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TV-Geräte: LCD- und Plasma - Flachmann ahoi!

  • Röhrengeräte sind in der Qualität noch immer überlegen
  • Kein nennenswertes HDTV-Angebot
  • Nur geringer Preisverfall

35 Flachbild-TVs unter der Lupe

Gegen den Wind ist schwer schiffen“, wussten schon die alten Seefahrer. Wir auch. Deshalb haben wir erneut 35 Flachbild-TVs penibel unter die Lupe genommen. Denn die Reise geht eindeutig in diese Richtung, die werblichen Zeichen stehen somit nach wie vor auf Sturm, und die Konsumenten legen sich schwer ins Zeug der Kaufeslust, um neue Ufer des TV-Genusses zu erreichen. Auch wenn diese bestenfalls einen Silberstreif am Horizont bilden: Denn HDTV, das hochauflösende Fernsehen – Lieblingsdestination der Steuermänner des Handels – bildet derzeit höchstens gelegentlich auftauchendes Treibholz in der rauen See des Kampfes um Geräteverkauf und Einschaltquoten.

Noch zu wenig Sendungen in HDTV

Festes Land dürfte hier erst gegen Ende des Jahrzehnts in Sicht kommen, wenn die in HDTV ausgestrahlten Sendungen einen nennenswerten Umfang erreichen. Bis dahin bezahlt man für die Überfuhr zwar schon den Preis einer Luxuskabine – durchschnittlich 1770 Euro pro Gerät –, reist aber nach wie vor auf dem Zwischendeck, was die Bildqualität angeht: Nicht einmal jedes fünfte Gerät im Test bringt es in diesem Punkt auf ein „gutes“ Ergebnis.

Ergebnisse nicht überragend 

Diese vielleicht ernüchternde Vorbemerkung scheint angebracht, wenn man davon ausgeht, dass ein TV-Gerät in erster Linie zum Betrachten von bewegtem Bild gemacht wird. Es wird aber offenbar keineswegs (nur) deshalb gekauft. Die Entscheidung für Flachbild-TVs entspringt häufig wohl ganz anderen Bedürfnissen: Technikverliebtheit, Designbewusstsein, Platzersparnis und Nostalgie. Alle diese Beweggründe haben wohl ihre Berechtigung, können aber naturgemäß nicht in einen Test einfließen. Weshalb wir uns auf den technisch-qualitativen Aspekt beschränken müssen. Und da sind die Ergebnisse halt nicht überragend – wenngleich tendenziell besser als in unserem [ Test TV-Geräte, LCD, Plasma, Röhren ] in der „Konsument“-Ausgabe Mai 2006:

Schlechte verschwanden vom Markt

Standen damals 6 „guten“ Geräten 22 „durchschnittliche“ gegenüber, so lautet das Verhältnis im „Konsument“-Testurteil diesmal immerhin 15 zu 20. Die Relation zwischen „guter“ und „durchschnittlicher“ Bildqualität blieb hingegen annähernd gleich, die „weniger zufriedenstellenden“ Geräte verschwanden aber bis auf eine Ausnahme vom Markt (Samsung LE40M91).

Der Durchschnittspreis fiel um rund 200 Euro, das billigste „gute“ Modell in der Größenklasse 40 und 42 Zoll gibt es schon unter 1700 Euro (Testsieger Panasonic TH-42PX600EN), bei den Bildschirmdiagonalen von 32 und 37 Zoll ist gleichfalls das billigste „gute“ Gerät auch das beste: JVC LT-32R71BU um rund 950 Euro.

 

Zoll statt Zentimeter

Übrigens: Während seit mehr als drei Jahrzehnten eigentlich die Verwenung des metrischen Systems im geschäftlichen Umgang vorgeschrieben ist (in Österreich 1871 eingeführt), befleißigen sich die TV-Hersteller – wie die Seeleute – immer noch und ungestraft der angloamerikanischen Maßeinheiten, hol’s der Klabautermann!

Also aufgepasst: 32 Zoll entsprechen 81,28 cm, 37 Zoll sind 93,98 cm, 40 Zoll gleichen 101,6 cm und ein 42-Zoll-Gerät bietet eine Bildschirmdiagonale von 106,60 cm. Doch darauf allein kommt es ohnehin nicht an. Auch das Format der Darstellung spielt eine Rolle: Bei allen Geräten im Test beträgt es 16 (Breite) zu 9 (Höhe). Bei herkömmlichen TV-Apparaten liegt es jedoch bei 4:3. Und in genau diesem Format wird die überwiegende Zahl der Fernsehsendungen auch noch ausgestrahlt – sieht man von Filmen einmal ab. Das hat einschneidende Folgen, die aber häufig – im wahrsten Sinn des Wortes – übersehen werden.

