Handykosten im Ausland - So sparen Sie im Urlaub

Bei Auslandsreisen können Sie wählen, ob Sie Urlaub mit dem Handy oder vom Handy machen. Der Unterschied schlägt sich im Budget nieder.

Immer dabei

Es mag ja durchaus verlockend sein, sein Handy auch im Ausland wie gewohnt dabeizuhaben und sich weder auf die Suche nach einer funktionierenden Telefonzelle machen zu müssen – die dann vermutlich nur mit Wertkarte funktioniert – noch auf Hotelapparate mit ihren undurchschaubaren Zuschlägen angewiesen zu sein. SMS erspart das Postkartenschreiben, und Fotohandys bieten den zusätzlichen Anreiz, gleich ein paar Schnappschüsse an die daheim Gebliebenen zu versenden. Nebenbei dient das Handy auch dazu, im Fall des Falles über die internationale Notrufnummer 112 Hilfe herbeizurufen.

Auch das Handy braucht Urlaubsvorbereitung

Letzteres ist kostenlos, bei allem anderen besteht – je nach Nutzungsverhalten – die Gefahr, dass die nächste Abrechnung eine unliebsame Überraschung mit sich bringt. Deshalb sollten Sie bei Ihren Urlaubsvorbereitungen auch dem Handy rechtzeitig Aufmerksamkeit schenken.

Alles hier Beschriebene gilt übrigens sowohl für Vertrags- als auch für Wertkartenhandys. Bei letzteren haben Sie mittlerweile die Wahl, die Gebühren direkt vom Guthaben oder – nach namentlicher Anmeldung beim Provider – im Nachhinein von Ihrer Kreditkarte abbuchen zu lassen.

Informieren und studieren

Sofern Sie das Handy nur für gelegentliche Lebenszeichen zur Beruhigung der Verwandtschaft zu Hause verwenden möchten, genügt es im Grunde, wenn Sie sich bei Bedarf nochmals die Bedienungsanleitung zu Gemüte führen. Mit der automatischen Netzauswahl sucht sich das Gerät jenen ausländischen Provider mit dem am Standort stärksten Sendesignal. Kalkulieren Sie dafür ins Urlaubsbudget von vornherein ein paar Euro mit ein, und die Sache ist für Sie erledigt. Alles weitere wäre Groschenklauberei und lohnt den Aufwand nicht.

Welche Roamingverträge hat Ihr Provider?

Anders liegt der Fall, wenn Sie sich bei der Handynutzung nicht allzu sehr einschränken möchten. Dann sollten Sie sich genügend Zeit nehmen und telefonisch, per E-Mail oder über die Homepage bei Ihrem Provider erheben, mit welchen Mobilfunkanbietern in Ihrem Reiseland er Roamingverträge abgeschlossen hat und wie deren jeweiliger Netzname (entsprechend der Displayanzeige) und Netzcode lauten. Die brauchen Sie, um sich im Ausland händisch in das gewünschte Netz einzubuchen (manuelle Netzauswahl), denn auf dem Display Ihres Handys scheint entweder der Name oder der Code der aktuell verfügbaren Netze auf.

Gestaffelte Gebühren

Die nächste Frage ist, wie viel bei den einzelnen Roamingpartnern ein Anruf nach Österreich kostet – und zwar speziell für Ihren Tarif. Sie werden sowohl nach Tageszeit gestaffelte Gesprächsgebühren als auch Flatrates finden, wo Anrufe rund um die Uhr gleich viel kosten.

Bandbreite von 0,50 bis 2,50 Euro

Natürlich besteht keine Garantie, dass das von Ihnen bevorzugte Netz an Ihrem Aufenthaltsort auch verfügbar ist, daher sollten Sie auf jeden Fall die Daten sämtlicher Roamingpartner im Gepäck mitführen. Nicht übersehen sollten Sie, ob der Gesprächsaufbau zusätzlich verrechnet wird. Dies ist beispielsweise in Italien und in Spanien üblich.

