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TV-Geräte: Gelbe Karte - Röhrengeräte sind billiger

  • Immer noch Qualitätsmängel
  • Preise geben nicht nach
  • Neue Features im Kommen

Schlechtere Urteile, höhere Preise

Fast trauen wir uns schon nicht mehr, es zu schreiben. Dennoch muss es um der oft ungeliebten Wahrheit willen sein: Verglichen mit den Testergebnissen in Heft 12/2007 haben sich die Gesamturteile für Flachbildschirm-TVs erneut verschlechtert. Brachte es vor einem halben Jahr immerhin noch rund ein Viertel der Kandidaten auf ein „gutes“ Ergebnis, schafft das jetzt nicht einmal jeder sechste Prüfling. Mit einem durchschnittlichen Preis von 1.400 Euro, über alle Bildschirmgrößen, -technologien und Qualitätsstufen gerechnet, sind sie sogar um rund 300 Euro teurer geworden als ihre Kollegen im letzten Test: 1.130 Euro kostet heute ein Gerät mit 32/37 Zoll Bildschirmdiagonale im Schnitt; 1.670 Euro eines mit 40/42 Zoll Diagonale.

"Größenwahn"

Hersteller und Handel setzen also, so scheint es, auf die ungebrochene Lust des Konsumenten auf „Großes“ und reizen diese aus. Das erwartete Absatzplus aus Anlass der Fußball-EM mag seinen Anteil daran haben. Zwar wird man bei der Mehrzahl der Geräte nicht beurteilen können, ob der Ball jetzt auf oder doch schon knapp hinter der Torlinie war (denn nur drei Geräte bringen es im Punkt „Bewegungsunschärfe“ auf ein „sehr gutes“ Testurteil), dafür sieht man aber das, was man nicht sieht, deutlich größer.

Zynisch? Mag sein. Aber dort, wo der Konsument Gefahr läuft, mehr als den durchschnittlichen Monatslohn eines Arbeiters oder Angestellten für eine bei Weitem noch nicht perfekte Technologie auszugeben, sei dies gestattet; es bleibt Ihnen natürlich unbenommen, sich jetzt schon der Minderheit der Flachbild-TV-Konsumenten anzuschließen.

 

Die Mehrzahl der österreichischen Haushalte findet aber – im Gegensatz zum per Werbung erzeugten Eindruck – nach wie vor das Auslangen mit den guten alten Röhren-Fernsehgeräten, die es im Handel durchaus noch gibt, wenngleich sie aus den Prospekten so gut wie verschwunden sind. Und es sei daran erinnert: Alle bislang durchgeführten Vergleichstests führten zum selben Ergebnis – Röhrengeräte sind billiger und haben die bessere Bildqualität. Leider stellen aber mehr und mehr bekannte Marken die Produktion dieser „Kastln“ ein.

Sparen ist möglich

Sehen wir uns den aktuellen Stand bei den Flachbildschirmen an: 33 Geräte haben wir getestet. Wirklich schlecht ist keines davon, hervorragend aber auch nicht. Fünf Geräte arbeiten mit Plasma-, die übrigen mit LCD-Technologie. Annähernd gleichwertig vertreten sind Geräte mit 32/37 Zoll Bildschirmdiagonale beziehungsweise solche mit 40/42 Zoll. Die Plasma-Typen sind ausschließlich in der Gruppe der größeren Geräte zu finden. Sie stellen hier auch den Testsieger (Pioneer PDP-4280XA), der 2.440 Euro kostet, und den Drittplatzierten (Panasonic TH-42PV71FA), für den man etwa halb so viel bezahlt.

Kleine Qualitäts-, große Preisunterschiede

Das zeigt: Minimale Qualitätsunterschiede können mit maximalen Preisunterschieden einhergehen. Auch bei den kleineren Geräten ist das der Fall. Der drittplatzierte Sony KDL-32P3020 (61 von 100 Punkten) kostet mit 790 Euro etwa halb so viel wie der Erstplatzierte Panasonic TX-37LZD70F (65 von 100 Punkten). Aus dieser Preisdifferenz können Sie Ihr „Konsument“-Abo bis weit ins nächste Jahrzehnt hinein finanzieren …

 

Die feinen Unterschiede

Freilich bildet das „Konsument“-Testurteil – wie immer – die Summe aus der Beurteilung zahlreicher Einzelaspekte (von denen wiederum nur ein verschwindend kleiner Teil Eingang in die gedruckte Tabelle finden kann). Entsprechend Ihren individuellen Anforderungen mögen diese Details mehr oder weniger wichtig sein. DVB-T-Tuner zum Beispiel sind heute in der Mehrzahl der Geräte integriert; solche für den digitalen Empfang via Satellit (DVB-S) sind nur bei einigen wenigen nachrüstbar.