Schwarze Balken

Ein Flachbildschirm zeigt weniger „normales“ Fernsehbild als ein Röhrengerät mit derselben Diagonale; es erscheinen schwarze Balken rechts und links vom Bild, wenn in der Original-Proportion von 4:3 wiedergegeben wird. Dafür verschwinden aber die bislang vom 4:3-Bildschirm her bekannten schwarzen Streifen oben und unten am Bildschirm, wenn ein 16:9-Film läuft. Es kommt also mit darauf an, was man bevorzugt verzerrungs- und verlustfrei flächenfüllend sehen will (denn alle Formatanpassungs-Tricks der Hersteller können nur als solche gewertet werden, solange nicht der wirklich anpassungsfähige Gummi-Fernseher erfunden ist).

Sie können dies bequem in der Tabelle nachprüfen: Spalte „Bildschirmdiagonale gemessen 4:3/16:9“. Wenn Sie sich nun einen Flachmann mit 32 Zoll heraussuchen (das entspricht etwa dem heute als Standard geltenden 80-cm-Röhrengerät im 4:3-Format), dann erkennen Sie unschwer, dass die sichtbare Diagonale des Fernsehbildes bei 4:3-Ausstrahlung auf rund 65 cm „schrumpft“.

Miese Bildqualität und weniger Bild

Während man in diesem Punkt also noch für und wider argumentieren kann, ist das bei der Qualität des empfangenen TV-Signales im herkömmlichen PAL-Format kaum noch möglich: Lediglich 4 der 35 Kandidaten erreichten hier eine Qualitätsstufe, wie sie für alle in unserem letzten Test mitgeprüften Röhrengeräte selbstverständlich war: „gut“.

Das bedeutet im Klartext: Sie bekommen zum durchschnittlich drei- bis vierfachen Preis eines Röhrengerätes bei allen in 4:3 ausgestrahlten Sendungen weniger Bild, und dieses ist bei der überwiegenden Mehrzahl der Geräte noch dazu deutlich schlechter. Durch just das, was uns die Fernsehzukunft zu verschönern verspricht: durch HDTV. Diese Norm definiert die Zeilenanzahl, die ein TV-Bildschirm darstellen können muss. Beim herkömmlichen PAL-Gerät sind 720 Bildpunkte nebeneinander in 576 Zeilen angeordnet (720x576). Bei „HDTV 720p“ steigt die Anzahl der Bildpunkte nebeneinander auf 1280 in 720 Zeilen. Bei „HDTV 1080i“ auf 1920 mal 1080 Bildpunkte.

Mehr Bildinformation

PAL bietet also Bildinformationen im Umfang von insgesamt 414.700 Bildpunkten, die beiden HDTV-Varianten vermögen aber das Doppelte beziehungsweise das Vierfache darzustellen, was prinzipiell natürlich mehr Bildinformation und somit größeren Detailreichtum bedeutet – sofern in HDTV gesendet wird. Wo dies aber nicht der Fall ist (eben bei Sendungen im PAL-Format), muss die fehlende Bildinformation vom Gerät dazugerechnet (interpoliert) werden. Das Ergebnis ist – wie jedem Anwender eines digitalen Fotoapparats bekannt, der mit dem optischen Zoom kein Auslangen findet und deshalb das digitale zuschaltet – meist wenig erbaulich.

Wenn aber erst einmal HDTV da sein wird? Vorläufigen Angaben zufolge wird der ORF frühestens 2012 einsteigen.

Kein HDTV-Empfangsteil

Dann haben Sie auch noch kein hochauflösendes Bild, denn keiner der Prüflinge verfügt über einen HDTV-Empfangsteil, einen Tuner. Wo nichts empfangen werden kann, kann auch nichts dargestellt werden. Der nächste Gang zum Elektronikfachmarkt ist also vorprogrammiert. HDTV-Tuner für den Empfang via Satellit (derzeit die einzige Möglichkeit in Europa) kosten rund 300 Euro. Das Pickerl „HD ready“, über das jedes Gerät verfügt, besagt also nur, dass der Apparat prinzipiell zur hochauflösenden Darstellung geeignet ist, jedoch nicht, dass er diese Fähigkeit bereits eingebaut hat; dazu müsste das Logo „HDTV“ vorhanden sein.

In diesem Fall wird – im Vergleich zur PAL-Ausstrahlung – das Bild bei vielen Geräten doch erkennbar besser, in einem Fall sogar „sehr gut“ (Philips 42PF9641D/10). Dagegen wurde das Ansehen von Videos überwiegend nur als „durchschnittlich“ empfunden. Wie überhaupt im Sehtest das Mittelmaß dominiert.

Hoher Stromverbrauch

Mehr als die Hälfte der Geräte kommt mit einem eingebauten DVB-T-Tuner für das neue digitale Fernsehen daher (man spart sich also die Settop-Box), etwa gleich viele unterstützen die elektronischen Programmführer (EPG) und sogar noch einige mehr die Tonwiedergabe in „Virtual Dolby Surround“. Negativ fällt hingegen in die Waagschale: der teilweise enorme Stromverbrauch (330 Watt beim Testsieger!) sowie die Tatsache, dass viele Geräte selbst in ausgeschaltetem Zustand noch Strom verbrauchen und teilweise gar keinen Netzschalter mehr haben. Ein Gewicht von bis zu 42 Kilogramm hingegen zeigt, dass „schlank“ nicht immer auch „leichtgewichtig“ heißen muss. Und wer gerne über die Sender zappt, dessen Geduld wird bei vielen Geräten auf eine harte Probe gestellt – siehe Tabelle.

