DVD-Recorder - Vorteil Festplatte

  • Die Festplatte bringt große Flexibilität
  • Aber nicht jedes Gerät beherrscht alle Funktionen
  • Digital-TV ist (noch) kein Thema

Die neue Generation 

DVD-Recorder mit integrierter Festplatte haben in nur zwei Jahren die reinen DVD-Recorder weitgehend vom Markt verdrängt. Eine vorteilhafte Entwicklung, die neben dem Preisverfall weitere gute Gründe liefert, dem veralteten VHS-Videorecorder endgültig Adieu zu sagen.

In der Regel können Sie zwar Sendungen direkt auf DVD aufzeichnen, die Aufnahmemöglichkeit auf Festplatte macht das Gerät aber flexibler. So können Sie damit die Werbung herausschneiden, bevor Sie einen Film dauerhaft auf DVD brennen, Sie können Sendungen zeitversetzt oder mit Unterbrechungen anschauen und dabei die Werbeblocks überspringen („Timeshift“-Funktion) oder Sie können für die Zeit Ihres Urlaubs Aufzeichnungen vorprogrammieren, ohne allzu große Rücksicht auf die Aufnahmekapazität nehmen zu müssen.

Großes Speichervolumen

Die gängigen 160 bis 250 Gigabyte (GB) Speichervolumen reichen nämlich für 80 bis 140 Stunden in Standardqualität, das entspricht bis zu sechs Tagen nonstop! Weniger als 160 GB Speicher sind nicht zu empfehlen.
Die einzig denkbare Alternative zur Festplatte ist die DVD-RAM, ein spezielles DVD-Format, das genauso wie eine Festplatte handhabbar ist. Allerdings ist der Platz darauf wie bei den herkömmlichen DVDs deutlich beschränkt, und bei Weitem nicht jeder Recorder kommt mit dem RAM-Format zurecht.

Aufwendige Bedienung

Das Herausschneiden der Werbung ist manchmal leichter gesagt als getan, denn der Bedienungskomfort der DVD-Recorder ist hier sehr unterschiedlich. Eine halbe Stunde Zeitaufwand pro Film sollten Sie jedenfalls einkalkulieren. Für die Aufnahmen selbst stehen als Minimum vier Qualitätsstufen zur Verfügung: Eine, zwei, vier oder sechs Stunden passen so auf eine DVD mit 4,7 GB Speichervolumen, wobei die Qualität im umgekehrten Verhältnis zur möglichen Aufnahmedauer steht.

Auch dabei erweist sich die Festplatte als praktisch, weil Sie sich bei der Mehrzahl der Geräte nicht vorher festlegen müssen, sondern die Qualitätsstufe für die dauerhafte DVD-Speicherung  erst beim Überspielen auf den Datenträger bestimmen können. Liegt die Aufzeichnung in sehr hoher Qualität vor und Sie möchten diese reduzieren, um sie auf einer DVD unterzubringen, muss der Recorder freilich einen zeitaufwendigen Rechenvorgang durchführen. Alternativen dazu sind das Aufteilen der hoch qualitativen Aufzeichnung auf mehrere DVDs oder – sofern das Gerät dafür geeignet ist – die Verwendung von zweilagig beschreibbaren DVDs (Double Layer).

Überspielen von DVD auf Festplatte

Die meisten Geräte beherrschen auch den umgekehrten Vorgang, nämlich das Überspielen von DVDs auf Festplatte. Dies klingt allerdings vielversprechender als es ist. Aufgrund des Kopierschutzes scheiden Kauf-DVDs hier aus. Das im Urlaub selbst gemachte Video hingegen ist problemlos vervielfältigbar.

Vorprogrammieren: mindestens acht Aufnahmezeitpunte

Üblicherweise sind die Geräte mit einem TV-Empfangsteil (Tuner) ausgestattet und erlauben das Vorprogrammieren von mindestens acht Aufnahmezeitpunkten innerhalb eines Monats sowie die Aufnahme von externen Geräten wie etwa einem VHS-Recorder oder einem (Digital-)Camcorder. Für die Verbindung zum TV-Apparat (und dabei speziell zu den modernen Flachbildschirmen) wurde die HDMI-Schnittstelle (High Definition Multimedia Interface) entwickelt, die das Scart-Kabel hinsichtlich Bildqualität deutlich übertrifft. Im Zusammenhang mit der HDMI-Schnittstelle findet man meist den Begriff Upscaling, was so viel wie hochrechnen bedeutet. Mit dieser Funktion können herkömmliche DVDs auf großen Flachbildschirmen besser dargestellt werden (allerdings ohne dass die Qualität an High Definition heranreicht).

Am besten ist es, wenn Sie vor dem Kauf klären, mit welchen vorhandenen Geräten der ins Auge gefasste DVD-Recorder eine Verbindung eingehen soll. Analoge und digitale Schnittstellen gibt es zwar massenhaft, aber sie sind meist nicht alle gemeinsam bei beiden Geräten zu finden.

Wenige sind für DVB-T gerüstet

Neben den herkömmlichen analogen Tunern finden sich in einigen wenigen Geräten auch solche für den Empfang und die Aufzeichnung von terrestrisch ausgestrahltem Digitalfernsehen. Für alle Betroffenen an sich eine praktische Sache, weil jedes an die Antenne angeschlossene Gerät einen eigenen Decoder benötigt. Ist dieser im DVD-Recorder bereits integriert, ersparen Sie sich die Anschaffung und Unterbringung zumindest eines weiteren „Kastls“.