Kooperation A1 und Vodafone

Neu sind internationale Kooperationen wie zwischen A1 und Vodafone. Auf der bei A1 erhältlichen so genannten Super-SIM-Card sind bereits alle ausländischen Partnernetze eingetragen, was das händische Einbuchen erspart. Gespräche in diesen Partnernetzen sind etwas günstiger. Das bedeutet, um ein beliebiges Beispiel herauszugreifen, dass etwa ein Gespräch von Griechenland nach Österreich „nur“ 0,80 statt 0,89 Euro pro Minute kostet. Grundsätzlich müssen Sie für Telefonate aus dem europäischen Ausland mit einer tarif- und providerabhängigen Gebührenbandbreite zwischen 0,50 und 1,50 Euro pro Minute rechnen, im entfernteren Ausland können es bis zu 2,50 Euro sein.

Wann passive Kosten anfallen

Interessant ist außerdem, wie hoch die passiven Kosten sind, wenn Sie von zu Hause aus angerufen werden. Aus Fairnessgründen zahlt nämlich ein in Österreich befindlicher Anrufer – der ja nicht immer wissen kann, wo Sie sich gerade befinden – nur die Gebühr ins inländische Mobilnetz. Die Rufweiterleitung durch Ihren Provider an Ihren tatsächlichen Standort finden Sie auf Ihrer eigenen Rechnung wieder. Bescheid wissen sollten Sie auch über die Gebühren für Inlandsgespräche in Ihrem Zielland. Aber Vorsicht! Bei Gesprächen zwischen zwei in Österreich gemeldeten Handys, die sich im Ausland befinden, zahlen Sie den Auslandstarif des jeweiligen Providers und der gerufene Teilnehmer die Passivgebühren seines österreichischen Anbieters!

SMS-Empfang in der Regel kostenlos

Weiters sollten Sie in Erfahrung bringen, was der Versand von SMS kostet. Deren Empfang ist in der Regel kostenlos, vertrauen Sie allerdings nicht blind darauf! Bei Bedarf ist schließlich noch wichtig, wie viel für das Verschicken (und eventuell das Empfangen) von Bildern via MMS verrechnet wird. Besonders beim Fotoversand stellt sich allerdings die Frage, ob er überhaupt funktioniert. Der Besitz eines Fotohandys genügt nämlich nicht, das jeweilige Netz muss diese Funktion auch unterstützen.

Schöne Bilder, teure Bilder

Die Kosten für den Fotoversand sind in der Regel nach Dateigröße gestaffelt. Je höher also die Auflösung eines Bildes und somit dessen Qualität, umso teurer werden die Urlaubsgrüße. Um wieder A1 als Beispiel heranzuziehen: Bis 30 Kilobyte zahlen Sie 0,89 Euro pro verschicktes Foto, zwischen 30 und 100 Kilobyte sind es bereits 1,39 Euro. Für denselben Preis können Sie eine Minute telefonieren.

SMS: meist 30 Cent pro Nachricht

Deutlich günstiger als beides ist jedenfalls, sich auf SMS zu beschränken. Hier können Sie von Kosten um die 0,30 Euro pro Nachricht ausgehen, bei manchen ausländischen Providern sind grenzüberschreitende SMS sogar billiger als der Versand innerhalb Österreichs. Wenn man bedenkt, dass allein das Porto für eine Ansichtskarte innerhalb Europas 0,55 Euro kostet, ist dies eine preisgünstige Möglichkeit.

Teuer: übers Handy ins Internet

Ausgesprochen kostspielig ist in jedem Fall der Datendownload (Mailen, Surfen) aufs Notebook, wenn Sie die Internetverbindung übers Handy herstellen. Auch diese Tarife können Sie bei Ihrem Provider erheben. Eine gleichfalls hochpreisige Möglichkeit ist die Verwendung eines Kabels mit Westernstecker oder Reisetelefonstecker, das Sie an die Telefonsteckdose im Hotel anschließen. Sofern Sie nicht beruflich im Ausland unterwegs sind, lautet die empfehlenswerte Alternative: Internetcafé (siehe dazu: Inhaltsverzeichnis).

