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Digitalkameras: Service und Reparatur - Einen Versuch wert

Auch wenn manche Verkäufer uns das suggerieren: Digitalkameras sind keine Wegwerfprodukte. Eine Reparatur ist zumindest überlegenswert.

Als mündige Konsumenten wissen wir um unsere Rechte, etwa die gesetzlich verankerte Gewährleistungsfrist. Während der ersten zwei Jahre ist für Produktreklamationen der Händler die erste Anlaufstelle. Nach Ablauf dieser Zeit – oder wenn wir den Defekt durch Unachtsamkeit selbst verschuldet haben, was in schätzungsweise 70 Prozent der Fälle zutrifft – sieht die Sache allerdings anders aus.

Versprechungen der Werbung

Unter dem Einfluss der das Blaue vom Himmel versprechenden Werbung neigen wir dazu, "neu" mit "besser" gleichzusetzen. Speziell im schnelllebigen Elektronikbereich mit seinen rasanten Modellwechseln bezweifeln wir die Sinnhaftigkeit eines Reparaturversuchs und fragen erst gar nicht nach. Schließlich hat man von Händlerseite schon oft genug den Standardsatz zu hören bekommen: "Das zahlt sich nicht mehr aus." Doch das ist nicht nur eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Ein anschauliches Beispiel dafür liefern Digitalkameras.

Qualitätseinbußen und Ärgernisse

Grundsätzlich können Sie davon ausgehen, dass es für Markenmodelle, die nicht älter als fünf bis sechs Jahre sind, Ersatzteile (inklusive passender Akkus) gibt und sie somit von autorisierten Werkstätten und Servicestellen zur Reparatur übernommen werden. Und Sie können voraussetzen, dass "neu" tatsächlich nicht in jedem Fall "besser" bedeutet, sondern Qualitätseinbußen und Ärgernisse mit sich bringen kann – z.B. verstärktes Bildrauschen aufgrund der heute üblichen hohen Kameraauflösungen oder die Notwendigkeit, sich mit zusätzlichen Funktionen und einer geänderten Handhabung anzufreunden, selbst wenn es sich um ein Nachfolgemodell handelt. Unter diesem subjektiven Gesichtspunkt macht sogar die Reparatur einer in der Anschaffung günstigen Kamera Sinn.

Werkstättensuche

Werkstättensuche

Zunächst stellt sich die Frage, wohin man sich überhaupt wenden kann. Bei Weitem nicht jeder Kamerahersteller hat eine Niederlassung in Österreich. Nur für 9 der 17 von uns erhobenen Marken gibt es eine österreichische Telefonnummer (siehe Tabelle). Aber es gibt autorisierte Reparaturwerkstätten bzw. zumindest Servicestellen, die die Kameras zwar nicht selbst reparieren, die Geräte aber entgegennehmen. Diese Werkstätten zu finden, ist der erste Schritt.

Die Eingabe des Markennamens mit vorangestelltem "www" und angehängtem ".at" in der Adresszeile des Internetbrowsers führt dabei in den meisten Fällen zum Erfolg. Alternativ dazu empfiehlt sich manchmal ein Versuch mit ".de". Einige scheinen sich allerdings lieber verstecken zu wollen, wie z.B. die Firma Fuji. Nach längerem Suchen – und wenn man sich von der Fehlermeldung auf der offensichtlich schlecht gewarteten Website nicht abschrecken lässt – gelangt man von www.fuji.at zum eigentlichen Ziel, nämlich www.finepix.de. Auch das interaktive Support- Center von Kodak lässt einen ziemlich ratlos zurück – zumindest bis man auf die Idee kommt, die Anfrage "Kundendienst in Österreich" ins Suchfeld einzugeben.

Informationen lassen zu wünschen übrig

Die übrigen Hersteller geben ihre Geheimnisse punkto Reparatur freilich auch nicht gleich auf der Startseite preis. Meist muss man sich zu den Serviceinformationen durchklicken, die man am ehesten unter dem Link "Support" findet. Nur in drei Fällen sind die Reparatur-Informationen im Internet kundenfreundlich aufbereitet (Rollei, Sanyo, Sigma), alle anderen Websites lassen mehr oder weniger stark zu wünschen übrig (siehe Tabelle).

