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Freisprecheinrichtungen - Hände weg vom Handy

  • Von zweifelhaft bis optimal
  • Die guten Lösungen sind teuer

Nachdem die Österreicher das Auto als Wohnzimmer betrachten, möchten sie dort auch telefonieren. Der Gesetzgeber erlaubt’s, die Verwendung einer Freisprecheinrichtung (auch: Freisprechanlage) vorausgesetzt. Unabhängig vom Produkt ist entscheidend, dass Sie als Fahrer (außer beim Wählen und Abheben) beide Hände frei haben, Ihre Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt ist und Sie Ihre Körperhaltung nicht wesentlich verändern müssen.

Tragbar und meistens billig

Portable Freisprecheinrichtungen (rund 150 bis 600 Schilling/11 bis 44 Euro, ohne die anzuratende Handyhalterung fürs Armaturenbrett) bestehen aus einem Kabel, das ans Handy angesteckt wird und an dessen anderem Ende ein knopfförmiger Ohrhörer und ein Mikrofon baumeln. Elegantere Ausführungen haben einen Ohrbügel mit angebautem Mikrofon. Der Stecker der Freisprecheinrichtung muss auf die Anschlüsse des Handymodells abgestimmt sein.

Verwendung gewöhnugsbedürftig

Höherpreisige Produkte verfügen über einen Rufannahmeknopf im Bereich des Mikrofons. Die Übertragungsqualität ist annehmbar, der Vorteil der Portablen ist, dass Sie sie auch außerhalb des Autos verwenden können. Gewöhnungsbedürftig sind der Hörknopf im beziehungsweise der Bügel am Ohr sowie das am Körper entlang verlaufende Kabel. Die Verwendung einer externen Antenne ist möglich, wenn das Handy einen Antennenanschluss hat.

Neue Technik: Bluetooth

Neue Möglichkeiten bietet die Bluetooth-Technik, ein von Ericsson entwickelter Funkstandard für die Datenübertragung. Ein Nebenprodukt ist die kabellose Freisprecheinrichtung (Bluetooth-Headset), deren Komfort Ihnen allerdings rund 3200 Schilling (233 Euro) wert sein muss. Die Übertragungsqualität entspricht jener von herkömmlichen tragbaren Modellen.

Pseudolösungen

Unbrauchbar sind Pseudolösungen mit ins Handy integrierter Freisprechmöglichkeit. Zwar funktioniert das Lauthören, wenn das Handy aber am Armaturenbrett befestigt ist, beeinträchtigen die Umgebungsgeräusche die Sprachübertragung stark.

Für Wenigtelefonierer

Alles in allem sind portable Freisprecheinrichtungen Lösungen für Wenigtelefonierer.

Scheinbar günstig und mittelprächtig

Zigarettenanzünder-Lösungen
bestehen aus dem Stromversorgungsteil, der in die Zigarettenanzünder-Steckdose passt und meist auch den Lautsprecher enthält, der Halterung für das Handy und einem Kabel, an dem das Mikrofon (manchmal auch der Lautsprecher) montiert ist. Unterm Strich kostet eine solche Anlage mindestens 900 Schilling (65 Euro), kann sich aber auch auf das Doppelte summieren. Beim Zusammenstellen müssen Sie Komponenten wählen, die zueinander und zum Handy passen. Einen Antennenanschluss findet man selten, das Mikrofon und der Lautsprecher bringen eher mindere Verständigungsqualität.

Oft handelt es sich um Halbduplex-Geräte, das heißt der Sprechkanal ist – wie bei Funkgeräten – immer nur für eine Person frei. „Normales“ Telefonieren ist mit Vollduplex-Funktion möglich. Jedes Mal, wenn man das Handy mit der Anlage verbindet, wird der Akku geladen. Dies verkürzt die Lebensdauer des Stromspeichers.

Zwei Vorteile hat diese Lösung: Sie können zumindest das Basisgerät (Stromversorgung und Lautsprecher) bei einem Modellwechsel von Handy oder Auto weiterverwenden, und es fallen keine Einbaukosten an.

Infrage kommen solche Anlagen am ehesten dann, wenn Sie keine großen Ansprüche an Verständigungsqualität und Komfort stellen.

Aber Finger weg von Zigarettenanzünder-Universalanlagen, bei denen man vor den Handy-Lautsprecher ein Mikrofon klemmt, das die Sprachsignale verstärkt! Sie funktionieren nur unzureichend, weshalb selbst 250 Schilling (18 Euro) zu viel dafür sind.

Fest eingebaut und kostspielig

Ein Einbausatz bietet besten Bedienungskomfort und Verständigungsqualität. Er besteht aus der Steuereinheit (Blackbox), der Aktivhalterung, die nach dem Einlegen des Handys alle Strom- und Kommunikationsverbindungen herstellt, der GSM-Autoantenne, dem Mikrofon und dem Lautsprecher. Sinnvoll ist die Kombination mit dem Autoradio: Tonwiedergabe über Radiolautsprecher, automatische Stummschaltung des Radios bei Telefonaten.

