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Fotografieren: Winteraufnahmen - Nur Mut!

Gerade im Winter sind außergewöhnliche Aufnahmen möglich. So nutzen engagierte Fotoamateure die Chance auf einzigartige Ergebnisse.

Es friert, es stürmt, es ist düster. Im Winter herrschen oft unfreundliche Wetterverhält­nisse, die uns nur ungern einen Schritt vor die Haustür machen lassen. Wer besondere Fotomotive sucht, sollte ihn aber dennoch tun, denn gerade wenn das Wetter verrückt spielt, sind die Chancen auf außergewöhnliche ­Aufnahmen groß – außergewöhnlich im Sinne von nicht alltäglich.

Abseits der Routine

Ihre Liebsten haben Sie sicherlich schon etliche Male bei Geburts­tagen und anderen Feierlichkeiten abgelichtet, immer nett und immer lächelnd. Aber gibt es auch Fotos von ihnen, die sie eingepackt in einen dicken Mantel zeigen, mit vom Wind zerzausten Haaren oder von der Kälte gerö­teter Nase? Diese Fotos mögen nicht gerade die Schokoladenseite wiedergeben, doch sie sind in jedem Fall interessant, weil selten und abseits der Routine. Entgegen einer weit verbreiteten Ansicht ist für schöne Aufnahmen keineswegs schönes Wetter nötig.

"Sonne im Rücken" muss nicht sein

Ältere Leser mögen noch die Regel im Ohr haben, der Fotografierende solle sich so ­positionieren, dass er die Sonne im Rücken hat. Einst mag diese Regel ihre Berechtigung gehabt haben, in jenen Urzeiten, als die ­Qualität der Filme noch zu wünschen übrig ließ. Doch inzwischen besteht dazu keine Notwendigkeit mehr, nicht in technischer und schon gar nicht in gestalterischer Hinsicht. Gegenlichtaufnahmen sind vielmehr oft spannender als solche, die "mit der Sonne" gemacht werden.

Ausgeprägte Schattenbildung

KONSUMENT-Buch Im Winter steht die Sonne (wenn sie sich denn zeigt) am Morgen und am Nachmittag sehr tief. Und das bedeutet ausgeprägte Schattenbildung. Eine Besonderheit, die Sie bei der Bildgestaltung berücksichtigen sollten.

Nehmen wir an, Sie wollen einen Baum fotografieren. Es scheint die Sonne, und der Baum wirft einen langen Schatten. Wollen Sie die Mächtigkeit des Baums betonen, empfiehlt es sich, den Schatten mit aufzunehmen. Oder Sie fotografieren überhaupt nur den Schatten – das wäre die etwas kühne oder verspielte Variante.

 

Akku kann bei Kälte ausfallen

Spannung durch Dunkelheit

Wenn die Dämmerung einsetzt, was bei uns im Winter schon relativ früh geschieht, legen die meisten Menschen die Kamera beiseite, im Glauben, dass nun keine ordentlichen Auf­nahmen mehr möglich wären. Ein Irrglaube! Ein Bild kann gerade dadurch an Spannung gewinnen, dass nicht alles darauf klar und deutlich zu erkennen ist. Möchten Sie etwa stimmungsvolle Fotos von einem Friedhof ­machen, so warten Sie nicht unbedingt auf hellen Sonnenschein. Einsetzende Dunkelheit wird diesem Sujet viel eher gerecht.

Nebel

Wie hinter einem Schleier verschwinden die Farben und tendieren zu Grau. Die Umrisse erhalten etwas Diffuses, Weiches. Wo keine ­Details mehr zu erkennen sind, öffnet sich der Raum für Assoziationen. Stark sind Fotos grundsätzlich dann, wenn sie über den eigentlichen Bildinhalt hinaus beim Betrachter Gedanken und Gefühle auslösen können.

KONSUMENT-Buch  

Schwachstelle Akku

Die digitale Technik erlaubt Aufnahmen auch bei schwachem Licht. Ein Vorteil gegenüber ihrer analogen Schwester. Doch es gibt auch einen entscheidenden Nachteil: Bei Minustemperaturen kann dem Akku, ohne den bei den modernen elektronischen Modellen gar nichts mehr läuft, schnell der Saft ausgehen. Nehmen Sie daher bei winterlichen Foto­touren sicherheitshalber immer einen Ersatzakku mit.

Belichtung, Lichtwertkorrektur

Meist die Automatik

Manuelle Belichtungseinstellung war einmal. Die nimmt nur noch vor, wer entweder eine besonders alte oder eine besonders gute Kamera besitzt. Alle anderen (also: die meisten) verlassen sich auf die Belichtungsautomatik – und können das auch getrost tun, denn in der Mehrzahl der Fälle liefert sie ordentlich durchgezeichnete Bilder.

