DATENSCHUTZ IST UNS WICHTIG!

Bitte erteilen Sie uns die Zustimmung, Ihre Daten zur internen Analyse zu verwenden. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung.

Zum Inhalt

DVD-Recorder - Kassenschlager

  • Fast durchwegs gute Qualität, aber nicht billig
  • Vielseitig, aber keine Alleskönner
  • Stromverbrauch und Software kritisch

DVD im Vormarsch

Davon können andere Branchen nur träumen: Um satte 150 Prozent stieg im vergangenen Jahr der Absatz von DVD-Recordern – zumindest beim deutschen Nachbarn. Die Entwicklung dürfte in Österreich ähnlich sein. Einbrüche mussten hingegen die „reinen“ DVD-Player einstecken, also die Geräte, die zwar DVDs wiedergeben, nicht aber aufzeichnen können: Minus zehn Prozent stellten die Marktforscher im Vergleich zum Jahr davor fest. Und: Herkömmliche VHS-Recorder büßten im selben Zeitraum gleich ein Drittel an Beliebtheit ein.

Kein Qualitätsverlust, eingeschränkte Nachbearbeitung

Deren „Schwächen“ sind bekannt: VHS-Bänder nutzen sich mit jeder Wiedergabe und Neuaufnahme ab, möchte man Kopien ziehen – etwa um Werbeblöcke aus einem Film zu eliminieren – ist das gleichfalls mit Qualitätsverlust verbunden. Und wenn es gilt, eine bestimmte Stelle auf dem Band zu finden, kann das zu einem recht lästigen Vor-/Rücklauf-Spielchen ausarten. Nun, Abnutzung und Qualitätsverlust sind dem DVD-Recorder weitgehend fremd, die Nachbearbeitung stößt aber auch hier an Grenzen, abhängig davon, um welchen Recorder-Typ es sich handelt. So finden sich denn auch zwei große Gruppen in unserem Test von 22 Geräten: Die „reinen“ DVD-Recorder und solche, die zusätzlich zum DVD-Laufwerk auch über eine eingebaute Festplatte verfügen, die DVD-Harddisc-Recorder (DVD/HDD).

Unterschiedliche Standards

Die erste Gruppe erlaubt ausschließlich die Aufzeichnung auf DVD. Dafür gibt es aber durchaus unterschiedliche Standards, die wesentlichen Einfluss auf die Editiermöglichkeiten haben (siehe dazu: Inhaltsverzeichnis - "Eine Frage des Formats"). Generell kann man aber sagen, dass störende Elemente – wie etwa Werbeblöcke – nicht wirklich „herausgeschnitten“, sondern lediglich bei der Wiedergabe versteckt oder unterdrückt werden – was freilich auch eine „händische“ Bearbeitung des Materials voraussetzt (obwohl es technisch kein Problem sein sollte, diese Blöcke bereits bei der Aufnahme automatisch zu erkennen und zu eliminieren…).

Nachbearbeitung erleichtert

Die Nachbearbeitung  wird auf den DVDlingen aber zumindest dadurch erleichtert, dass bei der Aufnahme automatisch eine Kapitelübersicht mit kleinen Bild-Vorschauen und Textinformationen generiert wird, mit deren Hilfe sich die gewünschten Positionen auf der DVD leichter gezielt ansteuern lassen als beim VHS-Band. Wie leicht dies funktioniert, hängt aber wesentlich von der mitgelieferten Software ab, bei der es – so zeigt unser Test – erkennbare Qualitätsunterschiede gibt.

Kombigeräte DVD + Harddiscs

Größere Flexibilität erlauben die Kombigeräte aus DVD und Harddisc (DVD/HDD), bei denen der Konsument entscheiden kann, ob direkt auf DVD gebrannt oder vorerst auf Festplatte aufgezeichnet werden soll (Ausnahme: Philips DVDR 725H, bei dem in jedem Fall zuerst auf HD gespeichert wird). Die Harddisc bietet derzeit genug Platz für mindestens 40 Spielfilme. Entscheidet sich der Filmfreund dafür, einen der aufgenommenen Streifen dauerhaft archivieren zu wollen, wird dieser entsprechend bearbeitet (etwa die Werbung herausgeschnitten) und erst danach auf DVD kopiert.

Zeitversetztes Betrachten

Die DVD/HDDs erlauben aber zum Beispiel auch das zeitversetzte Betrachten (Time shift-Funktion): Klingelt das Telefon oder muss Herrchen mit dem Hund hinaus, drückt man während der Aufnahme einen Knopf auf der Fernbedienung. Sobald man sich wieder in den Fernsehsessel fallen lässt, wird die Wiedergabe der im Hintergrund ja weiter laufenden Aufzeichnung an dieser Stelle fortgesetzt. Freilich hat dieses Plus an Komfort auch seinen Preis.

