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TV im Großbildformat: Plasma- und LCD-Geräte - Abstand halten

  • Trendy, aber teuer
  • Faszinierend, aber (manchmal) flau
  • Abwarten kann sich lohnen

Keine Verbesserung des Fernsehbildes

Um gleich mit dem eisernen Besen der (Test-)Erkenntnis die Schreckenskammer falscher Erwartungen auszukehren: Erhoffen Sie sich von den großformatigen TV-Wänden keine Verbesserung Ihres herkömmlichen Fernsehbildes. Wer nur deshalb auf ein neues LCD- oder Plasmagerät wechseln wollte, weil seine alte Flimmerkiste zunehmend diese Bezeichnung verdient, könnte eine Enttäuschung erleben – die überwiegende Mehrzahl der Prüflinge im Test bringt es nämlich nur auf ein „durchschnittliches“ Bildergebnis im PAL-Modus (derzeit noch die Standard-Technologie der TV-Bildübertragung).

Erste Geräte kosteten 250.000 Schilling

Das mag umso überraschender sein, als wir in unserem bislang letzten Test herkömmlicher Fernsehgeräte – im Jahr des Herrn 2000 – titeln konnten: „Schlechte Bildqualität gibt es nicht.“ Somit war damals das Thema für uns positiv erledigt – und die ersten Plasma-Bildschirme kosteten ohnehin noch rund 250.000 Schilling …

Was ist seitdem passiert? Ein technologischer Rückschritt? Können die Apparate heute weniger als vor einem halben Jahrzehnt? Nein. Aber gerade deshalb bringen sie relativ schlechtere Ergebnisse – beim herkömmlichen Fernsehbild, wie gesagt (siehe Spalte „Sehtest Tuner“ in der Tabelle ).

Bild wird flau und unscharf

Das gewohnte PAL-Bild besteht bei einem Bildschirm-Seitenverhältnis von 3 : 4 aus 576 sichtbaren Zeilen (vertikal) und 768 Linien (horizontal), also rund 400.000 Bildpunkten. Die Geräte im Test hingegen bieten eine Auflösung von bis zu 768 mal 1366 mit über einer Million Bildpunkten im Seitenverhältnis von 16 : 9.

Da das PAL-Signal also weniger Informationen liefert als die Geräte darstellen können, müssen die fehlenden Bildinfos errechnet (interpoliert) werden. Dabei entstehen „Bildfehler“ (Artefakte), wie sie auch jeder PC-Anwender kennt, der in seinem Bildbearbeitungsprogramm versucht, ein Foto extrem „aufzublasen“. Das Bild wird vergleichsweise flau und unscharf.

HDTV-Modus kann Problem lösen

Das ist aber noch kein Grund, die im Durchschnitt knapp 1900 Euro teuren Fernsehträume an die Wand zu nageln. Wir müssen nur von unseren Politikern lernen, dann sieht die TV-Welt gleich anders aus. Die Volksvertreter – und wohl nicht nur diese – kennen nämlich eine Strategie, die man „Aussitzen“ nennt: Ist ein Problem nicht lösbar, wartet man einfach, bis die Zeit es erledigt hat. Auf unser Thema übertragen bedeutet das: Wenn die Fernsehanstalten in Zukunft nicht mehr (ausschließlich) in der alten PAL-Technik senden, sondern auf das hochauflösende HDTV-Format wechseln, können die Kinowände fürs Wohnzimmer ihre Stärken ausspielen und halten, was sie heute schon versprechen – bislang ungeahnte Bildqualität. Und tatsächlich bringen es fast alle Geräte im HDTV-Modus auf „sehr gute“ bis „gute“ Ergebnisse (siehe dazu: Weitere Artikel - " Digital-TV ").

LCD- oder Plasma-Gerät?

Wie ein Blick in die Tabelle zeigt, gibt es in den „Konsument“-Testurteilen keine nennenswerten Unterschiede – „Durchschnittliches“ überwiegt auch unterm Strich, nicht nur beim Sehtest. Das gilt übrigens auch für das einzige Röhrengerät im 16 : 9-Format, das wir zum Vergleich im Test „mitlaufen“ ließen (auch Röhrengeräte sind, sofern mit dem „HD ready“-Logo gekennzeichnet, für HDTV-Empfang geeignet, wenngleich im österreichischen Handel inzwischen überwiegend LCDs und Plasma-Geräte angeboten werden).

Plasma-Display mit Xenon-Gas

Bei der LCD-Technologie befinden sich zwischen zwei Glasscheiben Flüssigkristalle, die ihre Eigenschaften bei Anlegen einer elektrischen Spannung ändern und so das Bild erzeugen. Beim Plasma-Display ist zwischen den Scheiben für jeden Bildpunkt Xenon-Gas in einer Zelle eingeschlossen, das durch elektrische Ladung angeregt die Phosphorteilchen auf der Glasplatte rot, grün oder blau leuchten lässt.

Plasmaschirme brauchen mehr Energie

Plasmaschirme haben deshalb einen höheren Energiebedarf und benötigen meist einen Ventilator zur Kühlung, der ein (leises) Geräusch erzeugt. Sie erlauben aber größere Bildschirmdiagonalen (im Test: 105 Zentimeter nominell) als LCDs (im Test: 80 Zentimeter, jeweils im 16:9 Format). Konstruktionsbedingt haben LCDs einen eingeschränkteren Betrachtungswinkel.

