TV-Geräte: Flachbildschirm - In mancher Hinsicht flach

  • Flachbild-TV-Geräte: Keine Preisreduktion zu erwarten 
  • Qualität lässt nach wie vor zu wünschen übrig
  • Trend zu noch größeren Diagonalen hält an

Teurer und größer 

Der Elektrohandel hüpft vor Freude wie weiland Rumpelstilzchen ums Lagerfeuer: 183.000 Flachbildschirm-TVs konnte er allein im ersten Halbjahr 2007 an die fernsehfreudigen Österreicher bringen – mehr als doppelt so viele wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres – und so 184 Millionen Euro Umsatz lukrieren. Damit ist das Ende der Fahnenstange aber noch nicht erreicht: Denn die heimischen Händler orten einen Trend zu noch teureren Geräten mit immer noch größerer Bildschirmdiagonale. Derzeit stellen die Geräte mit 32 Zoll das Hauptkontingent, der Trend gehe aber vermehrt zu 37 Zoll und noch größeren Geräten, heißt es.

Der ORF hat beschlossen, die „Euro 2008“ nun doch in High-Definition-Bildqualität (HD) auszustrahlen; womit zu erwarten ist, dass auch für den Zuseher mit entsprechendem LCD- oder Plasma-Fernsehgerät die Nummern auf den Dressen der Kicker erkennbar sein werden – noch ein Umsatzschub. Das ist die (für den Handel) gute Nachricht.

Weder besser noch billiger

Hier kommt die – für die Konsumenten – schlechte Nachricht: Die Geräte sind innerhalb des letzten Jahres weder besser noch billiger geworden. „Durchschnittliches“ überwiegt bei der Qualität (35 von 47 Geräten), was mit mehr als 1100 Euro im Preis-Mittel nicht gerade billig bezahlt ist; gar rund 1700 Euro müssen im Schnitt für einen „guten“ Flachmann hingeblättert werden. (In der Tabelle finden Sie alle 47 getesteten Modelle.)

Dabei kommt es natürlich wesentlich auf die Bildschirmdiagonale an, weshalb wir die Tabelle zweigeteilt haben: in Geräte mit 32 bzw. 37 Zoll und solche mit 40 bzw. 42 Zoll Bildschirmdiagonale. Das entspricht rund 81/94 beziehungsweise 102/107 Zentimetern. Wohlgemerkt: gemessen für das Darstellungsformat 16:9. Beim herkömmlichen Fernsehformat 4:3 bieten die „Großbildschirme“ kaum mehr sichtbare Bildfläche, als heute auch jedes herkömmliche Röhrengerät schafft.

Preise vorerst gleich

Marktauguren gehen übrigens davon aus, dass sich an der Preissituation bis ins 1. Quartal 2008 hinein nicht viel ändern wird, vor allem nicht bei den Einsteigermodellen – was für die Entscheidung, ob man noch vor oder doch besser erst nach Weihnachten zuschlagen soll, vielleicht von Bedeutung ist. In jedem Fall lohnt es sich aber durchaus, scharf auf den Preis zu schauen.

Mehr Pixel bedeutet nicht besser

Was beziehungsweise wie gut man dann sieht, das riss unsere Prüfer leider auch in diesem Test nicht aus dem Fernsehsessel: In der Kategorie „Sehtest gesamt“ – die alle Darstellungsmöglichkeiten vom Fernsehfilm über DVD-Wiedergabe bis hin zum Computerbild umfasst – findet sich bei den „Jumbos“ kein einziges „gutes“ Ergebnis, bei den kleineren Bildschirmdiagonalen bringen es zumindest einige der Kandidaten auf diese Note. Bezieht man die technischen Messungen – Auflösung, Farbrauschen, Bewegungsunschärfe usw. – mit ein, verbessert sich der Eindruck zwar etwas, dennoch erreicht nur jedes siebente Gerät ein „gutes“ Ergebnis in der Kategorie „Bild“.

Wichtig zu wissen: Die Bildqualität – oder eben Nicht-Qualität – hängt nicht von der Bildschirmauflösung ab, die in Bildpunkten (Pixel) angegeben wird. Eine hohe Auflösung von 1920 horizontalen mal 1080 vertikalen Bildpunkten (genannt „Full HD Display“) garantiert keinesfalls ein besseres Bild als etwa eine von „nur“ 1024 mal 768 Pixel.

DVB-T-Tuner oft eingebaut

Gleichwohl gibt es auch Positives zu vermelden: Rund die Hälfte der Geräte kommt heute (endlich) mit eingebautem DVB-T-Tuner daher, was einem die Ausgaben für ein solches externes Kastl für den ORF-Empfang erspart. Sieben Geräte bieten auch DVB-C für den digitalen Empfang via Kabel (wenn der Kabelanbieter mitspielt), jedoch nur eines (Technisat HD Vision 32 PVR KS) bietet auch DVB-S für den Digitalempfang via Satellit.

Auf Ausstattung achten

SCART-Buchsen, RGB-, Y/C-, YUV- und HDMI-Eingänge für die Verbindung des Gerätes mit der „Außenwelt“ sind bei allen Flachmännern vorhanden, eine DVI-Schnittstelle (Digital Visual Interface) hat aber nur rund jedes zweite Gerät, obwohl zunehmend PCs oder DVD-Player darauf warten, ihre Informationen ohne umwandlungsbedingte Qualitätsverluste direkt digital an das TV-Gerät übergeben zu können.