Womit unter dem Strich gilt: Wem es auf Editier- und Komfortfunktionen nicht ankommt, der mag auch heute noch mit einem guten HiFi-VHS-Recorder, den es bereits am rund 100 Euro gibt, sein Auslangen finden. Wer es digital vorzieht, muss hingegen mit 200 bis 600 Euro rechnen.

Lauter Stand-alone-Geräte

Zum Test selbst: Alle Geräte sind Stand-alone-Geräte (im Unterschied etwa zu PC-DVD-Recordern) mit eingebautem TV-Empfangsteil und mindestens sechs vorprogrammierbaren Aufnahmeterminen/Monat sowie der Möglichkeit, über den Line In-Eingang auch von anderen Quellen zu brennen. Es kann zwischen mindestens drei Aufnahmequalitäten gewählt werden, die eine, zwei oder vier Stunden Film auf eine 4,7 Gigabyte-DVD bannen.

Alle Geräte können mit einem Stereo- oder Surround-Verstärker verbunden werden und verfügen über eine (oft zwei) Scart-Buchse(n) für den Anschluss an ein TV-Gerät, einen Satelliten-Empfänger oder einen Videorecorder, die Mehrzahl auch über Audio/Video-Cinchbuchsen an der Frontseite – für den temporären Anschluss eines (digitalen) Camcorders.

Gut im Standardmodus

Im bestmöglichen Aufnahmemodus (nicht in der Tabelle) bringen es alle DVD-Recorder auf ein „sehr gutes“ oder „gutes“ Bildergebnis (Ausnahme: Yukai R100A plus), und selbst im Standardmodus ist das Ergebnis nur unbedeutend schlechter, bei den meisten Geräten somit durchaus akzeptabel. Hingegen werden Sparefrohs, die rund vier Stunden Film auf ihre DVDs zu brennen gedenken, damit wohl kaum Freude haben – hier sacken die Testurteile bei den meisten Geräten erkennbar ab und sind bei der Mehrzahl gerade noch „durchschnittlich“.

Störende Betriebsgeräusche

Zufrieden waren unsere Testpersonen hingegen mit der gebotenen Audio-Qualität – was man von den Betriebsgeräuschen leider so nicht behaupten kann: Hier gibt es eine ganze Reihe von Kandidaten, die sich äußerst störend bemerkbar machen („Betriebsgeräusch“ in der Tabelle ).

Manche Geräte werden wohl auch bei der nächsten Strom-Jahresabrechnung unangenehm auffallen: Ein Verbrauch von bis zu 20 Watt/Stunde im Stand by-Betrieb (!) entspricht immerhin dem Energiekonsum einer 100-Watt-Glühlampe, die man täglich rund fünf Stunden lang (unnötig) brennen lässt…

Uneingeschränkte Benutzung nicht möglich

Hinweisen möchten wir auch noch auf die Tatsache, dass lediglich zwei Geräte auch Audio-DVDs wiedergeben können (Panasonic DMR-E65 und DMR-E95H) sowie auf die Notwendigkeit einer guten Fehlerkorrektur. Denn „digital“ heißt noch lange nicht „fehlerfrei“: Ruckelnde und hängende Bilder, störendes Flimmern oder klirrende Tonpassagen vermögen die Freude am neuen Gerät erheblich zu beeinträchtigen …

DVD-Recorder im Steckbrief

×

Eine Frage des Formats - DVD ist nicht gleich DVD

DVD-R und DVD+R. Diese Formate sind mit allen DVD-Abspielgeräten (Playern) kompatibel. Sie können nur einmalig bespielt werden, ein Löschen aufgenommener Daten ist nicht möglich, es können aber einzelne Szenen (Werbung) „versteckt“ oder bei der Wiedergabe übersprungen werden. Nach dem „Schließen“ der DVD (das ist die Voraussetzung für die Wiedergabe auf einem externen DVD-Player) sind keine Aufnahmen mehr möglich.

DVD+RW. Ein „Schließen“ ist bei diesem, wiederholt beschreibbarem, DVD-Typ nicht nötig, soll diese in einem DVD-Player wiedergegeben werden. Hier wird das Inhaltsverzeichnis (TOC – Table Of Content) mit jedem Vorgang aktualisiert. Die Wiederbeschreibbarkeit der DVD+RW unterliegt jedoch – was häufig übersehen wird – einigen Einschränkungen. Beispiel: Werden fünf Blöcke zu je zehn Minuten in höchster Qualität aufgenommen, bleibt vorerst ein Zehn-Minuten-Block am Anfang der DVD frei (das Brennen erfolgt nämlich von der Mitte zum Rand).

Löscht man nun etwa Block Nummer drei, stehen somit zweimal zehn Minuten freier Platz für weitere Aufnahmen zur Verfügung. Das erlaubt aber nicht, wie man meinen könnte, die Aufnahme von 20 Minuten Film „am Stück“, da nicht vom freien Block Nummer drei zum freien Block Nummer fünf gesprungen werden kann. In diesem Fall würde also der (leere) Block Nummer drei beschrieben und zur Fortsetzung der Aufnahme die Aufzeichnung auf Block Nummer vier überschrieben. Erst dann kann die Aufzeichnung auf dem (leeren) Block Nummer fünf vorgenommen werden. Wie gesagt: Etwas kompliziert und mit Einschränkungen behaftet.

