TV-Geräte im Test - Ein Bild mit Unterschieden.

  • Die Bildqualität ist nur bei vier Modellen „gut“
  • HDTV ist nur bedingt ein Kaufargument
  • Die Bedienung lässt oft zu wünschen übrig

Nur 6 "Gute"

Die Frage ob Flachbildschirm oder herkömmlicher Röhrenbildschirm stellt sich beim Kauf eines TV-Gerätes heute kaum noch. Die ältere, voluminöse Bauweise liegt einfach nicht mehr im Trend und wurde zu einem Nischenprodukt degradiert. Da die Qualität der flachen Geräte gestiegen ist und die Preise zugleich gesunken sind, spricht grundsätzlich auch nichts dagegen, bei einem anstehenden Neukauf umzusteigen. Ob sich hingegen ein vorgezogener Kauf lohnt, ist fraglich, denn ihre eigentliche Stärke – die Wiedergabe hochauflösender HDTV-Bilder – können die Geräte mangels Programmangebots derzeit nur bedingt ausspielen.

Auf jeden Fall sollten Sie wissen, welche Ausstattung Sie wofür brauchen und was Sie von den „Flachmännern“ tatsächlich erwarten können. Schließlich haben es lediglich 6 von 34 Geräten zu einem „gut“ im Gesamturteil gebracht, darunter einer der vier mitgetesteten Plasmaschirme. Zwei weitere ebenfalls von Panasonic stammende Plasmageräte haben das „gut“ nur knapp aber doch verfehlt.

Viel Auswahl, große Preisbandbreite

Den Markt dominiert inzwischen freilich die LCD-Techologie, weshalb Auswahl und Preisbandbreite hier entsprechend groß sind. Allgemein gilt, dass LCD-Fernseher „für alle Tage“ gut geeignet sind und, bei vergleichsweise geringem Stromverbrauch, auch ohne Abdunklung des Raumes ein gut erkennbares Bild liefern. Schlieren und Bewegungsartefakte sind aber nicht auszuschließen. Plasmageräte punkten meist bezüglich Farbe, Kontrast und Bewegungsdarstellung und richten sich eher an Heimkino- Fans. Allerdings tut man gut daran, die Vorhänge zuzuziehen. Auch schwankt ihr Stromverbrauch abhängig von der Lichtintensität der dargestellten Sendung und ist im Normalfall deutlich höher als jener der LCD-Konkurrenz.

Aufs Bild kommt es an

Das Um und Auf bei einem Fernsehgerät ist die Bildqualität, weshalb sie bei der Beurteilung der Geräte im Test einen Schwerpunkt darstellt. Anders als bei der bewährten Bildröhre gibt es bei den Flachbildschirmen teils sehr deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Modellen. Zugleich wird die Bildqualität stark von der Art der Signalquelle beeinflusst.

Konkret können es analoge Signale über Antenne (wegen der Umstellung auf DVB-T in immer weniger Regionen verfügbar), Kabel, Satellit oder über den RGB-Eingang (Video) sein bzw. digitale Signale über Kabel (DVB-C), Satellit (DVB-S), Antenne (DVBT) oder vom DVD-Player. Wobei lediglich ein eingebauter DVB-T-Tuner weitgehend Standard ist (allerdings ist das Programmangebot via DVB-T stark eingeschränkt). Integrierte DVB-S- und DVB-C-Tuner sind bei den getesteten Fernsehgeräten die Ausnahme. Und falls vorhanden, stellt sich bei DVB-C noch die Frage, ob die vom Kabelanbieter verwendete Verschlüsselung vom mitgelieferten Tuner überhaupt „verstanden“ wird.

TV-Geräte im Test

Settop-Box nötig

So oder so werden Sie häufig ein zusätzliches „Kastl“ benötigen. Und nicht nur dafür: Digitale Signale sind nicht automatisch HD-Bilder. Nur sehr wenige Sendeanstalten bieten derzeit Hochauflösendes an, darunter der ORF über DVB-S (nicht jedoch via DVB-T!), die Kabelanbieter teilweise via DVB-C, das „Internetfernsehen“ aonTV bei ausgewählten Filmen oder auch der Pay-TV-Anbieter Premiere. Um HDTV-Sendungen dann auch genießen zu können, muss aber nicht nur das Fernsehgerät selbst für die Wiedergabe von hochauflösenden Bildern vorbereitet sein (mindestens „HD ready“), sondern vor allem muss der Tuner HD-tauglich sein („HDTV“-Logo). Letztere Voraussetzung erfüllen nur wenige Geräte, weshalb Sie erst recht wieder eine eigene Settop-Box anschaffen müssen.