Belichtungsmesser sind auf Grau geeicht

Machen Sie eine Aufnahme mit einem dominierenden Anteil von Schnee im Bild, neigt auch der beste Belichtungsmesser zu fehlerhaften Werten. Der Grund: Alle Belichtungsmesser sind auf ein mittleres Grau geeicht. Sie gehen von einem Durchschnitt aus, von Bildern, die zu etwa gleichen Teilen helle und dunkle Töne aufweisen. Im Fall von Schnee überwiegt ­allerdings der helle Anteil. Der ­Belichtungsmesser geht unverdrossen von einem mitt­leren Grau aus – und rechnet den hellen auf einen mittleren Wert herunter. Das heißt, es kommt zu einer Unterbelichtung; mit der Folge, dass der Schnee grau erscheint (und die Skifahrer, falls sie mit abgelichtet werden, als schwarze Silhouette).

Lichtwert korrigieren

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Diesem Fehler können Sie begegnen, indem Sie den Lichtwert um ein, zwei Stufen nach oben korrigieren (größere Blende oder längere Verschlusszeit). Seien Sie nicht enttäuscht: Oft wirkt Schnee auf dem Bild, insbesondere in den Schattenbereichen, etwas bläulich – ein Farbstich, der Ihnen im Moment der Aufnahme gar nicht aufgefallen ist; und zwar deshalb nicht, weil das menschliche Auge ­anders arbeitet als das Kamera-Auge. Beim Betrachten unserer Umgebung spielt immer auch unser Gedächtnis und eine Art vorge­fasster Meinung mit.

Schnee ist nach unserem Verständnis weiß – und daher nehmen wir ihn auch so wahr. Die Kamera dagegen arbeitet wie ein unbestechliches Aufzeichnungsgerät: Sie erkennt eine Spiegelung des (blauen) ­Himmels im Schnee und gibt sie im Bild ­wieder. Man kann sagen, das "richtigere" Bild liefert die Kamera. Es liegt nun an Ihnen, ob Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind. Wenn nicht, ­können Sie bei der Nachbearbeitung am Computer den Blauanteil eliminieren, etwa mit dem Werkzeug "Farbkorrektur".

Monotonie, Gemütlichkeit und Wärme

Faszination durch Monotonie

Der Schnee deckt die Landschaft zu. Keine Blätter an den Bäumen. Nirgends Farbe. Im Winter präsentiert sich die Umgebung recht uniform – manche meinen: recht langweilig. Doch das muss nicht sein. Eine weiße Landschaft kann geradewegs spektakulär wirken, das beweist zum Beispiel Olaf Otto Becker mit seinen Bildern. Der deutsche Fotograf erkundete mit Schlauchboot und (Großformat-) Kamera Grönland, ein Gebiet also, wo gleichsam immer Winter ist. Seine Bilder zeigen nur Wasser und Schnee. Aber in immer wieder neuen Formationen und Konstellationen. Der Betrachter ist beeindruckt, manchmal ­geradezu überwältigt. Monotone Bilder können auch eine große Faszination ausüben! 

Gemütlichkeit und Wärme

Winter heißt nicht nur: klirrende Kälte und ­eisige Stürme. Sondern auch: heißen Tee ­trinken und gemütlich beisammen sitzen. Draußen liegt Schnee, im Haus brennen Kerzen. Der Tag geht zur Neige, es dämmert, die Fenster des Hauses leuchten rot. Dieses Motiv suggeriert wie kaum ein anderes Gemütlichkeit und Wärme – gerade dann, wenn auf dem Foto ein eisiger Wintertag abgebildet ist.

Buchtipp: Fotografieren

Die Möglichkeit jederzeit, schnell und einfach Fotos erstellen zu können ruft auch einen Überdruss hervor. Die Flut der vielen beliebigen und nichtssagenden Fotos nährt die Sehnsucht nach dem Besonderen,  nach authentischen Bildern. Weg von der Massenware und hin zum individuellen und unverwechselbaren Ausdruck.

In unserem Buch "Fotografieren statt knipsen"  wollen wir ungewohnte Wege gehen und zusammenbringen, was sonst streng getrennt ist: Fototheorie und Fotopraxis. Es soll – anhand vieler Beispiele – Lust darauf machen, die eigene Kreativität zu entdecken und das Thema Fotografie buchstäblich mit anderen Augen zu sehen.

Wir wollen Möglichkeiten aufzeigen und Anregungen bieten, die Sie unterstützen zu Ihrem eigenen, ganz persönlichen Ausdruck in der Fotografie zu finden.

www.konsument.at/fotografieren

Aus dem Inhalt

  • Zeichnen mit Licht
  • Schärfe und Unschärfe
  • Flächen, Linien, Perspektive
  • Porträt- und Landschaftsfotografie
  • Architekur- und Sachfotografie

184 Seiten, 19,60 € + Versand

Fotografieren statt knipsen

 

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