, der zuvor die Gewährleistung verweigert hat, mit einer Klage bedroht wird, ist er sehr schnell zum Einlenken bereit.

Keine eigene Handyversicherung

Wenn Sie also eine Vertragsrechtsschutzversicherung haben, sollten Sie versuchen, über diese den Schaden ersetzt zu bekommen. Nur wegen eines Handys eine Versicherung abzuschließen, ist allerdings in jedem Fall unsinnig. Eine übliche Vertragsrechtsschutzversicherung ohne Selbstbehalt kostet 100 bis 150 Euro.

Zusammenfassung

  • Rechtsschutz bedingt hilfreich. Nur wenn Sie bereits eine Vertragsrechtsschutzversicherung (keine Kfz-Rechtsschutzversicherung!) haben, besteht die Chance, einen Handyschaden ersetzt zu bekommen. Allein für ein Handy eine Versicherung abzuschließen, lohnt sich nicht.
  • Handyversicherung noch weniger. Sie ist teuer und zudem ist ein Selbstbehalt zu leisten. Die meisten Versicherungen legen die Bedingungen so strikt aus, dass ein Feuchtigkeitsschaden von der Deckung ausgeschlossen wird.
  • Handy schützen. Manche Handys sind sehr feuchtigkeitsempfindlich, schon die Bildung von Kondenswasser bei Temperaturschwankungen kann sie außer
    Gefecht setzen. Verwenden Sie eine Schutzhülle.

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