"HD ready" und "Full HD 1080"

Zum Thema HDTV ist außerdem noch wissenswert, dass die bei der HDTV-Ausstrahlung derzeit gebräuchliche Auflösung 720 p beträgt, was bedeutet, dass insgesamt 720 Bildzeilen gesendet werden. Die dafür geeigneten Geräte sind mit „HD ready“ bezeichnet. Das Logo „Full HD 1080“ steht für ein Display mit einer Auflösung von 1920 mal 1080 Bildpunkten. Solche „super-hochauflösenden“ Bilder werden im Moment allerdings nur von HD-fähigen Spielkonsolen sowie von Blu-ray-Discs geliefert. Einige wenige Satellitenprogramme senden hochauflösend in 1080i.

Warum die Qualität leidet

Die höhere Auflösung der Flachbildschirme kann übrigens mit dazu beitragen, dass die Bildqualität gegenüber den Röhrengeräten abfällt. Die althergebrachte PALFernsehnorm liefert nämlich nur 720 mal 576 (= 414.700) Bildpunkte. Die beiden HDTV-Varianten können das Doppelte bzw. Vierfache darstellen. Bei Sendungen, die nicht in HDTV ausgestrahlt werden, fehlen den HD-tauglichen Geräten somit Bildinformationen, die sie dazurechnen (interpolieren) müssen, um bei bildschirmfüllender Darstellung sozusagen die Lücken zu füllen.

Dadurch können Ungenauigkeiten entstehen, die die Bildqualität beeinflussen. Apropos bildschirmfüllend: Die Flachbildschirme sind alle im Format 16:9 (= das Verhältnis von Breite zu Höhe) gehalten, während jahrzehntelang 4:3 gängig war. Zwar gibt es zunehmend 16:9-Sendungen und Kinospielfilme zählen ebenfalls dazu, aber am Format früherer Fernsehaufnahmen oder älterer Serien ändert sich nichts mehr.

TV-Geräte im Test

4:3-Sendungen dominieren

Gibt das Gerät eine 4:3-Sendung in den originalen Proportionen wieder, dann erscheinen rechts und links vom Bild schwarze Balken und die an sich beeindruckende Bildschirmdiagonale ist um etliche Zoll geschrumpft. Um konkret zu sein: Ein 32-Zoll-Flachbildschirm hat eine Diagonale von 80 Zentimetern. Bei Darstellung im Format 4:3 bleiben jedoch lediglich 65 Zentimeter Bilddiagonale übrig. Bei 37 Zoll sind es 94/77 Zentimeter, bei 40 Zoll 102/83 Zentimeter und bei 42 Zoll 106/86 Zentimeter.

Die Alternative ist eine künstliche Formatanpassung – die Fernseher sind in der Lage, das 4:3-Bild auf 16:9 „aufzublasen“. Das erkennt man allerdings an den unnatürlichen Proportionen – das dargestellte Bild wird deutlich in die Breite gezogen, oder es wird oben und unten beschnitten.

Zusätzliche Anschlüsse

Die gängigen Anschlussmöglichkeiten für Peripheriegeräte sind bei allen Testkandidaten vorhanden. Seltener – obwohl zunehmend interessant – sind Schnittstellen wie DVI (Digital Visual Interface) zur verlustfreien Übertragung von digitalen Signalen vom DVD-Player bzw. PC oder ein CI (Common Interface), das z.B. die Smartcards der Anbieter von Bezahlfernsehen aufnehmen kann. Interessante Lösungen sind weiters Ethernet-Anschlüsse zur Einbindung des TV-Gerätes ins Heimnetzwerk sowie Schnittstellen für USB-Sticks bzw. Speicherkarten (meist SD), die z.B. zur Betrachtung von Fotos aus der Digitalkamera dienen. Aber solange nicht einmal der Kopfhöreranschluss zum Standard gehört, müssen Sie beim Kauf die Augen offen halten, um wirklich das zu bekommen, was Sie benötigen.

Test: TV-Geräte: Modelle mit 32" Bildschirmdiagonale 1/2009

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Test: TV-Geräte: Modelle mit 37" Bildschirmdiagonale 1/2009

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Test: TV-Geräte: Modelle mit 40/42" Bildschirmdiagonale 1/2009

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Die 6 "guten" im Test

Test TV-Geräte: Die 6 "guten" Geräte

Modelle mit 40/42" Bildschirmdiagonale:

Philips 42PFL9603D/10

Hochpreisiger Gesamt-Testsieger mit Vorsprung. Full-HD-Display, überzeugendes Bild via HDMI, immer noch „gut“ über RGB bzw. bei DVB-T-Empfang. USB, Ethernet, Kopfhörerbuchse. Kritikpunkte: langsames Umschalten zwischen den Kanälen im DVB-T-Betrieb; Bewegungsunschärfe.