DVD-RW. Vergleichbar der DVD+RW, vor der ersten Verwendung muss die DVD aber formatiert (für die Aufnahme vorbereitet) und die Entscheidung über den Aufnahmemodus getroffen werden: „Video Mode“ erfordert neben der Vorbereitung vor der ersten Aufnahme auch das Abschließen der DVD, bevor sie auf einem Player wiedergegeben werden kann; der „Video Recording Mode“ erfordert gleichfalls beide Schritte (wobei das Abschließen recht zeitintensiv sein kann), bietet aber einen entscheidenden Vorteil:

Anders als bei der DVD+RW oder bei der Aufnahme im „Video Mode“ auf DVD-RW können hier auch nicht nebeneinander liegende, freie Blöcke beschrieben werden, also zum Beispiel Block drei und anschließend Block fünf (um beim DVD+RW-Beispiel zu bleiben), ohne dass der dazwischen platzierte Block vier überschrieben werden müsste. Nachteil: Die wenigsten DVD-Player können dieses Format lesen…

DVD-RAM. Die eben genannte Einschränkung gilt leider auch für dieses Format, das im Übrigen aber die größte Flexibilität bietet, da es wie eine Festplatte arbeitet. Die Aufnahmedaten können dabei an jeder Position der DVD abgelegt und bis zu 100.000-mal überschrieben werden.

DVD-Recorder: Kompetent mit Konsument

  • Abwägen.  In Video- und Tonqualität stehen herkömmliche VHS-HiFi-Recorder den DVDlingen nicht nach. Lohnt der Mehrpreis?
  • Format.  Bereits im Vorfeld entscheiden, wie die DVDs eingesetzt werden sollen. Nicht alle Formate passen zu jedem (anderen) DVD-Gerät.
  • Vorteil Festplatte.  DVD/Harddisc-Kombis bieten Vorteile beim Speicherplatz und der Editierbarkeit. Falls es das Budget erlaubt…
  • Menüführung.  Unbedingt vor Kauf ansehen, ob man damit klar kommt.
  • Stromverbrauch und Fehlerkorrektur.  Achten Sie auch auf die Bewertung der Details. Wichtig, aber häufig übersehen werden Stromverbrauch und Fehlerkorrektur.

So haben wir getestet

In einem internationalen Gemeinschaftstest haben wir 12 DVD-Recorder in der Preisklasse € 199.- bis € 570,- und 10 DVD-Recorder mit eingebauter Festplatte in der Preisklasse € 469,- bis € 799,- getestet.

Bildqualität (35%): Mehrere Testpersonen beurteilten in einem Sehtest Filmsequenzen, die in verschiedenen Qualitätsstufen vom eingebauten Tuner aufgezeichnet wurden,Kopien von Videocassetten unter Verwendung der Bildverbesserungs-Software und High Speed-Kopien von der Festplatte (nur DVD-HDD-Geräte). Gemessen wurden die Signal-Rauschabstände für Chrominanz und Luminanz.

Tonqualität  (20%): In einem Hörtest wurde die Tonqualität von Film- und HiFi-Aufnahmen beurteilt. Die Signal-Rauschabstände und die Störgeräusche wurden gemessen .

Betriebsgeräusch (5%): In einem Prüfraum wurden die Laufgeräusche bei verschiedenen Betriebszuständen gemessen.

Fehlerkorrektur (10%): Mit verschiedenen Test-DVDs wurde die Qualität der Fehlerkorrektur für Bild- und Tonwiedergabe bestimmt.

Handhabung (20%): Bewertet wurden die Bedienungsanleitung, die Inbetriebnahme mit Anschliessen und Grundeinstellung, die Bedienelemente, die Fernbedienung, die Menüführung, die Programmierung von Schaltuhr und Tuner, das Verhalten bei Stromausfall und eventuell vorhandene Bearbeitungsmöglichkeiten. Die Zugriffszeiten im normalen Betrieb und bei Verwendung von Suchfunktionen wurden gemessen.

Vielseitigkeit (5%): Bewertet wurden die zusätzlich vorhandenen oder nachrüstbaren Sonderfunktionen, wie Schnellkopieren, Aufnahmeformate, Editieren, Aufzeichnungslängen, Qualitätststufen...

Stromverbrauch (5%): Gemessen wurde der Stromverbrauch im Betrieb, im Stand By, im Eco-Mode (soweit vorhanden) und im ausgeschalteten Zustand.

 

 

Links zum Thema

Diesen Beitrag teilen

Facebook Twitter Drucken E-Mail
Gefördert aus Mitteln des Sozialministeriums

Sozialministerium
Zum Seitenanfang