Triband und Leihhandy

Noch eine Anmerkung für Besitzer von Triband-Handys: Die beispielsweise in den USA gebräuchlichen GSM-1900-Netze sind bei weitem nicht flächendeckend ausgebaut, sodass keine Garantie besteht, dass das Handy an Ihrem Aufenthaltsort auch funktioniert. Falls Sie dies nicht eindeutig klären können oder ohnehin eine Rundreise planen, dann sollten Sie Ihren Provider besser nach einem Leihhandy fragen, das von einem ausländischen Partner zur Verfügung gestellt wird. Sie müssen nur Ihre SIM-Card mitnehmen und sind unter Ihrer üblichen Handynummer erreichbar.

... oder kaufen

Bei längeren Auslandsaufenthalten ist auch der Kauf eines Wertkartenhandys an Ort und Stelle überlegenswert. Da die Sperre der Handys (SIM-lock) mehr oder weniger ein österreichisches Spezifikum ist, können Sie das im Ausland gekaufte Gerät später problemlos mit einer österreichischen SIM-Card weiterverwenden, sofern es für die GSM-Netze 900 und/oder 1800 (One sendet ausschließlich hier) geeignet ist.

Billiger ohne Mailbox

Die am häufigsten verwendete „bedingte Rufumleitung“ ist im Ausland die schlechteste Lösung, denn dabei wird der Anruf ins ausländische Netz geleitet und – bei Nichtmelden, Nichterreichbarkeit oder Besetzt – zurück zur Mailbox in Österreich. Die (ohnehin schon höheren) doppelten Kosten tragen Sie.

Rufumleitung deaktivieren

Sinnvoller ist es, auf die Mailbox zu verzichten und (schon vor der Abreise) sämtliche Rufumleitungen zu deaktivieren. Eine andere Möglichkeit ist die unbedingte Umleitung sämtlicher Anrufe zur Mailbox, die Sie bei Bedarf gebührenpflichtig abfragen können. Nachteil: Sie können aktiv telefonieren, aber keine direkten Anrufe erhalten. Der SMS-Empfang ist möglich.

Alternative Internetcafe

Selbst in entlegenen Ortschaften gibt es heute häufig die virtuelle Verbindung mit der weiten Welt – und das zu günstigen Preisen und beispielsweise gemütlich bei einem Kaffee. Via Webmail können Sie E-Mails abrufen und versenden und – das Vorhandensein eines Kartenlesegerätes vorausgesetzt – auch Fotos von der Digitalkamera verschicken.

SMS über den PC eingeben

Über die Homepage Ihres Handyproviders können Sie außerdem SMS versenden, die Sie über die PC-Tastatur und nicht mühsam auf dem Handy eingeben. Was Sie brauchen, sind die entsprechenden Benutzernamen und Passwörter, die Sie aus Sicherheitsgründen im Kopf haben oder zumindest an sicherer Stelle verwahren sollten.
Keinesfalls sollten Sie Ihr Passwort auf fremden Computern speichern!

Packliste

Das sollten eifrige Handybenutzer in den Urlaub mitnehmen:

  • Netznamen und Netzcodes der Roamingpartner
  • Gebührenübersicht
  • Bedienungsanleitung Ihres Handys
  • PIN2-Code (wird manchmal für bestimmte Funktionen abgefragt)
  • PUK- und PUK2-Code (zur Aufhebung der Sperre nach Fehlbedienung)
  • Ladegerät und Reiseadapterstecker
  • Autoladegerät, falls Sie etwa mit dem Wohnmobil unterwegs sind
  • Westernstecker oder Reisetelefonstecker fürs Notebook
  • Username und Passwort für den Webmailzugang (im Kopf speichern!)
  • Reserve-Ladebons fürs Wertkartenhandy

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