Lohnt sich die Mehrausgabe?

Die Gretchenfrage für den „Normal-Fernsehkonsumenten“ (also nicht für Technikfreaks oder Heimkino-Enthusiasten) mag schlichtweg lauten: Lohnt sich heute die Mehrausgabe für eine Technologie, die erst zu einem Zeitpunkt in nennenswertem Umfang „augenfällig“ werden wird, zu dem das Gerät vielleicht schon wieder seinen Geist aufgegeben hat?

Bildergalerie

Diese Kurzinfos geben schwerpunktmäßig wieder, was unseren Testern besonders ins Auge fiel. Sie erheben somit keinen Anspruch auf vollständige Beschreibung der einzelnen Geräte. Für Details und einen umfassenden Gerätevergleich beachten Sie bitte vielmehr die [ Testtabelle TV-Geräte  ]. Tipp: Beachten Sie beim Kauf bitte penibel die vollständigen Typenbezeichungen, da scheinbar kleine Abweichungen erhebliche Unterschiede in Qualität und Preis bedeuten können.

Die "guten" TV-Geräte: Bildschirmdiagonale 40 und 42 Zoll

×

Die "guten" TV-Geräte: Bildschirmdiagonale 32 und 37 Zoll

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TV-Geräte: Kompetent mit "Konsument"

  • Viel Geld für wenig Bild. Bei herkömmlicher Ausstrahlung im PAL-Format 4:3 bringen Flachbild-TVs weniger Bildinformation auf den Schirm als Röhrengeräte mit derselben Bildschirmdiagonale.
  • Bildqualität. Ist überwiegend unbefriedigend. Nur wenige Geräte kommen bei PAL-Wiedergabe auf den Standard für Röhrengeräte.
  • HDTV-Angebot spärlich. Und derzeit nur via Satellit zu empfangen.
  • Ausstattung unkomplett. Für hochauflösendes Fernsehen werden Zusatzausgaben für den HDTV-Empfangsteil oder einen BluRay/HD-DVD-Player fällig.
  • Stromverbrauch. Ist teilweise enorm; und generell deutlich höher als bei Röhrengeräten.
  • Zuwarten. Wenn das alte Röhrengerät noch funktioniert, lohnt sich das Abwarten, wann welche Technologie wirklich verfügbar ist
    (16:9, HDTV, BluRay …).

TV-Geräte: So haben wir getestet

In einem internationalen Gemeinschaftstest wurden 5 Plasma- und 16 LCD- Geräte mit Bildschirmdiagonalen (16:9) zwischen 65 und 88 cm in der Preisklasse von € 790,- bis € 3.640,- untersucht.

Bildqualität  (40%)

Von mehreren Testpersonen wurde in einem Sehtest die Bildqualität bei normalem TV-Betrieb (PAL-Signal über Tuner), bei Einspeisung von HDTV-Signalen über digitale Sat-Anlage, bei Wiedergabe von VHS-Videos und DVDs beurteilt. Neu dazu genommen wurde die Beurteilung von Standbildern (Wiedergabe von Digitalfotos). Der Betrachtungswinkel und die Reflexionen wurden bestimmt und qualitätsbestimmende Parameter messtechnisch ermittelt.

Tonqualität (20%)

Die Tonqualität wurde in wohnraumähnlicher Umgebung mit verschiedenen Musik- und Sprachbeispielen beurteilt. Zusätzlich erfolgten Messungen  der wichtigsten Audioparameter.

Vielseitigkeit (10%)

Bewertet wurden die verschiedenen Einstellmöglichkeiten, Art und Vielfalt der Anschlüsse, die Eignung für HDTV-Wiedergabe und als PC-Monitor sowie zusätzliche Ausstattung (Vorprogrammierung, EPG, DVB-T-Tuner...).

Teletext (5%)

Die Schnelligkeit des Seitenaufbaus und des Zugriffs wurde ebenso ermittelt wie die Qualität der Darstellung. Wo vorhanden, wurde auch der elektronische Programmführer (EPG) beurteilt.

Handhabung (20%)

Von mehreren Testpersonen wurden die mitgelieferten Handbücher benotet. Beurteilt wurden auch Erstinstallation, tägliche Einstellungen mit Fernbedienung und am Gerät (im Falle des Ausfalls der Fernbedienung) und die Übersichtlichkeit der Bildschirmmenüs. Die Geschwindigkeit der Umschaltung zwischen den Programmen („zappen“) wurde gemessen.

Energieverbrauch (5%)

Gemessen wurde der Energieverbrauch im Betrieb, im Stand-by und bei abgeschaltetem Gerät.

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