Postversand vermeiden

Sofern es eine für Sie erreichbare Werkstätte oder Servicestelle gibt, ist es am günstigsten, das Gerät direkt hinzubringen. Beim Postversand fällt natürlich Porto an. Vom Händler, der die Geräte lediglich weiterleitet, wird dafür eventuell zusätzlich eine Manipulationsgebühr verrechnet. Manche Hersteller, wie etwa Olympus, bieten aber keine anderen Möglichkeiten als Postversand und Einsendung über den Händler. Dafür gibt es hier eine Reparaturpauschale, die bereits sämtliche Kosten inkludiert. Das ist zwar ein Glücksspiel, weil man nie wissen kann, ob man mehr oder weniger bezahlt, als die tatsächlichen Reparaturkosten ausmachen, aber es gibt wenigstens keine bösen Überraschungen.

Kostenvoranschläge

Kostenvoranschläge

Falls Sie einen Kostenvoranschlag haben möchten – was ja grundsätzlich Sinn macht –, müssen Sie diesen in jedem Fall abgelten. Er kann mit 20 Euro, aber auch mit mehr als 50 Euro zu Buche schlagen, die bei Erteilung eines Reparaturauftrags abgezogen, ansonsten aber als Gegenleistung für den Kostenvoranschlag einbehalten werden. In Anbetracht dessen, dass sich der Aufwand für die Werkstätte in engen Grenzen hält, erscheint es freilich unverhältnismäßig, mehr als 30 Euro für einen Kostenvoranschlag zu verlangen.

Überraschungen jeder Art

Bei den von uns stichprobenartig zur Reparatur gebrachten Kameras gab es sowohl freudige als auch unerfreuliche Überraschungen: eine sechs Jahre alte Minolta z.B., die aufgrund einer (möglicherweise nie öffentlich kommunizierten?) Rückrufaktion kostenlos instand gesetzt wurde; Reparaturkosten, die deutlich unter der 100-Euro-Grenze blieben; aber auch ein 36 Euro teurer Kostenvoranschlag für eine Sanyo Xacti S60 (Neupreis: 100 Euro), in dem ein Linsendefekt festgestellt wurde und der auf 209 Euro lautete. Hier siegte dann doch die Vernunft über den Wunsch, die lieb gewonnene Kamera weiterzuverwenden. Die Reparaturdauer lag zwischen zwei Tagen und fast sechs Wochen.

Fehlerbehebung

Einige Hersteller geben übrigens auf ihren Internetseiten schriftliche Hilfestellung für die Fehlersuche, denn manche scheinbaren Defekte sind leicht zu beheben. So ist die Lebensdauer eines Akkus bekanntlich begrenzt. Bevor Sie ihn ersetzen, sollten Sie jedoch die Akku- sowie die Ladegerätkontakte putzen, denn oft ist einfach aufgrund von Korrosion die Stromzufuhr unterbrochen.

Irrtümer bei der Bedienung

Irrtümer bei der Bedienung

Irrtümer bei der Bedienung oder für den jeweiligen Zweck ungeeignete Voreinstellungen sind ebenfalls nie auszuschließen. Unscharfe Aufnahmen etwa können die Folge eines schlecht funktionierenden Bildstabilisators sein, den Sie dann besser abschalten sollten. Ein Objektiv mit hohem Zoomfaktor kann Ähnliches bewirken, sofern man kein Stativ verwendet oder sich beim Auslösen abstützt.

Auch die Verwendung des Digitalzooms verschlechtert die Bildqualität, weil hier die Pixel ja nur künstlich vergrößert werden. Starkes Bildrauschen wiederum kann daraus resultieren, dass die ISO-Empfindlichkeit auf Automatik gesetzt ist. Sinnvoller ist es, den ISOWert im Alltagsgebrauch auf 200 zu fixieren.