DVB-T: meist durchschnittlich

Das Vorhandensein eines integrierten DVB-T-Tuners beispielsweise sagt aber noch nichts darüber aus, wie gut das damit empfangene Bild ist. Nur wenige Geräte im Test kommen da über ein „durchschnittlich“ hinaus. In den meisten Fällen ist man mit dem eingebauten Tuner trotzdem besser dran als mit einer externen DVB-T-Box. Dies gilt auch für alle anderen in der Tabelle unter „Sehtest“ dargestellten Optionen. Mit der steigenden Anzahl von Anschlussmöglichkeiten nimmt für den Konsumenten auch die Notwendigkeit zu, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Einfach weil es das „gute Bild“ schlechthin nicht gibt.

So kann etwa eine „gute“ Beurteilung der Videodarstellung sehr wohl mit einer schlechteren Beurteilung anderer Funktionen einhergehen. Und während sich bei der rein technischen Messung der Bildqualität (Auflösung, Farbrauschen, Betrachtungswinkel, Reflexionen, Bewegungsunschärfe etc.) somit durchaus differenzierte (Teil-)Urteile finden, vergaben unsere Testpersonen subjektiv nur bei zwei Geräten für „Sehtest gesamt“ ein „gutes“ Urteil: Metz Clarus 32ML und Philips 32PFL5522D/12. Damit sind diese Geräte aber nicht automatisch Testsieger, weil eben auch andere Kriterien in das Gesamturteil einfließen (müssen): Tonqualität etwa, Vielseitigkeit, Handhabung, Energieverbrauch …

Energie: endlich mit Ein-/Ausschalter

Bei Letzterem zeigen sich übrigens erhebliche Unterschiede: So benötigt der Testsieger im Betrieb weit mehr als doppelt so viel Energie (Leistungsaufnahme 280 Watt) wie der diesbezügliche Sparmeister (Sony KDL-32P3020 mit 119 Watt). Immerhin ist einigen zweifellos hoch qualifizierten Ingenieuren der Hersteller eine „Innovation“ gelungen: der Ein/Aus-Schalter. Sein Fehlen mussten wir in der Vergangenheit wiederholt kopfschüttelnd reklamieren. Die Hälfte der Geräte lässt sich somit vom Stromnetz trennen und verbraucht dann tatsächlich keine Energie mehr …

Sinnvoll: mit Festplattenrecorder

Eine echte Neuerung – im Vergleich zum letzten Test – bieten hingegen die Geräte von LG (außer 37LF75): Sie sind mit einem integrierten Festplattenrecorder ausgestattet. Dieser erlaubt nicht nur die Aufnahme von analogen Quellen über den Antennen- oder RGB-Eingang, sondern auch die Aufzeichnung einer via DVB-T empfangenen Sendung im Hintergrund, während man sich eine andere Sendung ansieht. Das haben sich TV-Begeisterte wohl schon lange gewünscht.

Ermöglicht wird es durch einen zweiten eingebauten DVB-T-Empfänger, was auch zeitversetztes Betrachten (Time-Shift) eines laufenden Programms erlaubt: Muss man just vor dem entscheidenden Strafstoß aufs stille Örtchen, drückt man einen Knopf auf der Fernbedienung – und sieht so bei der Rückkehr den Ball im Netz zappeln.

Das war die gute Nachricht.

Dynamische Helligkeitsanpassung

Die schlechte: Etliche Apparate verfügen über eine weitere Neuerung, die aber nur bedingt funktioniert – über eingebaute Sensoren, welche die Bildhelligkeit automatisch dem Umgebungslicht anpassen (sollen). Dies verspricht optimierte Bildqualität und Stromersparnis (weil ein weniger helles Bild weniger Elektrizität verschlingt). Nur: Bei den Geräten von LG vermochten unsere Testpersonen keinerlei „dynamische Anpassung“ auszumachen, auch die Messung des Stromverbrauchs zeigte keinen Unterschied zwischen einer gleißend hellen und einer stark abgedunkelten Umgebungsbeleuchtung. Dieses Extra gibt es bei LG also leider nur auf dem Papier.

Die Geräte von Sony (KDL-400V3000 und KDL-40D3500) reagieren zwar auf Veränderungen in der Umgebungsbeleuchtung, schießen dabei aber so übers Ziel hinaus, dass das Bild viel zu dunkel und somit inakzeptabel wird. Die Systeme von Philips (42PFL7862D/10), Panasonic (LCD TX-37LZD70F), Sharp (LC-32X20E, LC-37X20E und LC-42XL2E) sowie Loewe (Xelos A32) hingegen leisten in diesem Punkt wirklich, was sie versprechen: drastische Reduktion des Stromverbrauchs (um bis zu zwei Drittel) bei weitgehend gleichbleibender Bildqualität. Ein interessantes Feature, das man im Auge behalten sollte.