Gleiches gilt für das Vorhandensein eines CI (Common Interface), über das ebenfalls nur rund die Hälfte der Geräte verfügt. Benötigt wird diese „allgemeine Schnittstelle“ zum Beispiel für die Smartcards der Anbieter von Bezahlfernsehen. Sie sollte allmählich ebenso Standard sein wie ein Kopfhöreranschluss. Aber nicht einmal der ist es! Die Geräte von LG sowie der Panasonic TH-37PV70E verzichten auf diesen „Luxus“. Wie übrigens alle Hersteller – außer Technisat – auch auf einen eingebauten Dolby Digital (AC3) Decoder, die meisten auf Virtual Dolby Surround und ein gutes Drittel sogar auf einen elektronischen Programmführer (EPG). Gleich viele (darunter sogar die Test-Führenden!) gönnen ihren Geräten nicht einmal einen Netzschalter – man muss also den Stecker ziehen, möchte man sichergehen, dass sie keinen Strom verbrauchen …

USB-Schnittstellen und SD-Leser

Dafür offerieren drei Geräte jetzt eine USB-Schnittstelle, über die zum Beispiel auf einem USB-Stick gespeicherte Fotos ohne Umweg am TV-Gerät betrachtet werden können: Pioneer PDP-428XD, Hitachi P42T01E und Philips 32PFL9632D. Die Darstellungsqualität ist hier aber schlechter als beispielsweise bei Einsatz einer Foto-DVD auf dem DVD-Player. Speicherkarten im Format „Secure Digital“ (SD) können Panasonic TH-42PZ700E und TX-32LXD700F sowie der Hitachi P42T01E verarbeiten, was gleichfalls die unmittelbare Fotowiedergabe am Bildschirm erlaubt. Dafür braucht man zum Glück keinen Ton – denn die Audiofähigkeiten sind nach wie vor äußerst beschränkt.

Misstöne im Hörtest

Nur wenige Flachmänner brachten es im Hörtest auf ein „gutes“ Ergebnis. Andererseits hagelte es „weniger zufriedenstellend“, was bei einer Produktkategorie, bei der auch das Hörerlebnis eine große Rolle spielt, doch etwas nachdenklich stimmen sollte. Wie auch der Energieverbrauch von bis zu 450 Watt pro Stunde, mit dem sich der Testsieger in der Gruppe der „Jumbos“ (Panasonic TH-42PZ700E) bei energiebewussten Konsumenten wohl wenig Freunde machen dürfte – mit einem Gewicht von 44 Kilogramm bei den Herstellern von Mauerdübeln hingegen bestimmt …

TV-Geräte: Kompetent mit "Konsument"

  • Mittelmaß überwiegt. Wer hohe Qualitätsanforderungen an Bild und Ton stellt, wird mit dem derzeitigen Geräteangebot wohl noch nicht restlos zufrieden sein können.
  • Kein Preisverfall . Zumindest in naher Zukunft ist mit weiteren Preisreduktionen nicht zu rechnen. Die Auswirkungen der „Euro 2008“ auf den Markt bleiben aber abzuwarten.
  • Ausstattung wichtig . Trotz hoher Preise betätigen sich viele Hersteller als Sparmeister und „vergessen“ einfach auf bislang übliche Ausstattungsdetails. Vor dem Kauf informieren, was Sie für die Integration des Gerätes in Ihre Multimedia-Landschaft unbedingt benötigen.

TV-Geräte: Testkriterien

In einer internationalen Kooperation werden regelmäßig LCD- und Plasma-TV-Geräte untersucht.

Bildqualität. Von mehreren Testpersonen wurde in einem Sehtest die Bildqualität bei normalem TV-Betrieb (PAL-Signal über Tuner), bei Einspeisung von HDTV-Signalen über digitale Sat-Anlage und bei Wiedergabe von VHS-Videos beurteilt. Der Betrachtungswinkel und die Reflexionen wurden bestimmt und qualitätsbestimmende Parameter messtechnisch ermittelt.

Hörtest. Die Tonqualität wurde in wohnraumähnlicher Umgebung mit verschiedenen Musik- und Sprachbeispielen beurteilt. Zusätzlich Messung der wichtigsten Audioparameter.

Teletext . Die Schnelligkeit des Seitenaufbaus und des Zugriffs wurde ebenso ermittelt wie die Qualität der Darstellung. Wo vorhanden, wurde auch der elektronische Programmführer (EPG) beurteilt.

Technische Prüfung. In diesem Punkt sind die wichtigsten Messwerte für den Empfangsteil (Tuner) zusammengefasst.

Handhabung. Von mehreren Testpersonen wurden die mitgelieferten Handbücher benotet. Beurteilt wurden auch Erstinstallation, tägliche Einstellungen mit der Fernbedienung und am Gerät (im Falle des Ausfalls der Fernbedienung) und die Übersichtlichkeit der Bildschirmmenüs. Die Geschwindigkeit der Umschaltung zwischen den Programmen („Zappen“) wurde gemessen.

Vielseitigkeit. Bewertet wurden die verschiedenen Einstellmöglichkeiten, Art und Vielfalt der Anschlüsse, die Eignung für HDTV-Wiedergabe und als PC-Monitor sowie zusätzliche Ausstattung (Vorprogrammierung, EPG, DVB-T Tuner …).

Energieverbrauch. Gemessen wurde der Energieverbrauch im Betrieb, im Stand-by und bei abgeschaltetem Gerät.

TV-Geräte

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