Kosten

Die Kosten betragen rund 2800 bis 3500 Schilling (203 bis 254 Euro), inklusive empfehlenswertem Einbau durch eine Fachwerkstätte etwa 6000 bis 8000 Schilling (436 bis 581 Euro). Manche Autos kann man bei einem Neukauf handytauglich vorgerüstet ordern. Sollten Sie doch den Selbsteinbau wagen wollen, dann unbedingt Rücksicht auf den Airbag nehmen!

Wiederverwenden

Unterscheiden müssen Sie zwischen handyspezifischen und Modulanlagen, die Sie nach einem Handymodellwechsel zumindest teilweise weiterverwenden können. Teurer wird’s bei einem Autotausch, weil Sie neuerlich den Einbau bezahlen müssen.

Immer laden

Ärgerlich ist, dass selbst diese Anlagen nicht erkennen, ob der Handyakku voll oder leer ist und grundsätzlich laden.

Exklusive Randerscheinung

Eine Alternative, die sich nicht recht durchsetzen konnte, ist die Kombination aus Autoradio und Mobiltelefon, wie sie etwa von Blaupunkt (RadioPhone) angeboten wird. Eingebaut wird das rund 10.000 Schilling (727 Euro) teure Gerät wie ein Autoradio plus Mikrofon und GSM-Antenne. Bei einem Autowechsel können Sie es problemlos mitnehmen. Wenn Sie außerhalb des Autos telefonisch erreichbar sein möchten, brauchen Sie zusätzlich ein Handy. Die Mobilfunkbetreiber bieten für solche Fälle gegen Aufpreis eine Zweit-SIM-Karte mit der gleichen Rufnummer an.

Freisprecheinrichtungen - Lösungen

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Eine Autoantenne dient dem Komfort und dem Selbstschutz.

Die geschlossene Fahrzeugkabine dämpft die Mobilfunksignale, weshalb die Sendeleistung des Handys erhöht wird. Die elektromagnetische Strahlung im Auto steigt weiter an, kann aber nicht nach außen gelangen. Sofern das Handy – oder die Freisprechanlage – über einen entsprechenden Anschluss verfügt, schafft eine externe Antenne Abhilfe: Der Empfang wird besser, und die elektromagnetische Strahlung wird nach außen geleitet. Achten Sie darauf, dass es sich um eine Dualband-Antenne handelt (für die Frequenzen GSM 900 und 1800).
Die beste Lösung sind fachkundig eingebaute fahrzeugspezifische GSM-Antennen
beziehungsweise Kombiantennen (Radio- und GSM-Antenne in einem). Die zweitbeste sind Klebeantennen, die keine Bohrung in der Karosserie oder der Autoscheibe erfordern. Die Kabelverlegung sollten Sie aber einem Fachmann überlassen, da die Innenverkleidungen moderner Autos kaum Platz dafür lassen. Immer noch besser als gar keine ist eine Fensterklemmantenne, die oben auf die Seitenscheibe gesteckt und durch Hochkurbeln fixiert wird. Allerdings stellt sich hier erst recht die Frage: Wohin mit dem Kabel? Die Finger lassen sollten Sie von kabellosen Funkantennen. Sie haben keinen günstigen Einfluss auf die Intensität der elektromagnetischen Strahlung.

Keine Freisprechanlage löst die Grundproblematik des Telefonierens am Steuer.

Wer telefoniert fährt zu schnell, mit zu wenig Abstand, vergisst zu blinken, schneidet andere Verkehrsteilnehmer, bremst verzögert etc. Schon Gespräche über Nichtigkeiten haben diese Wirkung, von ernsthaften, emotionalen Gesprächen ganz zu schweigen. Letztere sollte man am Steuer keinesfalls führen, erstere braucht man dort eigentlich gar nicht zu führen. Aber das muss jeder mit sich selbst ausmachen…

Bluetooth-Headset: Modern und kabellos. Eine tragbare Lösung für Vieltelefonierer, aber gleichfalls nur für den sparsamen Einsatz im Pkw.
Preis: etwa E 233,–

RadioPhone: Eine elegante, noch teurere Alternative zum Einbausatz. Wohl auch deshalb bisher eine Randerscheinung geblieben.
Preis: etwa E 730,–

Tragbares Modell: Einfach, preisgünstig, überall verwendbar, mit akzeptabler Verständigungsqualität. Als Pkw-Lösung nur für Wenignutzer.
Preis: ab € 11,–

Zigarettenanzünder-Lösung: Schnell installiert, relativ preisgünstig, die Verständigungsqualität ist mittelprächtig. Für den fallweisen Einsatz.
Preis: ab € 65,–

Einbausatz: Gut und kostspielig, aber für Vieltelefonierer erste Wahl. Der Ton kommt idealerweise über die Autoradiolautsprecher.
Preis: ab etwa € 440,– inkl. Einbau

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