Sony KDL-40W4000

Die preisgünstigere Alternative zum Testsieger, mit immer noch „guten“ Ergebnissen bei der Bildqualität. Auch die Tonqualität liegt über dem Durchschnitt. Mit integriertem DVB-T- und DVBC- Tuner, Full-HD-Display, USB-Schnittstelle und Kopfhörerbuchse. Etwas langsamer Teletext.

Panasonic TH-42PZ85E

Plasmagerät ohne Bewegungsunschärfen. Mit großem Betrachtungswinkel, Full-HD-Display, Kopfhörerbuchse, schnellem Teletext und Schacht für SD-Karten. Die Bildqualität ist allerdings nur via RGB „gut“, sonst Mittelmaß. Das Display reflektiert stark. Hoher Stromverbrauch.

Modell mit 37" Bildschirmdiagonale:

Loewe Connect 37 Full-HD+

Exklusives Modell, das die gleich große Konkurrenz nicht nur punktemäßig, sondern auch hinsichtlich seiner Ausstattung klar distanziert. Integrierter Digitalrecorder mit 160-GB-Festplatte; 2 Analog- und 2 Digitaltuner (DVB-T und -C), netzwerkfähig via Ethernet oder WLAN.

Modelle mit 32" Bildschirmdiagonale:

Philips 32PFL7403D

Ein mittelpreisiges, empfehlenswertes „HD ready“- Gerät, das ein „gut“ in der Bildqualität nur durch Bewegungsunschärfen und einen engen Blickwinkel verpasst hat. DVB-T-Tuner, USB, Kopfhörerbuchse, schneller Teletext. Lange Einschaltzeit des Gerätes.

Sony KDL-32W4000

Der kleinere Sony hat nahezu idente Testergebnisse wie sein großer Bruder KDL-40W4000. Vom etwas langsamen Teletext abgesehen ist daher auch dieses Gerät empfehlenswert. Es ist vergleichsweise gut ausgestattet und liegt insgesamt über dem Durchschnitt.

Zusammenfassung

Test TV-Geräte: Kompetent mit "Konsument"

  • Noch nicht perfekt. Die Flachmänner holen auf, doch bei den meisten derzeit angebotenen Geräten kann weder die Bild- noch die Tonqualität restlos überzeugen.
  • „HD ready“-LCD genügt. Wenn Sie hauptsächlich fernsehen wollen, reicht ein LCD-Gerät mit „HD ready“-Logo. Plasma-TV-Geräte richten sich eher an Filmfreaks. „Full HD 1080“ ist derzeit vorwiegend für HD-taugliche Spielkonsolen und Blu-ray-Player interessant.
  • Wichtige Ausstattungsdetails. Als überkomplett kann man kaum ein Gerät bezeichnen. Klären Sie, welche Signalquellen Sie empfangen können (bzw. mit welchem Zusatzaufwand das verbunden ist) und welche externen Geräte Sie anschließen können und wollen.

So haben wir getestet

TV-Geräte: Testkriterien

In einer internationalen Kooperation werden regelmäßig LCD- und Plasma-TV-Geräte untersucht.

Bildqualität. Von mehreren Testpersonen wurde in einem Sehtest die Bildqualität bei normalem TV-Betrieb (PAL-Signal über Tuner), bei Einspeisung von HDTV-Signalen über digitale Sat-Anlage und bei Wiedergabe von VHS-Videos beurteilt. Der Betrachtungswinkel und die Reflexionen wurden bestimmt und qualitätsbestimmende Parameter messtechnisch ermittelt.

Hörtest. Die Tonqualität wurde in wohnraumähnlicher Umgebung mit verschiedenen Musik- und Sprachbeispielen beurteilt. Zusätzlich Messung der wichtigsten Audioparameter.

Teletext . Die Schnelligkeit des Seitenaufbaus und des Zugriffs wurde ebenso ermittelt wie die Qualität der Darstellung. Wo vorhanden, wurde auch der elektronische Programmführer (EPG) beurteilt.

Technische Prüfung. In diesem Punkt sind die wichtigsten Messwerte für den Empfangsteil (Tuner) zusammengefasst.

Handhabung. Von mehreren Testpersonen wurden die mitgelieferten Handbücher benotet. Beurteilt wurden auch Erstinstallation, tägliche Einstellungen mit der Fernbedienung und am Gerät (im Falle des Ausfalls der Fernbedienung) und die Übersichtlichkeit der Bildschirmmenüs. Die Geschwindigkeit der Umschaltung zwischen den Programmen („Zappen“) wurde gemessen.

Vielseitigkeit. Bewertet wurden die verschiedenen Einstellmöglichkeiten, Art und Vielfalt der Anschlüsse, die Eignung für HDTV-Wiedergabe und als PC-Monitor sowie zusätzliche Ausstattung (Vorprogrammierung, EPG, DVB-T Tuner …).

Energieverbrauch. Gemessen wurde der Energieverbrauch im Betrieb, im Stand-by und bei abgeschaltetem Gerät.

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