Handys - UMTS kann warten

  • Die 3. Generation ist erst im Experimentierstadium
  • GSM-Handys bieten ausgereifte Technologie
  • Die Unterschiede liegen im Detail

Die einen nennen es schlicht Katastrophe, die anderen sehen eher den Beginn einer Evolution: Ende April/Anfang Mai wurden die ersten UMTS-Handys auf den Markt gebracht. Nach analogem D-Netz und GSM ist es die dritte Generation der Mobilfunktelefonie – deshalb auch kurz „3G“ genannt. UMTS, das Universal Mobile Telecommunications System, ist bei der Datenübertragung rund 30-mal schneller als der GSM-Standard.

Schneller und besser

Der mobile Internetzugang könnte so sein Image eines Geduldspiels, wie man es von WAP- oder GPRS-Handys gewohnt war, ablegen. Aber auch Videotelefonie, Videos ansehen oder Musik hören sollen zur Selbstverständlichkeit eines künftigen Handy-Benutzers gehören.

Vorläufig befindet man sich aber noch im Experimentierstadium. In den ersten paar Wochen waren es vor allem firmeneigene Tester bzw. Spione der Konkurrenz, die die UMTS-Netze der beiden ersten Betreiber Mobilkom und Hutchison frequentierten.

Versuchskaninchen werden geködert

Doch dann begann Hutchison mit einer Werbeoffensive für sein Produkt „3“. In den Sommermonaten wurde den Österreichern die Losung „schon ab 0,4 Cent, österreichweit in alle Netze“ ins Gedächtnis geprägt. Konkurrenzlos billig und das noch dazu mit der neuen Technologie? Die Rechnung ist einigermaßen konstruiert. Wahr ist: Man zahlt für das Paket „3VideoPlus 250“ pro Monat 25 Euro. Davon werden 24 Euro dem Video-Paket zugerechnet – bleibt 1 Euro für 250 inkludierte Sprachtelefonieminuten. Wer keine Video-Dienste in Anspruch nimmt und nur 250 Minuten vertelefoniert, zahlt allerdings gleich 10 Cent statt der propagierten 0,4 pro Minute. Auf diese – nicht gerade seriöse – Weise will Hutchison bereits bis Jahresende auf 100.000 Kunden kommen...

Abwarten bis alles störungsfrei läuft

Wer nicht unbedingt zu den UMTS-Pionieren – oder etwas prosaischer Versuchskaninchen – gezählt werden will, tut gut daran, wie bei jedem neuen Technologieschub die ersten Erfahrungen abzuwarten und erst dann zuzugreifen, wenn die UMTS-Netze störungsfreier funktionieren und UMTS-Handys halbwegs den Komfort bieten, den man von GSM-Handys gewohnt ist.

Der aktuelle Test von neuen GSM-Modellen belegt die ausgereifte Technologie: In der Endabrechnung schnitten alle „gut“ ab. Dem potentiellen Käufer bleibt es vorbehalten, nach den (dennoch recht beachtlichen) Unterschieden im Detail seine Wahl zu treffen.

Trotz der einheitlichen Endnote sind die Stärken und Schwächen recht unterschiedlich verteilt. So bildet das Display häufig Anlass zum Ärgernis: Ist es zu klein, wird zu wenig Text angezeigt, was vor allem bei Nokia 2100 und Motorola C330 beanstandet wurde. Sehr zufrieden waren die Tester dagegen mit dem Display des Nokia 6800 und des Sony Ericsson P800. Ähnliches gilt für die Bedienung der SMS-Funktion.

Akku viel besser geworden

Die Leistungsfähigkeit der Akkus hat sich stark verbessert. Dennoch gibt es auch da beachtliche Unterschiede. Der Saft des Nokia 6800-Akkus reicht für 81 Gesprächszyklen; wobei ein Zyklus mit 3 Minuten Gesprächszeit und 57 Minuten Stand-by-Betrieb definiert ist. Am unteren Ende findet sich das Modell von Motorola: Es kommt lediglich auf 36 Zyklen. Aber auch das reichte für ein „durchschnittlich“ in der Kategorie Akku, in der übrigens auch die Statusanzeige und die Ladezeit beurteilt wurden.