Der kontinuierliche Autofokus bereitet bei Nahaufnahmen Probleme und sollte bei Bedarf abgeschaltet werden. Und schließlich sollten Sie bedenken, dass die Menüeinstellungen von den gewählten Programmeinstellungen abhängen. Nicht jede Funktion ist in jeder Einstellung verfügbar.

Fehlersuche im Internet

Abgesehen davon gibt es noch die eine oder andere spezielle Tücke, z.B. die Stützbatterie mancher Canon-Modelle für Datum und Uhrzeit. Diese Knopfzelle ist gut im Gehäuse versteckt. Aufgrund des minimalen Stromverbrauchs sollte sie zwar ein Kameraleben lang halten, aber auch hier kann es zu Kontaktproblemen durch Korrosion kommen. Das Thema Rückrufaktion haben wir bereits angesprochen. Vor einigen Jahren wurden von verschiedenen Kameraherstellern defekte Chips verbaut. Der Fehler ist bekannt, es gab aber nie einen offiziellen Rückruf. Hier kann man immer noch auf Kulanz hoffen. Nicht nur in diesem Zusammenhang ist es deshalb sinnvoll, sich vor dem Kontakt mit der Servicestelle im Internet schlau zu machen und nach dem Kameramodell und dem aufgetretenen Fehler zu suchen.

Tabelle: Service von Digitalkameras

Zusammenfassung

  • Reparieren ist möglich: Selbst die Reparatur einer billigen Digitalkamera kann sich auszahlen. Falls sich das als nicht rentabel herausstellt, müssen Sie allerdings den Kostenvoranschlag bezahlen (meist zwischen 20 und 50 Euro).
  • Fehler selbst beheben: Zuvor sollten Sie versuchen, den Fehler selbst zu beheben. Viele Hersteller geben Tipps zur Fehlersuche, außerdem werden Sie vielleicht in Internet-Suchprogrammen fündig.
  • Rückruf: Immer wieder kommt es zu Rückrufaktionen, die – wenn überhaupt – nur im Internet verlautbart werden. Schauen Sie auf der Homepage des Herstellers nach!

Link-Liste

Canon
www.canon.at 
Link zu Reparaturstellen
Reparaturformular

Casio
www.casio.at   
Link zu Reparaturstellen
Reparaturformular

Fuji
www.finepix.de 
Link zu Reparaturstellen
Reparaturformular

Kodak
www.kodak.at 
Link zu Reparaturstellen: nicht vorhanden
Reparaturformular

Konica-Minolta
www.sony.at 
Link zu Reparaturstellen
Reparaturformular: nicht vorhanden

Leica
http://de.leica-camera.com 
Link zu Reparaturstellen
Reparaturformular: nicht vorhanden

Nikon
www.nikon.at 
Link zu Reparaturstellen
Reparaturformular

Olympus
www.olympus.at
Link zu Händler mit Reparaturannahme
Reparaturformular

Panasonic
www.panasonic.at 
Link zu Reparaturstellen
Reparaturformular: nicht vorhanden

Pentax
www.pentax.at
Link zu Reparaturstellen
Reparaturformular

Praktica
www.praktica.de 
Link zu Reparaturstellen
Reparaturformular

Ricoh
www.ricoh.at  
Link zu Reparaturstellen: nicht vorhanden
Reparaturformular

Rollei
www.rollei.de 
Link zu Reparaturstellen
Reparaturformular: nicht vohanden

Samsung
www.samsung.at
Link zu Reparaturstellen: nicht vorhanden
Reparaturformular

Sanyo
www.sanyo.de 
Link zu Reparaturstellen
Reparaturformular: nicht vorhanden

Sigma
www.sigma-foto.de  
Link zu Reparaturstellen
Reparaturformular: nicht vorhanden

Sony
www.sony.at 
Link zu Reparaturstellen
Reparaturformular: nicht vorhanden

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