Die 5 „Guten“ im Test

Pioneer PDP-4280XA

Gute Bildqualität für Video und HDTV, mit 3 HDMI- und Scart-Buchsen ausgestattet, weiter Betrachtungswinkel und schneller Teletext; Menüs, Fernbedienung und Benutzerhandbuch gut verständlich, guter Analog-Empfänger und schneller Kanalwechsel. Kein DVB-T-Tuner eingebaut, hoher Energieverbrauch, reflektierende Oberfläche.

Philips 42PFL7862D/10

DVB-T Tuner eingebaut, USB-Schnittstelle und Kopfhöreranschluss, gut funktionierender Helligkeitssensor, schneller Teletext, sehr gute Bildqualität bei digitalen Fotos via USB, 3 HDMI-Anschlüsse, relativ geringer Stromverbrauch. Nicht als PC-Monitor einsetzbar, langsamer Senderwechsel im digitalen Modus, unübersichtlicher Programmführer (EPG).

Panasonic TX-37LZD70F

DVB-T-Tuner integriert, Helligkeitssensor, SD-Card-Reader, weiter Betrachtungswinkel, schneller Teletext, geringer Stromverbrauch, gute Bildqualität für HDTV und DVD. Störende Bewegungsunschärfe. Rudimentärer EPG-Programmführer.

Loewe Xelos A32

DVB-T-Tuner integriert, funktionierender Helligkeitssensor. USB-Schnittstelle mit guter Bildqualität für digitale Fotos, guter Ton, als PC-Monitor einsetzbar, schneller Teletext. Geringer Betrachtungswinkel, langsamer Senderwechsel. DVB-S2-Tuner optional.

Sony KDL-32P3020

DVB-T-Tuner integriert, gute Bildqualität für Video und DVD, störende Bewegungsunschärfe. Bedienerfreundliche Menüführung und Fernbedienung, gute Tonqualität, als PC-Monitor einsetzbar, kurze Einschaltzeit, billigstes „gutes“ Gerät im Test.

TV-Geräte: kompetent mit "Konsument"

  • Mit dem Kauf zuwarten. Das ist bei Anschaffung eines TV-Flachmanns sicher nicht die schlechteste Taktik. Wenn es schon keine Qualitätsverbesserung gibt, so ist nach der Fußball-EM zumindest auf eine Preisreduktion zu hoffen.
  • Scharf hinsehen. Achten Sie auf Ausstattungsdetails und Vielseitigkeit der Geräte (Anschlussmöglichkeiten etc.).
  • Große Preisunterschiede. Preise differieren bei vergleichbarer Qualität um bis zu 300 Prozent.
  • Zusatzfeatures. Ein eingebauter Festplattenrecorder oder dynamische Helligkeitsanpassung sind sinnvoll und führen nicht zwangsläufig zu einem höheren Preis.
  • Fernbedienung probieren. Was Sie auf jeden Fall im Geschäft selbst ausprobieren können und auch sollten: Nehmen Sie die Fernbedienung in die Hand – wie einfach sind Programmwahl, Umschaltung der Eingänge, Lautstärkeregelung etc. zu finden?

TV-Geräte: Testkriterien

In einer internationalen Kooperation werden regelmäßig LCD- und Plasma-TV-Geräte untersucht.

Bildqualität. Von mehreren Testpersonen wurde in einem Sehtest die Bildqualität bei normalem TV-Betrieb (PAL-Signal über Tuner), bei Einspeisung von HDTV-Signalen über digitale Sat-Anlage und bei Wiedergabe von VHS-Videos beurteilt. Der Betrachtungswinkel und die Reflexionen wurden bestimmt und qualitätsbestimmende Parameter messtechnisch ermittelt.

Hörtest. Die Tonqualität wurde in wohnraumähnlicher Umgebung mit verschiedenen Musik- und Sprachbeispielen beurteilt. Zusätzlich Messung der wichtigsten Audioparameter.

Teletext . Die Schnelligkeit des Seitenaufbaus und des Zugriffs wurde ebenso ermittelt wie die Qualität der Darstellung. Wo vorhanden, wurde auch der elektronische Programmführer (EPG) beurteilt.

Technische Prüfung. In diesem Punkt sind die wichtigsten Messwerte für den Empfangsteil (Tuner) zusammengefasst.

Handhabung. Von mehreren Testpersonen wurden die mitgelieferten Handbücher benotet. Beurteilt wurden auch Erstinstallation, tägliche Einstellungen mit der Fernbedienung und am Gerät (im Falle des Ausfalls der Fernbedienung) und die Übersichtlichkeit der Bildschirmmenüs. Die Geschwindigkeit der Umschaltung zwischen den Programmen („Zappen“) wurde gemessen.

Vielseitigkeit. Bewertet wurden die verschiedenen Einstellmöglichkeiten, Art und Vielfalt der Anschlüsse, die Eignung für HDTV-Wiedergabe und als PC-Monitor sowie zusätzliche Ausstattung (Vorprogrammierung, EPG, DVB-T Tuner …).

Energieverbrauch. Gemessen wurde der Energieverbrauch im Betrieb, im Stand-by und bei abgeschaltetem Gerät.

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