Viele Features, schwere Wahl

Die vielen Features, mit denen zahlreiche Modelle ausgestattet sind, lassen sich kaum objektiv beurteilen. Angesichts des steigenden Angebots an Handys mit MMS (Multimedia Messaging Service), also der Möglichkeit, Fotos mit einer angesteckten oder integrierten Kamera zu schießen und auch gleich zu versenden, wurde diese Funktion – außer Konkurrenz – überprüft. Ergebnis: Die 10 Kameras mit MMS im Test erfüllten die Funktion eher durchschnittlich; die Aufnahmen eignen sich wirklich nur als Schnappschüsse ohne besonderen Qualitätsanspruch.

Tipps zum Schulbeginn - Handys für Kinder

Zu Schulbeginn stellt sich für viele Eltern die Frage, ob sie ihrem Zögling ein Handy anvertrauen sollen. Vor allem, wenn er erstmals einen längeren Schulweg alleine zurücklegen muss.

  • Mit Wertkartenhandy beginnen. Die Handyrechnungen haben sich zu einer echten Armutsfalle für Mehrkindfamilien entwickelt. Monatsrechnungen von 100 Euro pro Kind sind keine Seltenheit. Mit einem Wertkartenhandy können die Kosten jedenfalls begrenzt werden. Ist die Karte aufgebraucht, kann Ihr Sprößling nur mehr angerufen werden. Am besten überlassen Sie ihm die Entscheidung selbst, ob und wann er sich die Wertkarte – mit seinem Taschengeld – aufladen lässt.
  • Welcher Tarif? Nachteil der Wertkarte: Die Gesprächsgebühr ist relativ hoch. Nur bei sparsamem Gebrauch (nicht mehr als 3 Minuten täglich) kommt es billiger als ein Vertragshandy mit Monatsgebühr. Unter den Wertkartentarifen ist tele.ring twist der günstigste: 43 Cent zur Hauptzeit, 21 Cent zur Nebenzeit. Beachten sollte man, welches Netz andere Familienmitglieder bzw. Freunde hauptsächlich benutzen. Denn Gespräche im eigenen Netz sind bei allen Anbietern günstiger (vor allem bei Vertragshandys). Wenn vorwiegend mit einem Gesprächspartner telefoniert werden soll, bietet T-Mobile einen Spezialtarif: Klax HerziLine kostet rund um die Uhr 10 Cent pro Minute, sofern der ausgewählte Partner ebenfalls ein T-Mobile-Handy benutzt.
  • Strahlenbelastung. Kinder und Jugendliche in der Wachstumsphase sind gegenüber den – möglichen – gesundheitlichen Auswirkungen hochfrequenter Strahlung empfindlicher als Erwachsene. Daher sollten besonders Kinder Handys sparsam gebrauchen. Telefonate möglichst kurz halten, SMSen ist besser als Sprechen, weil der Abstand zum Kopf ungleich größer ist. Wenigstens zu Hause, wo ein Festnetztelefon zur Verfügung steht, aufs Handy überhaupt verzichten.

So haben wir getestet

Im Rahmen einer europaweiten Kooperation werden regelmäßig neu auf den Markt kommende Mobiltelefone getestet.

  • Übertragungsqualität: Über einen Netzwerksimulator wurden die Verständlichkeit beim Sprechen und beim Hören durch akustische Vergleichsmessungen beurteilt.
  • Empfindlichkeit: Für beide Frequenzbereiche (GSM 900 und GSM1800) wurden Messreihen durchgeführt, die Rückschlüsse auf die Eingangsempfindlichkeit und  die Sendeleistung zulassen.
  • Handhabung: Die Bedienungsanleitungen wurden auf Vollständigkeit, Verständlichkeit und Lesbarkeit untersucht. Beurteilt wurden auch die Bedienschritte beim täglichen Gebrauch und bei der Nutzung häufiger Komfortfunktionen sowie die Ergonomie der Geräte und die Sinnfälligkeit und Lesbarkeit der Displays.
  • Akku: Gemessen wurde die maximal mögliche Anzahl von Zyklen mit einer dreiminütigen Gesprächszeit und 57 Minuten Stand-by (10 Zyklen pro Tag). Vor den Messungen wurden die Akkus jeweils voll aufgeladen. Beurteilt wurde auch die Anzahl der möglichen Gesprächszyklen bezogen auf das Gesamtgewicht des Gerätes, die Statusanzeige und die Ladezeit.
  • Haltbarkeit/Tragbarkeit: In einer Fallprüfung mussten die Geräte 50 Fallvorgänge ohne Funktionsstörung überstehen. Zusätzlich wurden die Geräte auf Schweiß- und Regenfestigkeit untersucht.

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