Qualitätsunterschiede werden kleiner

Plasmaschirme besitzen – wie herkömmliche Röhrengeräte – eine reflektierende Oberfläche (Glas), was die Bildqualität bei heller Umgebung reduzieren kann. LCDs dagegen sind matt, es gibt daher kein Reflektieren und sie verfügen über eine höhere Leuchtdichte (Helligkeit). Grundsätzlich werden aber die Qualitätsunterschiede zwischen Plasma und LCD zunehmend kleiner.

Achten Sie auf „HD ready“

Man sollte jedenfalls dem Sehtest vor Ort und unter Einrechnung der Umgebungsbedingungen daheim (hell, dunkel, seitliche Betrachtung?) vor dem Kauf besonderes Augenmerk widmen. Dabei bitte nicht von den schönen HDTV-Movies täuschen lassen, die in Endlosschleife auf den Geräten im Regal laufen, sondern (auch) ein ganz „normales“ PAL-Fernsehbild verlangen!  Achten Sie auf ,,HD-ready´´

Da man sich allein für dessen mittelprächtige Darstellung aber wohl kaum einen Großbildschirm zulegen wird, gilt es auch auf das Vorhandensein des Logos „HD ready“ am Gerät zu achten. Nur dann kann man weitgehend sicher sein, dass es auch wirklich etwas mit HDTV anfangen können wird. Auch wenn das nichts über die Qualität selbst aussagt. Wohlgemerkt: Exakt „HD ready“, nicht „HD clean“, „HD fähig“, „HD vorbereitet“ oder ähnliche Fantasiebezeichnungen, „HD ready“ muss es heißen – und exakt so aussehen - siehe auch unseren Artikel - " Digital-TV ".

Abstand unbedingt beachten

Nicht minder wichtig: Bereits vor dem Gang ins Geschäft zum Maßband greifen, um den maximalen Abstand zwischen Aufstellort des Geräts und der üblichen Betrachtungsposition in den eigenen vier Wänden zu ermitteln. Dieser Abstand sollte mindestens das Dreifache der Bildschirmdiagonale betragen, besser das Fünffache; andernfalls könnten Kopfschmerzen vorprogrammiert sein. Denn bei einer Bildschirmdiagonale von mehr als einem Meter beträgt der optimale Abstand zum Fernsehsessel schon deren fünf – was nicht nur Wohnungen vom Typ „Singletraum“ oder „Kuscheliges Studentennest“ überfordern könnte …

Kompetent mit Konsument: Großbild-TV-Geräte

  • Nicht für PAL. Großbildschirme sind nur bedingt für optimalen TV-Genuss im (noch) üblichen PAL-Format geeignet. Unbedingt Live-Sehtest vornehmen.
  • Plasma oder LCD. Die Unterschiede verschwimmen. Spezifische Nachteile der einen oder anderen Technologie werden immer kleiner. Was bleibt: der doppelt so hohe Stromverbrauch bei Plasmaschirmen.
  • Sparmeister warten ab. Vor der Fußball-WM 2006 wird mit deutlichen Preiseinbrüchen der Geräte gerechnet – wer warten kann, kommt voraussichtlich billiger weg.
  • Raumgröße berücksichtigen. Der ideale Betrachtungsabstand beträgt rund die fünffache Bildschirmdiagonale.

Großbild-TV-Geräte: So haben wir getestet

Im Test: 9 LCD-Bildschirme (mit 80 cm Bilddiagonale), 4 Plasma-Geräte (ca. 105 cm Diagonale) sowie ein 76 cm Röhrengerät.

Bildqualität: Mehrere Testpersonen begutachteten im verdunkelten Raum und bei Tageslicht Bewegt- und Standbilder in PAL-Auflösung – Einspeisung über Tuner (HF-Eingang) bzw. Video (AV-Eingang). Zusätzlich Sehtest mit HDTV-Bildern. Oberflächenreflexionen, Betrachtungswinkel und ergänzende Messungen.

Hörtest: Mehrere Testpersonen bewerteten den Klang von Musik und Sprache. Gemessen wurden Frequenzgang, Signal-Rauschabstand und Betriebsgeräusche.

Teletext: Beurteilt wurden Qualität (Lesbarkeit, Auflösung, Kontrast, Schärfe) und Geschwindigkeit.

Handhabung: Beurteilt wurden Installation, Gebrauchsanleitung (Vollständigkeit, Verständlichkeit ...), tägliche Einstellungen, Bildtext, Camcorder-Anschluss, Programmwechsel, Bildschirmmenü, Bedienbarkeit mit Fernbedienung und am Gerät.

Vielseitigkeit: Einstellmöglichkeiten, Art und Vielfalt der Anschlüsse, zusätzliche Ausstattung.

Umwelteigenschaften: Stromverbrauch im Betrieb und im Stand-by, Untersuchung auf mechanische Stabilität, Recyclierbarkeit und problematische Flammschutzmittel.

LCD-Flachbildschirme 11/2005

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Plasma-Flachbildschirme 11/2005

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16 : 9 Röhren-Gerät 11/2005

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