Wer digitales Fernsehen empfängt, kann unter Umständen die elektronische Programmzeitschrift EPG als einfach handhabbare Programmierhilfe verwenden – sofern der Recorder darüber verfügt und dies auch von der Sendeanstalt unterstützt wird. Ansonsten hat sich das schon bekannte ShowView etabliert, bei dem Sie die im TV-Programm angegebene Ziffernfolge über die Fernbedienung des DVD-Recorders eintippen müssen.

VPS: nicht von allen Tunern unterstützt

VPS hingegen – jenes System, mit dem ein verspäteter Sendungsbeginn automatisch erkannt werden kann – ist zwar bei vielen Geräten vorhanden, wird aber nicht von allen Tunern unterstützt. Im analogen Bereich (herkömmlicher Satellitenempfang sowie Kabel-TV) hängt sein Funktionieren von der Sendeanstalt ab. Wenn Sie auch Ihre vielleicht schon etwas angeschlagenen DVDs und CDs auf dem neuen Gerät abspielen wollen, sollten Sie auf den Punkt „Fehlerkorrektur“ achten. Dieses Feature wird zwar im Allgemeinen nicht besonders beworben, sein zumindest „gutes“ Funktionieren ist aber bei Datenträgern mit Gebrauchsspuren häufig Voraussetzung dafür, dass Sie überhaupt noch etwas in zumutbarer Qualität sehen oder hören können.

Kompatible Recorder

Grundsätzlich können Sie mit allen Geräten Audio-CDs, CD-Rs, CD-RWs, SVCD, VCD, DivX (MPEG4) sowie CD-ROMs mit MP3-Musikfiles und JPEG-Fotodateien wiedergeben. Unter den beschreibbaren DVD-Formaten sind DVD–R und DVD+R weitgehend selbstverständlich, ebenso sind die Recorder DVD-RW-kompatibel. Bei DVD+RW streiken einige wenige Geräte, bei DVD-RAM tun dies um etliche mehr.

Wenn Sie sich intensiv mit Digitalfotos beschäftigen, könnte auch die Wiedergabe von progressiven JPEGs für Sie interessant sein. Dies ist ein spezielles Speicherformat, bei dem bereits eine Bildvorschau zu sehen ist, während das Foto noch geladen wird.

DVD-Recorder 1/2008

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Test DVD-Recorder: Kompetent mit "Konsument"

  • Hohe Attraktivität. Der Aufstieg der Festplatten-Modelle zum Quasi-Standard bei den DVD-Recordern hat diesen Geräten einen Attraktivitätsschub verpasst. Dazu kommen hohe Bild- und Tonqualität und vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Zugleich ist das Preisniveau gesunken.
  • Funktionen und Kompatibilität . Bevor Sie zum Kauf schreiten, sollten Sie klären, auf welche Funktionen Sie Wert legen (z.B. Timeshift) und mit welchen bereits vorhandenen Geräten der Recorder verbunden werden kann.
  • Wichtige Details. Mit 160 GB ist die Festplatte ausreichend groß, weniger sollten es nicht sein. Ein integrierter DVB-T-Tuner erspart bei Bedarf die zusätzliche Settop-Box. Eine gut funktionierende Fehlerkorrektur ist Voraussetzung für die Wiedergabe beschädigter CDs und DVDs. Und Upscaling verbessert die Wiedergabe auf großen Flachbildschirmen.

DVD-Recorder: So haben wir getestet

In einem internationalen Gemeinschaftstest wurden DVD-Recorder getestet.

Bildqualität: Mehrere Personen beurteilten in einem Sehtest Filmsequenzen, die in verschiedenen Qualitätsstufen vom eingebauten Tuner aufgezeichnet wurden, und Highspeed-Kopien von der Festplatte. Gemessen wurden die Empfindlichkeit der Tuner und die Signal-Rauschabstände für Chrominanz und Luminanz.

Tonqualität: In einem Hörtest wurde die Tonqualität von Film- und Hi-Fi-Aufnahmen beurteilt. Die Signal-Rauschabstände und die Störgeräusche wurden gemessen.

Betriebsgeräusch: In einem Prüfraum wurden die Laufgeräusche bei verschiedenen Betriebszuständen gemessen und nach Lautstärke und Impulshaltigkeit bewertet.

Fehlerkorrektur: Mit verschiedenen Test-DVDs wurde die Qualität der Fehlerkorrektur für Bild- und Tonwiedergabe bestimmt.

Handhabung: Bewertet wurden Bedienungsanleitung, Inbetriebnahme mit Anschließen und Grundeinstellung, Bedienelemente, Fernbedienung, Menüführung, Programmierung von Schaltuhr (Timer) und Tuner, das Verhalten bei Stromausfall und eventuell vorhandene Bearbeitungsmöglichkeiten. Die Zugriffszeiten im normalen Betrieb und bei Verwendung von Suchfunktionen wurden ebenso gemessen wie die Verzögerung bei der Aufnahme (im schnellsten Modus).

Vielseitigkeit: Bewertet wurden die zusätzlich vorhandenen oder nachrüstbaren Ausstattungsdetails und Sonderfunktionen wie Schnellkopieren, Aufnahmeformate, Editieren, Aufzeichnungslängen, Qualitätsstufen, Wiedergabe von Speicherkarten etc.

Energieverbrauch: Gemessen wurde der Stromverbrauch im Betrieb, im Stand-by, im Eco-Mode (soweit vorhanden), mit programmiertem Timer und in ausgeschaltetem Zustand.

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